Samstag, Oktober 24, 2026
7.8 C
Zürich

75 Jahre Pfarrei Turgi: Ein Jubiläum ohne Versöhnung

Turgi, 30. Juni 2025 – Die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen der Pfarrei Turgi vom Pastoralraum Gebenstorf-Birmenstorf-Turgi am Sonntag, den 29. Juni, werfen Fragen auf. Während die Gemeinde an die Geschichte und das Erbe der Pfarrei zurückblickt, bleibt ein bitterer Beigeschmack: Das Jubiläum fand statt, ohne die nötige Auseinandersetzung mit offenen Konflikten, ungelösten rechtlichen Fragen und einer fehlenden Versöhnungsperspektive.

Besonders bemerkenswert ist, dass das Patrozinium an diesem Tag nicht dem eigentlichen Patron der Pfarrei, Christus König, entsprechend gefeiert wurde, sondern mit dem Fest von Peter und Paul – ein Zeichen für die Vernachlässigung der katholischen Tradition und liturgischen Regelungen. Doch nicht nur die Terminwahl lässt Fragen offen, sondern vor allem die Art und Weise, wie mit den jüngsten Kontroversen in der Kirchgemeinde umgegangen wurde.

„Die Botschaft des Evangeliums, die Versöhnung und Heilung fordert, scheint beim 75-jährigen Jubiläum gänzlich zu fehlen“, so ein Mitglied der Pfarrei. „Die Feier fand ohne Berücksichtigung derjenigen statt, die durch die Ereignisse der letzten Jahre Schaden erlitten haben. Ein Christentum, das auf Versöhnung setzt, sollte sich nicht nur an den Tätern orientieren, sondern auch an den Opfern.“

In den letzten Jahren war die Pfarrei Turgi immer wieder in den Fokus geraten – unter anderem durch ungelöste rechtliche Streitigkeiten und offene Fragen in Bezug auf Wiedergutmachung. Doch statt diese Themen in einem angemessenen Rahmen anzusprechen und der christlichen Aufforderung zur Versöhnung gerecht zu werden, wurde das Jubiläum ausschließlich als Fest für die Täter gefeiert.

Ein Blick auf die christliche Botschaft, wie sie in den Evangelien vermittelt wird, zeigt, dass Versöhnung und der aktive Dialog mit den Betroffenen zentrale Werte sind. „Wenn du dein Opfer darbringst und dein Bruder hat etwas gegen dich, dann gehe und versöhne dich zuerst mit ihm“, heisst es in Matthäus 5,23-24. Diese Lehre wurde in der Jubiläumsfeier nicht berücksichtigt.

„Es ist bedauerlich, dass das Jubiläum die Gelegenheit verpasste, ein echtes Zeichen der Versöhnung zu setzen“, erklärt ein weiteres Mitglied der Pfarrei. „Stattdessen wurden die Wunden, die noch immer in der Gemeinde bestehen, erneut übergangen. Dies ist nicht das christliche Vorbild, das wir uns wünschen.“

Die Pfarrei Turgi steht nun in der Verantwortung, den eingeschlagenen Kurs zu überdenken. Es ist an der Zeit, die Versöhnung mit den Opfern der Konflikte ernsthaft anzugehen und ein nachhaltiges Gespräch über die offene Aufarbeitung zu führen. Nur so kann die christliche Botschaft von Heilung und Versöhnung in der Gemeinde tatsächlich verankert werden.

Beliebt

USA: 31. Oktober 2026 – Seligsprechung von fünf im Jahre 1597 ermordeten Franziskanern

31. Oktober 2026 - Seligsprechung von fünf im Jahre 1597 ermordeten Franziskanern

Be not afraid. Evangelisierung der Jugend

Be not afraid. Evangelisierung der Jugend

Umdrehen und Lügen um positiv dazustehen

Umdrehen und Lügen um positiv dazustehen

DER HEILIGE STUHL UND DIE RITTERORDEN

DER HEILIGE STUHL UND DIE RITTERORDEN
spot_img

Relevante Artikel

Beliebte Themen

spot_imgspot_img