Die Entscheidung des Regionalrats im ukrainischen Lwiw, das Jahr 2027 offiziell dem Andenken an die Ukrainische Aufständische Armee (UPA) und deren Kommandeur Roman Schuchewytsch zu widmen, ist weit mehr als ein diplomatischer Fauxpas. Sie ist ein fundamentaler Angriff auf die Werte der gesamten zivilisierten Welt. Polens Führung reagierte umgehend mit äusserster Schärfe und verurteilte den Beschluss als vollkommen „inakzeptabel“. Aussenminister Radosław Sikorski beantragte umgehend ein Einreiseverbot für den verantwortlichen Lwiwer Abgeordneten und das polnische Institut für Nationales Gedenken (IPN) brandmarkte Schuchewytsch unmissverständlich als einen der Hauptarchitekten des Völkermords in Wolhynien.
Wer solche Beschlüsse fasst, verlässt den Boden der zivilisierten Wertegemeinschaft und stösst die grundlegendsten Prinzipien von Recht und Menschlichkeit um:
- Völkermord lässt sich nicht relativieren: Die historische Realität ist unumstösslich. Die UPA verübte im Zweiten Weltkrieg systematische Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung, bei denen zehntausende unschuldige Männer, Frauen und Kinder brutal ermordet wurden. Solche Taten sind nach internationalem Recht als Genozid definiert. Eine Organisation, die ethnische Säuberungen durchgeführt hat, auf ein staatliches Podest zu heben, ist eine psychologische und moralische Verhöhnung aller Opfer von Gewaltherrschaft.
- Der universelle zivilisatorische Massstab: Eine zivilisierte Welt funktioniert nur, wenn Verbrechen gegen die Menschlichkeit universell verdammt werden – ohne politisch motivierte Ausnahmen. Das Auslöschen von Zivilisten ist immer kriminell. Es unterscheidet sich in seiner moralischen Verwerflichkeit nicht von den grausamsten Gräueltaten des 20. Jahrhunderts, die die Menschheit zu Recht ächtet:
- Der industriellen Vernichtungsmaschinerie von NSDAP Hitlers Deutschland.
- Dem brutalen sowjetischen Kriegsverbrechen beim Massaker von Katyn, bei dem der NKWD tausende wehrlose Kriegsgefangene heimlich exekutierte.
- Den unmenschlichen Massendeportationen von Millionen Menschen in die Straflager nach Sibirien.
- Die totale Selbstblockade: Wer Täter zu Nationalhelden erklärt, delegitimiert seinen eigenen Anspruch auf Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Solche regionalen Resolutionen schaden dem internationalen Ansehen der Ukraine massiv und stellen die damalige Führung moralisch auf eine Stufe mit genau den Unrechtsregimen, von denen man sich eigentlich befreien wollte.
Fazit: Die zivilisierte Welt darf bei Völkermord und Kriegsverbrechen keine Doppelmoral dulden. Das ukrainische Aussenministerium distanzierte sich bereits von dem regionalen Beschluss in Lwiw. Denn fest steht: Nur eine bedingungslose, ehrliche Aufarbeitung der dunkelsten Kapitel der eigenen Geschichte öffnet den Weg in eine rechtsstaatliche Zukunft und eine echte Integration in die europäische Völkerfamilie.


