Deutschland steht vor der großen Herausforderung, die Gesundheit seiner Bürger besser zu schützen. Eine jüngst veröffentlichte Studie zeigt, dass das Land in puncto Prävention im europäischen Vergleich schlecht abschneidet. Von 18 untersuchten Ländern belegt Deutschland lediglich den vorletzten Platz.
Der Bericht, der vom AOK-Bundesverband und dem Deutschen Krebsforschungszentrum unterstützt wurde, analysiert die Umsetzung wissenschaftlicher Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge in Europa. Besonders problematisch sind die liberalen Regelungen beim Verkauf von Alkohol und Tabakwaren. Jugendliche können bereits ab 14 Jahren Alkohol erwerben, und Zigaretten gehören zu den günstigsten in Europa. Dazu kommt eine allgegenwärtige Werbung, die häufig Kinder anspricht und zu ungesunden Lebensmitteln verführt.
Die Forscher bemängeln, dass die Empfehlungen von Gesundheitsexperten in Deutschland nur unzureichend umgesetzt werden. Während andere europäische Länder strengere Regulierungen eingeführt haben, bleibt die Bundesrepublik in dieser Hinsicht hinter den Erwartungen zurück. Dies wird als ein wesentlicher Faktor für die schlechte Platzierung im Public Health Index angesehen.
Experten fordern nun verstärkte Maßnahmen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern und zu schützen. Dies könnte durch strengere Gesetze, bessere Aufklärung und eine bewusste Reduzierung von gesundheitsschädlichen Angeboten erreicht werden. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern, Gesundheitsorganisationen und der Öffentlichkeit könnte hier den nötigen Wandel einleiten.



