In der Nähe des Polarkreises findet sich Norwegens einzigartige Einrichtung zur Bewahrung der Geschichte. In Mo i Rana, einer Stadt bekannt für ihre Stahlproduktion, widmet sich die Nationalbibliothek Norwegens der Digitalisierung eines immensen Bestands an Dokumenten. Dieses Projekt ähnelt einer industriellen Fertigung, jedoch steht hier das Sammeln und Erhalten von Wissen im Mittelpunkt.
Die Methode der Digitalisierung in der Nationalbibliothek ist bemerkenswert. In automatisierten Hochregallagern werden jährlich eine Million Dokumente gescannt. Die eingesetzten Scanner sind von beeindruckender Größe, vergleichbar mit industriellen Maschinen, und ermöglichen die umfassende Digitalisierung von Texten, die weit über das hinausgeht, was ein einzelner Mensch bewältigen könnte.
Bis heute hat die Bibliothek bereits 90 Prozent aller norwegischen Bücher digitalisiert. Auch 80 Prozent der Zeitungen und nahezu alle Radioprogramme sind mittlerweile in digitaler Form verfügbar. Diese Initiative stellt sicher, dass ein Großteil der norwegischen Kultur und Geschichte für zukünftige Generationen zugänglich bleibt und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Forschung in den Geisteswissenschaften.
Die Digitalisierung in Mo i Rana zeigt, wie moderne Technologien genutzt werden können, um das historische Erbe eines Landes zu bewahren. Sie bietet Forschern weltweit die Möglichkeit, auf eine Fülle von Informationen zuzugreifen, die sonst nur schwer zugänglich wären, und trägt dazu bei, das kulturelle Gedächtnis Norwegens zu erhalten.



