Adoray Festival 2026 unter dem Motto „Zur Liebe berufen“

Adoray Festival 2026 unter dem Motto „Zur Liebe berufen"

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Adoray Festival 2026: Drei Tage in Zug unter dem Motto „Zur Liebe berufen“

Zug, 11. Oktober 2026 – Vom 9. bis 11. Oktober fand das diesjährige Adoray Festival in der Stadtpfarrei St. Michael in Zug statt. Rund hundert Jugendliche und junge Erwachsene aus der ganzen Schweiz kamen zusammen, um drei Tage lang Vorträge, Lobpreis, Gebet und Gemeinschaft zu erleben.

Rahmen und Organisation

Das Adoray Festival ist das jährliche Highlight der schweizweiten Adoray-Community, die an 14 Standorten lokale Gebetsgruppen betreibt. Das Festival richtet sich an Teilnehmende ab 15 Jahren und wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft der Seligpreisungen und der Pfarrei St. Michael Zug durchgeführt.

Das Motto 2026 lautete „Zur Liebe berufen“.

Programm

Das Festival begann am Freitagabend mit der Eröffnung im Casino Zug. Im Anschluss folgte die Aufführung des eigens produzierten Theaterstücks „Flucht zu Gott“, das das Leben des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi aufgriff. Ab 22:00 Uhr begann in der Kapuzinerkloster-Kapelle St. Anna eine durchgehende eucharistische Anbetung, die bis Samstagabend dauerte.

Der Samstag umfasste den vollständigen liturgischen Tagesrhythmus: Laudes um 08:00 Uhr, Impulse in der St. Michael Kirche, eine öffentliche Hl. Messe um 10:45 Uhr, Rosenkranz, am Nachmittag diverse Activities (Fussball, Speed-Dating, Kubb, Improvisationstheater, Missionserlebnisberichte) sowie einen Vortrag mit Berufungsgeschichten unter dem Titel „Von Gott gerufen“. Die byzantinische Vesper um 18:00 Uhr führte in den Big Adoray ab 19:30 Uhr – den zentralen Lobpreisabend des Festivals, der auch für die Öffentlichkeit zugänglich war. Den Abend beendete der Big Chillout mit Tanz im Burgbachsaal.

Am Sonntag schlossen Laudes, ein Impuls und die öffentliche Pfarreimesse um 10:00 Uhr das Festival ab. Beim Generationenlunch auf dem Burgbachplatz trafen sich Teilnehmende verschiedener Altersgruppen zu einem gemeinsamen Mittagessen.

Tickets

Der Eintritt betrug 80 CHF für das gesamte Festival ab Freitagabend bzw. 60 CHF ab Samstagvormittag.

Bewertung

Das Festival war ein starkes Gemeinschaftserlebnis mit einem klaren spirituellen Kern. Der Big Adoray als öffentlicher Lobpreisabend in St. Michael war der eigentliche Anker – ein Moment, in dem das Festival mehr war als die Summe seiner Programmblöcke. Das Theaterstück „Flucht zu Gott“ zeigte, dass Adoray eigene kulturelle Produktionen wagt, die über reine Impulsreferate hinausgehen.

Gleichzeitig offenbarte sich eine strukturelle Spannung: Das Motto „Zur Liebe berufen“ spricht von Berufung, von Tiefe, von einem Ruf, der den Einzelnen betrifft. Das Programm lieferte dagegen ein breites, unterhaltungsorientiertes Angebot, das diese Tiefe nur selten berührte. Die Activities – Kubb, Speed-Dating, Fussball – funktionierten als soziale Brücke, standen aber in einem Spannungsverhältnis zum thematischen Anspruch des Mottos. Die Berufungsgeschichten um 16:45 Uhr waren der einzige Block, der das Motto direkt aufgriff – und er stand zwischen Improvisationstheater und byzantinischer Vesper.

Die Zielgruppenbreite (15 bis 35 Jahre) erzeugte ein Format, das niemanden wirklich trafen. Die 15-Jährigen waren bei den Activities zu Hause, die 30-Jährigen beim Big Adoray. Der Generationenlunch am Sonntag war ein schönes Symbol, aber kein struktureller Ausgleich für drei Tage getrennter Erfahrung.

Die durchgehende Nachtanbetung war der mutigste und zugleich problematischste Teil des Programms. Sie verlangte den Teilnehmenden ab, die nicht bleiben konnten, eine Form von Loyalität, die im Widerspruch zum Motto stand. Liebe erzeugt keinen Druck.

Insgesamt war das Festival ein gutes Wochenende – mit einem starken Kern, einem zu breiten Rand und einem Motto, das das Programm nicht ganz trägt. Was bleibt, ist die Frage, die es aufwirft. Und ein Lobpreisabend, den man nicht vergisst.

Ausblick

Die Adoray-Community hat bereits das nächste Festival im Oktober 2027 in Zug angekündigt.