Heute vor 451 Jahren, am 7. Oktober 1571 besiegte die katholische Liga mit 206 Galeeren und 68 000 Mann die noch mächtigere Osmanische Flotte mit 80 000 Mann auf 255 Galeeren im Mittelmeer bei Lepanto und verhinderte damit eine gewaltsame Islamisierung des Abendlandes. Der Überliefrung nach geht er auf die wunderbare Wirkung des Rosenkranzgebetes zurück.
In letzter Zeit wird dem Christentum immer wieder der Vorwurf gemacht, es sei so brav friedvoll und naiv konstruiert, dass es gegenüber den Dschihad-Islam immer den kürzeren ziehen müsse. Ganz gewagt wird dann sogar der Vorwurf erhoben, die christliche Verankerung Europas sei mitschuldig an der Islamisierung unserer Lebensräume.
Angesichts der Geschichte des christlichen Abendlandes und dem damit untrennbaren Katholizismus ein schlicht ungerechter Vorwurf.
Am heutigen 7. Oktober erinnert die Kirche mit dem Rosenkranzfest an gleich zwei Sternstunden dieses Kampfes: Die legendäre Seeschlacht von Lepanto (vor Patras in Griechenland), in der die zahlenmässig völlig überlegenen muslimischen Truppen von den katholischen Flotten unter der Führung des Juan de Austria besiegt wurden. Und den Sieg der kaiserlichen Truppen unter Prinz Eugen von Syoyen in Oeterwardein in Ungarn.
Das Rosenkranzfest wurde von Papst Pius V. (Papst 1566–1572) als Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Siege gestiftet, der damit seinen Dank für den Sieg der christlichen Flotte in der Seeschlacht von Lepanto 1571 ausdrücken wollte. Es wurde am ersten Sonntag im Oktober begangen. Schon 1573 wurde es von Papst Gregor XIII. in Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz umbenannt.
Im Jahre 1716, nach dem Sieg der kaiserlichen Truppen unter dem Kommando des Prinzen Eugen von Savoyen, einem der bedeutendsten Feldherren des Habsburgerreiches, über das osmanische Reich in der Schlacht von Peterwardein in Ungarn, nahm man das Fest in den Römischen Kalender auf. Im Jahr 1913 legte man es auf den 7. Oktober fest.
Durch die Entscheidung bei Lepanto konnte die Macht des türkischen Sultans zur See auf das östliche Mittelmeer beschränkt werden und der Mythos der Unbesiegbarkeit der türkischen Flotte war zerstört. Als Dank an die himmlische Königin führte Pius V. den Tag des Sieges als hohen Festtag „Gedächtnis Unserer Lieben Frau vom Sieg“ ein. In der Lauretanischen Litanei ließ der gleichnamige Papst fortan Maria unter dem Titel „Hilfe der Christen“ anrufen. Bereits im Jahr 1573 bestimmte Papst Gregor XIII., dass dieser Tag zukünftig am ersten Sonntag des Oktobers als „Rosenkranzfest“ zu begehen sei. So wurde dieser Siegestag als „Maria-Sieg-Fest“ in den liturgischen Kalender der Kirche aufgenommen und bald in „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ umbenannt.
Selbst weltliche Autoritäten schrieben diesen Sieg von Lepanto unserer himmlischen Herrin und dem Rosenkranzgebet zu. So liess die Seemacht Venedig am Palast des Dogen ein großes Gemälde der Schlacht anbringen, versehen mit den Worten: „Weder Macht noch Waffen und Führer, sondern Maria vom Rosenkranz hat uns zum Sieg verholfen!“.



