Erneut hatte der Vatikan schriftlich bekräftigt und sich gegen die Predigt und Taufen durch Laien in katholischen Gottesdiensten ausgesprochen. Die Predigt nach dem Evangelium in der Eucharistiefeier bleibe Priestern und Diakonen vorbehalten. In einem Brief, vom 30. März, erteilte das vatikanische Amt für Gottesdienste und Sakramente entsprechenden Reformforderungen eine Absage: Frauen und nicht zum Priester geweihten Männern sei es weiterhin nicht gestattet, in Gottesdiensten mit Kommunion und in Eucharistiefeiern zu predigen.
Brief aus dem Dikasterium für Gottesdienste
Das von dem Leiter der Gottesdienstbehörde, Kardinal Arthur Roche, unterzeichnete Schreiben stellt sich auch gegen die regelmässige Spendung des Taufsakraments durch Laien: Dies sei nur in Ausnahmefällen möglich, etwa wenn ein „ordentlicher Amtsträger“ (Priester) nicht innerhalb eines Monats erreicht werden könne. Diese Umstände „scheinen in keiner Diözese im Deutschsprachigenraum vorzuliegen, wenn man die Daten des Päpstlichen Jahrbuchs über die zur Verfügung stehenden Kleriker zugrunde legt“.
Roche weist in seinem Brief ausserdem darauf hin, dass in der 2006 von seiner Behörde genehmigten deutschsprachigen Ausgabe der Taufliturgie der im lateinischen Original enthaltene Abschnitt über die Kindertaufe bei Abwesenheit eines Priesters oder Diakons nicht aufgenommen wurde, „da im Deutschsprachigenraum die Bedingungen der Notwendigkeit, die in Missionsländern oder Ländern der jüngsten Evangelisierung häufiger vorkommen, nicht für gegeben hielt“. Daher gebe es keinen genehmigten deutschsprachigen Ritus für die Feier der Taufe, der von einem ausserordentlichen Spender(=Laien) durchgeführt wird.



