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Fussgängerübergänge mit Symbolen der LGBTQ+

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In Österreich sorgt eine ungewöhnliche Situation um Wiener Zebrastreifen für Aufsehen. Die christdemokratische Partei stellt sich gegen diese Massnahme und verteidigt herkömmliche Werte, da sie darin eine gezielte Verbreitung homoerotischer Botschaften sieht.

Wien ließ Fussgängerübergänge mit Symbolen der LGBTQ+-Gemeinschaft bemalen. Diese Aktion löst bei einigen Gruppen heftigen Widerspruch aus. Die Kritiker werfen den Verantwortlichen vor, den öffentlichen Raum für Vorstellungen zu nutzen, die viele Bürger ablehnen.

Die Christdemokraten betrachten das als Beispiel für marxistische Einflüsse, die sich hinter Begriffen wie Einbeziehung sowie Minderheitenrechten verbergen. In ihren Reihen wächst die Sorge vor einem Zerfall der gewohnten gesellschaftlichen Ordnung durch diese schleichenden Veränderungen.

Schweizer Bischofskonferenz führt Dialoge zu Missbrauch, Migration, Frauenrat anstatt.

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Die Schweizer Bischofskonferenz steht vor einem grundlegenden Spannungsfeld: Einerseits muss sie sich mit drängenden gesellschaftlichen und innerkirchlichen Fragen wie dem sexuellen Missbrauch, der Migration und der Rolle von Frauen in der Kirche auseinandersetzen. Andererseits wird ihr zunehmend vorgeworfen, darüber den eigentlichen Auftrag der Kirche zu vernachlässigen: die Verkündigung des Evangeliums und die missionarische Ansprache der Menschen in der Schweiz.

Diese Kritik ist nicht völlig von der Hand zu weisen. Die Aufarbeitung von Missbrauch ist unverzichtbar, ebenso der Schutz Betroffener und die Schaffung transparenter Strukturen. Auch Fragen der Migration und der Beteiligung von Frauen verdienen eine ernsthafte Behandlung. Solche Themen dürfen jedoch nicht zum Ersatz für eine klare geistliche Orientierung werden. Wenn kirchliche Gremien hauptsächlich auf gesellschaftliche Debatten reagieren, entsteht der Eindruck, die Kirche definiere sich nur noch über Organisationsfragen und politische Stellungnahmen.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob die Bischofskonferenz diese Themen behandeln soll, sondern ob sie dabei ihren zentralen Auftrag aus dem Blick verliert. Evangelisierung bedeutet nicht, gesellschaftliche Verantwortung abzulehnen. Sie verlangt vielmehr, soziale Fragen aus dem Glauben heraus zu deuten und zugleich verständlich, glaubwürdig und mutig von Christus zu sprechen. Eine Kirche, die Missbrauch aufarbeitet, Migranten begleitet und Frauen stärker beteiligt, muss auch erklären können, aus welcher Hoffnung und welchem Menschenbild heraus sie dies tut.

Die Krise der Kirche lässt sich deshalb nicht einfach durch „Ersatzthemen“ verschleiern. Sie besteht vor allem in einem Verlust an Glaubwürdigkeit, geistlicher Ausstrahlung und missionarischer Klarheit. Wenn die Schweizer Bischofskonferenz diesen Verlust überwinden will, braucht es beides: ehrliche Aufarbeitung und eine erneuerte Evangelisierung. Dazu gehören eine verständliche Verkündigung, tragfähige Gemeinden, geistliche Bildung, persönliche Zeugnisse und der Mut, den Glauben öffentlich zur Sprache zu bringen.

Nicht die Beschäftigung mit Missbrauch, Migration oder Frauenfragen ist das Problem. Problematisch wäre vielmehr eine Kirche, die diese Themen behandelt, ohne ihren geistlichen Mittelpunkt sichtbar zu machen. Die Schweizer Kirche braucht daher keine Ablenkung von der Krise, sondern eine offene Auseinandersetzung mit ihr – verbunden mit der Rückbesinnung auf ihren eigentlichen Auftrag, den Menschen in der Schweiz das Evangelium glaubwürdig und einladend zu verkünden.

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Grosses Pro-Life-Demo in Zürich überwacht

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Am 19. September 2026 fand der 16. Marsch fürs Läbe in Zürich statt. In diesem Jahr stand besonders die Perspektive von Männern im Mittelpunkt, die mit einer unerwarteten Schwangerschaft oder den Folgen einer Abtreibung konfrontiert sind.

In Zürich kam es diesbezüglich am Samstagnachmittag zu einem grossen Polizeiaufgebot, nachdem über 1000 Gegner der Abtreibung mit einer Gegendemonstration den „Marsch fürs Leben“ störten. Vermummte Personen auf Fahrrädern blockierten den Start des genehmigten Marsches und hinderten den Umzug, indem sie Strassen mit umgekippten Containern versperrten und Brände legten. Als die Polizei mehrfach erfolglos aufforderte, die Strassen freizugeben, setzte sie Wasserwerfer ein.

Der Marktplatz in Zürich-Oerlikon diente als Sammelpunkt für den diesjährigen Marsch, der unter dem Motto „Together for Life!“ stand und mit Sichtschutz abgesperrt war. Dort hielt unter anderem der Freiburger SVP-Nationalrat Nicolas Kolly eine Rede.

Die „Pro Life“-Kundgebung wurde wegen angekündigter Gegendemonstrationen von linken Gruppen von einem großen Polizeiaufgebot begleitet. Zwei Wasserwerfer standen bereit, und die Polizei führte im Umfeld der Veranstaltung mehrere Kontrollen durch.

Am Abend teilte die Stadtpolizei Zürich mit, dass gegen Personen, die Flaschen warfen, Gummischrot eingesetzt wurde. Zusätzlich wurden laut einem Kommuniqué zwei Personen wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte vorläufig festgenommen und zur weiteren Befragung gebracht.

180. Jahrestag der Marienerscheinung von La Salette – 19. September 2026

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Die weinende Gottesmutter und Ihre Botschaft der Busse, Umkehr und Versöhnung

Es ist der 19. Sep­tem­ber 1846. Auf einer ein­sa­men Alp über La Salet­te hüten zwei Kin­der aus Corps, der 11-jäh­ri­ge Maxi­min Giraud und die 15-jäh­ri­ge Mela­nie Cal­vat, ihre Kuh­her­den. Plötz­lich erbli­cken sie in der klei­nen Mul­de eine Feu­er­ku­gel, die leuch­tet wie die Son­ne, und eine frau­li­che Gestalt, die auf einem Stein­block sitzt, das Gesicht in den Hän­den ver­gra­ben hält – und weint. Dann steht sie auf, geht eini­ge Schrit­te auf die Kin­der zu und die­se ihrer­seits kom­men den Hang her­un­ter und tre­ten ganz nahe her­an. So kön­nen sie die Gestalt genau sehen. Sie ist gross und strahlt in hel­lem Licht. Sie trägt ein lan­ges, wei­ßes Gewand, eine gold­gel­be Schür­ze, ein Hals­tuch und eine ein­fa­che Hau­be. Auf ihrem Haupt leuch­tet ein Dia­dem und auf ihrer Brust ein Kreuz mit Ham­mer und Zan­ge auf dem Quer­bal­ken. Aller Licht­glanz geht von die­sem Kreuz aus. Wer ist sie? 

„Schöne Frau“ – so beschrieben Melanie Calvat und Maximin Giraud Maria, die ihnen eines Nachmittags am Rande einer Weide oberhalb des Alpendorfs La Salette erschien, wo sie ihre Schafe hüteten. Obwohl die jugendlichen Hirten nicht wussten, wer diese Gestalt war, und die Situation selbst recht dramatisch war – die Botschaft, die sie vernahmen, sprach von der dringenden Notwendigkeit der Umkehr und den dramatischen Folgen der Sünde –, sprachen sie in ihren Berichten immer wieder von der überirdischen Schönheit der weinenden Frau. Heute, 180 Jahre nach diesem Ereignis, sind sowohl die Botschaft der Muttergottes – die sich scheinbar an die Menschen in Frankreich richtete, die sich in der moralischen und wirtschaftlichen Krise der Mitte des 19. Jahrhunderts befanden – als auch die Erfahrung ihrer Schönheit von bemerkenswerter Aktualität. Dies erleben auch die Pilger, die das Heiligtum in La Salette besuchen und dort seit einigen Jahren von Pater Zbigniew Cybulski, einem Missionar des Salette-Ordens, empfangen werden.

Das Bedürfnis nach Konversion und das Fehlen von Begegnungen

„In La Salette rief Maria zur Umkehr auf, und auch heute noch sehen wir, wie dringend sie in einer verlorenen Welt nötig ist“, sagt der Kaplan. „Heute wie damals vermisst die Welt, die Gott ‚verlassen‘ hat und meint, ohne ihn leben zu können, ihn in Wirklichkeit. Die Muttergottes sprach zu den Kindern darüber und nutzte dabei konkrete Beispiele aus ihrer Umgebung. Sie sprach von den verdorbenen Ernten, Kartoffeln und Trauben in dieser Gegend und zeigte ihnen, dass der Verlust des Glaubens bedeutet, dass unsere Bemühungen fruchtlos bleiben.“ Der Priester betont, dass Marias Einladung, unter anderem an sich selbst zu arbeiten, zu beten, auch wenn es schwerfällt, und einen oberflächlichen Lebensstil aufzugeben, auch heute noch der spirituellen Leere begegnet und zu einer Lebensveränderung führt.

Pater Cybulski sagt außerdem, dass die Begegnungen mit den Pilgern zeigen, wie sehr La Salette noch immer jene Schönheit ausstrahlt, an die sich die jugendlichen Hirten bei ihrer Begegnung mit der Schönen Frau erinnerten. „Deshalb ist es für mich ein bewegendes Erlebnis, den Pilgern von den Ereignissen in La Salette zu berichten. Sie reagieren oft begeistert, wenn sie von der Erscheinung hören. Und wenn ich Gruppen segne, die von hier abreisen, sehe ich, dass sie immer ein Gefühl der Unzufriedenheit verspüren – genau wie beim Abschied vom Zuhause einer geliebten Mutter“, sagt er.

Die Marienstatue am Erscheinungsort in La Salette (Foto aus dem Archiv )

Die Marienstatue am Erscheinungsort in La Salette (Foto aus dem Archiv la Salette)

Das Charisma der Versöhnung

Unsere Liebe Frau von La Salette, von den ersten Pilgern die Versöhnerin der Sünder genannt, erschien mit einem Kreuz, an dessen Armen Hammer und Zange prangten – die Werkzeuge des Leidens Christi, zugleich aber auch Symbole der Buße und Versöhnung, die das Charisma der Missionare von La Salette prägen. Diese Ordensgemeinschaft wurde gegründet, um die Botschaft Unserer Lieben Frau von La Salette in die Welt zu tragen. Die wachsende Zahl derer, die in den letzten Jahren im Alpenheiligtum die Beichte suchen, ist Teil der spirituellen Erneuerung, die seit einigen Jahren in Frankreich und anderen westlichen Ländern zu beobachten ist. „Viele dieser Menschen berichten, dass sie jahrelang nicht gebeichtet haben oder dass in ihren Pfarreien sogenannte ‚Kollektivabsolutionen‘ praktiziert wurden“, so der polnische Kaplan. „Maria begann ihre Botschaft mit den Worten ‚Kommt näher, meine Kinder, fürchtet euch nicht‘, und diese Worte werden in den Herzen vieler Menschen gehört, die heute nach La Salette kommen. Und der Frieden, den sie hier erfahren, ist auch eine Antwort auf die Versöhnung, die heute in Familien und Gesellschaften so dringend benötigt wird.“

Nicht nur Christen

Auf die Frage nach der Anzahl der Pilger, die jährlich das höchstgelegene Bergheiligtum der Welt besuchen, erklärt Pater Cybulski, dass genaue Zahlen schwer zu ermitteln seien, da neben denjenigen, die ihre Ankunft registrieren, viele Menschen La Salette auch bei Bergwanderungen finden. „Sie kommen als Touristen, aber am Ort der Erscheinung werden auch sie von Gott berührt und reisen als Pilger ab“, sagt er. Dennoch sprechen wir sicherlich von Hunderttausenden.

Die malerische Basilika mit den Fresken von Arcabas und der Ort der Marienerscheinung, umgeben von einem Panoramablick auf die Dauphiné-Alpen, ziehen nicht nur Katholiken an. „Wir sehen hier auch muslimische Frauen mit traditionellen Kopftüchern“, erklärt der Priester. Im vergangenen Jahr kamen die meisten Pilgergruppen nach La Salette aus Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt. Derzeit erschwert der Konflikt im Nahen Osten Reisen für Indonesier nach Europa, weshalb Gruppen aus Polen bei den organisierten Pilgerreisen führend sind.

Heiligtum Unserer Lieben Frau von La Salette (Foto aus dem Archiv)

Heiligtum Unserer Lieben Frau von La Salette (Foto aus dem Archiv la Salette)

„Wir haben Pilger aus aller Welt hier. Aus Europa, den Vereinigten Staaten, Lateinamerika… Viele von ihnen sind ältere Menschen, die auch die Krankensalbung empfangen. Aber auch Pfadfinder, Jugendgruppen und Familien mit Kindern kommen. Es gibt viele Pilger aus der Ukraine, die seit Kriegsbeginn unaufhörlich für den Frieden hier beten“, zählt der Salesianer auf. „Wir sehen, wie Menschen aus Konfliktgebieten hier in freundschaftlichem Kontakt zueinanderfinden. Wie Menschen, die einfach nur in den Bergen wandern wollten, hier die Stimme Mariens hören, die sie zu Gott führt.“ 

Am 19. September finden die Hauptfeierlichkeiten zum Jahrestag in La Salette unter der Leitung von Bischof Jean-Marc Eychenne, Bischof des Bistums Grenoble-Vienne, statt. Die spirituelle Vorbereitung auf die Feierlichkeiten ist mit dem Gebet für den ersten Papstbesuch in Frankreich seit 18 Jahren verbunden. „Dieses Land braucht heute dringend Trost und Stärkung“, sagt Pater Cybulski. „Deshalb erwarten wir diese Ereignisse mit Glauben und Hoffnung.“ 

„Geistlicher Missbrauch“: Ein Kulturkampf der Neuzeit – und ein Geschäft für freimaurerische Kanzleien?

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„Geistlicher Missbrauch“: Ein Kulturkampf der Neuzeit – und ein Geschäft für freimaurerische Kanzleien?

Man darf das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Aber man muss endlich fragen dürfen, warum ausgerechnet jetzt, unter dem neuen Papst, der Begriff „geistlicher Missbrauch“ wie ein Keil durch die Kirche getrieben wird. Kein präziser Rechtsbegriff, keine theologische Definition, keine klare Abgrenzung – und dennoch ein Dreh- und Angelpunkt unzähliger Prozesse, Gutachten und Kampagnen.

Was ist „geistlicher Missbrauch“? Ein unangenehmes Wort eines Beichtvaters? Eine zu strenge Regel im Kloster? Ein abgelehnter Exorzismus? Ein Abt, der seine Novizen nicht an das Smartphone lässt? Ja, alles kann darunterfallen. Und genau das ist die eigentliche Absicht: Ein dehnbarer Begriff wird zur Waffe gemacht, mit der man jede geistliche Autorität unter Verdacht stellen kann – ohne je eine Beweislast tragen zu müssen.

Wer profitiert von diesem Vakuum?

Antwort: Ein ganzes Industry-Netzwerk aus Beratern, Gutachtern und Anwaltskanzleien. Und wer in diesen Kreisen schon einmal genauer hingesehen hat, der stößt unweigerlich auf ein altes, verschwiegenes Netzwerk: die liberalakulturell einflussreichen Logenstrukturen, die im Gewand moderner Rechtsberatung auftreten. Man mag das für Verschwörungstheorie halten. Man darf es aber getrost auch einmal eine geschichtliche Lektion nennen.


Die Freimaurer-Parallele: P2 als Mahnung

Wir müssen nicht ins Blaue behaupten. Wir können ein konkretes, öffentlich dokumentiertes Fallbeispiel anführen: die Loge P2 in Italien. Diese Freimaurerloge war kein harmloser Debattierzirkel. Sie unterwanderte Regierung, Militär und Justiz. Von ihrer Zentrale in Propaganda Due aus wurden Minister, Generäle, aber auch Richter und Journalisten in ein geheimes Machtnetz eingebunden. Die Aufdeckung in den 1980er Jahren erschütterte die Republik und den Vatikan.

Was lehrt uns P2?

Sie zeigt uns: Die humanistische Fassade einer Loge ist nicht immer harmlos. Wo Juristen, Publizisten und hohe Staatsbeamte im Hintergrund gemeinsame Sache machen, wird aus klassischer Interessenpolitik eine unsichtbare Systemsteuerung. Freimaurer haben traditionell kein Interesse an einer Kirche, die mit Dogma und Papst ernst macht. Ihre Ideologie ist die Aufklärung gegen die Autorität. Wer das leugnet, hat die Geschichte nicht gelesen.

Heute sieht man keine Loge P2 mehr. Man sieht „Nominierungsbüros“, „Mediationsstellen“, „unabhängige Aufarbeitungskommissionen“ und – vor allem – teure Anwaltskanzleien.


Der grosse Missbrauchsmarkt: Ein Fallbeispiel

Muss ich den Namen nennen, den alle kennen? Westpfahl Spilker Wastl – jene Kanzlei, die in Deutschland mit kirchlichen Missbrauchsgutachten Millionenumsätze erzielt. Öffentlich bekannt ist: Das Münchner Gutachten, das Erzbischöfe stürzte und den Papst beschäftigte, wurde von dieser Anwaltskanzlei verantwortet. Anwaltskanzleien sind keine Wohltätigkeitsvereine. Sie kalkulieren. Sie suchen Auftraggeber. Und sie haben in der katholischen Kirche den Kunden gefunden, der immer zahlt. Auch in der Schweiz machen Anwaltskanzleien Geld mit den Missbrauchsfällen, egal dass zu 99% es um verjährte Fälle geht. Ab 1. September 2026 übernahm Rechtsanwalt Michael Daphinoff der Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard die Aufgabe der unabhängigen Meldestelle des reichsten Schweizer Bistums Basel.

Durchgesickert sind Honorare im zweistelligen und teils dreistelligen Millionenbereich, wenn man alle Gutachten, Prozesse und Beraterverträge der deutschen Diözesen zusammenzählt. Das berichten seriöse Quellen wie „Süddeutsche Zeitung“, „Zeit“ oder kirchliche Nachrichtenagenturen.

Und was hat das mit „geistlichem Missbrauch“ zu tun?

Ganz einfach: Der Begriff ist vage genug, um in jedes Gutachten und jede Rechnung zu passen. Ein strenger Priester wird zum „Sonderfall geistlicher Abhängigkeit“. Harmlose Exerzitienpraxis wird zur „Manipulation“. Wer keine juristische Definition vorlegt, kann freier erfinden – und freier abrechnen.


Ein empörender Fall, an dem niemand vorbeikommt

Man muss kein Freund der Kirche sein, um ins Grübeln zu kommen. Aber wenn öffentlich berichtet wird, dass eine einzelne Betroffene von einem psychologischen Gutachter über 15 Jahre begleitet wird und das Verfahren quälend langsam läuft – dann darf man doch fragen: Warum dauert die „Heilungsarbeit“ eigentlich so lange, bis die Stunde des Anwalts kommt?

Nehmen wir ein fiktives, aber im Kern ganz realistisches Szenario, das in zahlreichen Berichten und Reportagen von Betroffenen anklingt:

Eine Ordensfrau erlebt seelischen Druck. Während ihrer Ausbildung wird sie von einem geistlichen Begleiter zu ungewöhnlich langem Fasten und Schweigen angehalten. Sie fühlt sich eingeschüchtert. Das ist ein reales, schweres Unrecht. Aber statt seelsorgliche Klärung wird eine Anwaltskanzlei eingeschaltet. Der Fall wandert in ein juristisches Szenario: Wer hat geschwiegen? Wer hat geschrieben? Warum wurde nichts aktenkundig? Es werden Dokumente gesichtet, Gutachten angefertigt, Fragen geschrieben, die niemand beantworten kann. Nach Jahren stecken immense Kosten im Fall – und die betroffene Frau hat längst keinen geistlichen Begleiter mehr, sondern nur noch eine Aktennummer.

Diese Dynamik findet nicht nur in der Kirche statt. Sie findet in jedem Fall statt, in dem Anwälte das Leiden zu einem Fall machen. „Geistlicher Missbrauch“ ist damit nicht nur ein religiöser Begriff, sondern ein wirtschaftlicher Standortfaktor für die juristische Branche geworden.


Geistlicher Missbrauch oder gezielter Kulturkampf der Neuzeit?

Wir werden uns an den Gedanken gewöhnen müssen: Der Kampf gegen „geistlichen Missbrauch“ ist heute zugleich ein Kampf gegen die geistliche Autorität an sich. Wer einem Priester jede intensive Seelsorge verwehrt, weil sie gefährlich sein könnte, wer jeder geistlichen Regel einen Missbrauchsvorwurf entgegenhält, der macht die Kirche mundtot.

Das Muster ist in der Kulturgeschichte nicht neu. Es ist der Kulturkampf der Neuzeit, der hier auf die alten Mauern der Kirchenbauten trifft.

  • Zuerst werden die Begriffe besetzt.
  • Dann werden die Strukturen infiltriert.
  • Und am Ende wird das Kirchenrecht durch staatliche Beratergremien ersetzt, die nichts anderes im Sinn haben, als das katholische Lehramt auf die Anklagebank zu setzen.

Der Konflikt ist offen da: Römisch-katholisch ist die Kirche genau dann, wenn sie mit Gott, Wahrheit und Erlösung Ernst macht. Liberale Anwaltsnetzwerke können diese Sprache – bei allem Respekt vor einzelnen Christen unter ihnen – in ihrer Tiefe nicht wollen. Ihnen ist die Kirche als gesellschaftliche Störung ein Dorn im Auge.

Und deshalb wäre es naiv zu glauben, der „geistliche Missbrauch“ sei nur ein seelsorgerlicher Notruf. Er ist auch ein Angriffsmittel des Kulturkampfs der Neuzeit gegen all jene, die noch glauben, Glaubensgehorsam sei keine Straftat, sondern eine Tugend.


Was jetzt zu fordern ist – unmissverständlich

Wer wirklich den Missbrauch verhindern will, muss klare Kriterien schaffen und nicht immer neue Interpretationsmöglichkeiten öffnen. Konkret:

  1. Der Heilige Stuhl muss eine klare Definition vorlegen: Was genau ist „geistlicher Missbrauch“? Wo beginnt seelische Grausamkeit im Religiösen? Wo hört berechtigte Erziehungs- oder Seelsorgeautorität auf? Ohne Definition bleibt der Begriff ein Schlachtfeld.
  2. Wer Gutachten und Prozesse im kirchlichen Bereich verantwortet, muss seine Unabhängigkeit durch Offenlegung seiner Verbindungen beweisen: Mitgliedschaft in weltanschaulichen Vereinigungen wie Freimaurerlogen, politischen Zirkeln und Lobbygruppen muss ausgeschlossen sein.
  3. Die Bezahlung von Anwaltskanzleien im kirchlichen Missbrauchsbereich muss gedeckelt werden: Niemand darf mit dem Leid der Menschen unbegrenzte Profite scheffeln.
  4. Opferschutz vor Kanzleischutz: Statt erst teure Gutachten zu beauftragen, braucht es unabhängige kirchliche Anlaufstellen mit echter seelsorglicher Kompetenz – nicht mit anwaltlicher Claims-Abteilung.
  5. Rechtsschutz für Beschuldigte: Bis zur finalen Klärung gelten die Unschuldsvermutung und der Schutz der Person. Wer heute öffentlich an den Pranger gestellt wird, verliert alles – auch wenn er später freigesprochen wird. Auch das ist ein Missbrauch: Medienjustiz.

Nicht den Schmerz instrumentalisieren

Ja, es gibt geistlichen Missbrauch. Er ist eine Sünde, eine seelische Verletzung, ein Verrat am Evangelium. Aber jeder echte Missbrauchsfall verlangt nach Gerechtigkeit, nicht nach Politik. Und solange der Einsatz gegen den Missbrauch zugleich ein Geschäftsmodell und ein Kampfmittel des Kulturkampfs der Neuzeit bleibt, solange wird er die Kirche nicht heilen – er wird sie spalten.

Man muss kein Freund der Freimaurer sein, um zu erkennen, wohin dieser Weg führen soll: in eine Kirche ohne Autorität, ohne Dogma, ohne Papst, ohne Mut.

Doch die Geschichte der Kirche kennt viele Angriffe von aussen und von innen. Sie hat alle überlebt. Auch diesen.

Victoria Polonia Viennensis – Als Polen Europa rettete

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Ein historischer Beitrag aus nichtideologischer Perspektive über den 12. September 1683

Es gibt Tage in der Geschichte, an denen das Schicksal eines ganzen Kontinents auf den Schultern einer einzigen Nation ruht. Der 12. September 1683 ist für Europa nicht einfach ein Datum im Kalender. Es ist der Tag der grössten historischen Berufung. Es ist der Tag der *Victoria Polonia Viennensis* – des Sieges von Wien, errungen durch polnischen Mut, polnische Opferbereitschaft und die unerschütterliche Entschlossenheit des polnischen Königs Jan III. Sobieski. Wenn wir heute auf den Kahlenberg(Austria) blicken, jenen Hügel oberhalb von Wien, dann sehen wir keinen gewöhnlichen Berg. Wir sehen den Ausgangspunkt einer Zivilisationsrettung, der ideologisiert wurde. Ohne historische Pracht, ohne Respekt, verschwiegen. Von hier oben stürmten polnische Truppen hinab ins Tal, um die lateinische, christliche Welt vor dem Untergang zu bewahren. Ohne dieses polnische Eingreifen gäbe es das Europa, wie wir es kennen, schlichtweg nicht mehr.

Der Ansturm des Ostens und die polnische Antwort Im Spätsommer 1683 stand Wien, das Herz Mitteleuropas, am Rande des Abgrunds. Die gewaltige Armee des Osmanischen Reiches unter Grosswesir Kara Mustafa hatte die Stadt Qien belagert. Die europäischen Mächte zögerten, waren zerstritten oder schlicht zu schwach. Doch Polen handelte. König Jan III. Sobieski erkannte, dass dies kein lokaler Konflikt war, sondern ein existenzieller Kampf um die Seele Europas. Er führte sein Heer nicht als Söldner fremder Mächte an, sondern als Schild der abendländischen Kultur.

Die Schlacht selbst wurde zum Sinnbild polnischer Kriegskunst. Als Sobieski vom Kahlenberg aus den Befehl zum Angriff gab, setzte sich eine Wucht in Bewegung, die die Geschichte veränderte. Darüber will Europa schlicht schweigen.

Der legendäre Ritt der polnischen Flügelhusaren brach die Linien der Osmanen. Es war keine blosse militärische Operation; es war ein Akt höchster Aufopferung. Polnische Soldaten wussten, wofür sie kämpften: für Werte, für ihren Glauben, für das Überleben ihrer Heimat und ganz Europas. Die Osmanen erlitten eine vernichtende Niederlage, wurden in die Defensive gedrängt und hörten auf, eine existenzielle Bedrohung für den christlichen Teil des Europa-Kontinents zu sein.

Eine Tradition der Verteidigung Europas

Diese historische Wahrheit formt der nationales Selbstverständnis bis heute. Wie der Historiker Dr. Karol Nawrocki – der polnische Staatspräsident- treffend feststellte, hat der polnische Soldat Europa immer wieder vor totalitärem Barbarismus gerettet. Was 1683 auf dem Kahlenberg begann, zieht sich wie ein roter Faden durch europäische Geschichte. In genau dieser stolzen Tradition steht auch der opfervolle Einsatz der polnischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg, als Polen ihren Blutzoll zahlten, um das verbrecherische, menschenverachtende Imperium der Deutschen Nationalsozialisten zu besiegen. Die Polen waren stets die Speerspitze der Verteidigung europäischer Werte. Das macht Polen nicht nur zu einem Teil Europas – es macht es zu seinen Bewahrern.

Der Kahlenberg: Polnisches Gedächtnis in Europa

Der Kahlenberg und das dortige Sanktuarium des heiligen Josef sind mehr als nur ein historischer Schauplatz. Sie sind zu einem dauerhaften Symbol polnischer Präsenz im europäischen Raum geworden. Leider auf Polen reduziert. Hier wird die Geschichte lebendig gehalten. Dank der jahrelangen Arbeit des dortigen Kustos versammeln sich hier regelmässig Militärattachés aller in Österreich akkreditierten Staaten, um gemeinsam an diesen Triumph zu erinnern. Immerhin aber zu wenig stark.

Wenn wir auf dem Kahlenberg stehen, können wir voller Stolz unsere Geschichte präsentieren – nicht als Relikt der Vergangenheit, sondern als Mahnung für die Gegenwart. Denn die Fragen, die dieser Ort uns stellt, sind von erschütternder Aktualität: Wer sind wir heute als Europäer? Was verbindet uns noch? Und im Namen welcher Werte sind wir bereit, gemeinsame schwere Arbeit zu leisten, Verzicht zu üben oder gar unser Leben zu riskieren?

Die Antwort von 1683 lautet: Im Namen der Freiheit und der Würde.

Auch das dunkelste Kapitel europäischer Geschichte berührt diesen Ort. Seit zehn Jahren befindet sich auf dem Kahlenberg Erde aus dem deutschen Konzentrationslager Mauthausen-Gusen – ein stilles, aber mächtiges Denkmal, das uns daran erinnert, dass der Kampf gegen Tyrannei nie endete. Die Erste Dame Polens ehrt bei ihren Besuchen in Österreich stets die Opfer dieser Lager, denn das Gedenken an 1683 und das Gedenken an die Opfer des 20. Jahrhunderts gehören untrennbar zur Erinnerungskultur zusammen.

Ein Denkmal, das noch wartet

Es bleibt jedoch eine offene Wunde im historischen Gedächtnis vor Ort: Bis heute haben die Wiener Behörden ihre Zustimmung verweigert, auf dem Kahlenberg ein Denkmal für Jan III. Sobieski zu errichten. Ein Mann, der ihre Stadt und ihren Kontinent rettete, darf dort oben noch immer nicht in Bronze gegossen werden. Doch Polen geben die Hoffnung nicht auf. Die Geschichte lässt sich nicht dauerhaft ignorieren. Der Tag wird kommen, an dem auch dieses Denkmal seinen rechtmässigen Platz findet.

Victoria Polonia Viennensis

Die Schlacht von Wien zählt zu Recht zu den zwanzig entscheidendsten Schlachten der Weltgeschichte. Doch für uns ist sie mehr als ein taktisches Meisterwerk. Sie ist der Beweis dafür, was passiert, wenn eine Nation ihrer historischen Mission gerecht wird. *Victoria Polonia Viennensis.* Polen kam, sah die Gefahr und rettete Europa. Daran wird sich nichts ändern – weder durch das Schweigen mancher Geschichtsbücher, noch durch fehlende Denkmäler. Das Erbe lebt weiter.

Luxus-Anwälte: Der teure Wechsel der Meldestelle im Bistum Basel

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Die unabhängige Meldestelle für sexuelle Übergriffe im Bistum Basel hat einen prominenten neuen Chef: Dr. Michael Daphinoff, Partner der Grosskanzlei Kellerhals Carrard.

Nach zehn Jahren unter der Leitung von Rechtsanwältin Christine Hess-Keller übernimmt nun ein ausgewiesener Spezialist für interne Untersuchungen, Straf- und Arbeitsrecht. Die offizielle Seite des Bistums listet ihn bereits als Ansprechpartner. Was auf den ersten Blick nach mehr Professionalität und Distanz zur Bistumsleitung klingt, wirft vor allem eine zentrale Frage auf:

Zu welchem Preis?

Kellerhals Carrard – Die neue Macht im Bistum

Kellerhals Carrard gilt als die grösste Anwaltskanzlei der Schweiz. Mit rund 360 Juristinnen und Juristen sowie insgesamt etwa 600 Mitarbeitenden an mehreren Standorten ist sie ein echter Big-Law-Player. Die Kanzlei ist spezialisiert auf Internal Investigations, Compliance, Wirtschaftsstrafrecht und Krisenmanagement.

Michael Daphinoff passt fachlich perfekt ins Profil. Bemerkenswert ist jedoch: Die Kanzlei war bereits seit November 2023 für kanonische Voruntersuchungen und die Vorbereitung von Genugtuungsanträgen im Bistum Basel zuständig. Nun übernimmt sie zusätzlich die zentrale, unabhängige Meldestelle.

Warum diese Lösung extrem teuer wird

Öffentliche Zahlen zu den genauen Kosten gibt es nicht – und genau das ist bereits Teil des Problems.

In der Schweiz liegen die Stundensätze von Partnern bei Top-Kanzleien üblicherweise zwischen 500 und 800 Franken, in manchen Fällen sogar über 1.000 Franken. Senior Associates verlangen oft 400–600 Franken. Dazu kommen Teamaufwände, Spesen, Overhead und Mehrwertsteuer.

Seit der Pilotstudie 2023 sind über 160 Meldungen eingegangen. Es gab hunderte Akteneinsichten, Dutzende Empfehlungen, Genugtuungsanträge und Voruntersuchungen. Selbst eine konservative Schätzung ergibt schnell mehrere Hunderttausend Franken pro Jahr – zusätzlich zu den bereits laufenden Mandaten derselben Kanzlei. Über mehrere Jahre hinweg können leicht Millionenbeträge zusammenkommen.

Zum Vergleich: Das reguläre Bistumsbudget liegt bei rund 5 Millionen Franken jährlich. Jeder Franken, der für Premium-Anwaltsstunden ausgegeben wird, fehlt an anderer Stelle – etwa bei Prävention, Opferhilfe oder Seelsorge.

Unabhängigkeit als Luxus-Label

Das Bistum betont die Unabhängigkeit der Meldestelle. Nach Kritik an zu engen Verbindungen der Vorgängerin zum Bischof soll der Wechsel zu einer grossen, renommierten Kanzlei offenbar Distanz signalisieren. Für Schlagzeilen bezüglich einer persönlichen Freundschaft zu Bischof Felix Gmür sorgte zuvor die Kanzlei Hess Advokatur aus Sursee. Die dortige Anwältin Christine Hess-Keller leitete jahrelang die Meldestelle. Opferverbände kritisierten eine mangelnde Unabhängigkeit, da sowohl sie als auch ihr Ehemann Christoph Hess gemeinsam mit Bischof Felix Gmür in derselben Studentenverbindung (AKV Alemannia) aktiv waren und als „alte Kameraden“ gelten.

Doch echte Unabhängigkeit muss nicht automatisch so teuer sein. Viele Betroffene und Fachleute fordern seit Jahren transparente, externe Strukturen – etwa eine Zusammenarbeit mit staatlichen Opferhilfestellen oder einer nationalen Meldestelle.

Stattdessen fliesst Kirchensteuergeld (bzw. die Beiträge der Gläubigen) in eine der prestigeträchtigsten und teuersten Kanzleien des Landes. Eine Kanzlei, die einen geschätzten Jahresumsatz von deutlich über 70 Millionen Franken erzielt. Sie macht das, wofür sie bezahlt wird: professionelle, haftungsminimierende Juristerei.

Die Frage bleibt berechtigt: Ist das die beste und effizienteste Form der Aufarbeitung jahrzehntealter, meist verjährter Fälle?

Mehr Transparenz ist überfällig

Die Kosten der Meldestelle und der begleitenden Mandate werden vom Bistum getragen – für Betroffene bleibt das Angebot kostenlos. Das ist richtig.

Dennoch haben die Gläubigen und die Öffentlichkeit ein berechtigtes Interesse zu erfahren, wie viel genau für diese „Unabhängigkeit“ ausgegeben wird. Ohne Offenlegung der Verträge, Stundensätze und jährlichen Volumina bleibt der Verdacht bestehen, dass hier vor allem Imagepflege auf Kosten knapper kirchlicher Mittel betrieben wird.

Fazit: Wem dient diese teure Aufarbeitung wirklich?

Der Wechsel zu Michael Daphinoff und Kellerhals Carrard ist fachlich nachvollziehbar. Er sendet aber auch ein klares Signal: Die Aufarbeitung sexueller Übergriffe im grössten Schweizer Bistum wird zu einem teuren Juristenprojekt.

Ob das vor allem der Institution Absicherung und Reputation bringt – oder tatsächlich den Betroffenen dient –, wird sich zeigen.

Was meinen Sie?
Sollte das Bistum die Kosten der Meldestelle transparent offenlegen? Und ist eine Grosskanzlei wirklich die richtige Adresse für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen?

Kirchenkurs unter Beschuss: Feminisierung und die heiklen Fragen an Bischof Felix Gmür

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Sarah Gigandet im Bistum Basel: Wenn Reform zur stillen Lehrrevolution wird

Wenn im Bistum Basel von der „weiteren Feminisierung der Kirche“ die Rede ist, sollte niemand so tun, als handle es sich bloss um ein harmloses akademisches Schlagwort. Hier geht es nicht um ein bisschen mehr weibliche Sichtbarkeit beim Pfarreikaffee. Hier geht es um Macht, Ämter, Deutungshoheit – und letztlich um die Frage, ob die katholische Lehre noch Massstab ist oder nur noch Verhandlungsmasse.

Im Zentrum steht Sarah Gigandet: promovierte Theologin, bischöfliche Mitarbeiterin, bestens vernetzt, präsent im kirchlichen Reformmilieu. Ihre Berufung ins Umfeld von Bischof Felix Gmür ist mehr als eine Personalie. Sie ist ein Signal. Und dieses Signal lautet: In Basel wird die kirchliche Ordnung nicht frontal angegriffen – sie wird schrittweise umgebaut.

Der Basler Reformkurs: Rom im Rücken, Zeitgeist im Blick

Bischof Felix Gmür gilt längst nicht mehr als Mann der klaren römischen Linie. Er spricht über den Frauendiakonat, stellt das Zölibat zur Diskussion und zeigt Sympathie für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare. Man kann das modern, offen und dialogbereit nennen. Man kann es aber auch nüchterner sagen: Hier wird katholische Lehre systematisch weichgespült.

Konservative Katholiken erkennen darin keinen „pastoralen Aufbruch“, sondern einen schleichenden Lehrabbruch. Denn was heute als Gesprächsangebot verkauft wird, ist morgen oft schon pastorale Praxis – und übermorgen angeblich nicht mehr rückgängig zu machen.

Genau so funktionieren kirchliche Verschiebungen: nicht mit einem lauten Bruch, sondern mit Begriffen wie „Dialog“, „Begleitung“, „Weiterentwicklung“ und „Zeichen der Zeit“. Am Ende steht eine Kirche, die zwar noch katholisch heisst, aber sich immer häufiger am Applaus des Zeitgeistes orientiert.

Frauenfrage als Hebel gegen die sakramentale Ordnung

Besonders heikel ist die Frage nach Frauen im Weiheamt. Papst Johannes Paul II. hat 1994 in Ordinatio sacerdotalis unmissverständlich erklärt, dass die Kirche keine Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden. Für Katholiken, die das Lehramt ernst nehmen, ist damit nicht „Diskussionsbedarf“, sondern Klarheit geschaffen.

Doch genau diese Klarheit scheint manchen Reformkreisen unerträglich zu sein. Statt offen zu sagen, dass man Rom widerspricht, spricht man lieber von „Prozessen“, „Entwicklung“ und „Partizipation“. Der Frauendiakonat wird dann zum Türöffner, die „Feminisierung“ zur Strategie und die Berufung einflussreicher Theologinnen zur kirchenpolitischen Weichenstellung.

Man muss nicht gegen Frauen in Verantwortung sein, um zu erkennen: Wenn unter dem Etikett der Frauenförderung die sakramentale Struktur der Kirche ausgehöhlt wird, dann geht es nicht mehr um Gerechtigkeit. Dann geht es um Revolution im Gewand der Pastoral.

Sarah Gigandet: Symbolfigur eines neuen Kirchenapparats

Sarah Gigandet ist zweifellos qualifiziert. Das ist nicht der Punkt. Niemand muss ihre akademische Ausbildung kleinreden, um ihre Rolle kritisch zu sehen.

Gerade weil sie kompetent, promoviert und kirchlich gut platziert ist, wird ihre Personalie brisant. Sie steht für eine neue Generation kirchlicher Funktionsträgerinnen, die nicht mehr einfach mitarbeiten, sondern mitgestalten wollen – theologisch, strukturell und machtpolitisch.

Für konservative Katholiken wirkt das wie ein Trojanisches Pferd: Unter dem Banner von Gleichberechtigung und Modernisierung zieht eine Theologie in die Kurie ein, die mit der überlieferten Lehre bestenfalls noch selektiv umgeht. Man spricht die Sprache der Kirche, übernimmt ihre Strukturen – und verschiebt von innen heraus ihre Inhalte.

Seilschaften? Der Verdacht liegt in der Luft

Natürlich: Den harten Vorwurf des Nepotismus im engeren Sinn muss man vorsichtig verwenden. Es gibt bislang keinen belastbaren Beleg dafür, dass Sarah Gigandet aufgrund persönlicher Begünstigung und gegen jede fachliche Eignung berufen wurde.

Aber das eigentliche Problem ist subtiler. Es geht nicht um klassische Vetternwirtschaft. Es geht um ein kirchenpolitisches Milieu, in dem bestimmte Stimmen gefördert und andere konsequent marginalisiert werden.

Wer die Reformagenda teilt, bekommt Plattformen, Stellen, Einfluss. Wer an der traditionellen Lehre festhält, gilt schnell als rückständig, blockierend oder pastoral unsensibel. Das ist vielleicht kein Nepotismus im juristischen Sinn – aber es riecht nach ideologischer Binnenförderung.

Und genau diese Form der Seilschaft ist in der Kirche besonders gefährlich. Denn sie wird nicht als Machtpolitik deklariert, sondern als „Erneuerung“ verkauft.

Die konservative Mitte wird an den Rand gedrängt

Die eigentliche Tragik liegt darin, dass viele gläubige Katholiken längst den Eindruck haben, in ihrer eigenen Kirche nur noch geduldet zu sein. Wer den Katechismus ernst nimmt, gilt als Problem. Wer Rom verteidigt, wird als Bremser betrachtet. Wer auf die sakramentale Ordnung verweist, steht unter Fundamentalismusverdacht.

Währenddessen dürfen Reformtheologen unablässig „weiterdenken“, „öffnen“, „hinterfragen“ und „neu deuten“. Die Grenze zwischen legitimer theologischer Reflexion und offenem Ungehorsam wird dabei immer dünner.

Im Bistum Basel scheint man diese Spannung nicht zu entschärfen, sondern bewusst zu befeuern. Personalpolitik wird hier zur theologischen Botschaft. Und die Botschaft lautet: Die Zukunft gehört den Reformern.

Die grosse Frage: Noch katholisch oder schon kirchenpolitisches Labor?

Natürlich kann man sagen: Die Kirche muss sich ändern, sonst verliert sie den Anschluss. Aber diese Formel ist gefährlich. Denn wenn Anpassung zum obersten Prinzip wird, bleibt von katholischer Identität irgendwann nur noch die Fassade.

Eine Kirche, die sich ständig nach gesellschaftlichen Erwartungen richtet, wird nicht glaubwürdiger. Sie wird austauschbarer. Warum sollte jemand einer Kirche zuhören, die am Ende doch nur wiederholt, was die säkulare Öffentlichkeit ohnehin fordert?

Der Auftrag der Kirche ist nicht, dem Zeitgeist hinterherzulaufen. Ihr Auftrag ist es, die Wahrheit zu verkünden – gelegen oder ungelegen. Gerade darin liegt ihre Würde. Gerade darin liegt ihre Kraft.

Fazit: Basel wird zum Testfall für den innerkirchlichen Kulturkampf

Die Personalie Sarah Gigandet ist deshalb mehr als eine Personalentscheidung. Sie steht exemplarisch für den Kurs des Bistums Basel unter Felix Gmür: reformorientiert, romkritisch, strukturverändernd – und aus konservativer Sicht hochproblematisch.

Man kann diese Entwicklung begrüssen. Dann soll man aber ehrlich sagen, dass es um einen tiefgreifenden Umbau katholischer Lehre und Praxis geht.

Oder man kann sie kritisieren. Dann muss man klar benennen, was hier geschieht: Unter dem freundlichen Wort „Feminisierung“ läuft ein Machtkampf um die Zukunft der Kirche.

Ist Basel noch ein Bistum im Dienst der katholischen Tradition – oder längst ein kirchenpolitisches Versuchslabor für Reformprojekte, die Rom nur noch als störende Kulisse betrachten?

Diese Frage muss gestellt werden. Nicht irgendwann. Sondern jetzt.

Das Geschäft mit dem Babyglück: BioTexCom, ukrainische Leihmütter und die Rechtsfalle in Europa

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Die Bilder gingen im Mai 2020 um die Welt: Dutzende Säuglinge, aufgereiht in Plastikbettchen im Kiewer „Hotel Venice“. Wegen der Corona-Reisesperren konnten die ausländischen Wunscheltern ihre Babys nicht abholen. Zwei Jahre später wiederholte sich das Szenario – diesmal lagen die Neugeborenen in bombensicheren Kellern. Im Zentrum dieser Vorfälle: **BioTexCom**, die wohl bekannteste und aggressivste Vermittlungsagentur für kommerzielle Leihmutterschaft in Europa. Für kinderlose Paare aus Deutschland, der Schweiz oder Österreich klingt das Angebot der Klinik wie eine Rettung: *Ein Wunschkind per Festpreis-Garantie, völlig legal.* Doch hinter dem strahlenden Marketing der ukrainischen Baby-Industrie verbirgt sich ein hochkomplexes Geflecht aus rechtlichen Grauzonen, ethischen Dren und juristischen Risiken im Heimatland. Ein Blick hinter die Kulissen. — ## 1. Warum die Ukraine zum „Mekka“ der Leihmutterschaft wurde Während die kommerzielle Leihmutterschaft in den meisten europäischen Ländern streng verboten ist, hat die Ukraine den Markt per Gesetz (u.a. Art. 123 des Familiengesetzbuches) geöffnet. Die rechtlichen Rahmenbedingungen machten das Land extrem attraktiv für den internationalen „Gefälligkeitstourismus“: * **Direkte Elternschaft:** Die Wunscheltern stehen ab der Sekunde der Geburt in der Geburtsurkunde. Die Leihmutter hat keinerlei rechtlichen Anspruch auf das Kind. * **Der Preis:** Während eine Leihmutterschaft in den USA oft über 150.000 US-Dollar kostet, lagen die Pauschalpakete bei BioTexCom historisch zwischen **30.000 und 70.000 Euro** – inklusive „Garantie-Programmen“ (unbegrenzte Versuche bis zum Erfolg). **Die Bedingung:** Das Paar muss verheiratet und unterschiedlich geschlechtlich sein (Mann/Frau), eine medizinische Notwendigkeit nachweisen und mindestens ein genetisches Elternteil stellen. — ## 2. Das Business mit den ukrainischen Frauen: Ausbeutung oder Chance? Vom Gesamtpreis einer Leihmutterschaft sieht die Frau, die das Kind neun Monate austrägt und gebärt, meist nur einen Bruchteil – historisch ca. **12.000 bis 20.000 Euro**. Wer sind diese Frauen? Recherchen von Journalisten und NGOs zeigen ein klares Bild: Es sind meist junge Frauen (20–35 Jahre) aus einkommensschwachen ländlichen Regionen, oft Alleinerziehende. In einem Land, in dem der Durchschnittslohn vor dem Krieg oft bei nur wenigen hundert Euro lag, bedeutet dieses Honorar das Einkommen mehrerer Jahre. Es ermöglicht den Bau eines Hauses, die Tilgung von Schulden oder die Ausbildung der eigenen Kinder. > **Die Kernfragen der Ethik-Debatte:** > * **Pro:** Viele Leihmütter betonen in Interviews, dass sie die Entscheidung vollkommen selbstbestimmt und aus wirtschaftlicher Vernunft treffen. Ist es bevormundend, ihnen diese Einnahmequelle verbieten zu wollen? > * **Contra:** Das extreme Wohlstandsgefälle zwischen westeuropäischen Kunden und ukrainischen Frauen schafft ein Machtungleichgewicht. Kritiker sprechen von einer Ausbeutung der Notlage und der Verwandlung des weiblichen Körpers in eine Ware. Hinzu kommen drastische Klauseln in den Verträgen: Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Vorschriften zur Lebensführung, erzwungene Kaiserschnitte und eine oft mangelhafte medizinische Nachsorge, sobald das Baby übergeben ist. — ## 3. Die Rechtsfalle: Was passiert bei der Rückkehr nach Hause? Viele Wunscheltern wiegen sich in trügerischer Sicherheit, wenn sie in Kiew eine Geburtsurkunde mit ihren Namen in den Händen halten. Doch das eigentliche Problem wartet an der Grenze. **Das Heimatrecht schlägt ukrainisches Recht.** ### 🇨🇭 Die Schweiz: Das härteste Verbot In der Schweiz ist Leihmutterschaft auf **Verfassungsebene verboten** (Art. 119 BV). Das Bundesgericht hat klar entschieden: Eine ukrainische Geburtsurkunde wird rechtlich **nicht einfach anerkannt**. Ein genetischer Vater kann die Vaterschaft zwar anerkennen – die Wunschmutter muss das Kind jedoch in einem langwierigen Prozess als **Stiefkind adoptieren**. ### 🇩🇪 Deutschland: Die Gebärende ist die Mutter Nach § 1591 BGB gilt in Deutschland unumstößlich: *Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat.* Die ukrainische Geburtsurkunde wird von deutschen Behörden ignoriert. Auch hier drohen monatelange Kaskaden aus Vaterschaftsanerkennungen, Sorgerechtsanträgen und Stiefkindadoptionen. Bis dahin ist das Baby rechtlich oft im Schwebezustand. ### 🇮🇹 Italien geht den härtesten Weg (2024) Italien hat Ende 2024 ein Gesetz erlassen, das Leihmutterschaft zum **„Universalverbrechen“** erklärt. Italienischen Staatsbürgern drohen nun Haftstrafen und hohe Geldstrafe, wenn sie den Dienst im Ausland (wie der Ukraine oder den USA) in Anspruch nehmen. ### 🇪🇺 Neue EU-Richtlinie gegen Menschenhandel Die EU hat 2024 ihre Menschenhandels-Richtlinie verschärft. Ab 2026 gilt die **„Ausbeutung von Leihmutterschaft“** EU-weit als Form des Menschenhandels. Zwar richtet sich das vor allem gegen Kriminelle und Zwang, stellt aber kommerzielle Agenturen vor enorme rechtliche Hürden. — ## Fazit: Das Risiko tragen die Schwächsten Das Geschäftsmodell von Agenturen wie BioTexCom funktioniert, weil der Wunsch nach einem eigenen Kind bei vielen Paaren übermächtig ist – und weil die wirtschaftliche Not in der Ukraine Frauen dazu bringt, ihren Körper zur Verfügung zu stellen. Wer als Paar aus der Schweiz, Deutschland oder Österreich über eine Leihmutterschaft in der Ukraine nachdenkt, muss wissen: 1. **Keine Garantie auf Papiere:** Die ukrainische Urkunde garantiert keinen Reisepass für das Baby. 2. **Ethisches Bedenken:** Agenturen machen die riesige Marge, die Leihmutter das gesundheitliche Risiko. 3. **Rechtliche Grauzone:** Im schlimmsten Fall sitzt man monatelang in einem Kriegsgebiet fest, weil das eigene Heimatland dem Säugling die Einreise verweigert. Das Recht kann Verbote aussprechen – doch solange die Nachfrage im Reichen Westen hoch und die Armut in anderen Teilen der Welt groß ist, wird der Markt für Babys weiterexistieren.

Kampf der linksliberalen EU gegen jede konservativ denkende Weltanschauung

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Die formelle Übernahme aller Ressourcen und Rechte von mehreren Dutzend „közérdekű vagyonkezelő alapítványok“ (KEKVA – Stiftungen zur Verwaltung von Vermögen im öffentlichen Interesse) durch die ungarische Regierung zum 31. August 2026 ist kein harmloser Akt der „Transparenzherstellung“. Er markiert den vorläufigen Höhepunkt eines systematischen ideologischen Feldzugs der Brüsseler linksliberalen Elite gegen jede Form von konservativer, nationaler, christlich geprägter und souveränistischer Weltanschauung.

Hintergrund der Stiftungen unter Viktor Orbán hatte die vorherige Regierung erhebliche Staatsvermögen (Aktienpakete an MOL und Richter im Wert von Hunderten Millionen bis Milliarden Euro, Immobilien, Bildungseinrichtungen) in diese Stiftungen ausgelagert. Ziel war es, langfristige intellektuelle Infrastruktur zu schaffen, die nicht bei jedem Regierungswechsel sofort wieder dem liberalen Mainstream geopfert werden konnte. Besonders prominent waren:

– Das „Mathias Corvinus Collegium (MCC)“ — eines der wenigen ernstzunehmenden konservativen Elite-Ausbildungs- und Denkfabrik-Projekte in Europa, das Talente förderte, die nicht im linksliberalen Einheitsbrei sozialisiert wurden.

– Die „Batthyány Lajos Alapítvány“, die konservative und nationale Institute (u. a. Center for Fundamental Rights, Danube Institute) unterstützte.

– Die „Kék Bolygó (Blue Planet)“- Stiftung des früheren Präsidenten János Áder und weitere Einrichtungen, die eine nicht-progressive Sicht auf Kultur, Geschichte, Familie, Nation und Umwelt vertraten.

Diese Strukturen verkörperten genau das, was die linksliberale EU-Hegemonie als grösste Gefahr sieht: eine „alternative Elite“, die nicht an offene Grenzen, Gender-Ideologie, supranationale Entmachtung der Nationen und kulturelle Selbstaufgabe glaubt, sondern an Kontinuität, Identität, Leistung, Souveränität und eine realistische Anthropologie.

Der wahre Charakter des Vorgangs unter dem neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar (nach dem Machtverlust Orbáns) will nun genau diese Infrastruktur zerschlagen. Die Vermögen wandern zurück in direkte staatliche Kontrolle, die autonomen Kuratorien werden entmachtet, die Programme werden entweder eingestellt oder umgebaut. Offiziell heisst es „Korruptionsbekämpfung“, „Transparenz“ und Voraussetzung für die Freigabe eingefrorener EU-Gelder (rund 17 Mrd. Euro). Tatsächlich handelt es sich um klassische ideologische Säuberung.

Die EU hat jahrelang Druck ausgeübt, Orbáns System als „systemische Rechtsstaatsdefizite“ und „Kleptokratie“ gebrandmarkt. Dahinter stand nie nur eine technische Frage der Mittelverwendung. Es ging darum, dass ein EU-Mitgliedstaat erfolgreich eine „konservative Gegenkultur“ aufbaute, die dem Brüsseler Fortschrittsnarrativ widersprach. Solche Parallelstrukturen dürfen aus Sicht der linksliberalen EU nicht existieren. Konservatives Denken soll entweder marginalisiert, finanziell ausgehungert oder direkt verstaatlicht und damit ideologisch neutralisiert werden. Das ist der Kern des Kampfes: Die linksliberale Weltanschauung erträgt keine echte Konkurrenz. Sie braucht kulturelle Hegemonie. Wo immer konservative Akteure mit öffentlichen Mitteln (die schliesslich von Steuerzahlern kommen) eigene Bildungs-, Denk- und Kaderstrukturen schaffen, wird dies als illegitim, undemokratisch oder „illiberal“ denunziert — während linke Stiftungen, NGOs und Universitäten seit Jahrzehnten mit öffentlichem Geld eine radikale kulturelle Linkswende vorantreiben, ohne dass Brüssel dies als Problem sieht.

Ein Muster, kein Einzelfall Ungarn 2026 ist nur das aktuellste Kapitel. Ähnliche Mechanismen laufen in ganz Europa: Defunding konservativer Medien und Think Tanks, Gesetze gegen „Hassrede“ (die meist konservative Positionen trifft), EU-Finanzierung ausschliesslich für progressive Zivilgesellschaft, Druck auf Schulen und Universitäten.

Der ungarische Fall ist besonders klar, weil hier eine konkrete, erfolgreiche konservative Infrastruktur (MCC & Co.) existierte, die nun liquidiert wird. Wer das als blossen Verwaltungsakt oder „Rückkehr zum Normalen“ verkauft, ignoriert die ideologische Dimension. Es ist ein „Kampf gegen konservativ denkende Weltanschauung“.

Die linksliberale EU will keine Pluralität der Ideen. Sie will die endgültige Hegemonie ihrer eigenen säkular-progressiven, post-nationalen, technokratischen Weltsicht. Ungarn zeigt, wie dieser Kampf aussieht, wenn er staatliche Machtmittel einsetzt: Enteignung, Zerschlagung und Umwidmung der einzigen nennenswerten konservativen institutionellen Bastionen des Kontinents. Die eigentliche Frage lautet nicht, ob die Stiftungen „transparent genug“ waren. Die eigentliche Frage lautet, ob Europa noch Raum für eine nicht-linksliberale, konservative Intelligenz und Elitebildung lassen will — oder ob Brüssel und seine lokalen Erfüllungsgehilfen genau das für immer unmöglich machen wollen. Der 31. August 2026 war in diesem Sinne ein symbolisches Datum.