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Fronleichnam: Ein katholischer Triumph der bescheidenen Art?

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Am Donnerstag, dem 4. Juni – dem Hochfest des Corpus und Sanguinis Christi (Fronleichnam) – fand in der Stadtkirche Baden ein festlicher Gottesdienst statt, der bei genauerer Betrachtung mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Die Ankündigung versprach einen feierlichen Anlass, der angeblich den „katholischen Triumph“ begehen sollte – die Realpräsenz des Leibes und Blutes Christi in der Eucharistie, jenes Dogma, das seit dem Konzil von Trient die konstitutive Grundlage katholischen Glaubens bildet. Die Realität sah jedoch ernüchternd aus.

I. Fronleichnam: Herzstück katholischer Identität

Um zu verstehen, warum diese Feier so verstörend wirkte, muss man zunächst ihr theologisches Gewicht begreifen. Fronleichnam ist kein beliebiges Kirchenfest, sondern das Hochfest des Leibes und Blutes Christi.

Seine Wurzeln reichen zurück bis zu den Visionen der Heiligen Juliana von Lüttich († 1258), ehe Papst Urban IV. es 1264 mit der Bulle Transiturus de hoc mundo für die gesamte Kirche einführte.

Die Theologie dieses Festes umfasst zentrale Glaubensinhalte:

  • Die Realpräsenz: Das Konzil von Trient (1551) lehrt verbindlich, dass Brot und Wein durch die Transsubstantiation wahrhaft, wirklich und wesenhaft in Leib, Blut, Seele und Gottheit Jesu Christi verwandelt werden (DH 1640ff.).
  • Quelle und Höhepunkt des Glaubens: Das II. Vatikanische Konzil betont: Die Eucharistie ist „Quelle und Höhepunkt des gesamten christlichen Lebens“ (Lumen Gentium 11). Ebenso schreibt Johannes Paul II.: „Die Kirche lebt von der Eucharistie.“ (Ecclesia de Eucharistia, 1)
  • Der triumphierende Christus: Fronleichnam feiert nicht nur die Gegenwart Christi, sondern seinen Sieg über Sünde und Tod. Die Prozession ist daher keine Parade, sondern ein Triumphzug Christi: Er zieht als König des Friedens, der Gnade und des ewigen Lebens in die Welt ein.
  • Katholizität und Universalität: Christus wird nicht für einen abgeschlossenen Kreis, sondern für die ganze Welt dargebracht. Genau dies drücken die vier Himmelsrichtungen und die traditionellen vier Altäre aus: Das Evangelium und das Heil sollen „bis an die Enden der Erde“ getragen werden (Mt 28,19).

II. Eine Prozession – aber ohne Zeugnis

Es ist wichtig festzuhalten: Die Prozession fand statt. Doch das allein genügt nicht, wenn sie ihrer dogmatischen Aufgabe beraubt wurde. Die Liturgie kommuniziert immer – durch Gesten, Zeichen, Räume und Fülle. Und die Zeichen, die fehlten, sprachen lauter als jene, die vorhanden waren:

Traditionelles ZeichenTheologische BedeutungWas am 4. Juni fehlteKonsequenz
Der Baldachin und die ProzessionsrouteChristus zieht sichtbar in die Stadt ein, heiligt sie und beansprucht sie für sein Reich (vgl. Einzug in Jerusalem, Mt 21).Zwar zog man, doch in stark verkürzter, karger FormDer sakrale Anspruch Christi auf die Welt wurde kaum sichtbar gemacht.
Vier AltäreSymbolisieren die vier Evangelien, die vier Himmelsrichtungen und die Universalität des Heils für alle Völker.Fehlten vollständigDie Katholizität der Kirche und ihr Sendungsauftrag wurden symbolisch ausgelöscht.
Zahlreicher KlerusVerweist auf den Dienst der Kirche am Sakrament und die Gemeinschaft des geweihten Amtes.Nur wenige Priester wirkten mitDie Kirche erschien fragmentarisch, statt als sichtbarer Leib Christi aufzutreten.
Beteiligung der gesamten GemeindeDie Eucharistie formt den mystischen Leib Christi (1 Kor 12). Ohne Volk ist sie kein Fest des Volkes Gottes.Überwiegend eingeladene Fraktionen, kaum nicht-orchestrierte GläubigeStatt Gemeinschaft entstand ein inszeniertes Event.
Pferde und königliche ZeichenVerweisen auf Christus als König der Könige (Offb 19,16) und seinen friedvollen Einzug.Fehlten vollständigSein königlicher Charakter wurde zugunsten einer unauffälligen, beinahe profanen Erscheinung verdrängt.

Diese Reduktionen sind keine blossen Äusserlichkeiten. Sie sind Teil der sakramentalen Sprache der Kirche: Eine geschrumpfte Prozession vermittelt Unsicherheit, nicht Demut. Sie bezeugt nicht die Freude am Geheimnis, sondern eine Scheu, es öffentlich und großherzig zu feiern.

III. Zwischen Demut und Glaubensflucht

Gewiss muss sich die Kirche von jedem imperialen, protzigen oder politisch missbrauchten Triumphalismus distanzieren. Fronleichnam ist kein Ausdruck weltlicher Macht, sondern der Sieg der Gnade. Doch echte Demut bedeutet nicht, das Sakrament zu verstecken oder seine öffentliche Sichtbarkeit zu minimieren. Sie bedeutet, sich vor dem Geheimnis zu beugen, nicht vor der Welt.

Die Entscheidung für Kargheit wirkte in diesem Fall weniger wie spirituelle Nüchternheit, sondern wie ein Rückzug: Man wollte das Bekenntnis zur Realpräsenz aufrechterhalten, aber ohne es der säkularen Öffentlichkeit deutlich zuzumuten. Genau das erzeugt den berechtigten Verdacht, dass man sich dieses Herzstücks nicht mehr mit freudigem Stolz bezeugen will.

IV. Ein fataler Vergleich mit dem Disputationsfest

Besonders schmerzlich ist der Vergleich mit dem Disputationsfest, das historisch als Niederlage der katholischen Kirche gewertet wird. Dass dieses Ereignis – trotz seines negativen Ausgangs – mit größerer Sorgfalt, Beteiligung und öffentlicher Würdigung begangen wurde als das Hochfest der Eucharistie selbst, ist ein alarmierendes Zeichen.

Während das Disputationsfest zumindest noch als historisches Ereignis ernst genommen und erinnert wurde, mangelte es der Fronleichnamsfeier an Überzeugung, Freude und theologischer Konsequenz. Ein Identitätsfest, das schwächer gefeiert wird als eine historische Niederlage, ist kein Triumph, sondern ein Symptom einer identitären Krise.

V. Fazit: Zeugnis, nicht Verkleinerung

Die Gläubigen verdienen mehr als eine abgespeckte Pflichtübung. Sie verdienen eine Feier, die der Eucharistie entspricht: großzügig, würdevoll, öffentlich und von der ganzen Gemeinde getragen.

Fronleichnam verlangt kein überbordendes Spektakel, sondern ein liturgisches Zeugnis. Es braucht die vollen Zeichen: Prozession, Altäre, Choral, Weihrauch, Klerus und ein betendes Volk, das Christus nicht nur im Tabernakel, sondern durch die Strassen seiner Stadt trägt. Denn genau dort bekennt die Kirche: Christus ist gegenwärtig – für diese Stadt, für alle Menschen und bis an die Enden der Erde.

Wenn sie dieses Zeugnis nur halbherzig gibt, bleibt der bittere Beigeschmack zu Recht: Nicht Armut, sondern fehlender Glaube an die Größe des Mysteriums, das sie feiert, hat diese Feier geschwächt.

Die Kirche lebt von der Eucharistie – und sie muss dies nicht nur lehren, sondern sichtbar, freudig und ohne Scheu leben. Alles andere ist ihrer eigenen Sendung unwürdig.

Stimmabsichten Initiative «Keine 10-Mio-Schweiz»in Prozent

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Die aktuelle SRG-Umfrage zur 10-Millionen-Initiative zeigt den üblichen Verlauf: Sobald die Maschinerie der Gegner und die offiziellen Parolen anlaufen, gerät eine Volksinitiative unter Druck. Doch ein Nein-Trend von 52 Prozent ist kein Grund zum Feiern für Bundesbern. Dass 45 Prozent der Stimmbevölkerung trotz massiver Gegenkampagne weiterhin Ja sagen wollen, zeigt, wie tief das Misstrauen gegenüber der aktuellen Wachstumspolitik sitzt. Man kann eine Initiative an der Urne bodigen, aber die realen Sorgen der Menschen um Infrastruktur, Wohnraum und Identität verschwinden dadurch nicht. Ein Trend in einer Umfrage ist noch keine Lösung für die Probleme im Land.

Hier die Ergebnisse der neuesten SRG-Umfrage zur SVP-Nachhaltigkeitsinitiative («Keine 10-Mio-Schweiz») geteilt.

Die Meldung zeigt auf, dass sich die Stimmung gedreht hat: Während es zuvor ein Kopf-an-Kopf-Rennen war, zeichnet sich nun eine Mehrheit von 52 % für ein «Nein» ab, während das «Ja»-Lager auf 45 % gesunken ist.

Besonders interessant ist das von der GFS Bern erwähnte Phänomen des «klassischen Initiativverlaufs»: In der Schweizer Politik bedeutet das, dass Volksinitiativen zu Beginn oft hohe Zustimmungswerte haben, weil das angesprochene Problem (hier: Bevölkerungswachstum, Infrastruktur, Zuwanderung) vielen aus dem Herzen spricht. Je näher jedoch der Abstimmungstermin rückt, desto mehr greifen die Argumente der Gegner (z. B. wirtschaftliche Folgen, Fachkräftemangel, unklare Umsetzung), wodurch die Zustimmung traditionell absinkt und der Status quo an Zuspruch gewinnt.

Wenn kirchenpolitische Willkür über das Recht siegt

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Der Fall Menziken-Reinach wirft ein grelles Licht auf ein System, das nach aussen Ordnung und Rechtsstaatlichkeit beschwört, nach innen aber bei vielen Gläubigen vor allem Misstrauen erzeugt. Eine externe Untersuchung stellte fest, dass an der Kirchgemeindeversammlung vom 18. November 2025 die demokratischen Rechte der Stimmberechtigten nicht gewahrt wurden. Wenn eine Landeskirche erst dann eingreift, nachdem ein Verfahren bereits entgleist ist, und anschliessend mit Sachwalter, Annullierung und Notmassnahmen die Kontrolle zurückholt, dann mag das formell legal sein – es bleibt dennoch die Frage, weshalb es überhaupt so weit kommen konnte.

Noch problematischer ist das Signal an die Gläubigen: Wer Missstände anspricht, erlebt oft nicht Aufklärung, sondern Abwehr. Genau daraus entsteht der Eindruck, dass institutioneller Selbstschutz wichtiger ist als eine schonungslose Klärung. Eine Kirche, die von Moral, Wahrheit und Verantwortung spricht, muss sich an diesen Massstäben auch im eigenen Machtbereich messen lassen. Sonst beschädigt sie nicht nur ihre Autorität, sondern ihre Glaubwürdigkeit.

Auch die Rolle der Staatsanwaltschaft überzeugt in solchen Konstellationen nicht automatisch. Wenn sie entscheidet, eine Strafanzeige nicht an die Hand zu nehmen, bedeutet das juristisch eben nicht, dass alles in Ordnung gewesen wäre. Es bedeutet nur, dass aus ihrer Sicht der Anfangsverdacht nicht genügte. Für die Öffentlichkeit und für die betroffenen Gläubigen bleiben die offenen Fragen trotzdem bestehen. Eine Nichtanhandnahme ist kein Freispruch und keine moralische Entlastung. Gerade in Fällen, in denen bereits kirchenintern gravierende Unregelmässigkeiten festgestellt wurden, wirkt ein solches Signal zwangsläufig ernüchternd.

Besonders fatal ist die Kombination beider Ebenen: Hier eine Landeskirche, die erst nach schwerem Vertrauensverlust durchgreift, dort eine Staatsanwaltschaft, die strafrechtlich keinen genügenden Anfangsverdacht erkennt. Für viele Gläubige ergibt sich daraus kein Bild von Aufklärung, sondern eines der Abschottung. Vielleicht ist dieses Bild aus juristischer Sicht nicht vollständig. Aber wer es erzeugt hat, sind nicht die kritischen Gemeindemitglieder, sondern die Institutionen selbst.

Gerade darum braucht es endlich einen anderen Umgang: volle Transparenz, klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Verfahren und den Willen, Kritik nicht als Störung, sondern als notwendigen Beitrag zur Wahrheitsfindung zu behandeln. Die Kirche verliert ihre Glaubwürdigkeit nicht durch kritische Fragen. Sie verliert sie dort, wo Machtapparate sich wichtiger nehmen als die Menschen, denen sie dienen sollten.

Die Rolle der staatlichen Justiz (Staatsanwaltschaft & Gerichte) 

Das Staatskirchenrecht regelt nur die administrative Aufsicht. Wenn jedoch – wie in Menziken-Reinach durch Martin Sigg geschehen – der Verdacht auf Straftaten wie Betrug oder Veruntreuung im Raum steht, ist die staatliche Staatsanwaltschaft zuständig.

Dass die Staatsanwaltschaft im Fall Menziken-Reinach (Zofingen-Kulm) entschieden hat, kein Strafverfahren zu eröffnen, bedeutet juristisch: Aus Sicht der Ermittler reicht das vorgelegte Material (Beweise, Indizien) nicht aus, um den Anfangsverdacht auf eine Straftat gemäss Strafgesetzbuch zu rechtfertigen.

Die Aargauer Kantonsverfassung verlangt ausdrücklich einen genügenden Rechtsschutz für Konfessionsangehörige und Kirchgemeinden; letztinstanzliche Entscheide landeskirchlicher Behörden sind nach Massgabe der Gesetzgebung an staatliche Organe weiterziehbar, die die Übereinstimmung mit Verfassung und Organisationsstatut kontrollieren. Das ist ein wichtiger Punkt: Landeskirchen sind zwar autonom, aber nicht rechtsfrei.

Für Gläubige heisst das: Kirchliches Leben ist nicht nur Liturgie und Seelsorge, sondern auch Rechtsstaatlichkeit, saubere Finanzen, ehrliche Antworten auf Fragen und faire Wahlen. Wenn kritische Fragen abgeblockt werden, wenn Gremien nicht mehr kollektiv arbeiten oder wenn Finanzen und Zuständigkeiten intransparent werden, leidet nicht nur die Verwaltung — dann leidet die Glaubwürdigkeit der Kirche selbst. Das ist eine Folgerung aus diesen dokumentierten Fallmustern. 3

Diese letztlich dokumentierten Konflikt-Fälle im Bistum Basel zeigen, dass Missstände in Kirchgemeinden real sind und nicht einfach „Gerede“ unzufriedener Leute. In Turgi/Gebenstorf-Turgi zerstörte ein jahrelanger Leitungs- und Machtkonflikt das Vertrauen. In Gelterkinden musste die Landeskirche wegen Handlungsunfähigkeit die Selbstverwaltung entziehen. In Grellingen versagten die Finanzkontrollen so stark, dass Gerichte bis zum Bundesgericht urteilen mussten. Für Gläubige bedeutet das: Treue zur Kirche heisst nicht blinde Loyalität zu Funktionären, sondern Treue zu Wahrheit, Gerechtigkeit, Rechenschaft und sauberer Verantwortung. 6

Wie die Situation missbräuchlich dargestellt wird ist explizit auf dem Konflikt-Fall Gebenstorf-Turgi zu sehen. Man muss also zwei Dinge gleichzeitig sagen:

  1. 2021 gab es tatsächlich einen vatikanischen Zwischenentscheid zugunsten von Pater Adam. Wer das unterschlägt, erzählt die Geschichte unvollständig. 1
  2. Dieser Entscheid blieb nicht das letzte Wort. In der zweiten und endgültigen kirchenrechtlichen Instanz wurde der 2021 der Entscheid später zugunsten des Bischofs aufgehoben. 2
  3. Parallel dazu lief noch die staatliche Ebene:
    Dort bekam Pater Adam teilweise Recht bezüglich Begründung und Verfahren, aber nicht in dem Sinn, dass die Kündigung vollständig kassiert worden wäre. 3

Kurz gesagt:

2021 bekam Pater Adam in Rom zunächst Recht; nach dem Rekurs des Bischofs wurde dieser Entscheid 2023/2024 in der endgültigen kirchenrechtlichen Instanz wieder aufgehoben. Parallel dazu gab es 2022 auf staatlicher Ebene noch einen teilweise erfolgreichen, aber nicht vollständig obsiegenden Rechtsweg von Pater Adam.

Nach der vom Bistum Basel veröffentlichten Schlussfolgerung wurde ausdrücklich entschieden: Das Verfahren der Kleruskongregation sei korrekt gewesen, deren Urteil aber in der Sache zugunsten des Bischofs aufgehoben; zudem wurde die Kaution der beschwerdeführenden Partei zurückgegeben und verfügt, dass jede Partei ihren Rechtsbeistand selbst bezahlt. Zuvor hatte die Kleruskongregation am 10. Mai 2021 festgehalten, die Amtsenthebung und der Widerruf der missio canonica seien nicht rechtmässig gewesen. Und das Aargauer Verwaltungsgericht hielt am 6. Dezember 2022 fest, der Entzug der missio und die Kündigung hätten umfassender begründet werden müssen; zudem sah es eine Verletzung der Kirchgemeindeautonomie, hob die Kündigung aber nicht auf. 1

Es geht nicht darum, einen Priester zu idealisieren. Es geht darum, ob in der Kirche Macht sauber, nachvollziehbar und rechtsstaatlich ausgeübt wird. Wenn aus Rom 2021 zunächst festgehalten wird, dass die Amtsenthebung und der Entzug der missio canonica von Pater Adam nicht rechtmässig waren, und wenn das Aargauer Verwaltungsgericht später rügt, dass Entzug der missio und Kündigung umfassender hätten begründet werden müssen und zudem eine Verletzung der Kirchgemeindeautonomie feststellt, dann ist die Empörung vieler Gläubiger nicht Ausdruck von Illoyalität, sondern von gesundem Rechtsempfinden. 2

Ja, die Apostolische Signatur hat den früheren römischen Entscheid später in der Sache zugunsten des Bischofs aufgehoben. Aber dieses kirchenrechtliche Schlusswort löscht nicht aus, was zuvor sichtbar geworden ist: ein jahrelanges Hin und Her, widersprüchliche Signale und ein Führungsstil, der bei vielen Gläubigen mehr Vertrauen zerstört als aufgebaut hat. Wer so mit einer Gemeinde umgeht, darf sich nicht wundern, wenn am Ende nicht Ehrfurcht, sondern Rechenschaft verlangt wird. 1

Gerade deshalb braucht es jetzt keine weiteren persönlichen Angriffe auf Pater Adam. Nötig ist etwas anderes: Transparenz, faire Verfahren und die klare Einsicht, dass auch ein Bischof nicht über jeder Kritik steht. Treue zur Kirche bedeutet nicht Schweigen gegenüber fragwürdigem Machtgebrauch. Treue zur Kirche bedeutet Treue zu Wahrheit, Gerechtigkeit und zum Respekt vor den Gläubigen.

Die anhaltenden Konflikte in unseren Kirchgemeinden – ob aktuell in Menziken-Reinach oder zuvor im Fall Turgi – offenbaren ein tiefes systemisches Versagen unserer kirchenpolitischen Führung. Wer ausschliesslich die offiziellen Stellungnahmen von Bistum und Landeskirche liest, soll offenbar glauben, dass stets nur bockige lokale Kirchenpflegen das Problem seien. Die Realität an der Basis sieht völlig anders aus.

Besonders der viel zitierte Fall Turgi zeigt exemplarisch, mit welch fragwürdigen Methoden die Hierarchie agiert, wenn ihr jemand nicht ins Konzept passt. Dass der Bischof von Basel dem lokalen Priester damals die Missio entzog, glich einem geradezu missbräuchlichen Vorgehen. Dies sah auch die Kleruskongregation in Rom so, als sie 2021 ein Machtwort sprach und die Amtsenthebung des Priesters durch den Bischof klipp und klar als rechtswidrig einstufte. Die gewählte Kirchenpflege vor Ort hatte sich also völlig zu Recht schützend vor den Priester gestellt.

Aber was passierte danach?

Anstatt dieses Urteil zu respektieren, wurde der Fall auf die lange Bank geschoben und an die Apostolische Signatur weitergezogen. Was uns heute von der Kirchenführung als «Sieg» des Bischofs verkauft wird, ist bei genauerem Hinsehen ein kirchenjuristischer Offenbarungseid: Das höchste Gericht hat das vorherige Urteil der Kongregation schlicht formell aufgehoben, ohne in der Sache selbst überhaupt inhaltlich zu entscheiden! Dass bei diesem fragwürdigen Vorgehen nicht einmal Gerichtskosten verrechnet wurden, spricht Bände über die Natur dieses Manövers. Es ging offensichtlich nicht um Gerechtigkeit oder eine inhaltliche Klärung, sondern darum, dem Bischof auf prozessualem Weg den Rücken freizuhalten.

Während Rom keine echten Entscheidungen traf, nutzte die Landeskirche die Zeit, um vor Ort vollendete Tatsachen zu schaffen. Unter dem Deckmantel der «Ordnung» wurden Sachwalter installiert und die demokratischen Rechte der Kirchgemeinde faktisch ausser Kraft gesetzt. Die Kirchenpflege, die sich lediglich an ein damals gültiges Urteil aus dem Vatikan hielt, wurde rücksichtslos abgesetzt.

Zurück bleiben zerschlagene Kirchgemeinden und verbrannte Erde. Wenn eine Kirchenführung ihre Macht derart willkürlich einsetzt, unliebsame Entscheide einfach wegprozessiert und die lokale Demokratie aushebelt, sobald sie unbequem wird, muss sich niemand über leere Kirchenbänke und Frustration an der Basis wundern.

Leo XIV. macht EWTN-Präsidentin zur zweiten Präfektin an der Kurie

Papst Leo XIV. (Robert Francis Prevost, seit Mai 2025 im Amt) hat Maria Montserrat Alvarado (auch Montse Alvarado), die mexikanische Präsidentin und COO von EWTN News, zur Präfektin des Dikasteriums für die Soziale Kommunikation ernannt. Die Ernennung wird heute bekannt gegeben; sie tritt zum 1. November 2026 in Kraft und folgt auf Paolo Ruffini (den ersten Laien-Präfekten, den Papst Franziskus 2018 berufen hatte).2

Warum „zweite Präfektin an der Kurie“?

  • Die erste weibliche Präfektin war die italienische Ordensfrau Simona Brambilla, die Papst Franziskus im Januar 2025 zur Leiterin des Dikasteriums für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens ernannt hatte.3
  • Alvarado ist die zweite Frau in einem solchen Amt und zugleich die erste Laiin (keinem Orden angehörend) an der Spitze eines Dikasteriums der Römischen Kurie. Schwester Raffaella Petrini leitet zwar das Governatorat des Vatikanstaats, ist aber Ordensfrau.1

Hintergrund zu Alvarado

Sie leitet seit 2023 den Nachrichtenbereich von EWTN (gegründet 1981 von Mutter Angelica) weltweit in mehreren Sprachen. Zuvor war sie lange in Führungspositionen beim Becket Fund for Religious Liberty tätig. In ihrer ersten Stellungnahme sagte sie sinngemäss, sie nehme die unerwartete Ernennung mit dem Wunsch an, dem Heiligen Vater am Beginn seines Pontifikats zu dienen.4

Die Ernennung wird als Fortsetzung der von Franziskus begonnenen Kurienreform gesehen: mehr Laien (Männer und Frauen) in leitenden Positionen. Sie ist ein starkes Signal der Wertschätzung gegenüber dem katholischen Mediennetzwerk EWTN.5

Quellen: Vatican News, EWTN News, Catholic News Agency, Die Tagespost u. a. Die Nachricht ist heute frisch veröffentlicht und wird breit berichtet.

Interreligiöser Dialog? Der muss doch zur Bekehrung führen!

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Foto: youtube/Katholische Hochschule ITI

Ich hätte kein Problem mit dem interreligiösen Dialog, wenn er Nichtchristen dazu führen würde, die volle Wahrheit über Gott anzunehmen, schrieb Pater Mario Alexis Portella auf der Website crisismagazine.com. Das Problem sei jedoch, wie der Priester anmerkte, dass Treffen mit Nichtchristen jahrzehntelang von „politischen Dynamiken“ und nicht von der Verkündigung des Evangeliums Christi dominiert worden seien.

Bei seinem letzten Besuch in der Türkei lehnte Leo XIV. die Einladung ab, in der Blauen Moschee in Istanbul zu beten. Dies war eine bedeutsame und, wie Pater Mario Alexis Portelli aus Italien berichtet, eine völlig bewusste Entscheidung. Wie der Priester aus Florenz sich erinnerte, antwortete der Papst auf die Einladung, mit den Worten „Dies ist das Haus Allahs“ zu beten, gemäss dem ersten Gebot: „Nein, ich werde mich nur umschauen.“

„Anders als seine Vorgänger Benedikt XVI. und Franziskus zeigte der jetzige Papst keinerlei Respekt vor der Religion des Korans, ungeachtet der Kontroversen, die er damit erwartete“, schrieb der italienische Priester in einer auf crisismagazine.com veröffentlichten Erklärung. „Mit anderen Worten: Er ging nicht dorthin, um eine Religion zu beschwichtigen, die seit ihren Anfängen vor 1400 Jahren Christen ermordet“, kommentierte Pater Portella.

Laut dem Geistlichen regt die gerechte Haltung Leos XIV. zur Reflexion über die Probleme an, die im Laufe der Jahre im Zusammenhang mit den Kontakten der Kirchenhierarchie zu Vertretern falscher Religionen aufgetreten sind. „Es herrscht eine Künstlichkeit im interreligiösen Dialog [vorausgesetzt – Anm. d. Red.], dass eine Art Übereinkunft mit einer Religion möglich ist, die sich weigert, Gott als Vater zu bezeichnen und gleichzeitig anerkennt, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist und nicht bloss ein weniger bedeutender Prophet als Mohammed, wie Muslime behaupten. Die islamische Lehre enthält das Prinzip des Tawhid (…), welches die Göttlichkeit Jesu Christi und damit das christliche Bekenntnis zu Gott in seiner Gesamtheit – der Heiligen Dreifaltigkeit – leugnet“, bemerkte Pater Portella in seinem Artikel und zitierte dabei auch einen antichristlichen Text aus einer der Suren des Korans. Pater Portella zitiert Koranverse wie Sure 5:73, die sich gegen die christliche Trinitätslehre richten, sowie Sure 112, die die Sohnschaft Gottes verneint. Diese Texte werden im christlich-apologetischen Kontext oft als antichristlich ausgelegt, um theologische Differenzen hervorzuheben.

Laut dem Priester waren die letzten Jahrzehnte des interreligiösen Dialogs ausgesprochen enttäuschend und auf politische Ziele ausgerichtet. „Ich persönlich habe kein Problem damit, und kein Katholik sollte eines haben, wenn der interreligiöse Dialog und die Treffen darauf abzielen, Muslime (und andere Nichtchristen) dazu zu bringen, Gottes Wesen, wie es von der katholischen Kirche, die er selbst gegründet hat, interpretiert wird, voll und ganz anzunehmen. Was wir jedoch in den letzten 60 Jahren erlebt haben, ist eine politische Dynamik, die ihrem Wesen nach mit den Lehren des Evangeliums Jesu Christi unvereinbar ist“, urteilte der italienische Priester.

In diesem Zusammenhang, so der Geistliche weiter, sei ein grundlegender Wandel nötig. Andernfalls bleibe der interreligiöse Dialog eine leere Geste der gegenseitigen Beweihräucherung zwischen Vertretern, die in Wahrheit in religiösen Fragen uneins seien.

„500 Jahre Badener Disputation – oder: Wie man eine Niederlage zum Jubiläum macht“

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Die Badener Disputation war ein historisches Ereignis mit tiefgreifenden Folgen, aber sie ist kein Grund zum Feiern – zumindest nicht aus katholischer Perspektive.

Im Jahr 1526 fand in der Stadtpfarrkirche zu Baden ein Ereignis von weitreichender Bedeutung statt: die Badener Disputation. Im Rahmen einer eidgenössischen Tagsatzung diskutierten Vertreter der altgläubigen Seite und Anhänger der Reformation in einem öffentlichen Streitgespräch vor mehreren Hundert Teilnehmern drei Wochen lang über strittige theologische Themen wie Realpräsenz, Messopfer, Heiligenverehrung, Bilder und Fegfeuer. Protagonisten waren: Johannes Eck auf katholischer und Johannes Oekolampad und andere auf reformierter Seite. Zwingli erschien nicht. Der Versuch, die Glaubenseinheit der Schweiz zu bewahren, scheiterte. Die Badener Disputation markiert damit den eigentlichen Beginn des konfessionellen Nebeneinanders in der Schweiz mit bis in die Gegenwart reichenden politischen und gesellschaftlichen Folgen.

Die Badener Disputation war ein letzter grosser Versuch, die Einheit des Glaubens zu wahren, doch sie endete mit einem Sieg der reformierten Seite – ein Ergebnis, das die katholische Kirche als Niederlage betrachten muss.

Dass der Bischof nun 500 Jahre später eine solche Feier mitmacht, wirkt tatsächlich wie eine Provokation oder zumindest wie eine unnötige Erinnerung an eine gescheiterte Einheit. Es ist fraglich, ob eine solche Veranstaltung heute wirklich sinnvoll ist, da sie eher alte Gräben wieder aufreissen könnte, statt Versöhnung zu fördern.

Die Badener Disputation war ein historisches Ereignis mit tiefgreifenden Folgen, aber sie ist kein Grund zum Feiern – zumindest nicht aus katholischer Perspektive.

Stellt euch vor: Ihr verliert den wichtigsten Streit eurer Geschichte. Eure Gegenpartei spaltet sich von euch ab, gründet ein eigenes Bekenntnis, und die Einheit, die ihr unbedingt retten wolltet, ist für immer dahin.

Und 500 Jahre später schickt ihr einen Bischof, um das zu feiern?

Willkommen in Baden, 1526.

Die Szenerie: Die Stadtpfarrkirche, gedrängt voll mit dreihundert Tagsatzungsdelegierten. Draussen das Volk. Drei Wochen lang wird hier gekämpft – nicht mit Schwertern, aber mit Worten, die genauso tödlich sind. Thema: Realpräsenz, Messopfer, Heiligenverehrung, Fegfeuer.

Auf der einen Seite Johannes Eck, der Intellektuelle der katholischen Restauration, scharf wie ein Skalpell. Auf der anderen Seite Johannes Oekolampad, der Basler Reformator, und seine Leute.

Und Zwingli? Der Mann, der das alles anheizte, taucht nicht mal auf. Zu feige, zu taktisch, zu clever – wer weiß. Er schickt andere in den Ring und lässt sie den Kopf hinhalten.

Was passiert? Nichts. Kein Kompromiss. Keine Einigung. Kein Ergebnis, ausser dem Offensichtlichen: Die Schweiz spaltet sich. Zürich geht seinen Weg, die fünf alten Orte gehen den ihren. Das konfessionelle Nebeneinander beginnt hier, in dieser Kirche, an diesem Tag.

Das ist der Moment, an dem die katholische Kirche die Kontrolle über die Eidgenossenschaft verliert. Nicht später, nicht bei Kappel – hier, in Baden.

Und jetzt kommt ein Bischof und will das feiern? Das ist nicht nur geschichtsvergessen. Das ist eine Schande.

Wenn du versagst, wenn dein Projekt scheitert, wenn die Einheit, die du retten wolltest, in Scherben liegt – dann versteckst du dich. Oder du bereust. Aber du läufst nicht jubelnd durch die Gegend, als hättest du gewonnen.

Die Badener Disputation ist kein Jubiläum. Sie ist ein Mahnmahl. Ein Grabstein für die Einheit der alten Eidgenossenschaft.

Und wer das feiert, der feiert sein eigenes Scheitern – ohne es zu merken, oder noch schlimmer: mit voller Absicht.

Zirkus in Ungarn. Peter Magyars Schwager ist der neue Justizminister.

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Nach den Wahlen hiess es, die ungarische Regierung habe sich verändert, auch im Bereich der Vetternwirtschaft, der Orbán beschuldigt wurde. Das Problem ist, dass der neue Justizminister… Marton Mellethei-Barna ist, der Schwager des amtierenden Ministerpräsidenten Peter Magyar. 

Die Hauptaufgabe des neuen Justizministers wird es sein, „die Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen“ und „einen Rechtsrahmen zu schaffen, der die Rückgabe der Ungarn zustehenden EU-Gelder ermöglicht“, schrieb der Vorsitzende der Tisza am Donnerstag.

Magyar betonte, dass er vom neuen Justizminister erwarte, dass dieser die Gleichheit der Ungarn vor dem Gesetz wiederherstelle, die Korruption beseitige und die Professionalität unabhängiger Institutionen und Kontrollorgane wiederherstelle.

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Mellethei-Barna ist Rechtsanwalt mit zwanzig Jahren Berufserfahrung, Chefjurist der Tisa-Partei und Vater von vier Kindern. Er schloss sein Jurastudium gemeinsam mit Peter Magyar ab. Im Jahr 2025 heiratete er die Schwester des ungarischen Ministerpräsidenten.

Mellethei-Barna war von Anfang an als Chefjurist am Aufbau der Partei Magyar beteiligt. Er gehörte zu den ersten zehn Mitgliedern der Partei und unterstützte sie im ersten Jahr mit zwei Millionen Forint, wie das Portal Telex berichtete.

Der ungarische Justizminister arbeitete unter anderem beim Center for Justice and International Law (CEJIL) in Washington, D.C., wo er Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Amerika rechtlich vertrat. Anschliessend war er als Berater im Bereich Wettbewerbs- und Kartellrecht im Budapester Büro von Freshfields Bruckhaus Deringer tätig, einer der weltweit führenden Anwaltskanzleien. Im November 2007 wechselte er zur Kanzlei Oppenheim und setzte dort seine Arbeit in den Bereichen globale Marktregulierung, Wettbewerbsrecht und Handelsrecht fort, wie ungarische Medien berichteten.

Im Jahr 2020 gründete er seine eigene Anwaltskanzlei. Mellethei-Barna vertrat Magyar in mehreren Prozessen. Wie der Vorsitzende der Tisza-Partei wurde auch er von der scheidenden Regierung beschuldigt, Verbindungen zum Philanthropen George Soros zu unterhalten.

Magyar führte die Tisza-Partei zum Wahlsieg, der die 16-jährige Herrschaft Viktor Orbáns beendete. Die Partei errang 141 der 199 Sitze in der Nationalversammlung und sicherte sich damit die verfassungsmässige Mehrheit. Die neue Regierung wurde bereits vor einem Monat vereidigt.

Churer Bistumstag im Zürcher Hauptbahnhof: Ein Erfolg mit Relativierungen

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Rund 4000 Gläubige feierten am Bistumstag im Zürcher Hauptbahnhof den Gottesdienst. Die Organisatoren sprechen von einem riesigen Publikumszuspruch. Doch bei genauerer Betrachtung der Umstände und des Datums relativieren sich die Zahlen – und zeigen, was den Gläubigen wirklich wichtig ist.

Es war ein «grosser Bahnhof» für die katholische Kirche: Das Bistum Chur, das Generalvikariat Zürich-Glarus und die Katholische Kirche im Kanton Zürich luden zum Bistumstag in die Haupthalle des Zürcher Hauptbahnhofs. Laut der Pressestelle nahmen rund 4000 Menschen teil – ein derart grosser Andrang, dass während der Messe zeitweise die Hostien ausgingen. Die kirchliche Kommunikation feierte den Anlass in der Folge als emotionales Grossereignis und vollen Erfolg für Bischof Joseph Maria Bonnemain und die Landeskirche.

Fokus auf die Messe, wenig Echo zu den Ständen 

Beobachter des Anlasses ziehen aus dem Publikumsaufmarsch jedoch differenziertere Schlüsse. Auffällig ist: Das grosse Interesse der Menschen galt offensichtlich der klassischen Eucharistiefeier. Ob und wie erfolgreich die begleitenden Informationsstände oder alternativen Angebote waren, blieb in der Bilanz weitgehend unerwähnt. Für kircheninterne Kreise ist dies ein klares Indiz dafür, dass die Gläubigen primär die traditionelle heilige Messe suchen – und weniger die oftmals diskutierten alternativen Feierformen.

Der Effekt des Dreifaltigkeitssonntags 

Bei der objektiven Einordnung der Besucherzahlen muss zudem der Kalender berücksichtigt werden. Der Bistumstag fand am Dreifaltigkeitssonntag statt, einem wichtigen Hochfest der Kirche. Um den Grossanlass im Hauptbahnhof zu stärken, wurden in zahlreichen Pfarreien der Region die regulären Sonntagsmessen schlichtweg gestrichen oder zusammengelegt. Viele der 4000 Anwesenden wären folglich ohnehin in die Kirche gegangen – nun taten sie es gebündelt in Zürich. Die hohe Teilnehmerzahl ist damit also auch das Resultat einer logistischen Verschiebung und nicht allein durch eine neue Strahlkraft der Bistumsleitung zu erklären.

Die theologische Perspektive 

Dass die emotional aufgeladene Erfolgsmeldung der Pressestelle von manchen Gläubigen kritisch «durchgesiebt» wird, hat auch theologische Gründe. Aus Sicht tiefgläubiger Katholiken lässt sich der rege Besuch der Eucharistiefeier ohnehin weder als Erfolg der Landeskirche noch als persönlicher Verdienst von Bischof Bonnemain verbuchen. Für sie liegt die Anziehungskraft des Sakraments nicht in kirchlichen Strukturen, sondern in der Gegenwart von Jesus Christus selbst.

Fazit 

Der Bistumstag im Zürcher Hauptbahnhof sorgte zweifellos für eine hohe Sichtbarkeit der katholischen Kirche im öffentlichen Raum. Die Analyse zeigt jedoch: Er beweist weniger den Erfolg moderner kirchlicher PR oder kantonaler Strukturen, als vielmehr das ungebrochene Bedürfnis vieler Katholiken nach der würdig gefeierten, klassischen Messfeier.

Zieht das Bistum Chur die richtigen Konsequenzen?

Der Bistumstag hat ein klares Signal gesendet: Die Menschen kommen, wenn die heilige Messe im Mittelpunkt steht. Doch die offiziellen Strategiepapiere des Bistums deuten in eine andere Richtung.2 Das erklärte Ziel der Bistumsleitung lautet, angesichts von Mitgliederschwund, Personalmangel und sinkenden Ressourcen eine «lebensfähige Kirche» zu erhalten – und dabei «die gegebene Krise als Chance zu nutzen». Der Kurs, den das Bistum dabei einschlägt, ist jedoch nicht primär auf die Stärkung der sakramentalen Messfeier ausgerichtet. 1 Die drei Pfeiler des laufenden Bistumsjahres sind Synodalität, Diakonie und Evangelisierung – subsumiert unter den Begriffen «Hören, Handeln, Hoffen». Die Eucharistie als zentrales Anliegen der Gläubigen taucht in dieser Trias nicht explizit auf. 2 Für die Zukunft stehen laut Bistumsleitung «markante Einschnitte und Umbrüche» bevor – einerseits durch Pensionierungen und Personalmangel, andererseits durch sinkende Mitgliederzahlen und damit schwindende finanzielle Ressourcen. Die naheliegende Konsequenz aus dieser Lage: weitere Messzusammenlegungen und Reduktionen im pfarrlichen Alltag – genau das, was die Gläubigen am Bistumstag durch ihre blosse Anwesenheit abgelehnt haben.

Fazit: Das Bistum Chur müsste über die Bücher – aber die vorliegenden strategischen Weichenstellungen lassen nicht erkennen, dass der deutliche Ruf der Gläubigen nach der heiligen Messe als programmatische Konsequenz aufgenommen wird. Synodalität und Strukturreform stehen weiterhin im Vordergrund. Was die Menschen am Bistumstag gezeigt haben, bleibt vorerst ohne institutionelle Antwort des Bischofs und seines Bistums.

Klare Worte zur Migrationsfrage – Bischof Athanasius Schneider„Europa opfert sein christliches Erbe“

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Weihbischof aus Kasachstan fordert Schutz der kulturellen Identität / Kritik an „falscher Barmherzigkeit“ / Klare Worte in einer schweigenden Kirche

Rom/Astana – Während die meisten katholischen Bischöfe in Europa eine Politik der offenen Grenzen unterstützen, schlägt Athanasius Schneider, Weihbischof von Astana in Kasachstan, deutlich andere Töne an. In einer Zeit, in der kirchliche Würdenträger sich vor allem als Anwälte von Migranten verstehen, warnt der 63-jährige Oberhirte vor den Gefahren einer „ideologisch gesteuerten Massenmigration“ und einer drohenden Islamisierung Europas.

„Was wir erleben, ist keine echte Barmherzigkeit, sondern eine Form von kollektivem Selbstmord der europäischen Völker“, sagte Schneider kürzlich in einem Interview mit dem amerikanischen Portal LifeSiteNews. Die Aussage sorgte für Aufsehen – und für scharfe Kritik aus den Reihen liberaler Katholiken.

Stimme aus der Verfolgung

Schneiders Biografie verleiht seinen Worten besonderes Gewicht. 1961 als Antonius Schneider in der Sowjetunion geboren, wuchs er in einer wolgadeutschen Familie auf, die unter Stalin schwerste Verfolgung erlitt. Der katholische Glaube musste im Geheimen gelebt werden. Als christliche Minderheit in islamisch geprägten Regionen Zentralasiens machte die Familie Erfahrungen, die der Weihbischof heute als Warnung für Europa versteht.

„Ich weiss, was es bedeutet, wenn Christen zur Minderheit werden in einem Land, das ihnen einst gehörte“, erklärte Schneider. „Europa sollte aus der Geschichte lernen, bevor es zu spät ist.“

Seit 2011 ist der promovierte Patrologe und Mitglied der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz Weihbischof in der kasachischen Hauptstadt Astana. Trotz des kleinen, abgelegenen Bistums hat sich Schneider durch zahlreiche Bücher, Vorträge und Interviews weltweite Bekanntheit erworben – als einer der profiliertesten Verteidiger der katholischen Lehre.

Klare Positionen zur Migration

In der Migrationsfrage vertritt Schneider Positionen, die in der heutigen Kirche selten geworden sind:

Schutz der nationalen Identität: Die katholische Soziallehre anerkenne zwar die Pflicht zur Aufnahme echter Flüchtlinge, betont Schneider. Gleichzeitig aber habe jede Nation das Recht auf Selbstverteidigung und den Schutz ihrer kulturellen und religiösen Identität. „Der Katechismus selbst spricht in Nummer 2241 von der Befugnis der Staaten, die Einwanderung rechtlichen Bedingungen zu unterwerfen“, so der Bischof.

Warnung vor Islamisierung: Schneider spricht offen aus, was viele Amtsträger vermeiden: Die massive Zuwanderung aus islamischen Ländern führe zur schleichenden Verdrängung des christlichen Erbes. „Was Jahrhunderte lang durch Eroberungen nicht gelang, geschieht heute durch Migration und demographischen Wandel“, warnte er bei einem Vortrag in Wien.

Hilfe vor Ort statt Entwurzelung: Statt Menschen aus ihren Heimatländern zu holen und zu entwurzeln, plädiert Schneider für massive Hilfe vor Ort. „Wir müssen den Menschen helfen, in ihrer eigenen Kultur, bei ihren Familien zu bleiben und dort eine Zukunft aufzubauen.“

Kritik an falscher Barmherzigkeit: Eine emotionale, ungeordnete Barmherzigkeit, die nationale Grenzen und kulturelle Identitäten opfert, habe mit christlicher Nächstenliebe nichts zu tun. „Ein Vater, der sein Haus nicht schützt, ist kein barmherziger Vater, sondern ein fahrlässiger“, so Schneider.

Berufung auf die Tradition

Bei seinen Positionen beruft sich Schneider auf klassische kirchliche Quellen. Der heilige Thomas von Aquin habe in der Summa Theologiae klar zwischen verschiedenen Arten von Fremden unterschieden – zwischen friedlichen Durchreisenden und solchen, die der Gemeinschaft feindlich gesinnt sind.

Auch Papst Pius XII. habe vor einer Vermischung der Völker gewarnt, die zur Auflösung gewachsener Kulturen führen würde. „Die Lehre der Kirche war über Jahrhunderte klar“, betont Schneider. „Erst in jüngster Zeit wird Barmherzigkeit mit Grenzenlosigkeit verwechselt.“

Warum schweigen die anderen?

Schneiders Frage lautet: Warum sprechen so wenige andere Bischöfe diese Wahrheiten aus? In kirchlichen Kreisen werden verschiedene Gründe genannt: politischer Druck, Angst vor medialer Ächtung, finanzielle Abhängigkeiten – gerade in Deutschland erhalten Bistümer erhebliche staatliche Mittel für die Flüchtlingsarbeit – und Karriereängste. „Wer heute klar spricht, riskiert seine kirchliche Laufbahn“, sagt ein Priester aus Süddeutschland, der anonym bleiben möchte.

Nicht ganz allein

Ganz allein steht Schneider mit seiner Position nicht da. Kardinal Robert Sarah aus Guinea hatte in seinem Buch „Der Abend naht und schon bricht der Tag herein“ (2019) ähnlich deutliche Worte gefunden. Auch der emeritierte Glaubenspräfekt Kardinal Gerhard Ludwig Müller mahnt zur Differenzierung. Und die Bischöfe Osteuropas – etwa in Polen, Ungarn oder der Slowakei – teilen weitgehend Schneiders Sorgen.

Dennoch: In Westeuropa, wo die Migrationsfrage am drängendsten ist, bleiben solche Stimmen die Ausnahme.

Mehr als Migration

Schneiders Klarheit beschränkt sich nicht auf die Migrationsfrage. Der Weihbischof gilt als einer der entschiedensten Verteidiger der überlieferten lateinischen Messe, kritisierte scharf die Pachamama-Verehrung während der Amazonas-Synode 2019 und veröffentlichte eine „Glaubensbekenntnis-Erklärung“ gegen moderne Irrtümer.

Seine Bücher – darunter „Dominus Est – Es ist der Herr!“ über die Kommunionspendung und „Christus Vincit“, ein umfassendes Interviewbuch mit der Journalistin Diane Montagna – werden weltweit gelesen und in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Kritik an Schneider

Kritiker werfen Schneider Kulturpessimismus und mangelnde Weltoffenheit vor. „Seine Positionen sind nicht vereinbar mit dem Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils“, sagt der Bonner Fundamentaltheologe Karl-Heinz Menke. Die Kirche müsse Brücken bauen, nicht Mauern errichten.

Auch innerhalb der Migrantenseelsorge stößt Schneider auf Widerspruch. „Seine Pauschalisierungen werden den einzelnen Schicksalen nicht gerecht“, kritisiert Prälat Peter Neher von der Caritas international.

„Salz der Erde“

Schneider selbst versteht sich nicht als politischer Aktivist, sondern als Hirte der Wahrheit. „Die Kirche muss Salz der Erde sein“, sagt er. „Auch wenn das Salz manchmal beißt.“

In einer Zeit, in der viele kirchliche Würdenträger schweigen oder der politischen Korrektheit folgen, ist Bischof Athanasius Schneider zu einer Symbolfigur für jene Katholiken geworden, die sich eine mutigere, klarere Kirche wünschen. Ob seine Warnungen gehört werden, wird die Zukunft zeigen.


Zur Person: Athanasius Schneider

Geboren: 7. April 1961 in Tokmok, Kirgisische SSR
Priesterweihe: 1990
Bischofsweihe: 2006
Amt: Weihbischof von Maria Santissima in Astana (Kasachstan)
Orden: Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz
Sprachen: Deutsch, Russisch, Portugiesisch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Englisch
Wichtigste Werke: „Dominus Est“, „Christus Vincit“, „Credo: Kompendium des katholischen Glaubens“

Seine Warnungen vor einer ungeordneten Massenmigration sind keine politische Hetze, sondern Ausdruck der klassischen katholischen Soziallehre, die zwischen wahrer Nächstenliebe und ideologischer Selbstaufgabe unterscheidet.

In einer Zeit, in der viele Hirten schweigen, ist sein Mut ein Zeichen der Hoffnung. Er erinnert daran, dass die Kirche Salz der Erde sein soll – auch wenn das Salz beißt.

„Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit soll man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.“ (Mt 5,13)

Mögen mehr Hirten den Mut Schneiders finden.

Bischof Felix Gmür hält «Juramesse» in Notre Dame de Paris: «Freue mich schon sehr darauf»

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Ein Bischof freut sich auf Notre-Dame – und lässt zu Hause die Eucharistie ausdünnen

Bischof Felix Gmür feiert am 25. Juni in der berühmtesten Kathedrale der Welt. In seinem eigenen Bistum aber wird die Sonntagsmesse langsam abgeschafft.

Vor genau einem Tag gab Bischof Felix Gmür auf Kath-CH-Kanal: «Ich freue mich schon sehr darauf. Im Juni werde ich an der Juramesse in der wiedereröffneten Kathedrale Notre Dame de Paris feiern.» Der Beitrag wurde tausendfach geteilt, erhielt hunderte Kommentare.

Kaum einer dieser Kommentatoren weiss, was einige Zeit vor dieser Ankündigung im Bistum Basel beschlossen wurde.

In der internen Mitteilung vom 17. Oktober hat Felix Gmür den Pfarreien mitgeteilt, dass ab 2027 höchstens 20 Prozent aller Gemeinden im Bistum Basel noch mehr als eine Messe pro Woche haben werden. Viele werden gar keine mehr haben. An deren Stelle werden Wortgottesdienste treten.

Zu Hause wird gestrichen, in Paris gefeiert

Das ist keine ferne Zukunftsvision. Das ist schon heute Realität.

In vielen Pfarreien gibt es heute noch genau eine Messe pro Woche. Vor 5 Jahren waren es drei. In Baden wurde die Werktagsmesse ganz abgeschafft. In Brugg gibt es noch eine Messe alle 14 Tage. In Dutzenden weiteren Gemeinden sieht es genau gleich aus.

Dort wo früher ein Priester regelmässig die Eucharistie gefeiert hat, leiten heute vielerorts Pastoralassistentinnen und -assistenten die Alternative-Gottesdienste. Nicht weil es keine Gläubigen gibt. Nicht weil es keine Priester gibt. Sondern weil das eine bewusste Entscheidung dieses Bischofs ist.

Das Bistum argumentiert heute standardmässig mit dem Priestermangel. Das ist ein Teil der Wahrheit. Aber es ist nicht die ganze Wahrheit.

Priester die Messe feiern werden versetzt

Es gibt im Bistum Basel genug Priester die gerne regelmässig Messe feiern würden. Aber viele von ihnen haben Probleme.

Priester die darauf bestehen, heilige Messe zu feiern, die sich weigern Wortgottesdienste anstelle von Messe anzubieten, gelten heute im Bistum als «schwierig». Sie werden versetzt. Sie bekommen keine eigene Pfarrei mehr zugewiesen. Sie werden an den Rand gedrängt.

Im vergangenen Jahr sind alleine sieben Priester aus dem Bistum Basel weggegangen, weil sie mit dieser Linie nicht einverstanden waren. Keiner hat das öffentlich gesagt. Alle haben es privat bestätigt.

Es gibt also keinen Priestermangel. Es gibt einen Mangel an Priestern die bereit sind, die Linie des Bischofs umzusetzen.

Ein Widerspruch der man nicht ignorieren kann

Und genau das ist der Punkt der einem den Atem stocken lässt.

Der gleiche Mann der es für richtig hält, dass tausende Gläubige in seinem Bistum keine Möglichkeit mehr haben jeden Sonntag zur Heiligen Messe zu gehen, reist im Juni nach Paris. Er wird dort in Roben stehen, er wird die Eucharistie zelebrieren, er wird vor tausenden Leuten predigen über die Bedeutung der Messe.

Er wird feiern was er zu Hause abschafft.

Er wird das als grosses Zeichen des Glaubens präsentieren. Und niemand ausser den Leuten aus seinem eigenen Bistum wird den Widerspruch sehen.

Das ist kein Vorwurf dass er nach Paris fährt. Es ist nichts falsch daran in Notre Dame Messe zu feiern. Es ist etwas falsch daran, dass er dort feiert, was er den Leuten zu Hause verweigert.

Das Argument des Bistums

Natürlich gibt es eine Gegenseite. Das Bistum und die Anhänger der Linie von Felix Gmür sagen: Das ist pastorale Erneuerung. Die Kirche verändert sich. Wir können nicht mehr so machen wie vor 50 Jahren. Die Zeiten ändern sich.

Das ist ein ernst zu nehmendes Argument. Aber es ist ein Argument das an einer Stelle scheitert: Wenn die Erneuerung der Kirche darin besteht, das zentrale Element des katholischen Glaubens abzuschaffen, dann ist es keine Erneuerung. Dann ist es Auflösung.

Viele Gläubige haben kein Problem mit Veränderung. Sie haben kein Problem mit Laien die in der Gemeinde mitarbeiten. Sie haben ein Problem damit, dass die Eucharistie zu einer Option geworden ist. Zu etwas was man nur noch bei grossen Festen und bei spektakulären Ereignissen im Ausland feiert.

Was die Gläubigen erwarten

Viele fragen sich heute ganz einfach: Warum kann in Notre-Dame gefeiert werden, was im Bistum Basei kaum mehr möglich ist?

Warum ist die Eucharistie wichtig genug um 700 Kilometer nach Paris zu reisen, aber nicht wichtig genug um sie jeden Sonntag in den Dörfern und Städten des eigenen Bistums anzubieten?

Es ist schwer nachzuvollziehen, wenn ein Bischof die Eucharistie an einem symbolträchtigen Ort feierlich zelebriert, während Gläubige in seinem eigenen Bistum erleben, dass regelmässige Eucharistiefeiern in ihren Pfarreien abgebaut werden. Viele empfinden das nicht als pastorale Erneuerung. Viele empfinden das als Verrat.

Sie erwarten kein Spektakel. Sie erwarten keine grossen Reden in berühmten Kathedralen. Sie erwarten das Selbstverständliche: dass ihr Bischof der Eucharistie in seinem eigenen Bistum mindestens so viel Sorge und Priorität widmet wie dem glanzvollen Ereignis in der französischen Hauptstadt.

Denn eine lebendige Kirche entsteht nicht an weltbekannten Orten. Sie entsteht nicht vor Fernsehkameras. Sie entsteht dort, wo 25 alte Leute jeden Sonntag um 9 Uhr in einer kleinen Dorfkirche zusammenkommen. Sie entsteht dort, wo ein Priester Messe feiert für 12 Leute. Sie entsteht genau dort, wo Felix Gmür heute das Licht ausmacht.