Katholiken in Belgien kehrten zu längst vergessenen Bräuchen zurück.
Laut der offiziellen Website der belgischen Kirche fand am 1. Mai erstmals seit vielen Jahren wieder ein Marsch für geistliche Berufungen statt.

Wie die offizielle Website der katholischen Kirche in Belgien mitteilte, wurde die Initiative vom Nationalen Zentrum für Berufungen organisiert. Wieder aufgegriffen worden war das Format im vergangenen Jahr auf Anstoß des neuen Primas von Belgien, Erzbischof Luc Terlinden.
Die Leiterin des Zentrums, Véronique Bontemps, beschrieb die Zielgruppe bewusst eng: Teilgenommen hätten sowohl Menschen, die bereits einen kirchlichen Berufungsweg eingeschlagen haben, als auch junge Erwachsene, die sich in der Phase der Orientierung befinden. Diese klare Ausrichtung solle Interessierten helfen, die über einen Eintritt in einen kirchlichen Dienst nachdenken. Zugleich betonte Bontemps, dass damit andere Lebenswege nicht abgewertet würden: Auch die Ehe könne als Berufung verstanden werden, und alle Getauften teilten eine gemeinsame Taufberufung.
Startpunkt des Marsches war das Heiligtum von Banneux, einem Wallfahrtsort, der auf Berichte über Marienerscheinungen aus dem Jahr 1933 zurückgeht. Neben Begegnung und Austausch stand auch das Teilen persönlicher Erfahrungen im Mittelpunkt: Teilnehmende, die bereits in der Kirche tätig sind, sollten Einblick in unterschiedliche Berufungswege geben; Suchende erhielten Raum, ihre Fragen zu vertiefen. In einem gesellschaftlichen Umfeld, das Berufungen nicht unbedingt begünstige, gehe es auch darum, sich gegenseitig zu stärken und Rückhalt zu erfahren, sagte Bontemps. Wichtig sei zudem ein Signal der Bischöfe, dass man mit den Berufenen rechne und sie als bedeutsam wahrnehme.
Abgeschlossen wurde der Marsch mit einer Stunde eucharistischer Anbetung sowie einer Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Erzbischof Terlinden.





