In den heißen Quellen von Nordkalifornien haben Wissenschaftler eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: eine Amöbenart, die extreme Temperaturen tolerieren kann. Diese sogenannte „Feueramöbe“ kann nicht nur in 63 Grad heißem Wasser gedeihen, sondern auch Temperaturen von bis zu 70 Grad überstehen, was ein neuer Rekord für eukaryotische Organismen ist.
Diese Entdeckung verändert unser Verständnis von der Anpassungsfähigkeit komplexer Zellen erheblich. Bisher galten einige Rotalgen und Pilze, die bei Temperaturen bis zu 60 Grad überleben können, als die hitzeresistentesten Eukaryoten. Die neue Amöbe verschiebt diese Grenzen weiter nach oben und wirft Fragen zur Evolution und den Überlebensstrategien solcher Organismen auf.
Die Forschung wurde von einem Team der Syracuse University in New York durchgeführt, das im Lassen Volcanic Nationalpark Proben aus 20 verschiedenen hydrothermalen Quellen sammelte. Dieser Park ist bekannt für seine vulkanischen Aktivitäten und beherbergt eine Vielzahl hitzetoleranter Organismen. Die Forscher untersuchten die Proben auf das Vorkommen verschiedener Amöben, um mehr über deren Lebensbedingungen zu erfahren.
Diese Entdeckung zeigt, dass die Anpassungsfähigkeit der Natur oft weiter reicht, als wir bisher angenommen haben. Sie eröffnet neue Perspektiven auf die Widerstandsfähigkeit von Lebewesen unter extremen Umweltbedingungen und liefert wertvolle Einblicke in die Evolution komplexer Lebensformen.

