In der Grenzregion zwischen Thailand und Kambodscha ist es erneut zu militärischen Auseinandersetzungen gekommen, die die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter anheizen. Thailändische Streitkräfte haben als Reaktion auf einen Angriff kambodschanischer Soldaten Luftschläge auf mehrere Ziele im Nachbarland durchgeführt.
Laut Berichten des thailändischen Armeesprechers Winthai Suvaree eröffneten kambodschanische Truppen das Feuer auf thailändische Einheiten in der Provinz Ubon Ratchathani, was zu einem Opfer und mehreren Verletzten auf thailändischer Seite führte. Daraufhin entschied sich die thailändische Luftwaffe, militärische Ziele in Kambodscha anzugreifen, um die Bedrohung zu neutralisieren.
Kambodscha hingegen beschuldigte Thailand, seine Truppen in den Provinzen Preah Vihear und Oddar Meanchey angegriffen zu haben. Zudem sollen Panzer der thailändischen Armee Schüsse auf historische Tempelanlagen in der Region abgegeben haben. Die kambodschanische Regierung betonte, dass sie nicht das Feuer erwidert habe, um die Lage nicht weiter zu verschärfen.
Der Konflikt um die Grenzziehung im sogenannten Smaragd-Dreieck schwelt bereits seit Jahrzehnten und wird durch unklare Grenzlinien aus der Kolonialzeit zusätzlich verkompliziert. Obwohl beide Länder Ende Oktober unter Vermittlung der USA ein Friedensabkommen unterzeichnet hatten, wurde dessen Umsetzung von Thailand ausgesetzt, nachdem zwei thailändische Soldaten durch eine Landmine verletzt worden waren. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen in der Region mit Sorge, da ein längerfristiger Frieden bislang nicht in Sicht ist.

