Donnerstag, Oktober 22, 2026
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anderswo gelesen…

Mit Interesse wird das Interview mit Herrn Humbel auf Horizonte gelesen.
https://www.horizonte-aargau.ch/jeder-austritt-schmerzt/
https://www.horizonte-aargau.ch/die-glaubwuerdigkeit-leidet-weiterhin/
Da es einige Aussagen unmöglich unkommentiert belassen werden können, hier eine Lesermeinung:
Zum Interview von Kirchenratspräsident Luc Humbel im Pfarrblatt Horizonte („Die Glaubwürdigkeit leidet weiterhin“) drängen sich folgende ergänzende Anmerkungen auf:
Dem Mitgliederrückgang von gut 2 Prozent bei der römisch-katholischen Kirche steht ein Mitgliederrückgang von 5 Prozent bei den Christkatholiken im gleichen Zeitraum (2020) gegenüber. Humbel macht für den Rückgang bei der römisch-katholischen Kirche „strukturelle Probleme“ verantwortlich. Mit dieser Tarnkappenformulierung meint Humbel primär das Fehlen des Frauenpriestertums und die Nichtanerkennung homosexueller Lebensformen. Dies ist ebenso grotesk wie absurd, denn beides ist bei den Christkatholiken seit längerem erlaubt, gleichwohl liegt aber deren Mitgliederschwund prozentual um einiges höher als bei der römisch-katholischen Kirche. Ein Gleiches gilt für die Protestanten: In ihrem verzweifelten Bemühen, dem Zeitgeist hinterher zu hecheln, verlieren sie durch ihre Je-Ka-Mi-Praxis den letzten Rest an Glaubwürdigkeit. Auch bei den Protestanten ist der Mitgliederschwund prozentual grösser als bei den Katholiken, was ja nach der Optik von Humbel gerade nicht der Fall sein dürfte. Signifikantes Beispiel des protestantischen Auszehrungsprozesses ist die Tatsache, dass an der protestantisch-theologischen Fakultät der Universität Zürich die Zahl der Dozenten doppelt so hoch ist wie jene der Studenten!
Humbel ist auch beileibe nicht der einzige Landeskirchenfunktionär, der sich gestützt auf seine finanzielle Machtposition in innerkirchliche Belange einmischt. Diese Kompetenzüberschreitung folgt dem Motto „Wer zahlt, befiehlt“: ein allzu menschliches, aber zutiefst unchristliches Motto.
Humbel klopft sich und dem von ihm geführten Staatskirchenapparat gleich selbst auf die Schulter mit der Bemerkung: „Als Landeskirche leben wir den Willen zur Veränderung auch vor – gerade im Bereich der Gleichberechtigung der Geschlechter oder der Regenbogenpastoral.“ Man darf gespannt sein, wie Humbel letzteres interpretiert angesichts der Tatsache, dass just heute (15. März 2021) die Glaubenskongregation ein vom Papst approbiertes Dokument veröffentlicht hat, demzufolge die Kirche keine Vollmacht hat, gleichgeschlechtlichen Paare zu segnen.
Der scheidende Kommunikatiosnbeuftragte des Bistums Chur, hat in der Zeitung ‚DieTagespost‘ vom 11. März die buchstäbliche Gretchenfrage wie folgt auf den Punkt gebracht: „Es ist kein Kommunikationsproblem, sondern geht tiefer. Ein Richtungsstreit innerhalb der Kirche, ganz generell. Die progressive Seite denkt: Wir verbessern die Gesellschaft, wenn wir das Evangelium und die Lehre der Kirche vom Standpunkt der Gegenwartskultur her in Frage stellen. Die traditionsverbundene Seite denkt: Wir verbessern die Gesellschaft, wenn wir die Gegenwartskultur in Frage stellen, vom Standpunkt des Evangeliums und der Lehre der Kirche aus. Zwischen diesen beiden Sichtweisen liegen Welten. Es besteht kein Zweifel: Humbel surft auf der Zeitgeistwelle, Evangelium und Lehre der Kirche hin oder her.

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