Die Kirche feiert heute das Fest Kreuzerhöhung. Das Fest soll uns darauf aufmerksam machen, dass das Leben des Christen vom Kreuz nicht verschont bleibt. Durch den Kreuzestod Jesu wurden wir gerettet und Gott kann uns nicht ersparen, dass auch wir in unserem Leben unser Kreuz tragen müssen. Durch das geduldige Tragen unseres eigenen Kreuzes wächst unsere Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen. Auch wenn der Mensch Leid natürlich aus dem Wege gehen möchte, wird er notwendigerweise immer wieder mit solchem konfrontiert. In unserer begrenzten Welt wird es immer wieder leidvolle Situationen geben. Der Glaube an Jesus Christus nimmt nicht alles Leid der Welt weg, sondern hilft, das Leid besser zu ertragen und darin einen Weg zu erblicken, Gott näherzukommen. Die Tatsache, dass heutzutage in unserer Überflussgesellschaft so viele Menschen an psychischen Problemen leiden, zeigt uns, dass die moderne Welt nicht mehr mit den negativen Seiten des Lebens zurechtkommt. Unabhängig davon, wie bequem und schön wir unser Leben durch materielle Dinge gestalten, wird es immer auch die andere Seite geben. Dass viele Menschen an dieser dunklen Seite des Lebens zerbrechen, zeigt auf, wie unfähig die heutige Spassgesellschaft ist, eine wirklich lebensbejahende Philosophie hervorzubringen. Der Christ hingegen soll nicht am Leid zerbrechen, sondern daran innerlich wachsen. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns nie ein Kreuz gibt, welches für unsere Schultern zu schwer ist.



