Viele Gebenstorfer, Turgemer und Gläubige aus anderen Pfarreien beten gemeinsam Woche für Woche den Rosenkranz, um Gott zu bitten, die Pandemie zu beenden. An Gott zu glauben bedeutet nicht, dass man fatalistisch lebt und nicht seine Vernunft verwendet, um alles zu tun, um sich selbst und andere Mitmenschen zu schützen. Aber man legt trotzdem alles in die Hände Gottes und vertraut ihm, dass der letzte Wille bei Gott und nicht bei uns Menschen liegt. Und dieser letzte Wille Gottes übersteigt alle Naturgesetze und jede menschliche Vernunft, da Gottes Liebe und Barmherzigkeit grösser als unsere Vorstellungskraft sind.
Leider gibt es in unserem Bistum Theologen, die behaupten, das Gebet und unser katholischer Glaube würden nichts an der Pandemie verändern. Es herrscht bei diesen Katholiken die Meinung vor, dass der Glaube nur die Einstellung zu Krankheit und Leid verändert, jedoch nicht objektiv Krankheit und Leid verhindern kann. Wenn man diese Gedanken konsequent zu Ende denkt, dann spielt es im Grunde keine Rolle, ob man katholisch ist oder einer anderen Konfession oder einem anderen Glauben angehört, solange man eine Lebensphilosophie sein eigen nennt, die einem hilft, mit den negativen Seiten des Lebens umzugehen. Die Bemühungen des Heiligen Vaters, in der Pandemie zu den wirksamsten Mitteln zu greifen, welche die Kirche hat – die Eucharistie und die Fürsprache der Muttergottes – sind für diese Theologen eine Torheit und ein Ärgernis zugleich.
Es ist daher nicht erstaunlich, dass gerade in unserem Bistum nur an wenigen Orten die Eucharistie gefeiert wird. Wer nicht daran glaubt, dass der Glaube und die Sakramente objektiv die Welt verändern können, wird diese wichtigsten Schätze, die Jesus Christus seiner Kirche geschenkt hat, durch andere Formen der Kirche ersetzen wollen. Das Hauptproblem dieser sich selbst als liberal bezeichnenden Theologen ist, dass sie dem Glauben eine Objektivität absprechen, ohne sich selbst zu fragen, welchen objektiven Massstab sie an ihre kirchlichen Bemühungen legen. Die Kirchen im Bistum sind total entleert, niemand interessiert sich für eine nicht-sakramentale Kirche und die Partizipation an der Kirche ist weltweit nirgendwo so gering wie im Bistum Basel. All dies sind objektiv messbare Tatsachen, die jene Theologen zwingen müssten, den bisherigen Kurs zu stoppen und eine Neuevangeliserung auf dem Boden des Lehramtes, der Sakramente und der Tradition der Kirche zu beginnen. Zudem müssten diese Menschen, die zurzeit in unserer Diözese in der Landeskirche und im Bistum den Ton angeben, sich der Frage stellen, inwiefern sie es mit ihrem eigenen Gewissen vereinbaren können, objektiv Geld und Titel durch eine Kirche zu erhalten, deren Glaubensinhalte sie nicht teilen und in der sie nur noch einen rein funktionalen Charakter sehen. Diese Art der Theologie ist weder „theo“ – von Gott geleitet – noch logisch.
Lassen Sie sich in dieser Adventszeit nicht verwirren. Wir sind keine Deisten, die glauben, Gott hat die Welt geschaffen und ist nun weit von ihr weg und könnte nicht zu unseren Gunsten eingreifen. Die Menschwerdung Gottes zeigt, dass Gott sich mit uns solidarisiert, er möchte mit uns sein. Immanuel – Gott mit uns. Tun wir alles, was in unserer Macht steht, um die Pandemie zu stoppen. Legen wir aber auch alles in Gottes Hände und bitten den Schöpfer der Welt, dass er alles zum Guten wendet. Unser Glaube ändert etwas an der Pandemie.



