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Im Reusshaus werden „Kirchengründer“ ausgebildet: Was heisst das?

Im Reuss-Institut in Luzern, wo Gebenstorfer Priester und Domherr des Bistums Basel Markus Brun angestellt ist, werden „Kirchengründer“ ausgebildet. Das ökumenische Institut bietet dreijährige Aus- und Weiterbildungen zu Kirchenentwicklern und Kirchengründern an. Laut dem Bildungsplan, sollen dadurch neue, ausserhalb der jetzigen Kirchgemeinden und ohne die katholischen Kirchenoberen zu fragen, neue bzw. parallel- „Kirchen“ entstehen. Ist es ein geplantes Schisma im Gang oder nur Schizophrenie im Aufzug??
Gemeinsam mit Theologen und Kirchenoberen aus der Schweiz und Deutschland hat Pfr. Beck vor fünf Jahren ein Institut gegründet: das Reuss-Institut. Sein Logo prangt an der Fassade, im Haus am Fluss befindet sich ein Büro. Wenn der Stadtpfarrer über das Institut spricht, holt er aus, seine Augen strahlen.
Das ökumenische Institut bietet dreijährige Aus- und Weiterbildungen zu Kirchenentwicklern und Kirchengründern an. Will Beck die Schüler etwa in die Welt schicken, damit sie neue Kirchen gründen? Nicht Kirchen, aber Gemeinschaften, erklärt er.

Der Grund: «Immer weniger Menschen engagieren sich in den traditionellen Kirchgemeinden. Aber viele sind trotzdem an Gemeinschaft und Religion interessiert. Es ist viel leichter, sie in neue Gemeinschaften einzugliedern. Denn junge Leute wollen lieber etwas selbst gestalten.» Davon ist der langjährige Kirchenobere überzeugt. Diesen Sommer werden die ersten sieben Studenten ihre Ausbildung abschliessen.

Stadtpfarrer legt auf eigene Faust los: Wie kommt das an?
Ein Katholik, der aus Basel nach Luzern kommt, Stadtpfarrer wird und vorschlägt, kleine Gemeinschaften zu gründen und sich nicht nur in den grossen Kirchgemeinden zu engagieren? Und das, ohne die katholischen Kirchenoberen zu fragen. Peter Jans ist sich sicher: «Vor 20 Jahren wäre das ein Skandal gewesen.»

Beck sieht es ähnlich. «Die Toleranzgrenze heute ist höher.» Die aktuelle Sozialform der Kirche gehe – in unseren Breitengraden – dem Ende entgegen. Sein Engagement werde daher akzeptiert. «Viele denken: Wenigstens versucht jemand etwas.» Vergangenes Jahr ist Beck als Pfarreileiter zurückgetreten, bleibt bis zu seiner Pension aber Leitender Priester in der Hofkirche (zentralplus berichtete).

In einer Zeit, in der die katholische Kirche wegen Missbrauchsfällen für Schlagzeilen sorge, sei der Nachwuchs sehr unsicher, sagt Ruedi Beck zum Schluss. «Junge Leute fragen sich, in was für eine Institution sie dort eintreten. Ich sage dann, die Kirche hat viel Gutes geschaffen. Spitäler und Schulen zum Beispiel. Sie hat aber auch viele Schlagseiten», findet Beck. «So wie alles im Leben.»
Quelle: zentralplus

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