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Der Camerlengo nimmt dem Verstorbenen Papst Franziskus den Fischerring am 21. April ab und zerstört ihn erst heute, am 6. Mai.

Zu den bekanntesten Ritualen um den Tod eines Papstes gehört die Zerstörung des Fischerrings. Der goldene Ring ist eines der zentralen Insignien päpstlicher Vollmacht. Mit seinem Tod werden der Ring und das Siegel für päpstliche Dokumente vernichtet. Für wenige Tage steigt der Camerlengo, zu Deutsch Kämmerer, in dieser Zeit zu einem der mächtigsten Männer im Vatikan auf.
Zuvor hat der Camerlengo dem Papst seinen Ring in der Privatkapelle nach der offiziellen Feststellung des Todes abgenommen (Ostermontag, 21. April 2025) erst aber heute (6. Mai 2025) vernichtet. Bei den Generalkongregationen zerschlägt der Camerlengo beides vor den Augen der Kardinäle. Ausdrücklich erkennt die Ordnung für die Sedisvakanz und Papstwahl, die Apostolische Konstitution Universi Dominici gregis, den Generalkongregationen die Aufgabe zu, darüber zu wachen: „Sie sollen dafür sorgen, dass der Fischerring und das Bleisiegel, mit denen die Apostolischen Schreiben versehen werden, vernichtet werden“, heisst es in Artikel 13.
Heute Morgen, Dienstag, 6. Mai, fand die zwölfte Generalkongregation der im Vatikan versammelten Kardinäle zur Vorbereitung des nächsten Konklaves statt. Die Versammlung, die den Mitgliedern des Kardinalskollegiums vorbehalten war, begann mit einem Gebet und war Schauplatz einer umfassenden Diskussion über die wichtigsten kirchlichen und internationalen Themen.

Obwohl Kardinal Giovanni Battista Re die Kardinäle umgehend nach Rom berief und am Tag nach dem Tod von Papst Franziskus mit den Generalkongregationen begann, erfolgte die Annullierung des Fischerrings und des Bleisiegels erst heute Morgen – mit schuldhafter Verzögerung – in Anwesenheit des in der Neuen Synodenaula versammelten Kardinalskollegiums. Das wirft Fragen auf. Eine höchst symbolische und kanonische Geste, die ausdrücklich in der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregis vorgesehen ist. Diese verlangt von den Kardinälen, „in einer der unmittelbar darauf folgenden Kongregationen“ „die dringendsten Entscheidungen zu treffen, um die Wahlvorgänge einzuleiten“, einschließlich der Aufhebung der offiziellen Instrumente der Macht Petrus. Doch entgegen dem Buchstaben und vor allem dem Geist der Norm haben der Dekan und der Camerlengo beschlossen, diesen Akt bis zur letzten Kongregation zu verschieben. Eine Entscheidung, die mehr als eine Frage aufwirft.

Für wenige Tage steigt der Camerlengo, zu Deutsch Kämmerer, in dieser Zeit zu einem der mächtigsten Männer im Vatikan auf. Denn mit dem Tod des Papstes treten alle Leiter der Vatikanbehörden geschlossen zurück. Bis zur Wahl des Nachfolgers übernimmt der Camerlengo die Verwaltung der Kirche und der päpstlichen Paläste. Während der sogenannten Sedisvakanz, der Zeit ohne Papst, trägt er die Verantwortung für die Verwaltung des Kirchenvermögens und übernimmt zentrale Aufgaben des Heiligen Stuhls – bis ein neuer Papst gewählt ist.

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