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Vatikan rügt Schweizer Bischöfe

Der Heilige Stuhl hat mehrere Bischöfe wegen ihres Umgangs mit Missbrauchsfällen kritisiert. Um ein Strafverfahren zu eröffnen, scheinen die Fehler aber nicht schwerwiegend genug zu sein.

Von einem Strafverfahren werde man aber aus unbekannten Gründen jedoch absehen. Seitens der Schweizer Bischöfe heisst es, dass man die Versäumnisse zutiefst bedauere. Ohne Konseqzenzen heisst also weiter so.

1002 Fälle sexueller Misshandlungen, über 900 Betroffene und über 500 Beschuldigte: Diese Zahlen gehen aus einer Studie der Universität Zürich zum Thema «Sexueller Missbrauch im Umfeld der katholischen Kirche» hervor.

Auslöser war ein Voruntersuch zu Missbrauchsfällen in der Schweizer Kirche.

Der Vatikan klopft mehreren Schweizer Bischöfen im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen auf die Finger. Unter anderem mit Verweis auf die Vertuschung von Straftaten seien «Fehler, Versäumnisse und Unterlassungen» festgestellt worden, heisst es seitens des sogenannten Dikasteriums. Die administrative Abteilung des Vatikans ist eine Art Schiedsstelle der römisch-katholischen Kirche.

Wie der Vatikan festhält, haben Schweizer Bischöfe also teils unbewusst, teils bewusst Fehler im Umgang mit den Hunderten Missbrauchsfällen begangen, die allein in der Schweiz registriert wurden. Das Fehlverhalten sei aber nicht schwerwiegend genug, um ein kircheninternes Strafverfahren zu eröffnen, urteilt das Dikasterium nun.

Abt nach Missbrauchs-Vorwürfen zurückgetreten
Im Juni 2023 hatte der Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain den Auftrag erhalten, eine Voruntersuchung zu den Vorwürfen gegen mehrere Schweizer Bischöfe durchzuführen. Ein prominentes Beispiel ist der Abt von Saint-Maurice, Jean Scarcella, der im September 2023 sein Amt niederlegte. Der Schritt erfolgte laut Scarcella, dem sexueller Missbrauch und Vertuschung vorgeworfen werden, um die «Unabhängigkeit der Ermittlungen zu gewährleisten». Bonnemains Erkenntnisse wurden anfangs Jahr an den Vatikan übergeben, der die Auswertung jetzt abgeschlossen hat.

Seitens der Schweizer Bischöfe heisst es in einer Antwort, dass man die Fehler zutiefst bedaure. Trotzdem dürfte der Entscheid des Vatikans, trotz der Vorwürfe keine Strafuntersuchungen zu lancieren, für Missbrauchsopfer ein niederschmetternder Entscheid sein.

Über 1000 Fälle in der Schweiz
Laut einer 2023 veröffentlichten Studie der Universität Zürich wurden seit 1950 in der Schweiz mehr als 1000 Fälle von Missbrauch durch Pfarrer, Bischöfe und andere Ordensangehörige registriert, wobei die Dunkelziffer noch deutlich höher liegen dürfte. Auch international sieht sich die römisch-katholische Kirche in mehreren Ländern mit Tausenden Missbrauchsvorwürfen konfrontiert.

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