Neue Studien deuten darauf hin, dass ein Vulkanausbruch möglicherweise indirekt zur verheerenden Pestepidemie im Mittelalter beigetragen hat. Diese Naturkatastrophe könnte einen Kälteeinbruch und damit verbundene Ernteausfälle verursacht haben, was schließlich zu Hungersnöten führte. Um die Not zu lindern, importierten italienische Häfen Getreide aus der Schwarzmeerregion, wobei ungewollt auch die Pest eingeschleppt wurde.
Der Ausbruch der Pest, auch bekannt als der „Schwarze Tod“, war eine der verheerendsten Epidemien in der Geschichte Europas. Zwischen 1347 und 1353 fielen dieser Seuche Millionen Menschen zum Opfer, was nahezu die Hälfte der europäischen Bevölkerung auslöschte. Die Ursache war das Bakterium Yersinia pestis, das sich von Zentralasien aus verbreitete. Über den Mittelmeerraum breitete sich die Krankheit mithilfe von Flöhen und Läusen rasch über den Kontinent aus.
Ein Team von Wissenschaftlern, darunter Ulf Büntgen von der University of Cambridge, untersucht die genauen Umstände und Ursachen dieser Epidemie. Sie fragen sich, warum die Pest gerade zu dieser Zeit und an diesem Ort auftrat. Trotz umfangreicher historischer Aufzeichnungen bleibt der Grund für den spezifischen Zeitpunkt des Ausbruchs unklar.
Um dieser Frage nachzugehen, durchforschten Büntgen und sein Kollege Martin Bauch historische Dokumente und Klimadaten. Sie analysierten unter anderem Baumringdaten, um klimatische Veränderungen zu identifizieren, die möglicherweise zu den Ereignissen geführt haben. Die Ergebnisse ihrer Forschung könnten neue Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Naturkatastrophen und historischen Epidemien liefern.



