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Intensivmediziner fordern breitere Impfempfehlung gegen Grippe

Die Grippesaison hat in diesem Jahr außergewöhnlich früh begonnen und bringt neue Herausforderungen mit sich. Mehrere Gesundheitsbehörden und Fachverbände raten zur raschen Impfung, um sich vor der Influenza zu schützen. Besonders intensiv wird derzeit diskutiert, ob die Impfempfehlung auf alle Menschen ab sechs Monaten ausgeweitet werden sollte.

Florian Hoffmann, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), hat auf dem Divi-Jahreskongress eine dringende Empfehlung an die Ständige Impfkommission (Stiko) ausgesprochen, die Grippeimpfung für eine breitere Altersgruppe zu empfehlen. Bislang wird die Impfung vornehmlich Menschen ab 60 Jahren und bestimmten Risikogruppen nahegelegt. Eine Pressekonferenz ist für Donnerstag geplant, um die Dringlichkeit dieses Anliegens zu unterstreichen.

Die Daten der vergangenen Grippesaison zeigen besorgniserregende Zahlen: Etwa 135.000 Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden, darunter knapp 30.000 Kinder. Von diesen jungen Patienten benötigten 500 eine Beatmung, und es gab 82 Todesfälle. Diese Statistiken haben die Diskussion über eine umfassendere Impfstrategie ausgelöst, besonders da die EU-Gesundheitsbehörde ECDC vor einer aggressiven Ausbreitung der Influenza-Variante A(H3N2) der Subklade K warnt.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) äußerte sich zurückhaltend und betonte, dass die meisten gesunden Kinder und Jugendlichen eine Grippe ohne Komplikationen überstehen. Die Stiko selbst bleibt vorsichtig und bewertet die aktuelle Lage als im Rahmen der Erwartungen. Die Diskussion über eine ausgeweitete Impfempfehlung bleibt somit vorerst offen.

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