Drei Männer und zwei Frauen durften Medienpreis 2026 der Schweizer Bischöfe entgegennehmen

Drei Männer und zwei Frauen durften Medienpreise der Schweizer Bischöfe entgegennehmen

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Wer sind die Preisträger?

In Bern wurden am 23. April 2026 katholische Medienpreise an nichtkatholische Medien für journalistische Arbeiten vergeben, die im letzten Jahr in der Schweiz erschienen sind. Ungefähr 40 Gäste waren anwesend. Josef Stübi, Weihbischof der Diözese Basel, hielt die Laudatio.

Die Preisträger der katholischen Medienpreise 2026 der Schweizer Bischofskonferenz sind:

Simon Christen – Hauptpreis, 2000 Franken, für den SRF-Dokumentarfilm „Unerklärliche Heilungen“.

Alessandro Tini und Antonia Marsetti – Medienpreis, 1000 Franken, für den RSI-Radiobeitrag „Parrocchie in Transizione“ / „Pfarreien im Wandel“.

Anne-Sylvie Sprenger und Lucas Vuilleumier – Medienpreis, 1000 Franken, für eine vierteilige Artikelserie über Beichte und Vergebung in La Liberté und Le Courier. 1

Simon Christen (Zürcher TV-Journalist): Er bekam den Hauptpreis (2000 Franken) in der Kategorie Video für den 50-minütigen SRF-Dokumentarfilm „Unerklärliche Heilungen“ (ausgestrahlt im Dezember 2025). Die Dokumentation thematisiert medizinisch unerklärliche Heilungen, den Umgang mit Krankheit, Tod und dem Jenseits. Weihbischof Josef Stübi beschrieb sie als „berührend“, „respektvoll, einfühlsam und differenziert“.

Simon Christen, geboren 1979 in Muri/AG, arbeitet seit 2011 als Redakteur für die Sendungen „DOK“ und „Reporter“ des Schweizer Fernsehens (SRF). 1 An der Universität Zürich studierte er Publizistik, Geschichte und Philosophie und beendete dies mit einem Master of Arts. Vor seiner Arbeit im Dokumentarfilm und der Berichterstattung sammelte er verschiedene journalistische Erfahrungen. Er war Freiberufler für verschiedene Zeitungen, machte ein Volontariat bei der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) und ein Praktikum bei der „Rundschau“ des Schweizer Fernsehens. Ausserdem war er über ein Jahr Redakteur bei der Sendung „Schweiz aktuell“. Als Dokumentarfilmer stellt Christen oft Menschen dar, die nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen, und behandelt soziale sowie politische Themen. Öffentlich verfügbare Informationen geben keinen genauen Einblickin Simon Christens persönliche Glaubenshaltungen. Freidenker oder Freimaurer? Seine Arbeit ist hauptsächlich von ästhetischen und naturbezogenen Motiven bestimmt.

Alessandro Tini und Antonia Marsetti: Sie erhielten einen Preis (je 1000 Franken) in der Kategorie Audio für die etwa halbstündige italienischsprachige Radio-Reportage „Parrocchie in transizione“ („Pfarreien im Wandel“) für RSI (Voci del Grigioni italiano). Der Beitrag beleuchtet Veränderungen in abgelegenen Pfarreien im Bündnerland (Bergell, Misox usw. ) und befragt Seelsorger sowie Mitglieder der Kirchenpflege. Die Jury und Stübi lobten die qualitativ überzeugende, vielfältige Darstellung eines aktuellen kirchlichen Themas auf dem synodalen Weg.
Beide sind Mitglied in katholischen Gemeinden in der Schweiz: Alessandro Tini: Gemeinde San Antonio Abate in Lugano; Antonia Marsetti: Gemeinde Sankt Mauritius in Zürich. Alessandro Tini, Jahrgang 1973, ist Journalist beim Schweizer Radiosender RSI. Nach einem Studium des Gesangs am G. Verdi Konservatorium in Mailand erwarb er das Journalismusdiplom im Kanton. Seit 1997 ist er im Radio tätig und arbeitet auch als Sprecher und Synchronsprecher. Seit vielen Jahren moderiert er die Sendung «Voci del Grigioni italiano». Er lebt in San Vittore. Alessandro Tini spricht offen über seinen Glauben, den er als Geschenk und schützenden Mantel beschreibt, der sich auf Jesus konzentriert. Seine Familie war gläubig und er war in seiner Jugend in der Pfarrei aktiv. Nach einer Zeit der Entfernung von der Kirche wurde sein Glaube wiederbelebt, als er gebeten wurde, den Vorsitz des Kirchgemeinderats in San Vittore zu übernehmen. Tini ist überzeugt, dass ein nicht geteilter Glaube nur ein halber Glaube ist.

Antonia Marsetti ist ebenfalls Journalistin. Sie arbeitet mit Alessandro Tini für die RSI-Sendung «Voci del Grigioni italiano». Zu Antonia Marsettis persönlicher Glaubensrichtung gibt es in öffentlichen Quellen keine Informationen. Sie beschreiben sich als „praktizierende Katholiken“, die „die Kirche von innen betrachten und kritisch begleiten“.

Anne-Sylvie Sprenger und Lucas Vuilleumier (Journalistin und Journalist der reformierten Westschweizer Nachrichtenagentur Protestinfo): Sie erhielten den Preis in der Kategorie Text (1000 Franken) für die vierteilige französischsprachige Artikelserie „Demandez l’pardon! “ („Bittet um Vergebung! “), erschienen in La Liberté und Le Courrier. Die Serie reicht von der Beichte über Missbrauch, individuelle/kollektive Schuld bis hin zu Vergebung in internationalen Beziehungen. Stübi hob die gut recherchierten, anspruchsvollen Artikel hervor, die zum Denken anregen und die Weite des Themas zeigen; er bestätigte Teile aus eigener Erfahrung als Beichtender und Beichtvater.

Anne-Sylvie Sprenger, geboren am 22. September 1977 in Lausanne, ist eine Schweizer Journalistin und Schriftstellerin. Ihre Eltern waren frühere Mitglieder der Heilsarmee (protestantische Kirche). Nach einem prämierten Kurzfilm in der Schulzeit und einem Aufenthalt an der New York Film Academy studierte sie an der Universität Lausanne und schloss mit einem Lizenziat in Journalismus und Kommunikation ab. Seit April 2019 ist sie Chefredaktorin der protestantischen Nachrichtenagentur Protestinfo. Zuvor arbeitete sie fast 20 Jahre als freie Journalistin. Sie ist auch als Filmkritikerin und Autorin mehrerer Bücher bekannt. Obwohl ihre Eltern der Heilsarmee angehörten, gibt es keine öffentlichen Aussagen von Anne-Sylvie Sprenger über ihre persönliche Glaubensrichtung. Ihre Position als Chefredaktorin von Protestinfo verortet sie jedoch in einem journalistischen Umfeld, das sich intensiver mit protestantischen und religiösen Themen beschäftigt.

Lucas Vuilleumier, geboren am 6. September 1991 in Lutry, ist ein Schweizer Journalist, der sich auf die Bereiche Religion und Kultur spezialisiert. Er hat einen Master-Abschluss der École supérieure de journalisme de Paris. Seit 2020 arbeitet er für die Nachrichtenagentur Protestinfo und schreibt als freier Mitarbeiter für verschiedene Schweizer Zeitungen wie «Le Matin Dimanche», «Le Temps» und «24 heures».
Neben seiner journalistischen Arbeit ist Vuilleumier auch als Komiker und Autor für das Radio (RTS) bekannt. Für seine Leistungen wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2022 mit dem Medienpreis der katholischen Journalistenvereinigung der Schweiz. Es gibt keine offenen öffentlichen Äußerungen von Lucas Vuilleumier zu seinem persönlichen Glauben. Sein Umfeld zeigt jedoch eine Neigung zu Protestanten.

Insgesamt wurden drei Auszeichnungen an fünf Personen (drei Männer: Simon Christen, Alessandro Tini, Lucas Vuilleumier; zwei Frauen: Antonia Marsetti, Anne-Sylvie Sprenger) aus den deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Regionen der Schweiz vergeben. Die Jury (unter Vorsitzvon Davide Adamoli) hatte aus etwa 30–40 eingereichten Arbeiten des Vorjahres ausgewählt. Jeder Preisträger erhielt eine Auszeichnung (ein schmiedeeisernes Kreuz ausdem Holz der ehemaligen Einsiedler Abteibänke).

Gemäss dem Reglement der Schweizer Bischofskonferenz verfolgt der Preis zwei Ziele: Erstens soll das Interesse der katholischen Kirche an den Medien und den Medienschaffenden – innerhalb und ausserhalb der Kirche – gezeigt werden. Zweitens soll die Unterstützung für Initiativen signalisiert werden, die sich an christlichen Werten und der Botschaft des Evangeliums orientieren und diese der Öffentlichkeit nahebringen. Die eingereichten Bewerbungen werden von einer Jury bewertet, die verschiedene Medienbranchen und Sprachregionen vertritt. Diese Jury setzt sich aus Fachleuten wie Journalisten und Kommunikationsexperten zusammen, jedoch nicht aus Katholiken oder katholischen Theologen. Die Bischöfe verleihen den Preis, aber die Entscheidung beruht auf der Empfehlung dieser Fachjury.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schweizer Bischöfe mit dem Medienpreis nicht die Absicht haben, den katholischen Glauben zu fördern oder eine eigene katholische Kommunikation auszuzeichnen. Die Schweizer Bischöfe nutzen den Medienpreis, um hochwertigen (was nicht Aufgabe der Bischöfe ist! ) Journalismus zu würdigen, der sich mit Werten und Themen beschäftigt, die nicht auf der Bestätigung der katholischen Lehre basieren. Ein blindes Spiel auf fremdem Terrain. Letztlich stehen sich hier zwei Strategien gegenüber: die direkte Mission und die indirekte Präsenz in Kultur und Gesellschaft. Die Vergabe eines Medienpreises ist ein klares Bekenntnis zu dem zweiten Ansatz – dem Versuch, die Werte des Evangeliums durch die Förderung eines nachdenklichen öffentlichen Dialogs in die Welt zu tragen. Ob dies „ein blindes Spiel“ ist oder eine kluge Investition in den Dialog mit der modernen Welt, bleibt eine Frage der Sichtweise und Strategie. Wer nicht glaubt, kann nicht den Glauben verkünden, sondern eigene Zweifel und Fragen stellen. Aus der katholischen Sicht erscheint eine solche Preisverleihung der Bischöfe als eine Alibiübung und die Verleugnung der strengen katholischen Sichtweise.