Verfassungsgericht will das Beichtgeheimniss abschaffen

Verfassungsgericht stoppt Konkordat-Vertrag mit Vatikan

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Bischof Felix Gmür feiert am 25. Juni in Notre-Dame de Paris

Verfassungsgericht stoppt Konkordat-Vertrag mit Vatikan

In Tschechien hat das Verfassungsgericht ein lange verhandeltes Abkommen zwischen Staat und katholischer Kirche gestoppt.

Blick in den Raum, in dem das tschechische Parlament tagt.
Das tschechische Parlament (Archivbild))

Das Parlament hatte dem sogenannten Konkordat bereits zugestimmt. Dem Urteil zufolge verstößt allerdings die Verankerung des Beichtgeheimnisses im Vertragstext gegen die staatliche Neutralität und gegen das Diskriminierungsverbot. Das Verfassungsgericht forderte außerdem, dass die kirchlichen Archive zugänglich gemacht werden. Sie seien eine wichtige Quelle für die Geschichtsschreibung und Teil des kulturellen Erbes des Landes.

In Tschechien hat die katholische Kirche in den letzten Jahrzehnten massiv an Mitgliedern verloren. Bei der letzten Volkszählung 2021 bekannten sich von den gut 10 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern knapp 750.000 zum katholischen Glauben. Drei Jahrzehnte vorher waren es mehr als vier Millionen.

Alte Geschichte wird neu belebt Johannes Nepomuk ist ein Heiliger, welcher dem tschechischen Volk am Magen brennt. Im Herzen Prags, auf der Karlsbrücke, wacht eine vertraute Gestalt über die Wasser der Moldau. Es handelt sich um den heiligen Johannes Nepomuk, eine der am meisten verehrten religiösen Figuren Mitteleuropas. Priester, Jurist und Märtyrer – im Laufe der Jahrhunderte wurde er zum Symbol für die Treue zum Beichtgeheimnis, für priesterliche Loyalität und den Widerstand gegen politische Macht, wenn diese die Rechte der Seele bedroht.