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🇨🇭 Die Schweizer Sanktionslüge

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Wie Schweizer Firmen die Russland-Sanktionen umgehen


30’000 Lieferungen. Fünf Firmen. Ein System des Wegschauens.

Man muss es so deutlich sagen: Während die Ukraine blutet, verdient die Schweiz. Während in Kiew die Sirenen heulen, laufen in Zürich die Geschäfte. Und während die Welt von Sanktionen spricht, finden Schweizer Bauteile ihren Weg in russische Kampfdrohnen.

90 Prozent. Diese Zahl sollte jeden Schweizer Politiker aus dem Schlaf reißen. 90 Prozent der russischen Drohnen sollen Komponenten aus der Schweiz enthalten. Das sind keine Zufallstreffer der globalisierten Wirtschaft. Das ist systematisch.

30’000 Sendungen über Zwischenhändler – das passiert nicht aus Versehen. Das ist ein Geschäftsmodell. Ein Geschäftsmodell, das auf dem Rücken der Toten in Mariupol, Charkiw und Bachmut funktioniert. Jeder dieser Mikrochips, jede dieser Präzisionskomponenten könnte der Teil einer Waffe sein, die morgen eine ukrainische Familie auslöscht.

Und was macht das Seco? Gibt „unbefriedigende Antworten“. Man stelle sich vor: Da sitzt ein ukrainischer Diplomat, der gerade erfahren hat, dass wieder ein Wohnhaus von einer Drohne getroffen wurde – mit Schweizer Technik drin. Und in Bern zuckt man mit den Schultern. Prüfverfahren. Zuständigkeiten. Neutralität.

Neutralität? Nein. Feigheit.

Denn andere Länder beweisen, dass es geht. Sie stoppen die Umgehungsgeschäfte. Sie kontrollieren. Sie sanktionieren. Nur die Schweiz versteckt sich hinter ihrer angeblichen Sonderrolle. Als ob Neutralität bedeutet, beiden Seiten die Waffen zu liefern, solange nur der Papierkram stimmt.

Die Wahrheit ist unbequem: Die Schweiz ist nicht neutral. Sie ist opportunistisch. Sie redet von Werten und Völkerrecht, aber wenn es darauf ankommt, wenn es wirklich zählt, dann sind die Geschäfte wichtiger als die Glaubwürdigkeit.

Es ist eine Schande. Eine Schande für ein Land, das sich gerne als moralische Instanz inszeniert. Das Rote Kreuz, die Genfer Konventionen, der Hort der Menschenrechte – alles Makulatur, wenn gleichzeitig die Kriegsmaschine Putins mit Schweizer Präzisionstechnik läuft.

Die Ausreden müssen aufhören. Jetzt.

Entweder die Schweiz meint es ernst mit den Sanktionen – dann braucht es sofort schärfere Kontrollen, härtere Strafen und ein Ende des Durchwinkens. Oder sie gibt zu, dass ihr die Geschäfte wichtiger sind als ukrainische Leben. Beides gleichzeitig geht nicht mehr.

Denn am Ende wird man nicht fragen, was in den Gesetzestexten stand. Man wird fragen: Was habt ihr getan, als ihr es hättet stoppen können? Und die Antwort der Schweiz ist bisher beschämend.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 fliessen kriegswichtige Schweizer Produkte nach Moskau – obwohl strenge Sanktionen greifen. Eine Recherche der NZZ am Sonntag hat das System zum Erliegen gebracht. Das Ergebnis ist alarmierend


🔍 Was genau ist passiert?

Seit der Ukraine-Invasion haben fünf Schweizer Firmen über Zwischenhändler rund 30’000 Lieferungen von kriegswichtigen Gütern nach Russland verschickt. Gemeint sind vor allem hochtechnische Bauteile – Teile, die in Drohnen, Raketensysteme und militärische Infrastruktur Russlands verbaut werden.

Die Lieferungen passierten offenbar über Komplizierte Umwege: Schweizer Firmen exportierten die Waren zunächst in Drittländer, wo sie umgelabelt oder weiterverarbeitet wurden, bevor sie schliesslich in Russland landeten.


🇺🇦 Die Ukraine schlägt Alarm

Ein Berater von Präsident Selenskyj erklärte gegenüber der NZZ am Sonntag eine erschreckende Zahl:

„90 Prozent der russischen Drohnen enthalten Bauteile von Schweizer Firmen.“

Das heisst: Wenn man eine russische Drohne ansieht, die über ukrainischem Boden einschlägt, ist die Chance hoch, dass schweizerische Komponenten – Motoren, Sensoren, Mikrochips – darin verbaut sind. Und das, obwohl die Schweiz sich selbst als Sanktions-Jägerin positioniert.


🏛️ Was sagt die Schweizer Regierung dazu?

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) reagiert angeblich nur zögerlich. Laut der Ukraine werden auf deren Interventionen nur „unbefriedigende Antworten“ gegeben. Es gibt also:

  • ❌ Keine lückenlosen Kontrollen
  • ❌ Keine schnelle Unterbindung
  • ❌ Keine wirksame Bestrafung der beteiligten Firmen

🌍 Warum schafft die Schweiz das nicht – und andere Länder schon?

Die Recherche zeigt zudem, dass andere Länder deutlich konsequenter gegen Sanktionsumgehungen vorgegangen sind:

LandVorgehen
🇪🇺 EU-Länderstrenge Kontrollen, Bußgelder, Lieferstopp
🇺🇸 USASanktionslisten, Asset-Freeze
🇩🇪 DeutschlandExportkontrollen verschärft
🇨🇭 Schweizangeblich zu nachlässig

Die Schweiz hat zwar offiziell Sanktionen gegen Russland verhängt. Doch in der Praxis scheint das Reaktionssystem nicht zu greifen, solange die Waren über Zwischenhändler fließen.


⚡ Fazit: Ein lukratives Geschäft – mit Folgen

Was hier sichtbar wird, ist ein Systemversagen: Solange Rendite vor Verantwortung steht und Kontrollen Lücken haben, werden Schweizer Firmen wohl weiter profitieren – während ukrainische Zivilisten die Folgen tragen.

Die Frage, die sich stellt: Ist die Schweiz bereit, ihre Exportkontrollen wirklich konsequent durchzusetzen – oder nur auf dem Papier?

Ukrainischer Drohnenangriff in Moskau

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Bei massiven ukrainischen Gegenangriffen mit mehr als 600 Drohnen sind nahe Moskau nach Angaben russischer Behörden mindestens drei Menschen getötet worden. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets Andrej Worobjow sprach auch von fünf Verletzten, nachdem im Zuge der Angriffe zahlreiche Wohnhäuser beschädigt worden seien.

In Moskau berichtete Bürgermeister Sergej Sobjanin von zwölf Verletzten beim Angriff auf eine Ölraffinerie. Getroffen worden seien Bauarbeiter nahe der Anlage, das Werk selbst sei technisch weiter intakt.

Eigentlich rühmt sich die Hauptstadtregion damit, über die beste und dichteste Flugabwehr in Russland zu verfügen. Treffer gab es zwar schon in der Vergangenheit. Die Hauptstadtmedien berichten nun aber von einem der heftigsten ukrainischen Angriffe seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als vier Jahren – und den größten seit Jahresbeginn.

Die Russen erleben zunehmend, wie der von Kremlchef Wladimir Putin befohlene Krieg gegen die Ukraine auf sie selbst zurückschlägt. „Allen Verletzten wird die notwendige medizinische Hilfe zuteil. Den Familien der Verstorbenen und Verletzten werden wir auf jeden Fall helfen“, teilte der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, bei Telegram mit.

Russland: Fast 600 ukrainische Drohnen abgeschossen

Auf den Flughäfen der Hauptstadt saßen Reisende stundenlang fest, weil es wegen der Drohnengefahr zeitweilig keine Starts und Landungen gab. Dutzende Flüge fielen aus, verspäteten sich oder wurden auf andere Airports umgeleitet.

Kiew wehrt sich mit diesen Gegenschlägen gegen Putins Krieg. Das russische Verteidigungsministerium behauptete am Morgen, in verschiedenen Regionen 586 Drohnen abgeschossen zu haben. Das wäre eine überdurchschnittlich hohe Zahl. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar. Allein in Moskau berichtete Bürgermeister Sobjanin in seinem Telegram-Kanal von mehr als 120 abgeschossenen Flugobjekten.

In Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine starb laut örtlichen Medien ein Mann in einem Lastwagen, als das Fahrzeug von einer Drohne getroffen wurde. Eine offizielle Bestätigung der Behörden gab es zunächst nicht.

Die Zahlen der toten und verletzten Zivilisten sowie Schäden auf russischer Seite stehen in keinem Verhältnis zu den um ein Vielfaches höheren Verlusten und massiven Zerstörungen in der Ukraine durch Moskaus verheerenden Angriffskrieg.

Selenskyj: 52 Tote und Hunderte Verletzte in einer Woche

Zuvor hatte in der Ukraine Präsident Wolodymyr Selenskyj nach den tödlichen russischen Attacken Vergeltung angedroht. Allein in der zurückliegenden Woche hätten die Russen über 3.170 flugzeugähnliche Drohnen, mehr als 1.300 Gleitbomben und 74 Raketen und Marschflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt.

„Leider kamen infolge der Angriffe im Laufe der Woche 52 Menschen ums Leben“, teilte er am Morgen in seinem Telegram-Kanal mit. Weitere 346 Menschen seien verletzt worden, darunter 22 Kinder.

„Unsere Bevölkerung braucht mehr Schutz, und alles, was die ukrainische Luftabwehr unterstützt, trägt letztlich dazu bei, Leben zu retten“, sagte er. Die Ukraine brauche mehr Schutz gegen ballistische Raketen – und stärkere Unterstützung von ihren Verbündeten. Die ukrainische Flugabwehr meldete am Morgen, dass Russland mit fast 300 Drohnen angegriffen habe, 279 seien unschädlich gemacht worden.

Drohnenalarm in Lettland: Flugobjekt durchquert Luftraum

Im Baltikum informierten die Streitkräfte des EU- und Nato-Mitglieds Lettland Anwohner über eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes. Das Flugobjekt sei am Morgen in den Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilten die Streitkräfte mit. Kampfjets der Nato seien aktiviert worden, hieß es, ohne nähere Angaben. In der Vergangenheit kam es bereits zu Explosionen durch Drohnenvorfälle auf lettischem Gebiet.

„Solange die russische Aggression in der Ukraine andauert, ist es möglich, dass es erneut zu Vorfällen kommt, bei denen ausländische Drohnen in den lettischen Luftraum eindringen oder sich diesem nähern“, teilte das Militär weiter mit. Der Luftraum werde ständig überwacht, gemeinsam mit den Nato-Verbündeten sei auch schnelle Reaktion auf Bedrohungslagen gewährleistet.

Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg ist am 17. Mai 2026 zu Ende gegangen

2026: Ein Katholikentag, der überraschte

Die Vorzeichen für den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg standen unter besonderer Beobachtung. Angesichts einer angespannten Haushaltslage und einer spürbaren Krisenstimmung in Kirche und Gesellschaft blickten viele mit gemischten Gefühlen auf das Grossereignis. Doch was vom 13. bis 17. Mai 2026 in den Strassen und Hallen Würzburgs geschah, entwickelte eine Eigendynamik, die viele im Vorfeld nicht erwartet hatten.

Entgegen mancher Befürchtungen erwies sich der Katholikentag als ein Ereignis mit grosser Resonanz. Das Treffen, das unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ stand, zog deutlich mehr Menschen an als erwartet.1 Die Veranstalter sprachen von insgesamt rund 74.000 Besuchenden, was die Erwartungen übertroffen hat.2 Darunter waren etwa 23.000 Menschen mit Dauerkarten und 11.000 mit Tagestickets, ergänzt durch zahlreiche Tagesgäste aus der Region.3 Damit war der Katholikentag in Würzburg das größte Christentreffen in Deutschland seit 2018.4

Das Programm war mit rund 900 Veranstaltungen gefüllt und von aktuellen Debatten geprägt.5 Themen wie gesellschaftlicher Zusammenhalt, die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals und der Frieden in der Welt standen im Mittelpunkt.6 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, rief in seiner Abschlusspredigt zu mehr Engagement für Frieden und Menschlichkeit auf und betonte, die Kirche müsse „hinausgehen mitten ins Chaos und ins Leid dieser Welt“.7

Die Atmosphäre in der Stadt wurde als positiv und von einem Geist des Dialogs geprägt beschrieben. Bischof Dr. Franz Jung zog eine ausgesprochen positive Bilanz und hob besonders die vielen Begegnungen und das Miteinander hervor. Der Katholikentag wurde nicht als innerkirchliche Nabelschau, sondern als ein Forum für relevante gesellschaftspolitische Fragen wahrgenommen.8

So setzte der Würzburger Katholikentag ein starkes Zeichen: Trotz aller Herausforderungen ist der Wunsch nach Gemeinschaft, kritischer Auseinandersetzung und einem gelebten Glauben ungebrochen. Er wurde zu einem Fest, das Mut machte und zeigte, dass die christliche Botschaft auch in schwierigen Zeiten Relevanz besitzt.

Die Geschichte der Katholikentage reicht zurück bis ins Revolutionsjahr 1848. Hier ist eine übersichtliche und kompakte Darstellung der wichtigsten Stationen. 1848 ist nicht nur das Jahr der Märzrevolution, sondern auch die Geburtsstunde der Katholikentage. Im Oktober 1848 trafen sich in Mainz Delegierte katholischer Vereine zur „ersten Generalversammlung des Katholischen Vereins Deutschlands“ – dieses Treffen gilt als erster Deutscher Katholikentag.

Die Anfangsjahre (1848–1932)

  • 1848 Mainz — 1. Deutscher Katholikentag. Geburtsstunde der katholischen Laienbewegung inmitten der Märzrevolution. Forderungen nach Religionsfreiheit und Unabhängigkeit der Kirche.
  • 1868 Bamberg — Gründung des „Zentralkomitees der deutschen Katholikentage“ (Vorgänger des heutigen ZdK).
  • Regelmäßige Treffen fast jedes Jahr. Viele Katholikentage stehen im Zeichen des Kulturkampfs.
  • 1932 Essen — 71. Katholikentag. Letzte große Veranstaltung vor der NS-Zeit.

1933–1947: Keine Katholikentage möglich (NS-Diktatur und unmittelbare Nachkriegszeit).

Neuanfang nach dem Krieg (ab 1948)

  • 1948 Mainz — 72. Katholikentag. Grosser Neubeginn unter dem Leitwort „Der Christ in der Not der Zeit“.
  • Ab 1950 finden die Katholikentage in der Regel alle zwei Jahre statt.

Seit der Deutschen Einheit (Auswahl ab 1990)

  • 1990 Berlin — 90. Katholikentag (erstes Treffen im wiedervereinigten Deutschland)
  • 1994 Dresden — 92. Katholikentag (erstes Mal in den neuen Bundesländern)
  • 1998 Mainz — 93. Katholikentag
  • 2000 Hamburg — 94. Katholikentag
  • 2008 Osnabrück — 97. Katholikentag
  • 2012 Mannheim — 98. Katholikentag
  • 2014 Regensburg — 99. Katholikentag
  • 2016 Leipzig — 100. Katholikentag (großes Jubiläum)
  • 2018 Münster — 101. Katholikentag
  • 2022 Stuttgart — 102. Katholikentag
  • 2024 Erfurt — 103. Katholikentag
  • 2026 Würzburg — 104. Katholikentag (13.–17. Mai 2026) unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“

Über mehr als 175 Jahre hinweg haben die Katholikentage ihren Charakter stark verändert: von der politischen Freiheitsbewegung im 19. Jahrhundert über die „Heerschau“ der Nachkriegszeit bis hin zu offenen Dialogforen mit gesellschaftskritischen und reformorientierten Themen in der Gegenwart.

Der Wettbewerb um Pfarrer in Polen – eine bessere Lösung als duales System?

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Lublin/Polen: Der Wettbewerb um Pfarrer bietet die Chance, die Geistlichen besser an die Bedürfnisse der örtlichen Gemeinschaft anzupassen.

Der Wettbewerb um Pfarrstellen in den Lubliner Gemeinden ist eine landesweit einzigartige Lösung. Diese Änderung geht auf die Beschlüsse der Dritten Synode des Erzbistums Lublin zurück, die im vergangenen Herbst stattfand. Gemeinden ohne Pfarrer können nun solche Wettbewerbe ausschreiben. Genau dies geschah in 16 Gemeinden des Erzbistums Lublin.

Erzbischof Stanisław Budzik, Metropolit von Lublin

Erzbischof Stanisław Budzik, Metropolit von Lublin


Die Kandidaten müssen mindestens 15 Jahre priesterliche Erfahrung und eine Vision für die Leitung einer Pfarrgemeinde mitbringen – die Kurie Lublin sucht Kandidaten für Pfarrstellen in 16 Pfarreien. Ziel ist es, die Auswahl transparenter zu gestalten und die Pfarrer besser auf die Bedürfnisse der lokalen Gemeinden abzustimmen. „Dies ist eine großartige Gelegenheit, eine echte gemeinsame Verantwortung für die Ortskirche zu schaffen, deren grundlegende Einheit die Pfarrei ist“, sagt Pater Prof. Paweł Kaleta vom Institut für Kanonisches Recht der Katholischen Universität Lublin.

Derzeit werden Pfarrer für Pfarreien wie St. Agnes in Lublin, Heilig Geist in Chełm und Verklärung des Herrn in Firlej gesucht.

Pater Prof. Paweł Kaleta vom Institut für Kanonisches Recht der Katholischen Universität Lublin ist überzeugt, dass diese Lösung den Herausforderungen der heutigen Seelsorge gerecht wird. „Das Kirchenrecht definiert einen Pfarrer als den ‚eigentlichen Hirten‘ der ihm anvertrauten Pfarrei. Das bedeutet, dass ein Priester nicht bloß ein Kirchenbeamter ist, sondern vor allem ein ‚Hirte‘ einer realen Gemeinde – jemand, der für die ‚Schafe‘ des Evangeliums verantwortlich ist. Diese Form der Kandidatenauswahl gibt dem Priester die Rolle eines aktiven Teilnehmers an seinem eigenen Berufungsweg, was seine Motivation für die Seelsorge deutlich steigert und dem Bischof ein wirksames Instrument an die Hand gibt, um den pastoralen Plan des Kandidaten präzise auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Pfarrei abzustimmen“, argumentiert Pater Prof. Paweł Kaleta.

Ein Wettbewerb ist keine Volksabstimmung.

Pater Dr. Adam Jaszcz, Pressesprecher des Erzbistums Lublin und Mitarbeiter des Instituts für Kanonisches Recht an der Katholischen Universität Lublin, teilt diese Ansicht. „Die Änderungen zielen einerseits darauf ab, die Transparenz bei der Auswahl von Pfarrern zu erhöhen, andererseits bieten sie den Priestern der Babyboomer-Generation die Möglichkeit, sich zu engagieren, ohne auf die Anerkennung ihrer Arbeit warten zu müssen. Sie können nun selbst die Initiative ergreifen. Wichtig ist jedoch, dass es sich hierbei nicht um eine Volksabstimmung handelt, sondern um eine Erweiterung des Wissensstandes, der für die endgültige Entscheidung über die Ernennung eines Pfarrers erforderlich ist. Und diese Entscheidung liegt nach wie vor beim Erzbischof“, erklärt Pater Dr. Adam Jaszcz.

Bewerbungen von Personen, die bereit sind, die 16 Pfarreien zu übernehmen, werden bis zum 20. Mai entgegengenommen. Der Metropolit von Lublin, Erzbischof Stanisław Budzik, Großkanzler der Katholischen Universität Lublin, ermutigt in einer Sonderbekanntmachung zur Teilnahme an den Wettbewerben.

„Der Dienst eines Gemeindepfarrers erfordert eine besondere pastorale Verantwortung für das Volk Gottes, Erfahrung und die Bereitschaft, neue pastorale Herausforderungen anzunehmen“, betont Erzbischof Stanisław Budzik in seiner Mitteilung.

Der Kandidat kann eine oder mehrere Pfarreien angeben, in denen er oder sie bereit wäre, das Pfarramt zu übernehmen. Er oder sie kann auch seine oder ihre Bereitschaft erklären, eine vom Erzbischof vorgeschlagene Pfarrei anzunehmen. 

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein?

Um am Wettbewerb teilzunehmen, muss jeder interessierte Priester ein Schreiben an den Erzbischof einreichen. Dieses Schreiben muss den Kandidaten vorstellen und die Gründe für die Bewerbung um die jeweilige Pfarrei, eine Beschreibung des bisherigen priesterlichen Wirkens sowie einen Vorschlag für ein pastorales Programm, das den Bedürfnissen der Pfarrgemeinde entspricht, enthalten. Dem Schreiben sind ein Empfehlungsschreiben des Dekans, eine Bescheinigung über das Bestehen der Pfarrerprüfung, eine Bescheinigung über die Begleichung der finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Erzbistum sowie Nachweise über abgeschlossene Studien, Kurse oder sonstige Leistungen, die für die Stelle als Pfarrer relevant sein könnten, beizufügen. Mindestens 15 Jahre priesterliche Erfahrung sind erforderlich.

Laut Pater Dr. Adam Jaszcz mangelt es nicht an Interessenten für den Wettbewerb. „Das Interesse ist sehr gross; es werden weiterhin Bewerbungen bei der Kurie eingereicht und vom Bischofsrat geprüft“, fügt Pater Dr. Adam Jaszcz hinzu.

Die im Erzbistum Lublin eingeführte Lösung wird derzeit unter anderem in den Vereinigten Staaten angewendet. „Unter unseren Umständen bietet sie eine enorme Chance, eine wirkliche, gemeinsame Verantwortung für die Ortskirche aufzubauen, deren grundlegende Einheit die Pfarrei ist“, betont Pfarrer Prof. Paweł Kaleta.

Anja Windl: Bewährungsstrafe, Aufenthaltsverbot und heftiger Streit um Klimaprotest

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Die deutsche Klimaaktivistin Anja Windl (bekannt als „Klima-Shakira“) ist am 12. Mai 2026 vom Landesgericht für Strafsachen Wien zu einer achtmonatigen bedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Windl gehörte zu den prominentesten Gesichtern des österreichischen Ablegers der „Letzten Generation“. Sie wurde wegen Sachbeschädigung und schwerer Sachbeschädigung schuldig gesprochen. Kernvorwurf waren unter anderem die Blockade der Südautobahn (A2) am 20. November 2023, bei der sich die Aktivistinnen mit „Mumienhänden“ – einer aggressiven Mischung aus Sekundenkleber und Quarzsand – auf der Fahrbahn festklebten. Die Feuerwehr musste mit Spezialwerkzeugen anrücken, um die Klebeverbindungen gewaltsam zu lösen. Weitere Taten umfassten Farbattacken auf öffentliche Gebäude, darunter das Bundeskanzleramt und den Flughafen Wien-Schwechat.

In dem umfangreichen Verfahren gegen ehemalige Mitglieder der Gruppe gab es vier Schuldsprüche und einen Freispruch. Windl erhielt eine dreijährige Probezeit. Bei weiteren Straftaten droht die Vollstreckung der Haft.

Vernichtende Kritik an den Methoden der „Letzten Generation“

Die Aktionen der „Letzten Generation“ waren von Anfang an nicht nur kontraproduktiv, sondern schlicht asozial und selbstgerecht. Unter dem Deckmantel des „zivilen Ungehorsams“ haben privilegierte, meist junge und akademisch gebildete Aktivistinnen und Aktivisten bewusst den Alltag normaler Menschen sabotiert – Pendler, Berufstätige, Rettungskräfte und Kranke. Straßenblockaden, bei denen Krankenwagen stecken blieben, Feuerwehreinsätze verzögert wurden und Zehntausende im Stau standen, sind keine heldenhaften Proteste, sondern rücksichtslose Nötigung der Allgemeinheit.

Die Bilanz dieser Bewegung ist katastrophal:

  • Sie hat den Klimaschutzgedanken bei großen Teilen der Bevölkerung nachhaltig diskreditiert. Umfragen zeigten wiederholt Ablehnungsquoten von 75 bis 86 Prozent für diese Protestformen – selbst unter vielen Grünen-Wählern.
  • Statt breite Mehrheiten für echte Klimapolitik zu gewinnen, haben sie Hass und Verachtung gesät.
  • Die wirtschaftlichen Schäden (Polizeieinsätze, Reinigungskosten, Produktionsausfälle, Staus) gingen in die Millionen – bezahlt vom Steuerzahler, den sie gleichzeitig als „Klimaverbrecher“ beschimpften.
  • Moralisch besonders verwerflich: Die gleiche Gruppe, die von anderen radikalen Verzicht fordert, zeigte null Respekt vor der Lebensrealität normaler Bürger. Das war keine Klimabewegung mehr, sondern eine elitäre, narzisstische Störtruppe auf Kosten anderer.

Das endgültige Urteil über die „Letzte Generation“ hat die Geschichte selbst gesprochen: Die Gruppe hat sich 2024 in Österreich aufgelöst und offen eingestanden, dass sie „keine Perspektive für Erfolg“ mehr sieht. Sie haben nichts erreicht – außer einem massiven Imageschaden für jede seriöse Klimapolitik. Ihre Taktik war nicht mutig, sondern dumm, selbstzerstörerisch und von einer erschreckenden moralischen Arroganz geprägt. Wer andere mit Kleber und Farbe terrorisiert, um die Welt zu retten, hat das Prinzip des zivilen Ungehorsams nicht verstanden – er hat es pervertiert.

Operation „Midas“: Wie der Energoatom-Skandal die Ukraine erschüttert

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Korruption im Krieg, ein Präsident unter Druck – und Anti-Korruptionsbehörden, die plötzlich liefern

Während Russland ukrainische Städte und Energieinfrastruktur angreift, läuft im Hintergrund ein anderer Kampf: der gegen die eigene, hausgemachte Korruption.
Mit Operation „Midas“ haben die ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden 2025 den bislang größten Korruptionsfall seit Kriegsbeginn offengelegt – ausgerechnet beim staatlichen Atomkonzern Energoatom, der mehr als die Hälfte des ukrainischen Stroms liefert. 1

Die Ermittlungen belasten nicht nur Manager und Minister, sondern auch das engste Umfeld von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Und im Mai 2026 ist sein ehemaliger Kanzleichef Andrij Jermak in einem dazugehörigen Geldwäsche-Verfahren offiziell zum Verdächtigen erklärt worden. 2


2. Was genau ist „Operation Midas“?

Die Nationale Anti-Korruptionsbehörde NABU und die Spezialisierte Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft SAPO führten über 15 Monate eine verdeckte Ermittlung im Energiesektor durch. Am 10. November 2025 machten sie den Fall öffentlich und gaben ihm den Codenamen „Midas“ – in Anspielung auf den sagenhaften König, der alles zu Gold machte, was er berührte. 3

Kernpunkte:

  • Ziel: Aufklärung eines Kickback-Systems bei Energoatom
  • Beweise: Rund 1.000 Stunden abgehörte Gespräche und über 70 Durchsuchungen 3
  • Schaden: Nach Angaben der Ermittler wurden etwa 100 Mio. US‑Dollar an Schmiergeldern erpresst und gewaschen 1
  • Beteiligte: Energoatom-Manager, Regierungsberater, ein Ex‑Vizepremier, der frühere Energieminister (später Justizminister) und Geschäftsleute mit direktem Draht in den Präsidentenpalast 3

NABU nennt Operation Midas selbst einen „Flaggschiff-Fall“ der zweiten Jahreshälfte 2025. 4


3. Wie funktionierte das System? – „Mautstelle“ bei Energoatom

Im Zentrum stand ein klassischer „Tollgate“-Mechanismus:
Unternehmen, die für Energoatom arbeiteten – etwa beim Bau von Befestigungen zum Schutz von Umspannwerken und Kraftwerken vor russischen Angriffen – mussten laut Ermittlern 10–15 % des Auftragswertes als Schmiergeld zahlen, um überhaupt ihr Geld zu sehen. 1

Wichtige Elemente des Schemas:

  • „Schattenmanager“ und ihnen loyale Energoatom-Leute kontrollierten alle großen Verträge. Wer nicht zahlte, riskierte, dass Rechnungen blockiert und nicht beglichen wurden. 3
  • Die Zahlungen liefen über ein „Backoffice“ / Geldwäschezentrale in Kiew, wo Bargeld umgeschichtet, über Scheinfirmen ins Ausland verschoben und teilweise wieder in die Ukraine zurückgeführt wurde. 3
  • Laut Ermittlern floss so rund 100 Mio. US‑Dollar durch dieses System; ein Teil davon soll in Immobilien, Luxusgüter und Auslandskonten gelandet sein. 1

Brisant ist der Kontext: Während ukrainische Bürger Stromabschaltungen und russische Raketenangriffe ertragen, wurden genau die Projekte geschröpft, die eigentlich die Energieinfrastruktur schützen sollten. 1


4. Die Akteure: Von „Schattenmanagern“ bis zum Präsidentenumfeld

Unternehmernetzwerk um Tymur Mindich

Im Zentrum der Ermittlungen steht der Unternehmer Tymur Mindich (auch Tymur Mindych geschrieben) – langjähriger Geschäftspartner Selenskyjs und Mitinhaber der Produktionsfirma „Kvartal 95“, mit der Selenskyj vor seiner politischen Karriere berühmt wurde. 3

Nach Recherchen u.a. von Brookings und ukrainischen Medien sah das Muster so aus: 3

  • Dmytro Basov, ein Spitzenmanager bei Energoatom, und Ihor Myroniuk, Berater im Energiesektor, kontrollierten die Vergabe und Auszahlung von Verträgen.
  • Wer sich weigerte, 10–15 % „Provision“ zu zahlen, bekam kein Geld – trotz erbrachter Leistungen.
  • Die Kickbacks wurden im „Backoffice“ des Mindich-Netzwerks durch Oleksandr Tsukerman und mehrere Buchhalterinnen und Mittelsfrauen (u.a. Lesia Ustymenko, Lyudmyla Zorina, Ihor Fursenko) verarbeitet.

Mehrere dieser Personen wurden festgenommen oder gegen hohe Kautionen freigelassen; Mindich und Tsukerman flohen ins Ausland. 3

Minister und Spitzenpolitiker

Der Skandal reicht tief in die politische Elite:

  • Herman Halushchenko, Energieminister (2021–2025) und später Justizminister, taucht in den abgehörten Gesprächen als politischer Schirmherr des Netzwerks auf. Im November 2025 trat er nach öffentlichem Druck zurück; im Februar 2026 wurde er im Rahmen von Operation Midas wegen Geldwäsche und Beteiligung an einer kriminellen Organisation angeklagt. 3
  • Svitlana Hrynchuk, seine Nachfolgerin als Energieministerin, trat ebenfalls zurück; gleichzeitig wurde der Aufsichtsrat von Energoatom komplett ausgetauscht und eine internationale Prüfung angekündigt. 5
  • Oleksiy Chernyshov, ehemaliger Vizepremier, wurde in einem separaten Verfahren wegen unrechtmäßiger Bereicherung angeklagt, aber eng mit dem Midas-Komplex in Verbindung gebracht. 3

Zudem führt eine Spur zu Andrij Derkatsch, einem früheren Parlamentsabgeordneten, den die USA und die Ukraine als prorussischen Akteur sanktioniert haben. Die Geldwäschezentrale des Netzwerks befand sich laut Recherchen in einer Wohnung aus dem Besitz seiner Familie. 3

Das Umfeld von Präsident Selenskyj – der Fall Jermak

Am heikelsten für Selenskyj ist, dass sein engstes Umfeld direkt oder indirekt betroffen ist:

  • Mindich war jahrelang persönlicher Freund und Geschäftspartner des Präsidenten. 6
  • In NABU-Abhörmitschnitten taucht eine Figur mit dem Codenamen „Ali Baba“ auf, die laut einem Oppositionsabgeordneten Jermaks Initialen (A.B.) spiegelt; dies blieb aber lange politisch umstritten. 3
  • Bereits am 28. November 2025 durchsuchten NABU und SAPO Jermaks Wohnung; kurz darauf trat er als Leiter des Präsidialamts zurück und wurde von Selenskyj entlassen. 2

Im Mai 2026 erhielt Jermak – laut Financial Times und ukrainischen Medien – eine formelle Mitteilung, dass er als Verdächtiger in einem Korruptions- bzw. Geldwäscheverfahren geführt wird, das in engem Zusammenhang mit Operation Midas und den Energoatom-Geldern stehen soll. 2

Rechtlich gilt für genannten Personen die Unschuldsvermutung, solange es keine rechtskräftigen Urteile gibt.


5. Politische Erdbeben in Kiew

Operation Midas hat in Kiew eine Kettenreaktion ausgelöst:

  1. Rücktritte und Umbesetzungen
    • Rücktritt von Justizminister Halushchenko und Energieministerin Hrynchuk
    • Entlassung des kompletten Energoatom-Aufsichtsrats
    • später: Rücktritt von Präsidialamtschef Jermak 7
  2. Versuch, die Anti-Korruptionsbehörden zu schwächen
    • Im Juli 2025 versuchte das Parlament – mit Unterstützung aus dem Präsidialamt – NABU und SAPO der Generalstaatsanwaltschaft zu unterstellen.
    • Es kam zu den größten Anti-Regierungs-Protesten seit Kriegsbeginn; der Gesetzentwurf wurde nach massiver Kritik wieder zurückgenommen. 3
  3. Druck von EU und Öffentlichkeit
    • Die EU-Kommission betonte, dass der Fall zeige, dass die Anti-Korruptionsarchitektur funktioniere – machte aber auch klar, dass konsequenter Kampf gegen Korruption Bedingung für den EU-Beitritt bleibt. 1
    • In der ukrainischen Öffentlichkeit wird Operation Midas teils mit Verrat verglichen: Während Soldaten an der Front kämpfen, bedienen sich Teile der Elite an einem staatlichen Schlüsselunternehmen. 1

6. Was sagt der Fall über Korruption in der Ukraine wirklich?

Der Reflex vieler Beobachter lautet: „Alles beim Alten – die Ukraine ist hoffnungslos korrupt.“
Operation Midas zeigt ein differenzierteres Bild:

1. Ja, das System ist anfällig.
Die Energiebranche war schon vor dem Krieg ein Hotspot für Patronage und Kickbacks. Die Kombination aus Kriegswirtschaft, Notbeschaffungen und schwacher Governance schafft enorme Versuchungen. 8

2. Aber: Die neuen Institutionen funktionieren.
Dass NABU und SAPO mitten im Krieg ein Netzwerk mit mutmaßlich über 100 Mio. US‑Dollar Korruptionsvolumen zerschlagen, Minister stürzen und selbst das Präsidialamt ins Visier nehmen, wäre vor 2014 kaum vorstellbar gewesen. 4

3. Politische Kosten sind real.
Selenskyj und sein Team zahlen einen hohen Preis: Ein Korruptionsskandal dieser Größenordnung schwächt die Moral im Land, liefert Munition für russische Propaganda und für Skeptiker im Westen – und kratzt massiv am Image eines Präsidenten, der international als Symbol des Widerstands gilt. 3

4. Gleichzeitig ist Transparenz ein Asset.
Für westliche Partner ist entscheidend, dass solche Fälle aufgeklärt und nicht vertuscht werden. Viele EU-Vertreter betonen inzwischen, dass die Existenz eines solchen Verfahrens eher ein Argument für als gegen eine engere Anbindung ist – solange die Verfahren bis zum Ende durchgezogen werden. 1


7. Fazit: Prüfstein für die Zukunft der Ukraine

Operation Midas ist mehr als „nur“ ein weiterer Korruptionsfall. Der Skandal ist ein Stresstest für die ukrainische Demokratie:

  • Schafft es der Staat, ein Netzwerk aus Geschäftsleuten, Ministern und Präsidialvertrauten tatsächlich vor Gericht zu bringen?
  • Oder gelingt es den alten Netzwerken, die Ermittler auszubremsen, Zeugen einzuschüchtern und Verfahren versanden zu lassen?

Für die ukrainische Gesellschaft, die seit 2014 immer wieder gegen Korruption auf die Straße gegangen ist, ist die Antwort existenziell. Gelingt es, den Fall glaubwürdig aufzuarbeiten, könnte Operation Midas rückblickend als Wendepunkt gelten: als Moment, in dem sich zeigte, dass selbst mächtigste Akteure vor dem Gesetz nicht mehr sicher sind.

Scheitert die Aufarbeitung, wird der Skandal dagegen zum Bumerang – mit Folgen für die innere Stabilität, die Kriegsführung und die europäische Perspektive der Ukraine.


🚴‍♂️ Pfarrer Paweł Nowak – „Pastor on Bike“

Seine Leidenschaft für das Fahrradfahren begann schon früh.


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21 Seine Leidenschaft für das Fahrradfahren begann schon früh, aber so richtig ernst wurde es erst nach der Priesterweihe – damals kaufte er sich ein professionelles Rennrad und begann, damit zu fahren.

Ultracycling mit Herz – die Charity-Aktionen

Everesting 2023:21 Im Jahr 2023 hörte er von der Everesting-Challenge: Man muss mit dem Fahrrad so oft einen Hügel hinauffahren, bis man insgesamt die Höhe des höchsten Berges der Welt erreicht – und das **ohne Schlaf**. 21 Auf einer Pilgerreise nach Częstochowa/Tschenstochau lernte er eine Familie kennen, deren kleines Mädchen namens Antosia herzkrank war – und beschloss, das Everesting **als Charity-Aktion für sie** zu absolvieren.

Rund um Polen 2024:21 Sein nächster Traum war es, die Route des Ultramarathons rund um Polen zu fahren – entlang der polnischen Grenzen. Das sind fast **4.000 km** (genau 3.652 km). Er plante, dies in **10 Tagen** zu schaffen (ca. 365 km pro Tag). Am 15. August startete er in Żarnowiec und beendete die Tour nach 10 Tagen in Ustrzyki Górne. 23 Diese Aktion stand im Zeichen der „Filipkowa Sztafeta“ – einer Hilfsaktion für einen kranken Jungen namens Filipek aus Żarnowiec. Der Priester aus Dębica, der aktuell in **Bremen (Deutschland)** arbeitet, schloss sich dieser Aktion an.

Sein Markenname in den sozialen Medien

21 Er wurde schliesslich als „Pastor on Bike“ bekannt – ein Name, den er bewusst wählte, um seine Aktivität zu benennen, die Priestertum und Radsport vereint. Dieses Label war auch für die sozialen Medien wichtig, um Menschen für gute Initiativen zu gewinnen.


Ein wirklich bemerkenswerter Priester, der mit seinen sportlichen Leistungen und Charity-Aktionen nicht nur Jugendliche, sondern Menschen jeden Alters inspiriert!

Bemerkenswert:

Die Falschmeldung: Polnischer Priester als „Deutscher Priester“ in österreichischer kirchlicher Berichterstattung

Das ist eine veräppelte Falschinformation, die von kirchlichen Medien in Österreich verbreitet wurde, und eine echte Schande für journalistische Sorgfalt. Das ist kein Versehen, sondern schlampige Recherche und Respektlosigkeit – besonders schlimm, weil es aus der katholischen Kirche Österreich kommt, die selbst auf Wahrheit und Integrität pocht. Eine Korrektur und Entschuldigung wären längst fällig.

Fakenews-Quellen:
https://www.dersonntag.at/artikel/priester-auf-platz-3-bei-extrem-rad-wm/
https://www.katholisch.at/aktuelles/154900/race-around-austria-priester-auf-platz-3-bei-extrem-rad-wm

Kardinal Emil Paul Tscherrig ist gestorben

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Der Schweizer Kardinal Emil Paul Tscherrig ist am 12. Mai 2026 im Alter von 79 Jahren in Rom gestorben.

Dies teilte der Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, den Mitgliedern mit. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat mit tiefer Trauer vom plötzlichen Tod von Kardinal Emil Paul Tscherrig erfahren.

Zur Person

2 Emil Paul Tscherrig stammte aus einfachen Verhältnissen: Er wurde 1947 im Walliser Dorf Unterems geboren und war das älteste von acht Kindern einer Bergbauernfamilie. 1 Das Bistum Sitten weihte ihn 1974 zum Priester. Anschliessend studierte er Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Gregoriana und trat 1978 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. 3 Im Jahr 2017 berief ihn Papst Franziskus zum Apostolischen Nuntius in Italien und San Marino – eine erstmalige Ernennung eines Nicht-Italieners für dieses Amt. 3 Am 30. September 2023 wurde Emil Paul Tscherrig in das Kardinalskollegium aufgenommen. 2 Im vergangenen Jahr nahm Emil Paul Tscherrig an der Wahl von Papst Leo XIV. teil. Neben Kurienkardinal Kurt Koch war er der einzige Schweizer Papstwähler.

Folgen für die Schweiz und das Kardinalskollegium

2 Nun ist Kurt Koch der einzige verbleibende Kardinal aus der Schweiz. 2 Nach seinem Tod zählt das Kardinalskollegium noch 242 Männer, 118 von ihnen sind unter 80 Jahre alt und dürften somit derzeit einen neuen Papst wählen. 2 Papst Leo XIV. sprach den Angehörigen und der Diözesangemeinde Sion im Kanton Wallis sein Beileid aus und gedachte mit Dankbarkeit des «treuen Dienstes» von Tscherrig «als päpstlichem Vertreter in verschiedenen Ländern und später als Mitglied einiger Dikasterien des Heiligen Stuhls».

Programm der Spanien-Reise von Papst Leo XIV.

Kirchenoberhaupt reist von 6. bis 12. Juni nach Madrid, Barcelona und auf deie Kanarischen Inseln.


Genau einen Monat vor Reisebeginn hat der Vatikan das offizielle Programm des ersten Spanienbesuchs von Leo XIV. veröffentlicht. Demnach wird der Papst am 6. Juni vom spanischen Königspaar in der Hauptstadt Madrid empfangen – sie zählen zu den wenigen katholischen Monarchen weltweit. Erst zwei Tage später trifft Leo XIV. mit dem sozialistischen Regierungschef Pedro Sánchez in kleinem Rahmen zusammen, und zwar nicht – wie üblich – an dessen Regierungssitz, sondern in der Vatikanbotschaft des Landes.
An seinem ersten Tag in Spanien wird Leo XIV. in Madrid ein Sozialprojekt besuchen sowie ein Abendgebet mit Jugendlichen auf der Plaza de Lima leiten. Am 7. Juni folgt auf die Sonntagsmesse mit Fronleichnamsprozession auf der Plaza de Cibeles ein privates Treffen mit Angehörigen des Augustinerordens, den Leo XIV. über viele Jahre leitete. Fronleichnam wird in Spanien sonntags begangen. Anschließend kommt der Papst mit Vertretern aus Kultur, Kunst, Wirtschaft und Sport zusammen.
Der Folgetag (8. Juni) teilt sich auf in Treffen mit Politikern und Kirchenvertretern. Für Montagabend ist auch ein Gebet in der Almudena-Kathedrale und eine Begegnung mit der örtlichen Diözesangemeinschaft im Bernabéu-Stadion von Fußballklub Real Madrid geplant.

Nächster Stop: Barcelona
Am Dienstag (9. Juni) reist der Papst weiter in die zweitgrößte Stadt des Landes: Barcelona. In der katalanischen Hauptstadt nimmt Leo XIV. zunächst an zwei Gebetstreffen teil, darunter eines im örtlichen Olympiastadion. Am Mittwoch besucht er ein Gefängnis und die berühmte Benediktinerabtei Santa Maria de Montserrat, bevor er am Abend den höchsten Kirchturm der Welt einweiht: den Jesus-Christus-Turm der Basilika Sagrada Familia. Der feierliche Akt fällt genau auf den 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudi.
Nach Politik, Kirche und Kunst sind die beiden letzten Reisetage eng mit dem Thema Migration verknüpft. Dies sorgte im Vorfeld der Reise bereits für Konflikte zwischen Kirche und Vertretern der rechtspopulistischen Vox-Partei, die sich gegen Einwanderung ausspricht. Leo XIV. wird am 11. und 12. Juni die unter besonders hohem Migrationsdruck stehenden Kanarischen Inseln vor der Küste Afrikas besuchen.

Migranten auf den Kanarischen Inseln
Zunächst trifft er sich auf Gran Canaria mit Flüchtlingshelfern und Kirchenvertretern der Insel. Am Folgetag spricht er auf Teneriffa mit Migranten und mit Menschen, die sich für deren Integration einsetzen. Nach einer Messe am Hafen der Insel reist er zurück nach Rom.

Seligsprechung der neun Salesianer, Erzieher und Märtyrer des Zweiten Weltkriegs

Auf dem Weg zur Seligsprechung von Pater Jan Świerc und seinen Gefährten; ermordet im deutschen Konzentrationslager Auschwitz

Polen – Auf dem Weg zur Seligsprechung von Pater Jan Świerc und seinen Gefährten, den polnischen Salesianermärtyrern: So waren sie

Angesichts der Seligsprechung der neun Salesianer, Erzieher und Märtyrer des Zweiten Weltkriegs, erkennen wir in ihnen Glaubenszeugen, Hirten, die trotz schwerer Prüfungen bis zum Ende ausharrten und treu blieben. Die Anerkennung ihrer Heiligkeit wird ihr Andenken bewahren, das für die heutige junge Generation, der jegliche Autorität entzogen wurde, so wichtig ist.

Johannes Paul II. schrieb am 2. Oktober 1996 in einem Brief an Pater Tadeusz Szaniawski, den damaligen Pfarrer der Pfarrei St. Stanislaus Kostka in Krakau: „Ich erinnere mich an die Salesianerpriester, von denen während des Krieges nur der alte Pfarrer und der Inspektor übrig blieben, während alle anderen in den deutschen Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurden.“

Während des Seligsprechungsprozesses unterstrichen mehrere Zeugen ihren priesterlichen und seelsorgerischen Eifer und würdigten sie als hervorragende Priester, die es wert seien, in Erinnerung zu bleiben und verehrt zu werden.

Zeugen berichteten auch, dass die Salesianer während der kalten, dunklen Nächte im Konzentrationslager, die sie mit anderen, oft zum Tode verurteilten Gefangenen verbrachten , trotz des ihnen auferlegten Verbots die Eucharistie feierten, das Sakrament der Buße spendeten und viele Seelen, denen ihre menschliche Identität und Würde genommen worden war, auf den Tod vorbereiteten . Das Feuer ihrer Liebe, das in den dramatischsten Stunden am stärksten brannte, hallt in den Berichten der Zeugen wider, die unter den vielen Opfern der Konzentrationslager in den neun Dienern Gottes einen außergewöhnlichen und unwiederholbaren Zeugen erkannten.

Ein Augenzeuge des Leidens, das der spätere selige Pater Ludwik Mroczek SDB im Konzentrationslager erlitt, berichtet: „ Abends besuchte ich Pater Mroczek. Die Gespräche mit ihm waren tröstlich . Mit seinem schlichten Glauben und seinen aufrichtigen Worten gewann er die Herzen der Menschen und spendete ihnen Zuversicht. Er verstand es, Gottes Absicht in allem aufzuzeigen . Seine Einfachheit und Güte wirkten beruhigend auf die Menschen in diesem Meer aus Wut, Hass, Groll und Leid, das den ehrwürdigen Priester umgab. Wir liebten ihn. Er war ein Titan des Leidens.“ 

Im Herzen der Hölle des Konzentrationslagers stechen zwei Haltungen besonders hervor: unerschütterlicher Glaube und die Fähigkeit zu vergeben . In den Zeugnissen von Pater Jan Świercs Martyrium lesen wir, wie er im Augenblick seines Todes betete: „Oh Jesus, oh Jesus, erbarme dich unser.“ Sein Gebet entfachte den Zorn eines Kapos, der zu ihm sagte: „Warte, gleich werde ich dir Jesus zeigen; Gott ist nicht hier, er wird dir nicht helfen. Er wird dich mir nicht entreißen.“ Die Grausamkeit des Henkers unterbrach nicht Pater Jans vertrauensvollen Dialog mit dem Herrn, dem er alles anvertraut hatte. Von den Lippen des Dieners Gottes, der unaufhörlich seinen Erlöser anflehte, kam nur ein Flehen um Gnade.

Ein weiteres bemerkenswertes Zeugnis betrifft Pater Karol Golda . Das Konzentrationslager wurde für ihn zu einem Ort des Apostolats: „Pater Karol war ein gelassener Mensch, ein Optimist und verstand es, anderen Gelassenheit und Selbstbeherrschung zu vermitteln. Seine Freizeit verbrachte er mit seinen Mitgefangenen. Der Diener Gottes tröstete sie, stand ihnen bei, hörte ihre Beichte und begleitete sie auf ihrem letzten Weg. Niemand kann das Ausmass seines im Verborgenen verrichteten priesterlichen Wirkens beschreiben. Er tat all dies mit Freude und Eifer, weil er wusste, dass der Herr ihn genau dafür dorthin gesandt hatte .“

Der heilige Johannes Paul II. schrieb: „Das Martyrium ist letztlich ein leuchtendes Zeichen der Heiligkeit der Kirche : Die Treue zum heiligen Gesetz Gottes, bezeugt durch den Tod, ist eine feierliche Verkündigung und ein missionarisches Bekenntnis bis zum Blut, damit der Glanz der moralischen Wahrheit nicht durch die Sitten und die Mentalität der Einzelnen und der Gesellschaft verdunkelt wird“ ( Veritatis splendor , 93). Und an anderer Stelle, als er auf die Märtyrer des 20. Jahrhunderts zurückkam, erinnerte er daran, dass die Märtyrer ein Licht für die Kirche und die Menschheit seien: „Die Christen Europas und der Welt, die betend an den Schwellen von Konzentrationslagern und Gefängnissen standen, müssen dankbar sein für jenes Licht Christi, das sie in der Finsternis erstrahlen ließen“ (VII. Apostolische Reise nach Polen. Ansprache Johannes Pauls II. anlässlich des Besuchs der Basilianerkirche , 11. Juni 1999).

„Wir glauben, dass der Märtyrertod unserer Salesianer-Märtyrer eine Quelle der Inspiration für künftige Generationen sein wird, insbesondere für junge Nachfolger Christi, die, indem sie auf ihr Beispiel blicken, in ihnen grossartige Vorbilder finden werden, wie man Christus in der heutigen Welt nachfolgen und ihm bis zum Ende treu bleiben kann “, kommentierten die Salesianer sichtlich bewegt.