In einem Interview spricht Erzbischof Georg Gänswein über die „St. Galler Gruppe“ und welchen Einfluss sie auf den Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. und die Wahl von Papst Franziskus gehabt haben soll.
Erzbischof Georg Gänswein sprach vor Kirzem über den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Er nennt gesundheitliche Gründe und sagt: „Jeder Papst hat das Recht auf das Amt zu verzichten“. Der Interview-Moderator sagt daraufhin, dass es eine „grosse Spekulation“ über die Rolle der «sogenannten St. Galler Gruppe oder St. Galler Mafia – wie manche es nennen» geben würde. Schon 2016 sprach Georg Gänswein bei einem Vortrag über die „St. Galler Gruppe“. Bei der Wahl von Joseph Ratzinger zum Papst habe es einen „dramatischen Kampf“ zwischen der sogenannten «Salz der Erde-Partei» und der sogenannten „St. Galler Gruppe“ gegeben, heisst es in seinem Vortrag.
Die „St. Galler Gruppe“ wurde im Jahr 2015 öffentlich bekannt, als eine Biografie des Erzbischofs von Brüssel, Kardinal Godfried Danneels erschien. Dieser outete sich als Mitglied der «St. Galler Gruppe», die aus Kardinälen und Bischöfen bestand und sich ab 1996 regelmässig und in aller Heimlichkeit in St. Gallen getroffen hat. Der Gruppe sollen 45 liberale Geistliche angehört haben, die fundamentale Reformen in der katholischen Kirche umsetzen wollten.
Laut den Biografen des Kardinals versuchte die «St. Galler Gruppe» bei der Papstwahl 2005 das erste Mal, Jorge Mario Bergoglio zum Papst zu machen. Die Gruppe hatte fortan vor, den deutschen Papst zu stürzen.
Die Kardinäle der «St. Galler Gruppe» seien kritisch gegenüber Papst Benedikt XVI. gewesen. Es wird gefragt, ob sie nur «passiv» auf das nächste Konklave gewartet oder sogar während seines Pontifikats «einige Massnahmen gegen den Papst ergriffen» hätten.



