Die Gürtelrose-Impfung könnte mehr als nur einen Schutz gegen die unangenehme Krankheit bieten. Jüngste Studien legen nahe, dass der Impfstoff auch das Risiko senken könnte, an den Folgen von Demenz zu sterben.
Das Varizella-Zoster-Virus, das nach einer Windpockeninfektion im Körper verbleibt, kann bei Reaktivierung zu Gürtelrose führen. Diese schmerzhafte Erkrankung betrifft häufig ältere oder immungeschwächte Personen. Aus diesem Grund empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland eine Impfung gegen Gürtelrose für Menschen ab 60 Jahren sowie für besonders gefährdete Gruppen ab 18 Jahren. Trotz dieser Empfehlung liegt die Impfquote bei lediglich rund 20 Prozent.
Ein internationales Forschungsteam hat nun herausgefunden, dass die Impfung gegen Gürtelrose auch positive Auswirkungen auf den Verlauf von Demenz haben könnte. Die Studie, die in der Fachzeitschrift ‚Cell‘ veröffentlicht wurde, zeigt, dass geimpfte Demenzpatienten ein um fast 30 Prozent reduziertes Sterberisiko innerhalb von neun Jahren aufwiesen. Diese Entdeckung könnte darauf hindeuten, dass die Impfung das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen kann.
Die Forscher nutzten ein natürliches Experiment in Wales, das aufgrund einer bestimmten Regelung zur Vergabe der Impfungen eine ideale Vergleichsgruppe bot. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Impfung einen wesentlichen Einfluss auf die Reduzierung des Sterberisikos bei Demenz haben könnte, was einen bedeutenden Fortschritt in der Präventivmedizin darstellen könnte. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen und das volle Potenzial der Gürtelrose-Impfung auszuschöpfen.



