Das Raketen- und Satellitenunternehmen SpaceX von Elon Musk plant seinen Börsengang Insidern zufolge bereits für Mitte Juni an der Technologiebörse Nasdaq.
Demnach könnte der Ausgabepreis bereits am 11. Juni festgelegt und der Börsenstart für den 12. Juni anvisiert werden, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Damit würde der Zeitplan für den mit Spannung erwarteten SpaceX-Börsengang beschleunigt, der ursprünglich für Ende Juni geplant war. Eine schnellere Prüfung des Börsenprospekts durch die US-Börsenaufsicht SEC habe unter anderem zu der Beschleunigung geführt, hiess es weiter. Die Unterlagen sollen nun bereits am kommenden Mittwoch veröffentlicht werden, bevor am 4. Juni die Werbetour bei Investoren beginnt.
SpaceX strebt früheren Reuters-Informationen zufolge ein Emissionsvolumen von etwa 75 Milliarden Dollar bei einer Gesamtbewertung von rund 2 Billionen Dollar an. Dies wäre der grösste Börsengang aller Zeiten. Die Bewertung stellt zudem einen deutlichen Anstieg gegenüber den 1,25 Billionen Dollar dar, die bei der Fusion von SpaceX mit Musks Start-up für Künstliche Intelligenz, xAI, im Februar angesetzt worden waren. Die Papiere sollen unter dem Kürzel «SPCX» gehandelt werden. Begleitet wird die Emission von den Konsortialbanken Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup, JPMorgan und Goldman Sachs. Während SpaceX zunächst nicht auf eine Bitte um Kommentar reagierte, lehnten die Nasdaq und die SEC eine Stellungnahme ab.
Der Fall von Gebenstorf-Turgi zeigt aus Sicht von Kritikern das grundlegende Problem des Schweizer Staatskirchen-Systems. Ein weltlicher Funktionär wie Humbel entscheidet über die Verwendung von Kirchensteuern. Dass diese Gelder der Gläubigen am Ende für Anwälte, PR-Kampagnen der Initiativgruppe und private Sicherheitsdienste aufgewendet wurden, um einen katholischen Priester aus seiner eigenen Kirche auszusperren, gilt im wertkonservativen Lager als moralischer Tiefpunkt und offener Verrat am Zweck des Evangeliums.
Staatskirche im Endstadium: Wenn der Kirchensteuerbeauftragte den Glauben aushungert
Der Fall Humbel liefert das belehrende Horrorszenario des dualen Systems: Ein weltlicher Funktionär entscheidet souverän über das Schicksal heiliger Gelder – und wendet sie gegen den Heiligen selbst.
Die Ironie ist tödlich: Die Opfergaben der Gläubigen fliessen nicht in Seelsorge, sondern in die Taschen von Rechtsanwälten, Imageberatern und privaten Sicherheitsdiensten, deren einziger Auftrag es ist, einen katholischen Priester aus seinem eigenen Gotteshaus zu drängen.
Im wertkonservativen Lager spricht man hier vom Verrat schlechthin – nicht nur am kirchlichen Amt, sondern am Kern des Evangeliums. Wenn Kirchensteuer zur Kriegskasse gegen die Kirche wird, ist das staatliche Kirchentum in seiner perversesten Form realisiert: Der Staat finanziert mit dem Geld der Frommen den Rauswurf des Glaubens.
Das ist kein Skandal. Das ist Verrat. Moralischer Tiefpunkt. Denn genau dafür wurde die Kirchensteuer nie erfunden – nicht für Feldzüge, nicht für Machtspiele, nicht für die Austreibung eigener Seelsorger.
Und genau hier liegt die tickende Bombe des dualen Systems: Es gibt keine Kontrolle. Keine Trennung. Kein Korrektiv. Wer das Geld eintreibt, gibt es aus. Wer ausgeschlossen wird, hat kein Mitspracherecht. Kirche und Staat verschmelzen – und im Zweifel gewinnt nicht der Glaube, sondern der Funktionär mit dem dicksten Budget.
Humbel hat vorgemacht, wie es geht. Die Kirchensteuer als Waffe. Das Evangelium als Kollateralschaden.
Das Europäische Parlament will den europäischen Markt vor weltweiter Stahlüberkapazität schützen. Es hat am Dienstag, 19. Mai 2026 einem entsprechenden Entwurf für schärfere Einfuhrregeln zugestimmt. Die Massnahme gilt auch für die Schweiz.
Die EU-Stahlzölle seien eine indirekte „Strafe“ für die Drohnenteile, ist offiziell nicht bestätigt, aber politisch wahrscheinlich verknüpft: Die EU ist derzeit wenig gewillt, der Schweiz bei Handelsfragen (Stahl) entgegenzukommen, solange die Schweiz in der Sicherheitspolitik und bei der Durchsetzung von Exportkontrollen (Bauteile in Drohnen) als „unzuverlässiger Partner“ wahrgenommen wird. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) steht unter massivem Druck, die Lieferketten besser zu überwachen.
Am 13. April 2026 haben das Europäische Parlament und der EU-Rat eine politische Einigung über neue Schutzmassnahmen für den EU-Stahlsektor erzielt. 1 Die Verordnung basiert auf dem Kommissionsvorschlag COM(2025)726 vom 7. Oktober 2025 und ersetzt das seit 2018 bestehende Schutzregime, das am 30. Juni 2026 ausläuft.
Die wichtigsten Änderungen:
Drastisch reduzierte Importquoten:2Die Menge der zollfreien Stahlimporte soll um fast die Hälfte auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt werden.
Verdopplung der Zölle:3Wer über die Quote hinaus liefert, zahlt neu 50 % Zoll (bisher 25 %).
Schweiz nicht ausgenommen:4Nur EWR-Länder (Norwegen, Island, Liechtenstein) sind befreit. Die Schweiz ist nicht ausgenommen und unterliegt dem regulären TRQ-System sowie der 50-%-Abgabe wie alle anderen WTO-Mitgliedstaaten.
Rückverfolgbarkeitspflicht:5Importeure müssen künftig den Ort angeben, an dem der Stahl geschmolzen und gegossen wurde.
Auswirkungen auf die Schweiz:
6 Global gemessen sind Schweizer Anbieter wie Steeltec oder Stahl Gerlafingen kleine Fische – entsprechend heftig setzt ihnen die Geopolitik zu. 7 Der Protektionismus breitet sich im Welthandel aus, und die Schweiz hat bereits ein ausserordentliches Treffen des gemischten Ausschusses in Brüssel beantragt. 8 Die EU hat sich auf ein Schutzregime geeinigt, und mit der Schweiz wird nun über eine Importquote verhandelt. 9 Stahl ist zu wichtig als Werkstoff für die Produktion von Rüstungs- und Energiegütern, weshalb die EU ihren Markt schützen will.
Schweizer Bauteile in russischen Drohnen
Eine aufsehenerregende Recherche der NZZ am Sonntag (veröffentlicht am 16. Mai 2026) hat das Ausmass des Problems aufgedeckt:
Die Kernbefunde:
10 „90 Prozent der russischen Drohnen enthalten Bauteile von Schweizer Firmen“, sagt Wladislaw Wlasjuk, persönlicher Berater des ukrainischen Präsidenten Selenski.
11 Das Paket ist eine von über 30’000 Lieferungen kriegswichtiger Produkte von fünf Schweizer Firmen nach Russland, welche die «NZZ am Sonntag» exklusiv ausgewertet hat.
12 Es sind hochwertige Mikrochips der Firma STMicroelectronics mit Hauptquartier in Genf. Sie werden tausendfach in russischen Drohnen und Raketen eingebaut.
Betroffene Firmen:
13 Besonders häufig tauchen Produkte von ST Microelectronics (Genf), U-Blox (Thalwil ZH) und Traco Power (Baar ZG) auf. 14 Schweizer Firmen gehören demnach sogar zu den drittwichtigsten Lieferanten – hinter China und den USA. Der Geheimdienst hat über 5200 Bauteile aus russischen Drohnen und Raketen untersucht; 323 stammen von Schweizer Herstellern. Demnach bestehen die russischen Drohnen zu 16% aus der schweizer Produktion.
Wie funktioniert die Umgehung?
15 Besonders hochwertige Schweizer GPS-Empfänger beschaffte ein Schmugglernetzwerk. Es erscheint als der wichtigste Lieferant von Produkten der Thalwiler Firma U-Blox für ganz Russland. Es handelt sich u.a. um Teile für GPS-Systeme, die häufig in russischen Drohnen verbaut werden und essenziell sind, damit diese ihre Ziele finden. 16 Recherchen zeigen: Sanktionen werden über Drittstaaten umgangen und manipulierte Daten sollen die Herkunft der Mikrochips verschleiern. 17 Seit 2022 ist die Zahl der von Serbien nach Russland exportierten Mikroelektronik-Bauteile rasant auf hunderttausende pro Monat gestiegen, was einem Anstieg von 19’000 % entspricht.
Reaktionen:
18 Das SECO erklärte, man kenne die Problematik und stehe mit den betroffenen Firmen sowie internationalen Partnern im Austausch.
19 Wlasjuk wirft der Schweiz Versäumnisse beim Umgang mit kriegsrelevanten Exporten vor. Konkret geht es um Mikroelektronik aus Schweizer Produktion, die trotz Sanktionen über Zwischenhändler in der russischen Rüstungsindustrie landet.
20 SVP-Nationalrat Walter Gartmann fordert, mögliche illegale Lieferwege konsequent zu untersuchen. SP-Ständerätin Franziska Roth wirft dem SECO hingegen vor, das Problem zu ignorieren.
Fazit
Beide Themen verdeutlichen die nichtneutrale handelspolitische Position der Schweiz: Einerseits wird sie von den neuen EU-Stahlzöllen als Drittland behandelt (trotz enger wirtschaftlicher Verflechtung), andererseits steht sie unter massivem internationalem Druck, weil Schweizer Hightech-Komponenten – trotz Sanktionen – über Umgehungsrouten in russischen Waffensystemen landen. Dies untergräbt die Glaubwürdigkeit der Schweizer Sanktionspolitik und könnte langfristig auch die Verhandlungsposition gegenüber der EU schwächen.
Die Kirche fördert zunehmend den Dialog mit LGBT-Gruppen und einen „inklusiven pastoralen Ansatz“ gegenüber dieser sündigen Subkultur. Über die möglichen Auswirkungen der zunehmenden Homosexualität im Klerus auf ähnliche Entwicklungen wird jedoch kaum gesprochen. Unterdessen häufen sich die Homo-Skandale.
Portugiesische Medien berichteten kürzlich über skandalöse Exzesse von Geistlichen, die der katholischen Öffentlichkeit leider nur allzu bekannt sind. Dazu gehören mutmassliche homosexuelle Orgien in Pfarreien der Diözese Porto.
Der Skandal wurde in der zweiten Maiwoche von der Tageszeitung Correio da Manhã aufgedeckt. Der Vorfall wird nun von der Polizei untersucht.
Berichten zufolge veranstalteten Geistliche „Treffen“ für Homosexuelle, die sie über Online-Messenger-Dienste organisierten. Ähnliche Veranstaltungen fanden auch in Pfarrgebäuden statt. Laut einem Polizeispitzel wurden bei diesen Zusammenkünften Drogen und erotische Stimulanzien konsumiert.
Es ist fast schon beängstigend, all die Berichte der portugiesischen Medien zu erwähnen. Hervorzuheben ist, dass die Anwesenheit von Priestern für viele Teilnehmer ein besonders bedeutsames Element der Treffen darstellte.
Die Geistlichen, die sich des Skandals schuldig gemacht hatten, sollen nicht nur an den Treffen teilgenommen, sondern auch regelmässig ein Doppelleben geführt haben – einerseits die Sakramente gespendet und andererseits in ihrer Freizeit erotische homosexuelle Korrespondenz geführt haben.
Correio da Manhã behauptet, der Informant habe den Ermittlern Foto- und Videomaterial zur Verfügung gestellt, das die schwerwiegenden Anschuldigungen untermauere.
Das Bistum Porto reagierte mit einer kurzen Stellungnahme auf die Anschuldigungen und erklärte, es habe von einem derart skandalösen Verhalten nie gewusst. Die Kurie kündigte an, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um das Kirchenrecht in diesem Fall ordnungsgemäss anzuwenden.
Die Entscheidung von Leo XIV., den Apostolischen Palast wieder als päpstliche Residenz zu nutzen, markiert eine bedeutende Wende nach der Zeit von Papst Franziskus. Es ist eine Rückkehr zur Tradition, aber auch eine praktische Notwendigkeit aus Sicherheitsgründen.
Der Apostolische Palast in Castel Gandolfo bei Rom wird wieder zum Urlaubsort des Papstes. Franziskus hatte die Residenz in ein Museum umgewandelt, doch Leo XIV. entschied, sie wieder als Sommerresidenz zu nutzen. Seit 2025 verbringt der Heilige Vater regelmässig seinen Urlaub in diesem Ort und plant, auch dieses Jahr einen Teil des Sommers dort zu verbringen.
Der Apostolische Palast, der sich auf einem Hügel oberhalb des Albaner Sees befindet, bleibt den ganzen Juli über für Besucher geschlossen.
Die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, dass dort demnächst Renovierungsarbeiten beginnen, um die Residenz für die Rückkehr des Papstes vorzubereiten. 2016 wandelte Franziskus den Palast in ein Museum um. Während seines zwölfjährigen Pontifikats verbrachte er dort weder einen Sommerurlaub noch eine kurze Auszeit.
Im Jahr 2025 beschloss Leo XIV., einen Teil des Sommers in Castel Gandolfo zu verbringen. Er wohnte jedoch in der Villa Barberini, die sich auf dem Gelände befand, da das Schloss selbst noch für Touristen geöffnet war. Auch heute noch, wenn der Papst montags und dienstags für einen Kurzurlaub nach Castel Gandolfo reist, residiert er in dieser Villa.
Die Stadt dient seit der Zeit von Papst Urban VIII. im 17. Jahrhundert als Sommerresidenz der Päpste.
Leo XIV. zog im März 2026 in den Apostolischen Palast im Vatikan ein. Er bewohnte die renovierte päpstliche Wohnung, die zuvor nicht von Franziskus genutzt worden war.
Castel Gandolfo als päpstliche Residenz
Papst Leo XIV. – Der erste amerikanische Papst
7 Kardinal Robert F. Prevost aus Chicago wurde am 8. Mai 2025 als Leo XIV. zum ersten amerikanischen Papst in der Geschichte gewählt. 7 Er zog im März 2026 in die renovierten päpstlichen Apartments im Apostolischen Palast im Vatikan ein und lebt dort mit einer kleinen Gemeinschaft von Mitbrüdern, um den gemeinschaftsorientierten Stil des Augustinerordens fortzuführen.
Die wöchentlichen „Leo-Dienstage“
3 Die „Leo-Dienstage“ wurden zur Institution: Jeden Montag am Ende des Tages verlässt der Papst den Vatikan in seinem schwarzen Van und fährt, begleitet von Gendarmen und Schweizergardisten, nach Castel Gandolfo, wo er bis Dienstag bleibt. 3 An Dienstagen spielt er Tennis mit seinem peruanischen Sekretär und geht schwimmen. 3 Die hohen Mauern von Castel Gandolfo verbergen Dutzende Hektar Land, einschließlich eines überdachten Tennisplatzes und eines Schwimmbads aus der Zeit von Johannes Paul II., das kürzlich für den neuen Bewohner renoviert wurde.
Aktuelle Wohnsituation in Villa Barberini
13 Der Papst wohnt derzeit in der Villa Barberini, im Apartment, das früher für den Kardinalstaatssekretär vorgesehen war. Das Governatorat des Vatikanstaates führte Renovierungs- und Anpassungsarbeiten durch, um den Heiligen Vater unterzubringen.
Sicherheitsprobleme mit Villa Barberini
1 Villa Barberini hat mehrere Sicherheitsprobleme: Sie liegt mitten auf einer Straße, hat einen schmalen Eingang und ist für Autos und Fußgänger zugänglich. Jedes Mal, wenn der Papst kommt oder geht, warten Menschenmengen an der Tür.
Die geplante Umwandlung des Apostolischen Palastes
Zeitplan:
1 Der Papstpalast wird ab Juli 2026 für Besucher geschlossen. Tickets sind nur bis zum 30. Juni 2026 erhältlich
1 Renovierungsarbeiten sollen im Mai 2026 beginnen
12 Es handelt sich nicht um eine große Reform, sondern um grundlegende Anpassungsarbeiten, da das Anwesen in gutem Erhaltungszustand ist
Was wird aus dem Museum?1 2016 verwandelte Papst Franziskus die päpstliche Residenz in ein Museum. Von diesem Moment an wurden nie zuvor gesehene Räume für die Öffentlichkeit geöffnet, wie das Schlafzimmer des Papstes, seine persönliche Kapelle und sein privates Arbeitszimmer.
Die Sommeraufenthalte 2025
8 Leo XIV. verbrachte bereits vom 6. bis 20. Juli 2025 Zeit in Castel Gandolfo zur Erholung. 6 Am 13. August 2025 kehrte er nach Castel Gandolfo zurück, wo er vom 6.-22. Juli seinen Sommerurlaub verbracht hatte.
Historische Bedeutung
1 Castel Gandolfo wird „Vatikan II“ genannt – ein Spitzname, den Papst Johannes Paul II. der Sommerresidenz gab. Der polnische Papst nutzte die geräumigen Zimmer für Spaziergänge, zum Schreiben und ließ sogar ein Schwimmbad bauen. 1 Zwei Päpste starben dort: Papst Pius XII. im Oktober 1958 und Papst Paul VI. zwanzig Jahre später im August 1978. 1 Leo XIV. wird der 16. Papst werden, der den Sommer in der offiziellen Sommerresidenz der Päpste verbringt: dem Apostolischen Palast von Castel Gandolfo.
Papst Leos persönliche Motivation
14 Leo XIV. hat offen über die Bedeutung der Ruhe gesprochen und seine Zeit in Castel Gandolfo als Gelegenheit für körperliche Aktivitäten wie Tennis und Schwimmen sowie für geistliche Erneuerung beschrieben. 3 „Jeder Mensch sollte, um gut für sich selbst zu sorgen, Aktivitäten für Körper und Seele ausüben“, sagte der Papst und erklärte, dass diese Pause in der Wochenmitte eine Gewohnheit ist, die „ihm sehr hilft“.
Die Villa Barberini – Historischer Hintergrund
16 Die heutige Villa Barberini war eine 40 Hektar große Eigenschaft, die durch Erwerbungen von Taddeo Barberini zwischen 1628 und 1631 entstand. Der Neffe von Papst Urban VIII. kaufte verschiedene Grundstücke, und das Casino wurde von Bernini umgebaut.
„Bescheidenheit“ vom Papst Franziskus mit hohen Kosten
Die ursprüngliche Geste der Demut
2 Am 26. März 2013 gab der Vatikan bekannt, dass Papst Franziskus nicht in die päpstlichen Gemächer im Apostolischen Palast einziehen würde. Er war der erste Papst seit Pius X. (1903), der nicht in der traditionellen Papstwohnung lebte. 2 Franziskus erklärte seine Entscheidung so: „Die Residenz im Apostolischen Palast ist groß und mit gutem Geschmack, aber nicht luxuriös… Sie ist groß, aber der Eingang ist schmal. Nur eine Person kann auf einmal hinein, und ich kann nicht allein leben. Ich muss mein Leben mit anderen leben.“
Die versteckten Kosten der „bescheidenen“ Residenz
8 Die Entscheidung von Papst Franziskus, in der St. Martha-Residenz zu leben, verursachte dem Vatikan erhebliche Kosten, und der Umzug von Papst Leo zurück in das traditionelle päpstliche Apartment wird wesentliche Einsparungen bringen. Die bescheidenen Zimmer der St. Martha-Residenz waren für kurzfristige Gäste gedacht, und die Residenz des verstorbenen Pontifex wurde erweitert, um eine Küche, eine private Kapelle, einen Empfangsbereich und Platz für Personal unterzubringen – und nahm schließlich die gesamte zweite Etage der Residenz ein, mehr Raum als die päpstlichen Gemächer des Apostolischen Palastes. Mit erhöhtem Sicherheitsbedarf und schließlich auch medizinischen Einrichtungen beliefen sich die zusätzlichen Kosten der päpstlichen Residenz in St. Martha gegen Ende des Pontifikats von Papst Franziskus auf fast 200.000 € (227.000 $) pro Monat, laut einem unbestätigten Bericht in Il Tempo.
Der praktische Effekt auf das Gästehaus
12 Franziskus‘ Entscheidung entsprach seinem einfachen Geschmack und seiner Abneigung gegen den Pomp des Papsttums. Aber der praktische Effekt bedeutete auch, dass die gesamte zweite Etage des Hotels für den Papst reserviert wurde, was die Kapazität für zahlende Gäste reduzierte.
Die konservative Kritik
8 Kritiker kommentierten, dass „die Kirchenbänkler viel Geld bezahlten, um die Potemkinsche Fassade von Demut und Einfachheit dieses Pontifikats aufrechtzuerhalten.“ Sie fragten, wie viel Geld stattdessen durch den Peterspfennig an die Armen hätte gehen können, dessen Budget routinemäßig für vatikanische Betriebskosten umgeleitet wird.
Kontrast: Die Wohnverhältnisse im Detail
Franziskus in Santa Marta:
11 Franziskus lebte in der einfachen Gebäudekomplexe in der 70-Quadratmeter-Suite Nummer 201. Trotz seines Wunsches, nahe bei anderen Bewohnern zu leben, waren die Gemächer des Papstes für andere geschlossen und bewacht. 28 Als Erzbischof von Buenos Aires hatte er sich ebenfalls geweigert, den großen Bischofspalast zu bewohnen, bevorzugte bescheidenere Quartiere und kochte oft seine eigenen Mahlzeiten. Dieses Muster bescheidenen Lebens wurde zum Kern seines Ansatzes für das Papsttum.
Das Gebäude selbst:
2 Das Hotel kostete 20 Millionen Dollar, wobei ursprünglich 13 Millionen Dollar von Casino-Besitzer John E. [Connelly] zugesagt wurden. 4 Die Wohneinheiten des heutigen Gästehauses haben jeweils ein eigenes Bad, sind aber sonst schlicht gehalten. Im Unterschied zu sonstigen vatikanischen Räumlichkeiten gilt die innenarchitektonische Atmosphäre als kühl und spröde.
Leo XIV. kehrt zur Tradition zurück
12 In den folgenden 10 Monaten nach seiner Wahl führte der Vatikan umfangreiche Renovierungen der päpstlichen Wohnung im Apostolischen Palast durch, die während Franziskus‘ 12-jährigem Pontifikat nicht genutzt worden war und dringend eine Aktualisierung der elektrischen Anlagen, Sanitäranlagen und anderer Versorgungseinrichtungen benötigte. In den letzten Monaten, als Leos Einzugstermin näher rückte, wurde ein Kran auf der Baustelle gesehen. 12 Leo, der erste US-amerikanische Papst der Geschichte, hat deutlich gemacht, dass er sich wohler fühlt, wenn er die traditionelle Kleidung und Ausstattung des Papsttums verwendet. Seine Entscheidung, in den Apostolischen Palast einzuziehen, wurde besonders von konservativen Kommentatoren gelobt, die dies als Zeichen des Respekts für das Papsttum sehen.
Zusammenfassung der Kritikpunkte
Aspekt
Kritik
Kosten
~200.000 € monatlich für Sicherheit, medizinische Einrichtungen und Umbauten
Platzbedarf
Gesamte 2. Etage beansprucht – mehr als die traditionellen päpstlichen Gemächer
Gästehaus-Kapazität
Weniger Platz für zahlende Gäste (Einnahmenverlust)
Symbolik vs. Realität
„Bescheidenheit“ als Fassade, während die tatsächlichen Kosten höher lagen
Peterspfennig
Kritik, dass Spendengelder für Betriebskosten statt für Arme verwendet wurden
Die Kritik an Franziskus wegen „Hypokrisie“ bezieht sich also nicht primär auf die Umwandlung des Gästehauses selbst (das wurde bereits 1996 unter Johannes Paul II. gebaut), sondern auf den Widerspruch zwischen dem öffentlichen Image der Bescheidenheit und den tatsächlichen hohen laufenden Kosten, die Framziskus – Entscheidung verursachte.
Die Affäre um Starchirurg Francesco Maisano zieht immer weitere Kreise: Das Universitätsspital Zürich (USZ) hat nach eigenen Angaben rund zehn zusätzliche problematische Fälle identifiziert. Was zunächst als Einzelfall dargestellt wurde, entwickelt sich zu einem Skandal mit System – und wirft grundsätzliche Fragen über Aufsicht, Qualitätskontrolle und Kultur in der Schweizer Spitzenmedizin auf.
Nicht ein Einzelfall – sondern zehn weitere
Das USZ bestätigt, dass nach der Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Herzchirurg Francesco Maisano rund zehn weitere kritische Fälle ans Licht gekommen sind. Damit wird deutlich: Was die Klinikleitung möglicherweise anfangs als isoliertes Problem behandelt haben mag, ist offenbar Teil eines grösseren Musters.
Die Frage drängt sich auf: Wie konnte es so weit kommen? Und noch wichtiger: Wie viele dieser Fälle wären ohne die öffentliche Aufmerksamkeit um Maisano überhaupt je untersucht worden?
Systemversagen oder Einzelversagen?
Der Fall Maisano hatte bereits im Vorfeld für Aufsehen gesorgt. Nun zeigt sich: Es geht nicht nur um einen renommierten Chirurgen, sondern offenbar um strukturelle Defizite. Zehn weitere kritische Fälle deuten darauf hin, dass die internen Kontrollmechanismen des USZ versagt haben – oder bewusst zu locker gehandhabt wurden.
Wer kontrolliert eigentlich die Qualität medizinischer Eingriffe an einem der wichtigsten Spitäler des Landes? Wer schaut hin, wenn Warnsignale auftauchen? Und warum braucht es offenbar erst einen Skandal, damit eine Klinik ihre eigenen Fälle unter die Lupe nimmt?
Patienten als Kollateralschaden?
Hinter jedem dieser „kritischen Fälle“ stehen echte Menschen: Patientinnen und Patienten, die dem USZ vertraut haben. Die davon ausgingen, dass sie an einem Universitätsspital Spitzenmedizin erhalten – und nicht Teil eines Systems werden, in dem erst nachträglich geprüft wird, ob alles korrekt gelaufen ist.
Das Vertrauen in die Schweizer Medizin ist hoch, zu Recht. Doch gerade deshalb muss die Öffentlichkeit jetzt erwarten dürfen, dass das USZ nicht nur reagiert, sondern lückenlos aufklärt: Wer wusste was? Wann wurden Hinweise ignoriert? Und welche Konsequenzen ziehen Spitalleitung und Aufsichtsbehörden?
Transparenz ist jetzt Pflicht
Das USZ steht in der Verantwortung, nicht nur intern aufzuräumen, sondern die Öffentlichkeit vollständig zu informieren. Zehn weitere Fälle sind keine Randnotiz – sie sind ein Alarmzeichen. Wer jetzt auf Schweigen, Vertuschung oder vage Kommuniqués setzt, riskiert nicht nur seinen Ruf, sondern die Glaubwürdigkeit der gesamten Institution.
Die Schweizer Bevölkerung hat ein Recht darauf zu wissen, ob sie ihren Universitätsspitälern noch vertrauen kann. Und das USZ hat die Pflicht, dieses Vertrauen nicht mit Floskeln zu retten – sondern mit schonungsloser Aufklärung und echten Reformen.
Die Affäre um Francesco Maisano – Eine Chronologie
2014
1 Francesco Maisano wird überhastet und trotz fehlender akademischer Qualifikationen sowie ohne Erfahrung in der Führung einer Herzklinik zum Leiter der Klinik für Herzchirurgie am USZ und zum Ordinarius an der Universität Zürich ernannt. Seine zahlreichen Interessenbindungen und Nebenbeschäftigungen wurden nicht vollständig überprüft.
2016–2020: Die problematische Amtszeit
2 In den Jahren 2016 bis 2020 starben zu viele Patientinnen und Patienten, Implantate wurden teils falsch oder unnötig eingesetzt, und Warnsignale wurden intern zu spät ernst genommen. 3 Auf Basis von 4’500 Operationen ergab sich eine statistisch ausgewiesene Übermortalität von 68 bis 74 Todesfällen. 4 In 13 Fällen kam ein Medizinprodukt unangemessen zum Einsatz, insbesondere das von Maisano mitentwickelte Cardioband.
2019: Der Whistleblower
5 André Plass meldete 2019 der Spitalleitung, dass bei Maisanos Team Komplikationen, mögliche Vertuschungen und problematische Eingriffe nicht sauber aufgearbeitet würden. Damit wurde er zum Whistleblower des Falls. 6 Gleichzeitig geriet er selbst unter Druck und wurde vom USZ entlassen.
Mai 2020: Maisanos Abgang
7 Am 1. Juli 2020 wurde Prof. Dr. Paul Vogt als interimistischer Nachfolger von Francesco Maisano eingesetzt, zusammen mit seinem Stellvertreter Prof. Dr. Thierry Carrel.
2021: Maisano kehrt nach Italien zurück
8Francesco Maisano verliess das Universitätsspital Zürich 2021 und kehrte nach Mailand zurück, wo er auch heute noch als Herzchirurg arbeitet.9 Die Kanzlei Walder Wyss untersuchte die Vorkommnisse an der Herzklinik im Auftrag des USZ. Ihr Schlussbericht erschien im März 2021. 10 Er stellte Interessenkonflikte fest und hielt fest, dass Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften geschönt worden seien. Zugleich sah der Bericht keine Hinweise auf mangelnde medizinische Leistung.
2024: Vertiefung der Untersuchung
11 Die Medien berichteten weiterhin über Missstände. Der Nachfolger von Maisano, Paul Vogt, kritisierte öffentlich eine zu hohe Mortalität unter seinem Vorgänger. Deshalb setzte das USZ im Jahr 2024 eine Taskforce ein, um die Vorwürfe vertieft zu untersuchen.
Mai 2026: Der vernichtende Taskforce-Bericht
12 Der 216 Seiten starke Bericht beschreibt erstmals in allen Details die verheerende Bilanz der Ära Maisano.
Die zentralen Vorwürfe:
13 75 chirurgisch problematische Eingriffe, 64 «eher nicht zu erwartende» Todesfälle und 11 «nicht zu erwartende» Todesfälle
14 Beim überprüften Einsatz von innovativen Medizinprodukten (insbesondere Cardiobänder) wurde in 13 Fällen der Einsatz als unangemessen beurteilt.
15 Die Taskforce kam zum Schluss, dass die Probleme medizinisch, organisatorisch und moralisch schwerwiegend waren und ein Führungs- und Systemversagen vorlag.
Reaktionen:
16 Diese Vorfälle – die besonders auffälligen Todesfälle sowie der unangemessene Einsatz des Cardiobands – hat das USZ der Staatsanwaltschaft gemeldet. Die Ermittler sollen prüfen, ob strafrechtlich relevante Verfehlungen vorliegen.
17 Die drei Mitglieder des Spitalrats, die schon zur Zeit von Maisano im Amt waren, haben ihre Mandate per sofort niedergelegt.
18 André Zemp, Präsident des Spitalrats, und die CEO Monika Jänicke zeigten sich bei der Präsentation des Untersuchungsberichts schockiert von den Vorkommnissen und baten die Betroffenen und Angehörigen um Entschuldigung.
Mai 2026: Die Affäre weitet sich aus
19 Das USZ bestätigte erstmals zusätzliche «kritische Interessenbindungen» sowie zehn neue interne Fälle, in denen das Spital intervenieren musste. 20 Der Herzchirurgie-Skandal zieht in Italien Kreise. Das Mailänder Spital San Raffaele hat ein internes Audit eingeleitet. 21 Maisano bricht sein Schweigen im ersten Interview seit Bekanntwerden der Affäre und weist gegenüber der «NZZ am Sonntag» sämtliche Vorwürfe entschieden zurück. 22 Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft erklärte, dass in drei Fällen im März 2026 wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige (schwere) Körperverletzung sowie Urkundenfälschung Anzeigen eingereicht worden seien.
Die Situation in Polen verschärft sich, da gegen die Regierung Tusk Menschen auf die Strasse gehen und ihr Angriffe auf die Medienfreiheit vorwerfen. Gleichzeitig gibt es Kritik von Medienrechtsorganisationen, die der Tusk-Regierung ebenfalls problematisches Vorgehen attestieren.
Hintergrund: Der Medienübernahme im Dezember 2023
1 Ursprünglich richtete sich der Protest gegen die Umgestaltung der öffentlich-rechtlichen Medien. Die Regierung von Tusk hatte vor einigen Wochen mit dem Umbau des Fernsehsenders TVP, des polnischen Radios sowie der Nachrichtenagentur PAP begonnen. 2 Die Tusk-Regierung übernahm die staatlichen Medien, indem sie TVP, das staatliche Radio und die Nachrichtenagentur PAP in einen Liquidierungsprozess versetzte – ohne das Mediengesetz formal zu ändern. Diese Maßnahme diente als schneller Weg zur Management-Übernahme. 3 Der Verband Polnischer Journalisten (SDP) verurteilte die Maßnahmen der Regierung vom 20. Dezember scharf und bezeichnete sie als „barbarischen Angriff auf die Redefreiheit und die journalistische Unabhängigkeit“. Der SDP verwies auf die Entlassung der Leiter der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und der Polnischen Presseagentur sowie das Abschalten der Sendeanlagen von TVP Info und TVP World.
Die Grossdemonstrationen gegen Tusk in Warschau
🔹 Januar 2024: „Protest der freien Polen“
4 Mehrere Zehntausend Menschen folgten in Warschau dem Aufruf der nationalkonservativen Oppositionspartei PiS und demonstrierten gegen die Mitte-links-Regierung von Donald Tusk. PiS-Vorsitzender Jarosław Kaczyński warf in einer Rede der EU und Deutschland vor, quasi die Macht im Staat übernommen zu haben. Angeheizt wurde der Streit durch die Inhaftierung zweier verurteilter PiS-Politiker. 5 Die PiS-Anhänger versammelten sich vor dem Parlamentsgebäude in Warschau. Sie trugen polnische Fahnen sowie Plakate mit der Aufschrift: „Hier ist Polen, kein Tuskoland“ und „Kulturminister – Zensurminister“. Die Veranstalter sprachen von 100.000 bis 300.000 Teilnehmern, das Warschauer Rathaus schätzte die Zahl auf 35.000. Das Internetportal Onet kam auf eine Schätzung von 90.000 bis 120.000 Menschen. 6 Der „Protest der freien Polen“ sollte sich ursprünglich gegen die Umgestaltung der öffentlich-rechtlichen Medien richten. Die Regierung von Tusk hatte mit dem Umbau des TVP, des polnischen Radios und der Nachrichtenagentur PAP begonnen und warf ihnen vor, unter der PiS-Regierung Parteipropaganda verbreitet zu haben. Auch internationale Organisationen hatten die einseitige Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien in Polen kritisiert.
Kritik an Tusks Medienpolitik – auch von Fachorganisationen
Bedrohung konservativer Medien
7 Im April 2025 annullierte ein Verwaltungsgericht die Entscheidung des Nationalen Medienrats, konservativen Sendern wie TV Republika und wPolsce24 Lizenzen zu erteilen, und verhängte hohe Geldstrafen gegen den Ratsvorsitzenden Maciej Świrski. Świrski wurde schließlich vor dem Staatstribunal angeklagt. Die Tusk-Regierung griff damit in die Arbeit des Nationalen Medienrats ein. 8 Weitere Vorfälle umfassten Drohungen gegen regierungskritische Journalisten, wirtschaftlichen Druck auf Werbetreibende und andere Massnahmen, die den systemischen Charakter der Bedrohung der Meinungsfreiheit in Polen 2025 bestätigten.
Versuche zur Einschränkung sozialer Medien
9 Nach der Machtübernahme durch die links-liberale Regierung von Donald Tusk im Dezember 2023 sah sich Polen mit beispiellosen Bedrohungen der Meinungsfreiheit und des Medienpluralismus konfrontiert. Unter dem Vorwand der Bekämpfung von „Desinformation“ und „Hassrede“ zielte eine Reihe von Maßnahmen direkt auf die Einführung systemischer Zensur und die Eliminierung unabhängiger konservativer Stimmen. So ermöglichte ein Gesetzentwurf des Digitalministeriums vom Januar 2025 die Löschung von Online-Inhalten ohne richterliche Anordnung. 10 Auch die stellvertretende Senatspräsidentin Magdalena Biejat erklärte, die EU solle Schritte unternehmen, um den Zugang zur Plattform X in Europa einzuschränken.
Newsmax-Kontroverse
11 Als der US-Sender Newsmax seinen polnischen Ableger startete, führten Berichte über eine Verbindung zu Telekom Serbija dazu, dass Tusk-nahe Politiker die EU-Kommission aufforderten, gegen eine angebliche russische Einflussnahme in polnischen Medien vorzugehen. 12 Newsmax dürfte ein direkter Konkurrent der beiden polnischen konservativen Nachrichtenkanäle TV Republika und wPolsce24 werden, die ihre Zuschauerzahlen gerade durch die Übernahme der öffentlichen Medien durch die Tusk-Regierung steigern konnten.
Aktuellste Proteste: 20. Mai 2026
13 Für den 20. Mai 2026 ist in Warschau eine Demonstration gegen Regierungspolitik, den Green Deal und die wirtschaftliche Lage geplant, die vom Schlossplatz (Castle Square) zum Präsidentenpalast und zum Sejm führen soll.
In Prag und zahlreichen anderen tschechischen Städten kam es im Mai 2026 zu massiven Protesten für den Erhalt der Medienfreiheit und die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.1
Hintergrund dieser Demonstrationen ist ein tiefgreifender politischer Konflikt zwischen der seit Ende 2025 amtierenden Regierung und zivilgesellschaftlichen Bewegungen.
Ursache: Das geplante Mediengesetz
Die Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babiš (bestehend aus der Partei ANO, der ultra-rechten SPD und der Autofahrerpartei „Motoristen“) hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien radikal reformieren soll:2
Abschaffung der Rundfunkgebühren: Ab 2027 sollen Bürger keine direkten Gebühren mehr für das Tschechische Fernsehen (ČT) und den Tschechischen Rundfunk (ČRo) zahlen.3
Finanzierung aus dem Staatshaushalt: Stattdessen sollen die Sender direkt vom Staat finanziert werden.4 Kritiker warnen, dass dies die Medien finanziell an die jeweilige Regierung kettet und sie erpressbar macht.5
Massive Budgetkürzungen: Das Gesetz sieht vor, die Mittel für das Fernsehen um etwa 15 % und für den Rundfunk um etwa 16 % zu kürzen.6 Experten wie Reporter ohne Grenzen (RSF) befürchten, dass dies den Sendebetrieb und die Qualität der Berichterstattung gefährdet.
Die Protestwelle im Mai 2026
Die Proteste wurden maßgeblich von der zivilgesellschaftlichen Bewegung „Eine Million Augenblicke für Demokratie“ (Milion chvilek pro demokratii) organisiert:
5. Mai 2026: Zehntausende Menschen versammelten sich auf dem Prager Altstädter Ring.7 Unter dem Motto „Hände weg von den Medien“ zogen sie zum Gebäude des tschechischen Rundfunks.8
17. Mai 2026: In zwölf der grössten Städte des Landes (darunter Brünn, Pilsen und Ostrava) gingen erneut Tausende auf die Strasse. In Brünn versammelten sich die Demonstranten direkt vor dem Rundfunkgebäude, wo Mitarbeiter zum Zeichen der Solidarität Transparente aus den Fenstern hängten.
Streikbereitschaft: Die Mediengewerkschaften haben bereits im Vorfeld eine „Streikbereitschaft“ ausgerufen, um gegen die drohende „Verstaatlichung“ der Sender zu protestieren.9
Politische Einordnung
Die Situation in Tschechien wird international mit großer Sorge beobachtet.10 Kritiker ziehen Parallelen zur Entwicklung in Ungarn oder der Slowakei, wo Regierungen ebenfalls versucht haben, die Kontrolle über den öffentlichen Rundfunk zu übernehmen. Aber auch die linksliberale Regierung von Tusk in Polen hat die Kontrolle über Medien vor zwei Jahren übernommen.
Zwar belegt Tschechien in der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit (Stand Mai 2026) noch einen soliden 11. Platz, ist jedoch im Vergleich zum Vorjahr bereits leicht abgerutscht. Die Protestierenden befürchten, dass die Unabhängigkeit der Medien unter der jetzigen Regierung systematisch ausgehöhlt wird, da Andrej Babiš schon in der Vergangenheit kritisch gegenüber unabhängiger Berichterstattung eingestellt war und selbst ein bedeutendes privates Medienimperium kontrollierte.
Magnifica humanitas wird am 25. Mai veröffentlicht.
Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV., Magnifica humanitas, über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz, wird am 25. Mai veröffentlicht. Eine Präsentationsveranstaltung mit dem Papst und verschiedenen Rednern ist für denselben Tag im Vatikan geplant.
Vatikanische Nachrichten
Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV., Magnifica humanitas, über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz, wird am 25. Mai 2026 veröffentlicht.
Es trägt die Unterschrift des Papstes vom 15. Mai, dem 135. Jahrestag der Veröffentlichung der Enzyklika Rerum novarum von Papst Leo XIII .
Magnifica humanitas wird am Tag seiner Veröffentlichung um 11:30 Uhr im Synodensaal des Vatikans präsentiert.
Der Papst wird anwesend sein, ebenso wie mehrere Redner: Kardinal Víctor Manuel Fernández, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre; Kardinal Michael Czerny SJ, Präfekt des Dikasteriums für die Förderung der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung; Professorin Anna Rowlands, Theologin und Professorin an der Durham University (Vereinigtes Königreich); Christopher Olah, Mitbegründer von Anthropic (USA) und Leiter der Forschung zur Interpretierbarkeit künstlicher Intelligenz; und Professor Leocadie Lushombo IT, Professorin für politische Theologie und katholische Soziallehre an der Jesuit School of Theology / Santa Clara University in Kalifornien (USA).
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin wird die Schlussworte sprechen, gefolgt von einer Ansprache und dem Segen von Papst Leo XIV.
Wie Schweizer Firmen die Russland-Sanktionen umgehen
30’000 Lieferungen. Fünf Firmen. Ein System des Wegschauens.
Man muss es so deutlich sagen: Während die Ukraine blutet, verdient die Schweiz. Während in Kiew die Sirenen heulen, laufen in Zürich die Geschäfte. Und während die Welt von Sanktionen spricht, finden Schweizer Bauteile ihren Weg in russische Kampfdrohnen.
90 Prozent. Diese Zahl sollte jeden Schweizer Politiker aus dem Schlaf reißen. 90 Prozent der russischen Drohnen sollen Komponenten aus der Schweiz enthalten. Das sind keine Zufallstreffer der globalisierten Wirtschaft. Das ist systematisch.
30’000 Sendungen über Zwischenhändler – das passiert nicht aus Versehen. Das ist ein Geschäftsmodell. Ein Geschäftsmodell, das auf dem Rücken der Toten in Mariupol, Charkiw und Bachmut funktioniert. Jeder dieser Mikrochips, jede dieser Präzisionskomponenten könnte der Teil einer Waffe sein, die morgen eine ukrainische Familie auslöscht.
Und was macht das Seco? Gibt „unbefriedigende Antworten“. Man stelle sich vor: Da sitzt ein ukrainischer Diplomat, der gerade erfahren hat, dass wieder ein Wohnhaus von einer Drohne getroffen wurde – mit Schweizer Technik drin. Und in Bern zuckt man mit den Schultern. Prüfverfahren. Zuständigkeiten. Neutralität.
Neutralität? Nein. Feigheit.
Denn andere Länder beweisen, dass es geht. Sie stoppen die Umgehungsgeschäfte. Sie kontrollieren. Sie sanktionieren. Nur die Schweiz versteckt sich hinter ihrer angeblichen Sonderrolle. Als ob Neutralität bedeutet, beiden Seiten die Waffen zu liefern, solange nur der Papierkram stimmt.
Die Wahrheit ist unbequem: Die Schweiz ist nicht neutral. Sie ist opportunistisch. Sie redet von Werten und Völkerrecht, aber wenn es darauf ankommt, wenn es wirklich zählt, dann sind die Geschäfte wichtiger als die Glaubwürdigkeit.
Es ist eine Schande. Eine Schande für ein Land, das sich gerne als moralische Instanz inszeniert. Das Rote Kreuz, die Genfer Konventionen, der Hort der Menschenrechte – alles Makulatur, wenn gleichzeitig die Kriegsmaschine Putins mit Schweizer Präzisionstechnik läuft.
Die Ausreden müssen aufhören. Jetzt.
Entweder die Schweiz meint es ernst mit den Sanktionen – dann braucht es sofort schärfere Kontrollen, härtere Strafen und ein Ende des Durchwinkens. Oder sie gibt zu, dass ihr die Geschäfte wichtiger sind als ukrainische Leben. Beides gleichzeitig geht nicht mehr.
Denn am Ende wird man nicht fragen, was in den Gesetzestexten stand. Man wird fragen: Was habt ihr getan, als ihr es hättet stoppen können? Und die Antwort der Schweiz ist bisher beschämend.
Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 fliessen kriegswichtige Schweizer Produkte nach Moskau – obwohl strenge Sanktionen greifen. Eine Recherche der NZZ am Sonntag hat das System zum Erliegen gebracht. Das Ergebnis ist alarmierend
🔍 Was genau ist passiert?
Seit der Ukraine-Invasion haben fünf Schweizer Firmen über Zwischenhändler rund 30’000 Lieferungen von kriegswichtigen Gütern nach Russland verschickt. Gemeint sind vor allem hochtechnische Bauteile – Teile, die in Drohnen, Raketensysteme und militärische Infrastruktur Russlands verbaut werden.
Die Lieferungen passierten offenbar über Komplizierte Umwege: Schweizer Firmen exportierten die Waren zunächst in Drittländer, wo sie umgelabelt oder weiterverarbeitet wurden, bevor sie schliesslich in Russland landeten.
🇺🇦 Die Ukraine schlägt Alarm
Ein Berater von Präsident Selenskyj erklärte gegenüber der NZZ am Sonntag eine erschreckende Zahl:
„90 Prozent der russischen Drohnen enthalten Bauteile von Schweizer Firmen.“
Das heisst: Wenn man eine russische Drohne ansieht, die über ukrainischem Boden einschlägt, ist die Chance hoch, dass schweizerische Komponenten – Motoren, Sensoren, Mikrochips – darin verbaut sind. Und das, obwohl die Schweiz sich selbst als Sanktions-Jägerin positioniert.
🏛️ Was sagt die Schweizer Regierung dazu?
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) reagiert angeblich nur zögerlich. Laut der Ukraine werden auf deren Interventionen nur „unbefriedigende Antworten“ gegeben. Es gibt also:
❌ Keine lückenlosen Kontrollen
❌ Keine schnelle Unterbindung
❌ Keine wirksame Bestrafung der beteiligten Firmen
🌍 Warum schafft die Schweiz das nicht – und andere Länder schon?
Die Recherche zeigt zudem, dass andere Länder deutlich konsequenter gegen Sanktionsumgehungen vorgegangen sind:
Land
Vorgehen
🇪🇺 EU-Länder
strenge Kontrollen, Bußgelder, Lieferstopp
🇺🇸 USA
Sanktionslisten, Asset-Freeze
🇩🇪 Deutschland
Exportkontrollen verschärft
🇨🇭 Schweiz
angeblich zu nachlässig
Die Schweiz hat zwar offiziell Sanktionen gegen Russland verhängt. Doch in der Praxis scheint das Reaktionssystem nicht zu greifen, solange die Waren über Zwischenhändler fließen.
⚡ Fazit: Ein lukratives Geschäft – mit Folgen
Was hier sichtbar wird, ist ein Systemversagen: Solange Rendite vor Verantwortung steht und Kontrollen Lücken haben, werden Schweizer Firmen wohl weiter profitieren – während ukrainische Zivilisten die Folgen tragen.
Die Frage, die sich stellt: Ist die Schweiz bereit, ihre Exportkontrollen wirklich konsequent durchzusetzen – oder nur auf dem Papier?