Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland bleibt auch nach der Pandemiezeit ein bedeutendes Thema. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt, dass die Lebensqualität dieser Altersgruppe weiterhin unter dem Niveau liegt, das vor der Pandemie beobachtet wurde. Rund 22 Prozent der befragten jungen Menschen berichten von einer verminderten Lebensqualität, was einen Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zu den Jahren 2014 bis 2017 darstellt.
Obwohl die Pandemie selbst kaum noch Sorgen bereitet, sind es nun globale Herausforderungen und gesellschaftliche Diskussionen, die den jungen Menschen zusetzen. Themen wie Krieg, gesellschaftliche Spaltung und wirtschaftliche Krisen stehen im Fokus der Ängste. Die Studie zeigt, dass 70 Prozent der Befragten Kriege als größtes Sorgenfeld sehen, während 62 Prozent Terrorismus fürchten. Auch die wirtschaftliche Lage und die Klimakrise sind zentrale Sorgen.
Ein weiterer alarmierender Aspekt der Studie ist das Gefühl der Einsamkeit, das 18 Prozent der jungen Menschen plagt, verglichen mit 14 Prozent vor der Pandemie. Besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen ab 14 Jahren, bei denen ein deutlicher Anstieg von psychischen Belastungen festgestellt wurde. Depressive Symptome stiegen in dieser Gruppe von 11 auf 17 Prozent im vergangenen Jahr, während Angstsymptome von 20 auf 31 Prozent zunahmen.
Die Studienleiterin Anne Kaman betont, dass die krisenbezogenen Zukunftssorgen das Risiko für psychische Auffälligkeiten erhöhen. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, die psychische Gesundheit junger Menschen weiterhin aufmerksam zu begleiten und zu fördern, um langfristige Auswirkungen zu minimieren.



