Die eritreisch-orthodoxe Gemeinde beginnt mit dem Bau einer neuen Kirche in Lausanne. Protestantische und katholische Kirchen planen den Verkauf ihrer Kirchen. Von wohlverstandener Ökumene ist hier keine Spur. Dies bleibt jedoch nur eine Theorie, da die Landeskirchen in der Praxis lieber Millionen aus der katholischen Kirchensteuer wie in Zürich den Muslimen zukommen lassen, als die eine christliche Kirchgemeinde einer anderen christlichen Kirchengemeinde zu helfen vermag. Das Paradox der missverstandenen Ökumene oder die bewusste Zerstörung des Christentums?
Am 1. Dezember findet die Grundsteinlegung für die neue eritreisch-orthodoxe Kirche in Lausanne statt. Ein wichtiges Ereignis für diese Religionsgemeinschaft, die in den letzten zehn Jahren stark gewachsen ist.
Die Gläubigen der eritreisch-orthodoxen Gemeinschaft in der Region Lausanne feiern seit vielen Jahren ihre Gottesdienste in der protestantischen Kirche des Lausanner Quartiers Chailly. Mit ihren normalerweise 300 Gottesdienstbesuchenden – und bei den grossen jährlichen Versammlungen rund 500 – wurde es dort etwas eng.
Die Gemeinschaft erwarb 2022 das Gelände des ehemaligen Vivariums in Lausanne, das seit Jahren brachlag, mit dem Plan, dort eine neue Kirche zu bauen. Dieses Projekt wurde von Virgile Rochat, dem ehemaligen Pastor in Chailly, unterstützt. Der Bau des Gebäudes beginnt am 1. Dezember.
Ein Raum für Kult und Kultur
Die eritreisch-orthodoxen Gläubigen werden somit ab nächstem Jahr über einen Raum für Feiern, Begegnungen und Austausch verfügen, der der Grösse ihrer Gemeinschaft und ihren festlichen Bräuchen angepasst ist. Die Idee ist, ihnen die Möglichkeit zu geben, nicht nur ihre kultische Tradition, sondern auch ihre Sprache und ihre Bräuche zu pflegen.
«Das Ziel ist nicht, ein Ghetto zu errichten, sondern den Kulturschock, der diese Bevölkerungsgruppen trifft, abzufedern und so mögliche Schwierigkeiten zu vermeiden, die durch eine zu schnelle und schlecht erlebte Entwurzelung entstehen könnten», erklärt der Vorstand der eritreisch-orthodoxen Tewahdo-Kirche auf der Website der Kirche. Das Projekt weist somit einen Aspekt der sozialen Prävention und Integration auf.
Oben Sakralraum, unten Kulturzentrum mit Küche
Die Kirche ist in West-Ost-Richtung ausgerichtet und besteht aus einem Obergeschoss, das den Vorraum, ein Kirchenschiff mit etwa 250 Sitzplätzen, einen Altarraum und eine Sakristei umfasst. Das Untergeschoss wird einem Kulturzentrum ähneln, mit einer Küche und einem grossen Saal, der durch mobile Trennwände unterteilt werden kann.
Laute Gottesdienste am Stadtrand
Diakon Million Elias ist Sekretär des Vorstands der Kirche. Bei der Lancierung des Projekts hatte er erklärt, warum der neue Standort für sie so wichtig war: «In Eritrea liegen die Kirchen oft etwas ausserhalb der Städte, damit wir die Gegenwart Gottes besser spüren können.» Die Gottesdienste ziehen viele Menschen an, werden von Musik begleitet und dauern lange. In Chailly habe man sich anpassen müssen.
Der neue Standort ist hingegen besser an die spezifischen Bedürfnisse der eritreisch-orthodoxen Gemeinschaft angepasst: Er liegt am Stadtrand von Lausanne, in der Nähe eines Flusses und eines Waldes. «Die eritreische Gemeinschaft kann hier ihre Liturgien feiern und ihre von Perkussion begleiteten Prozessionen in völliger Freiheit durchführen.]



