Firmungs-Statistiken im Bistum Basel

Zur Sache der Firmungs-Statistiken im Bistum Basel

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Konservierungsstoffe, Lebensmitteln, Krebsrisiko erhöhen,
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Plötzlich scheint sich auch Basler Bischof Felix Gmür daran zu erinnern, dass es in seinem schrumpfenden Bistum mehr Erwachsenenfirmungen gibt – ähnlich wie in Frankreich oder Deutschland – wie von kath.ch kürzlich berichtet wurde. Wenn die Situation wirklich so positiv ist, warum wirkt sie dann so negativ?


Die Recherche hat bewiesen, dass es keine offiziell publizierte Jahresstatistik des Bistums Basel zutage gefördert, die einen Anstieg der Firmungen im Vergleich zum Vorjahr beziffert. Anders als die deutschen Diözesen oder die französische Bischofskonferenz veröffentlicht das Bistum Basel keine vergleichbare jährliche Sakramenten‑Statistik mit konkreten Zahlen. Das ist bemerkenswert, denn ohne überprüfbare Zahlen bleibt jede Behauptung über „mehr Firmungen“ tatsächlich nur eine Behauptung.

Der Anstieg bei Erwachsenenfirmungen ist ein lokales, positives Lichtpunkt inmitten des Rückgangs. Aber die aktuelle Gesamtdaten 2025/2026: Offizielle Bistumsstatistiken (bistum-basel.ch/services/statistiken) könnten später folgen.1

Wie sieht die Sakramenten-Realität unter Bischof Felix Gmür?

Im Bistum Basel gibt es tatsächlich einen Anstieg bei den Erwachsenenfirmungen (Sakrament der Firmung für Erwachsene, meist über 18 Jahre), der seit etwa drei Jahren zu beobachten ist. Dies wird in einem aktuellen Bericht der umstrittenen Presseagentur kath.ch hervorgehoben.2 Bischof Felix Gmür ist im Amt länger als 10 Jahre. Nun aber spendete am 24. April 2026 in der Jesuitenkirche Solothurn die Firmung an 45 Erwachsene (über 40 Personen, Alter 20–75 Jahre). Frühere diözesane Termine (zwei pro Jahr, gespendet vom Bischof oder Weihbischof):3

  • 2022: 24 Erwachsene
  • 2023: 44 Erwachsene (+20 zum Vorjahr)
  • 2024: 35 Erwachsene (-9 zum Vorjahr)
  • 2025: 38 Erwachsene (+3 zum Vorjahr)

Zusätzlich gibt es Firmungen in den Pfarreien, die nicht in diesen Zahlen enthalten sind.

Gesamtzahl der Firmungen (inkl. Jugendliche/Kinder, die den Grossteil ausmachen) sinkt jedoch weiterhin langfristig – kein „Boom“, sondern Schrumpfen:4

JahrFirmungen Bistum BaselVeränderung zum VorjahrGesamtschweiz
20245’086-60115’020
20235’687+35715’364
20225’330-1’14115’281
20216’471+1’99018’043

(Datenquelle: SPI St. Gallen Kirchenstatistik; keine offiziellen Zahlen für 2025/2026 verfügbar, Trend seit 2012 kontinuierlich rückläufig von 7’921 auf 5’086).5

Vergleich zu Frankreich? 

Die vielzitierten Rekordzahlen in Frankreich (z. B. 10.384 Erwachsenentaufen 2025) beziehen sich auf Taufe (Baptême), nicht Firmung (Confirmation). Firmungsstatistiken für Frankreich oder Deutschland sind nicht in den Quellen prominent und nicht vergleichbar mit Basel. Das Bistum Basel schrumpft insgesamt massiv (z. B. 2023: hohe Austrittszahlen Schweizweit, Gmür kommentierte „Die Kirche schrumpft weiter“).6

Der Vergleich von kath.ch Firmung mit Taufe ist schon bemerkenswert. Die Frankreich-Meldungen, auf die man leicht gedanklich ausweicht, betreffen dagegen Erwachsenentaufen. Das ist nicht dasselbe. Zudem führt der Erwachsenenkatechumenat in Frankreich zu den Initiationssakramenten; neu getaufte Erwachsene erhalten dort in der Regel auch Eucharistie und Firmung. Als direkter Zahlenvergleich ist das also Äpfel mit Birnen. 7

Wenn man sauber vergleichen will, müsste man entweder Firmung mit Firmung vergleichen oder Taufe mit Taufe — und jeweils dieselbe Bezugsgrösse nehmen: Erwachsene mit Erwachsenen, Bistum mit Bistum, Jahr mit Jahr. Sonst entsteht sehr leicht ein optimistischer Deutungsrahmen, der grösser wirkt als die Datenlage hergibt.

Der nüchterne Kern ist: Ja, bei den Erwachsenenfirmungen gibt es im Bistum Basel ein kleines Signal. Aber die Gesamtzahl der Firmungen im Bistum Basel sank laut SPI von 5’687 im Jahr 2023 auf 5’086 im Jahr 2024, also um 601. Das trägt keine grosse Erzählung eines allgemeinen kirchlichen Aufschwungs, sondern eher: kleiner Lichtblick in einem insgesamt rückläufigen System. 

Der konkrete Basel-Beitrag von kath.ch stützt sich im Wesentlichen auf Angaben des Bistumssprechers Jonas Spirig. Das macht den Text institutionennah und anfällig für PR-Framing 8 Wie sieht denn ein unabhängiger Journalismus von kath.ch aus?

Nun eine Kostprobe vom sauberem Journalismus dank unserem Portal newseck.ch:

Frankreich meldet primär Taufen, nicht Firmungen:

  • 9 Die Französische Bischofskonferenz meldete, dass in der Osternacht 2025 10.384 Erwachsene und über 7.400 Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren getauft wurden.
  • 10 Das war die höchste Zahl an Erwachsenentaufen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002. Das ist eine Steigerung um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 7.135 Menschen das Sakrament der Taufe empfingen.

Wichtiger Kontext:

  • 11 Die neu getauften Erwachsenen erhalten in der Regel gleich nach der Taufe auch die Sakramente der Erstkommunion und der Firmung. Das heißt: In Frankreich werden Taufe und Firmung bei Erwachsenen zusammen gezählt/gefeiert.
  • 12 Parallel dazu steigt auch die Zahl der erwachsenen Konfirmanden seit 2022 kontinuierlich an; 2025 ließen sich 11.218 Erwachsene das Sakrament der Firmung spenden.

Der widersprüchliche Gesamttrend

13 Die Zahl der Taufen allgemein – die Kindstaufen also eingeschlossen – ist in den vergangenen zwanzig Jahren drastisch gesunken, ja sich sogar halbiert hat. Im Jahr 2000 gab es in Frankreich noch 400.327 Taufen. 2019 waren die Zahlen bereits auf 204.304 gesunken. Der neuerliche Anstieg der Taufen von Erwachsenen und Jugendlichen hält die Entchristlichung der französischen Gesellschaft derzeit also noch nicht auf. 14 Die Zahlen aus Frankreich überraschen, weil alle anderen Indikatoren der Kirchenverbundenheit (Trauungen, Taufen, Beerdigungen) nach unten zeigen und in der Kirche eine Reihe von Missbrauchsskandalen öffentlich geworden sind.

Wenn Medien oder kath.ch:

  1. Erwachsenenfirmungen im Bistum Basel (ca. 40-50 Personen/Jahr) mit
  2. Erwachsenentaufen in ganz Frankreich (10.000+) vergleichen

…dann ist das methodisch fragwürdig. Es handelt sich um:

  • Verschiedene Sakramente (Firmung ≠ Taufe)
  • Verschiedene Grössenordnungen (ein Bistum vs. ein ganzes Land)
  • Selektive Hervorhebung positiver Einzelzahlen bei insgesamt schrumpfender Kirche

15 Bischof Dr. Franz Jung (Würzburg) ist ehrlicher: „Wir befinden uns im Säkularisierungstrend. Ich mache mir da keine Illusionen. Wir befinden uns im Umbruch.“

Die selektive Berichterstattung von kath.ch über „positive Einzelphänomene“ bei gleichzeitigem Verschweigen des Gesamtniedergangs kann als irreführend und manipullativ betrachtet werden.