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Kommentar zur Kirchgemeindeversammlung vom 21. November 2023

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Einleitung:
Nach der wiederholten Kirchgemeindeversammlung Gebenstorf-Turgi, die manipulativ die Meinung der Öffentlichkeit beeinflussen will, wird die Gelegenheit genuzt, Stellung zu
beziehen zur aktuellen Situation in der Kirchgemeinde und zu Aussagen, die im
Kirchgemeindebüchlein stehen, das den Steuerzahler anlässlich der Kirchgemeindeversammlung vom
21. November 2023 zugeschickt wurde. Wie die letzten Male wird dies sehr detailliert
und sachlich getan, damit jeder Leser sich von der Objektivität und Richtigkeit der Aussagen
überzeugen kann. Alle verwendeten Informationen sind öffentlich und keine Aussage
basiert auf Mutmassungen, sondern auf Fakten. Man kann keine kirchliche Gemeinschaft auf Hass aufbauen. Wenn aber dieser Hass leider viele alteingesessene Bürger in Gebenstorf und Turgi
mobilisiert hat, gegen die damalige Kirchenpflege vorzugehen, so ist damit für die Zukunft
der Kirche nichts gewonnen.

Gottesdienste in den Pfarreien:

„Drei Pfarreien und zwei Priester
haben“. Da dies im Bistum Basel
Seltenheit ist und die Heilige Messe durch Wortgottesdienste ersetzt wird, können die
Kirchgemeindemitglieder sehr zufrieden sein mit der jetzigen Besetzung. Bei dieser
Gelegenheit soll aber daran erinnert werden, dass das Hauptanliegen der sogenannten
Initiativgruppe um Frau Hilde Seibert, Herrn Dr. Bernhard Hollinger und Herrn Andreas Zillig
der Wunsch war, mehr Wortgottesdienste bzw. alternative Gottesdienste durchzuführen. Die
drei jetzigen Mitglieder der Kirchenpflege vertraten die Meinung, dass die häufige
Durchführung der Heiligen Messe nicht mehr zeitgemäss ist, sondern durch neue Formen der
Liturgie ersetzt werden sollte. Obwohl diese Aussage den empirischen Fakten widerspricht,
da Wortgottesdienste überall im Bistum sehr schlecht besucht sind, vertrat die Gruppe
vehement diese Meinung. Es ist bemerkenswert, dass von der Liebe zu Wortgottesdiensten
nicht mehr viel übriggeblieben ist, nachdem die drei früheren Kritiker nun die Verantwortung
in der Kirchgemeinde tragen. Man kann als Pfarreimitglied nur sehr froh über diesen Sinneswandel sein, jedoch zeigt es auch auf, wie unehrlich das damalige Vorgehen gegen die
frühere Kirchenpflege war.

Jahresbericht des Präsidenten (Kirchgemeindeversammlungsbüchlein vom November 2023):

– Andreas Zillig führt aus (Seite 8), dass Daniel Ric die Aktenübergabe nicht ordnungsgemäss
durchgeführt habe. Auch bei früheren Gelegenheiten hat Andreas Zillig seine Versäumnisse
als Kirchenpfleger damit begründet, dass ihm gewisse Dokumente nicht zur Verfügung
standen. Dies widerspricht der Wahrheit, da Herrn Zillig nach seiner Wahl im Jahr 2018 in die
Kirchenpflege, von seinem Vorgänger, Herrn Clemens Frei, ein
sehr ausführliches Dossier überreicht wurde. Zudem war Herr Zillig bereits von 2011-2013 in
der Kirchenpflege, was die Ahnungslosigkeit, mit der er sein Unvermögen entschuldigt, noch
weniger glaubhaft macht. Ende Dezember 2022 wurde Andreas Zillig per Mail angeschrieben
und ihm mitgeteilt, dass die Akten übergeben werden, die Daniel Ric als Präsident der
Kirchenpflege rechtmässig bis zum Ende der Amtsperiode bei sich aufbewahrte. Als er
zum anschliessend verabredeten Termin mit den Akten nach Gebenstorf kam, war niemand
von der Kirchenpflege im Sekretariat, was ihn bewog, die Ordner vor der Eingangstüre des
Pfarrhauses zu deponieren. Erst nachdem er alle Ordner ausgeladen hatte, kam Andreas
Zillig aus dem Pfarrsaal und forderte Herr Ric auf, mit ihm die Akten anzusehen. Solche freche Forderung an den scheiternden
Kirchenpflegepräsidenten, war beispiellos. Es kam keinem Vorgänger im Amt, eine solche
Forderung an seine Amtsvorgänger zu stellen, da es vor allem die
Sache der Neugewählten ist, sich in die Ordner einzulesen. Wichtig ist hier zu erwähnen, dass
es sich bei den Akten nicht um Informationen handelte, welche die laufende operative
Tätigkeit der Kirchgemeinde tangieren. Herrn Zillig standen bereits zum damaligen Zeitpunkt
durch das Archiv der Kirchgemeinde, durch die Aktenübergabe von Herrn Frei und durch die
Auskünfte des Treuhandbüros alle relevanten Informationen zur Verfügung.
– Herr Zillig schreibt, dass das Kündigungsverfahren von Pater Adam die
Kirchgemeinde nur indirekt tangiert (Seite 8). Dies entspricht nicht der Wahrheit. Die
Rekurskommission hat entschieden, dass die Kirchgemeinde Gebenstorf-Turgi Pater Adam
30000 Franken schuldet. Es stellt eine grobe Vernachlässigung der Informationspflicht dar,
dass Andreas Zillig dies bewusst verschweigt und mit der Formulierung, wonach die Kirchgemeinde nur indirekt tangiert sei, den Stimmbürgern suggeriert, zukünftige
Gerichtsurteile würden die Kirchgemeinde nicht betreffen.

Kirchenaustritte:

Die Kirchenaustritte im Jahre 2022 sind kleiner gewesen als beispielweise 2019 (Seite 33). Die frühere Kritik an der
damaligen Kirchenpflege, sie sei verantwortlich für die vielen Kirchenaustritte, habe sich damit als
falsch erwiesen. Es wurde hierzu immer wieder öffentlich gesagt, dass im ganzen Bistum Basel
viele Menschen aus der Kirche austreten und die interne Pfarrei-Situation nur geringfügig eine
Rolle spielt. Diese Tatsache bewahrheitet sich auch für das Jahr 2023. Bis Ende September
sind bereits mehr als 60 Menschen ausgetreten, wobei die Austritte während des Jahres
nicht linear verlaufen, sondern sich Ende Jahr vermehren. Die Tatsache, dass im September
so viele Menschen ausgetreten sind, hat nur bedingt etwas mit der Pilotstudie zur
Missbrauchsproblematik zu tun, sondern mit der Begleichung der Steuerschuld, die Ende
Oktober fällig wird. Vor allem in den letzten Monaten des Jahres wird den Menschen
bewusst, wie viel sie für die Kirche bezahlen müssen, obwohl die meisten keine Dienste in
Anspruch nehmen. Wenn dann noch ein Skandal die Kirche in ein schlechtes Licht rückt, ist
die Bereitschaft, den Austritt zu erklären, sehr gross. Die reformierte Kirche ist von der
gleichen Entwicklung betroffen, dies in den letzten Jahren noch in einem stärkeren Ausmass
als die katholische Kirche. Die schwierig werdende wirtschaftliche Situation und der fehlende
Bezug zur Kirche werden in den nächsten Jahren noch zu mehr Kirchenaustritten im
Bistum führen, da in der Pastoral sehr wenig gemacht wird, um die Menschen vom Glauben zu überzeugen.

Ressort Bau und Liegenschaften:

– Alle Reparaturarbeiten (Seite 10 und 11), die für das Pfarrhaus Turgi aufgelistet wurden,
haben keinen Zusammenhang mit der kurzzeitigen Belegung des Pfarrhauses von Priestern
und anderen Personen, sondern mit der 20-jährigen Miete des ehemaligen Gemeindeleiters Diakon Peter Daniels.
Der damaligen Kirchenpflege wurde häufig der Vorwurf gemacht, sie investiere wenig in die
beiden Kirchen und sonstigen Pfarreiräumlichkeiten. Die jetzige Kirchenpflege hat hier keine
Kursänderung vorgenommen. Das Pffarhaus Turgi wurde installationsmässig saniert, damit der zukünftiger Käufer davon mutmasslich profitieren kann. Dazu soll die finanzielke Situation der Kirchgemeinde als tragisch kreiirt werden, damit die Immobilien-Verkäufe aus Pfarrei reibungslos als „Notlösung“ bewilligt werden können. Wer saniert ein Hause, wenn er kein Geld hätte und vor Konkurs stehen würde?

Zusammenarbeitsvertrag mit Birmenstorf:

Es war der Wunsch der damaligen Kirchenpflegen von Gebenstorf-Turgi und Birmenstorf, die
gemeinsame Zusammenarbeit möglichst unbürokratisch zu gestalten. Da die Bereitschaft,
sich ehrenamtlich einzusetzen, in der Gesellschaft abnehmend ist, müssen die Anzahl
Sitzungen reduziert werden. Dieser Zusammenarbeitsvertrag schafft wieder neue
Kommissionen, die genau das Gegenteil dieser bürokratischen Entschlackung bedeuten.
Diese Aufblähung der Strukturen steht in einem grossen Widerspruch zur pastoralen Realität
der drei Pfarreien. Am Anfang der Kirchenpflegetätigkeit 2011 haben sich die beiden
Kirchenpflegen überlegt, wie man die gemeinsame Zusammenarbeit im Rahmen des PEP (Pastoraler Entwicklungsplan) intensivieren könnte. Es ist in den Folgejahren gelungen,
die Gottesdienstzeiten anzupassen und den Oberstufenunterricht sowie die
Firmvorbereitung gemeinsam zu gestalten. Alle Beteiligten waren sich einig, dass vor allem
im Jugendbereich sehr viel Gutes geleistet wurde und es sehr viel Sinn macht, hier die
Zusammenarbeit zu intensivieren. Heute „unter Zillig“ findet in diesem Bereich keine gemeinsame
Zusammenarbeit statt. Man schafft mit diesem Zusammenarbeitsvertrag daher
staatskirchenrechtliche Strukturen, ohne diese mit pastoralem Inhalt zu füllen.

Rechnung 2022:

-Bereits im Vorjahr wurde die Kirchgemeinde absichtlich geschädigt, indem absichtlich
unterlassen wurde, die Verrechnung der Personalkosten mit Birmenstorf durchzuführen. Um
die Rechnung 2021 schlechter aussehen zu lassen, als sie tatsächlich war, hat man zu diesem Mittel gegriffen.

– Auch für das Jahr 2022 versucht die jetzige Kirchenpflege, die Rechnung möglichst zu verschlechtern, damit die anwesenden Stimmbürger diese ablehnen. Es wird erwähnt (Seite 20), dass der Bruttolohn von Pater Adam für die Monate Januar bis März 2022 (42 548
Franken) betragen hat. Dieser Bruttolohn stimmt bei weitem nicht überein mit dem Lohn, der
Herrn Pater Adam ausgewiesen wurde durch die Kirchgemeinde. Hier stellt sich die Frage,
was es für einen Sinn macht, die Stimmbürger über eine Rechnung abstimmen zu lassen, die
offensichtliche Widersprüche und Betrug enthält?

Budget 2024/Finanzplan:

Es war immer ein Anliegen, die finanzielle Stabilität der Kirchgemeinde sicherzustellen. Als die Kirchenpflege das Amt 2011 übernahm, stagnierten die Steuereinnahmen, nachdem jahrelang ein
Wachstum zu verzeichnen war. Es hatte sehr gute Finanzverantwortliche, mit denen
Sparmassnahmen ergriffen wurden, damit die Kirchgemeinde nicht langfristig rote Zahlen schreibt. Vor der Corona-Pandemie konnte die Kirchgemeinde grosse Überschüsse verzeichnet, was für zusätzliche Abschreibungen verwendet wurde, um den zukünftigen
finanziellen Spielraum der Kirchgemeinde zu vergrössern. Die Steuern sind 2022 stark eingebrochen, was nicht die Schuld der Kirchenpflege ist. Durch die vielen Kirchenaustritte, die das ganze Bistum seit Jahren verzeichnet, war es eine Frage der Zeit, bis die Steuern einbrechen. Dieser Trend wird sich auch nicht mehr umkehren, da in den
vergangenen Jahrzehnten vor allem jüngere Menschen ausgetreten sind, potenzielle Steuerzahler, die kräftig zum Steuerertrag beitragen könnten. Es ist davon auszugehen, dass
durch die weiteren Austritte, welche die Kirchgemeinde 2022 und 2023 zu beklagen hatte, die Steuern weiter sinken werden. Auch wenn die Kirchenpflege keine Schuld an den sinkenden Steuereinnahmen hat, so müsste sie Massnahmen ergreifen, um die
Aufwandsüberschüsse zu minimieren. Die Gemeinden melden den Kirchgemeinden die
Steuererträge normalerweise im Februar. Das bedeutet, dass die jetzige Zillig-Kirchenpflege seit fast zehn
Monaten von der schwierigen Situation weiss und nichts gemacht hat.
Wenn es sieben Kirchenpflegemitglieder und drei Mitglieder der Finanzkommission nicht schaffen, entsprechende Massnahmen
einzuleiten, stellt dies ein Versagen dar. Das Defizit 2023 ist auf rund 60 000 prognostiziert, dasjenige von 2024 auf rund 100 000 Franken. Das bedeutet, dass die Kirchgemeinde mit grosser Wahrscheinlichkeit in nur zwei Jahren eine Senkung des Eigenkapitals um 160 000 Franken erfährt. Das wird höchstwahrscheinlich die Not des Verkaufs auslösen. Das sanierte Pfarrhaus wird dazu schon vorbereitet und „freundschaftlich“ verkauft werden. Von den vielen Budgetberatungen, von denen die Kirchenpflege spricht (Seite 10), ist im Budget nichts spürbar. Die Zahlen sind an denjenigen der Vorjahre angeglichen. Hinzu kommt, dass im pastoralen Bereich die Synergien, die durch
die Zusammenarbeit zwischen Birmenstorf und Gebenstorf-Turgi möglich wären und pastoralen Sinn machen, nicht genutzt werden, obwohl hierfür sogar Personal angestellt wurde. Hier
verweise man auf diese Ausführungen zum Oberstufenunterricht.
Besonders störend ist die bewusste oder auch nur gespielte Ohnmacht, welche die
Verantwortlichen der Kirchgemeinde an den Tag legen. Die Kirchenpflege spricht bei der
Aufwandsseite von fixen Ausgaben, die nicht variabel sind (Seite 9). Diese Aussage ist natürlich völlig falsch.
Um dies an einem Beispiel aufzuzeigen: In der Kirchgemeinde
Birmenstorf wird für den Sakristanendienst rund 10 000 Franken budgetiert, in der
Kirchgemeinde Gebenstorf-Turgi sind die Löhne der Sakristaninnen viel höher. Diese Ausgaben lassen sich
natürlich massiv reduzieren, wenn die Kirchenpflegen mit Sakristanen keine familäre Beziehung hätten. In einer Zeit, in der die Volkskirche im Sterben liegt, muss man
sich überlegen, inwiefern es Sinn macht, gewisse Aktivitäten und Beziehungen durch Kirchensteuergelder zu
finanzieren. In anderen Ländern wird viel von dem, was hier mit Steuergeldern finanziert
wird, ehrenamtlich durchgeführt. Wenn die jetzige Kirchenpflege von Fixkosten spricht, dann deswegen, weil sie all den Angestellten und pfarreilichen Gruppierungen im Zuge ihrer
Kampagne gegen die damalige Kirchenpflege Versprechungen gemacht hat, die sie nun erfüllen möchte. In Tat und Wahrheit könnte man sehr viel Geld bereits jetzt einsparen, wäre
der Wille vorhanden bzw. auch das Wissen rund um die Kirche.

«Das Ei des Columbus» – Die Kirche als Immobilienhändlerin:

Die Kirchenpflege möchte nun eine Kommission aus 4 bis 6 Mitgliedern bilden, welche
Vorschläge ausarbeiten soll, um die finanzielle Situation zu verbessern. Es stellt sich die
Frage, wie 4 bis 6 Kirchgemeindemitglieder, die sich in die ganze Materie einarbeiten
müssen, Ideen entwickeln sollen, um die Kostensituation zu verbessern. Die grossen
Kostenblöcke bilden die Personalausgaben. Ob diese in dieser Grössenordnung angemessen
sind, kann man nicht beurteilen, wenn keine adäquaten Stellenbeschriebe erstellt werden.
Hier liegt auch ein Versagen vor. Aber es wurde in früheren Kirchgemeindeversammlungen darauf hingewiesen, dass die Personalkosten zu überdenken sind. Um dies an einem Beispiel zu
verdeutlichen, das wohl für jedermann einleuchtend ist:
Die Personalkosten für den
Sakristanendienst und das Pfarreisekretariat betragen für die Kirchgemeinde etwa gleich viel
wie der Kostenanteil für die Seelsorger (Budget 2024). Dieser Zustand ist so nicht haltbar.

Man habe wenig Hoffnung, dass die neu zusammengesetzte Kommission sowie die
Kirchenpflege den Mut haben, die notwendigen Korrekturen vorzunehmen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit setzt die Kirchenpflege ihre Hoffnung darauf, neue Einnahmequellen zu erschliessen. (In diesem Zusammenhang möchte man noch darauf hinweisen, wie die 5G-
Antenne, gegen die Mitglieder der sogenannten Initiativgruppe lautstark protestierten und
der damaligen Kirchenpflege grosse Vorwürfe machten, nun völlig akzeptiert scheint.)

Das Ei des Columbus, von welchem die Kirchenpflege schreibt (Seite 11), basiert auf der
Überführung von bisherigem Verwaltungsvermögen in Finanzvermögen. So sollen die Immobilien, welche die damalige Kirchenpflege durch hohe Überschüsse fast auf Null
abschreiben konnte, als Finanzvermögen aufgewertet werden. Mit der Überführung ins Finanzvermögen sollen einige Immobilien anschliessend verpachtet oder verkauft werden.
Die Kirchgemeinde wird dadurch zur Immobilienhändlerin, was nicht ihr Sinn und Zweck ist.
Die Aufgabe der Kirchenpflege ist es, die laufenden Ausgaben mit Einnahmen zu finanzieren.
Bei der Aufwertung von Immobilien handelt es sich um eine rein buchhalterische
Angelegenheit, die keine realen Auswirkungen auf die Finanzen der Kirchgemeinde hat,
währenddem der Einstieg ins Immobiliengeschäft oder Finanzgeschäft (falls Immobilien
veräussert und das Kapital angelegt wird) erstens den Charakter einer Kirchgemeinde ändert
und zweitens mit grossen Risiken verbunden ist. Das Beispiel der Landeskirche Aargau, die
letztes Jahr Hunderttausende Franken an der Börse verspielt hat, sollte diesbezüglich eine Warnung sein.

Schlusswort:
Man wünsche allen Verantwortlichen der Pfarrei und der Kirchgemeinde für die Zukunf, dass die Einsicht wächst, vermehrt auf die Jugend zu setzen. Es ist
schade, dass die Familiengottesdienste und weitere Anlässe, die vor allem Familien und
Jugendliche anzogen, nicht mehr durchgeführt werden. Die Kirche ist nicht deswegen in einer Krise, weil Missbrauchsfälle viele Menschen aus der Kirche treiben, sondern weil man
jahrzehntelang verpasst hat, Menschen für den Glauben zu begeistern. Die Volkskirche ist tot
und wird in absehbarer Zukunft nicht mehr auferweckt werden. Die Kirche wird kleiner und
ärmer werden. Die Strukturen sind daran anzupassen. Dienste, die in anderen Ländern
ehrenamtlich übernommen werden, sollten auch bei uns nicht mehr in diesem hohen
Ausmass entlöhnt werden. Die Kirche hat in den Jahren, als die Steuereinnahmen reichlich
flossen, eine extreme Aufblähung der Bürokratie und der Strukturen erfahren. Leider geht
die jetzige Kirchenpflege den gleichen sakramentelosen Weg weiter.

Besorgte Kirchenmitglieder

Das Evangelium des Lebens versus tödliche Ideologien

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Zwei Bücher von Cardinal Müller wurden veröffentlicht. Morgen ist die Präsentation. Auf dem polnischen Verlagsmarkt sind zwei neue Bücher von Cardinal Gerhard L. Müller erschienen. Veröffentlichung im Esprit-Verlag mit dem Titel „Auf dem Weg zu Christus“ wurde zusammen mit Fr.Leszek Slipek geschrieben. Im Gegenzug veröffentlichte der Biblos-Verlag das Buch „Katholisch, oder was?“.
Katholiken, verloren im Chaos der Neuzeit, suchen nach Antworten auf ihre Fragen. Sie wollen die Unterstützung und Weisheit ihrer spirituellen Hirten, um nicht nur im Glauben zu überleben, sondern seinen Geist auch im Alltag zu leben. Aus dieser großen Not heraus entstand Cardinals Buch. Gerhard Müller, ein herausragender Theologe und ehemaliger Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, und Pater Dr. Leszek Slipek „Auf dem Weg zu Christus“. Im Dialog mit dem Priester gibt der Kardinal Antworten auf die zentralen Fragen der zeitgenössischen Katholiken. Dabei handelt es sich nicht um abstrakte theologische Fragen, sondern um konkrete Fragen, die für einfache Menschen und Geistliche wichtig sind und Licht auf die Zukunft der Kirche werfen.

In dem Buch diagnostiziert er das zeitgenössische Christentum. Der deutsche Politiker stellt fest, dass viele Menschen aufgrund der Säkularisierung glauben, sie könnten so leben, als ob Gott nicht existierte – etsi Deus non daretur.

„Statt Gott verehrten sie falsche Götzen des Geldes, der Macht und der Lust. Allerdings erlebten sie eine herbe Enttäuschung. „Alle atheistischen Ideologien unserer Zeit und ihre selbsternannten Führer haben die Welt nur in noch größeres Elend gestürzt“, schreibt er.

Der deutsche und italienische Faschismus, der sowjetische und chinesische Kommunismus und der kapitalistische Konsumismus „verwandelten die Welt in eine Wüste des Nihilismus“, betont der Priester.

„Heute betreiben Supermächte rücksichtslose Geopolitik auf Kosten des Lebens und der Würde von Kindern und Erwachsenen. Es geht lediglich darum, Macht in den Händen gewissenloser Tycoons anzuhäufen, die das Glück von Millionen Menschenleben riskieren. Im Gegensatz dazu demonstriert Gott, unser Schöpfer und Erlöser, seine Macht gerade dadurch, dass er andere nicht wie die Herrscher dieser Welt seinen Interessen opfert, sondern indem er sich aus Liebe in seinem Sohn hingibt, der unser sterbliches Fleisch angenommen hat. Ich schreibe.

Als Gegenmittel schlägt er ein häufiges Nachdenken über die Wahrheit vor: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3,16).

„Im Gegensatz zu allen tödlichen Ideologien, die Menschen mit ihrer Propaganda verführt haben, ist das Christentum eine Religion der Liebe, der Wahrheit und des Lebens. Der christliche Glaube ist eine persönliche Beziehung zum dreieinigen Gott in der Gemeinschaft seiner Kirche. Ideologie hingegen ist ein Versuch, die Welt zu erobern, indem man eine begrenzte, geschaffene Vernunft nutzt, die durch die Sünde verdunkelt ist, und ein rationalistisches Verständnis des Geheimnisses Gottes, „der in unzugänglichem Licht wohnt“ (1 Tim 6,16) er schreibt.

Es erinnert uns daran, dass wir durch die Taufe Söhne Gottes in Christus und Freunde Gottes im Heiligen Geist sind. „Lasst uns daher nicht zulassen, dass unsere Beziehung zu Gott, unserem Vater, zu einer mechanischen Tradition, einem äußeren Brauch oder einer gedankenlosen Gewohnheit wird. […] Als gläubige Menschen, die in persönlicher Freundschaft mit Jesus verbunden sind, verhalten wir uns nicht wie Wächter in einem Museum der vergangenen Welt. Wir bewegen uns in der Gegenwart Gottes, vor dem wir uns in Gedanken, Worten und Taten für unser Leben verantworten müssen“, schreibt er.

In der Veröffentlichung „Katholisch, oder was?“ heißt es wiederum: Kardinal Gerhard Müller entdeckt für uns neu, was es bedeutet, katholisch zu sein. Die in diesem Band gesammelten Aufsätze des ehemaligen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre zeigen deutlich, wie man in Zeiten einer Glaubenskrise, die zu phantasievollen Interpretationen der Offenbarung Gottes führt und das Salz des Evangeliums auflöst, seine Identität nicht verliert die Aufhebung der sogenannten neuen Kontexte der Moderne.

Rund um diese beiden Artikel am 27. Mai um 10 Uhr in Warschau wird es ein Treffen mit Kardinal geben. Gerhard Müller. Die Veranstaltung wird auf dem YouTube-Kanal der Katholischen Informationsagentur übertragen. Link hier.

Richtlinien der Zulassung und Eignung zum Priesterdienst gibt es. Nur aber Eignungsrichtlinien der Laien fehlt.

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Nach der Ankundugung der Schweizer Bischöfe, Priester besser prüfen zu wollen, stellt sich die Frage der medialen Manipulation dar. Unter dem Mantel eines „Priesterproblems“, will man die Laientheologen nicht kritisieren, welche bisher im Gegensatz zu den Priestern, ohne jegliche Kontrolle der Eignung, in der Seelsorge scharenweise angestellt wurden. Ist es ein Problem der Priestereignung oder eher die fehlende Laieneignung fur seelsorgliche Anstellung?
Am kommenden Montag will die katholische Kirche über erste Massnahmen informieren, mit denen sie systemische Defizite angehen, die Missbrauchsfälle begünstigt haben. Eine davon hat „Blick“ bereits heute publik gemacht: schweizweit einheitliche Eignungsprüfungen für alle Kirchenmitarbeitenden – nicht nur Priester wie bisher. Denn die Priester werden der Eignungskontrolle seit immer unterzogen. Siehe die Auflistung der Kirchlichen Dokumente zu diesem Thema: Priesterausbilding Voraussetzungen. Was bisher gefählt hat ist einzig die Eignungskontrolle der Laien Theologen in der Seelsorge. Echtes Problem, und soll klar Text dazu gesprochen werden, um die Fakten nicht zu leugnen.

Neue Statuten für die weltweiten Missionswerke

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Papst Franziskus sprach sich bei Treffen mit Missionswerke-Leitern aus 120 Ländern in Rom dafür aus, „Spiritualität der missionarischen Gemeinschaft“ weiterzuentwickeln, deshalb eine Änderung der Statuten der weltweit aktiven Päpstlichen Missionswerke notwendig sei. Bei einer Audienz für die Vollversammlung der Missionswerke, an der die Leiter aus rund 120 Ländern teilnehmen, sagte der Papst am Samstag, die christliche Mission bestehe nicht in der Übermittlung einer abstrakten Wahrheit oder irgendeiner religiösen Überzeugung.

Vielmehr gehe es darum, die Gemeinschaft mit Gott und mit den Menschen zu leben. „Wir sollten den Menschen, denen wir begegnen, die fundamentale Erfahrung der Liebe Gottes ermöglichen. Sie werden sie in unserem Leben und im Leben der Kirche finden können.“ Daher müssten die Christen „leuchtende Zeugen“ des göttlichen Geheimnisses sein.

Der Papst ermahnte die Missions-Direktoren, im Geist der „missionarischen Gemeinschaft“ voranzuschreiten. Der Aufruf zur Bekehrung gelte für alle, auch die Verkünder der Botschaft. Deshalb sei auch die Erneuerung der Statuten der Päpstlichen Missionswerke wichtig, um die „Spiritualität der missionarischen Gemeinschaft“ weiterzuentwickeln.

Die weltweiten Statuten der im 19. Jahrhundert entstandenen Päpstlichen Missionswerke waren zuletzt im Jahr 2005 unter Papst Benedikt XVI. verändert worden. Die vorletzte Erneuerung der Statuten hatte Johannes Paul II. im Jahr 1980 in Kraft gesetzt. Auf der Grundlage der weltweiten Statuten arbeiten auch die nationalen und regionalen Missionswerke im deutschsprachigen Raum.

Nemo ist eine Schande

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Türken-Präsident Erdogan greift Nemo an. Die Türkei tritt seit 12 Jahren nicht mehr beim ESC an. Ein absolut richtiger Entscheid, sagt Recep Tayyip Erdogan und schiesst scharf gegen den Sieg von Nemo.

In einer Rede vom Montag wetterte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (70) gegen den Eurovision Song Contest. Der Wettbewerb sei eine Veranstaltung, die die Geschlechter neutralisiere. «Der ESC ist eine Bedrohung der traditionellen Familie», lautet das Urteil von Erdogan.

Finanzierung von Bischof von Basel und Domherren durch Staatsmittel geht nur durch Geld sperren

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Zuger Staatsgeheimnis? Über die Höhe der Steuergelder ans Bistum Basel schweigen alle. Bekanntlich fordert eine Motion von Zuger Kantonsräten, dass der Kanton Zug dem Bistum Basel kein Geld mehr zukommen lassen soll. Dabei handelt es sich um Zuger Steuergelder, nicht um Kirchensteuererträge. Doch um welchen Betrag es sich genau handelt – darüber will im Augenblick niemand reden.

Bekanntlich soll der Kanton Zug das Bistumskonkordat überdenken und somit die Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Bistum Basel beenden. Das fordert eine letzte Woche eingereichte Motion.

Bistumskonkordat von 1828
Die Motion sieht vor, dass das Bistumskonkordat aus dem Jahr 1828 und die damit verbundene Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Bistum Basel einer Prüfung unterzogen wird.
«Durch das Konkordat ist geregelt, dass die Löhne der Domherren sowie Spesen durch den Kanton gedeckt werden. Zudem wird auch der Lohn des Bischofs anteilsmässig durch die Konkordatskantone bezahlt», heisst es wörtlich in der Motion.

57 Prozent nicht mehr katholisch
Angesichts der sich wandelnden religiösen Landschaft und der Tatsache, dass die Mehrheit (ca. 57 Prozent) der Bevölkerung des Kantons Zug nicht mehr der katholischen Kirche angehöre, so die Motion, erscheine die fortgesetzte Finanzierung von Bischof und Domherren durch Staatsmittel als zunehmend anachronistisch.

Einer der Motionäre: Luzian Franzini
«Es gibt keinen Grund, warum die öffentliche Hand solche Ämter mitsubventionieren soll», sagt der Grünen-Politiker Luzian Franzini.

Bei den beanstandeten Geldern dreht es sich wohlgemerkt nicht um Kirchensteuererträge. «Es handelt sich um Steuergelder des Kantons und nicht um Kirchensteuergelder», betont Arnold Landtwing, Leiter der Fachstelle Kommunikation der Vereinigung Katholischer Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ) auf Anfrage von kathkirchegetu.com

Zuger Kirche anders organisiert
Die Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug VKKZ ist ein Zweckverband und eine Dienstleistungsorganisation. Das bedeutet: Alle Kirchensteuern gehen bei den Kirchgemeinden ein, und die VKKZ bekommt die für das Erfüllen der übergeordneten Aufgaben notwendigen Finanzen über das ordentliche Budget zur Verfügung gestellt. Insofern unterscheidet sich die Zuger Organisations- und Finanzstruktur von anderen Kantonen wie etwa der katholischen Kirche im Kanton Zürich oder Luzern.

Durch den Bischofseingang am Zuger Pfarrhaus St. Michael betritt Pfarrer und Domherr Reto Kaufmann seine Wohnung.
Doch um welchen Betrag geht es nun konkret bei den in der Motion monierten Zahlungen ans Bistum Basel? Die Motionäre wissen es selbst auch nicht, gehen aber davon aus, dass es «deutlich über 100’000 Franken sind». Es ist offenbar eine Art Staatsgeheimnis.

Bistum Basel hüllt sich in Schweigen
Denn das Bistum Basel will dazu auf Anfrage von kathkirchegetu.com nichts sagen und verweist an die Zuger Staatskanzlei. Die Zuger Staatskanzlei ihrerseits sagt: «Ich habe die für das Kantonsratsgeschäft federführende Direktion des Innern gebeten, Ihre Anfrage, soweit zulässig, zu beantworten – mutmasslich nach Rücksprache mit der Finanzdirektion», lässt der Zuger Landschreiber in einer Mail an kathkirchegetu.com wissen.

Kommunikationsbeauftragte der Zuger Direktion des Innern, teilt schliesslich kath.ch ebenfalls schriftlich mit: «Die Abklärung Ihrer Anfrage durch die zuständigen Fachverantwortlichen hat ergeben, dass wir Ihnen die gewünschte Auskunft leider nicht erteilen können.

Wo Regierungsrat und Kantonsrat tagen: Zuger Regierungsgebäude
Dies im Hinblick auf den von Ihnen genannten hängigen Vorstoss, dessen Behandlung durch eine entsprechende Bekanntgabe präjudiziert werden könnte.»

Nur eine Ausrede?
Ist das nur eine Ausrede, um keine politische Debatte im Vorfeld anzuheizen? Und: Würde durch eine Bekanntgabe der Höhe des Betrags wirklich einer politischen Entscheidung vorgegriffen? Offenbar scheint es sich um eine Menge Geld zu handeln. Dieser Eindruck entsteht zumindest.

«Ich muss gestehen, dass ich mich noch vertiefter in diese Thematik einarbeiten muss.» sagte Fabio Iten, Fraktionsvorsitzender Mitte Zug
Übrigens: Ob ausser den Grünen im Zuger Kantonsrat andere Parteien am Ende die eingereichte Motion ebenfalls befürworten, steht in den Sternen. Denn es kann noch einige Zeit dauern, bis die Frage im Kantonsparlament wirklich traktandiert wird.

«Ich muss gestehen, dass ich mich noch vertiefter in diese Thematik einarbeiten muss», bekennt Fabio Iten, Fraktionsvorsitzender der Mitte Zug, auf Anfrage von kath.ch. An der nächsten Kantonsratssitzung finde sowieso noch keine Debatte zu diesem Vorstoss statt.

Motion geht an Regierungsrat
Die Motion werde «nur» an den Regierungsrat zu Bericht und Antrag überwiesen. Der Regierungsrat habe dann ein Jahr Zeit, um den Vorstoss zu beantworten und dem Kantonsrat Bericht und Antrag vorzulegen. Iten: «Daher wird der Vorstoss auch erst bei Beantwortung durch den Regierungsrat in unserer Fraktion diskutiert.»

Weltanschauungsneutralität, also Gleichheit im öffentlichen Raum

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Die Befürworter der Neutralität erlauben uns Christen gnädigerweise, die Ansicht zu vertreten, dass Gott existiert. Aber wir dürfen nicht glauben, dass er wirklich existiert – ihrer Meinung nach sollte der Gott, an den wir glauben, so weit wie möglich aus dem öffentlichen Leben verbannt werden – schreibt Pater Jacek Salij OP.

Ein Gedicht von Sergei Yesenin mit dem Titel „Rückkehr in die Heimat“ handelt von der sowjetischen Wut, die darauf aus ist, heilige Bilder zu zerstören. Der Dichter, der selbst kein Christ war, trifft seinen Grossvater:

„Du bist kein Kommunist?“
„NEIN!“
„Und deine Schwestern – Komsomolkas. Sie geben dir keine
Ruhe! Das ist eine echte Abscheulichkeit!
Gestern haben sie eine Ikone von meiner Wand gerissen,
der Beauftragte der Kirche hat einmal das Kreuz abgenommen.
Es gibt keinen Ort mehr, an dem man zu Gott beten kann.
Manchmal verziehe ich mich leise in den Wald,
ich bete zu den Bäumen…
Um mich nicht zu erniedrigen…“

Sowjetische Ingenieure des öffentlichen Raums verachteten die Religion. Der Warschauer Bürgermeister möchte uns jedoch davon überzeugen, dass er kein Feind der Religion ist und dass seine Entscheidung gegen die Präsenz des Kreuzes in den Stadtämtern eine Forderung weltanschaulicher Neutralität und Ausdruck des Respekts gegenüber allen, gegenüber Gläubigen und Nicht-Gläubigen, ist -Gläubige.

Es ist schwierig, diesem Argument zuzustimmen. Weltanschauungsneutralität setzt die Gleichheit von Gläubigen und Ungläubigen voraus, doch Ungläubige sind gleichberechtigter – der öffentliche Raum soll ihnen angepasst werden. Allerdings sind die Gläubigen dann gezwungen, Gott aus ihrem öffentlichen Leben zu verbannen und eine Gesellschaft ohne Gott aufzubauen.

Aber jeder, der will, kann an Gott glauben, niemand verbietet es ihm! Darauf möchte ich antworten: Ja, die Befürworter der Neutralität erlauben uns Christen gnädigerweise die Ansicht, dass Gott existiert. Aber wir dürfen nicht glauben, dass er wirklich existiert – ihrer Meinung nach sollte der Gott, an den wir glauben, so weit wie möglich aus dem öffentlichen Leben verbannt werden. Nun, es scheint nicht, dass eine derart schwere Beschneidung des religiösen Lebens notwendig ist, um echte Toleranz und Religionsfreiheit für alle Bürger unseres Landes zu gewährleisten.

Was mich betrifft, schließe ich mich mit beiden Händen den Worten an, die der tschechische Theologe Tomaš Halik zu diesem Thema geschrieben hat: „Ist das christliche Symbol ein Ausdruck des kulturellen Imperialismus kirchlicher Institutionen oder eine wichtige Erinnerung an die Quelle, aus der die Prinzipien stammen?“ des Respekts vor der Person und dem Gewissen eines jeden Menschen entstanden? Sind die größeren Verteidiger der Freiheit die Liberalen, die die Kreuze entfernen wollen, oder die bayerischen Bauern, die sich gut daran erinnern, dass an dem Tag, als einst Kreuze in Schulen entfernt wurden, an ihrer Stelle das Porträt eines Mannes mit Schnurrbart und Pony erschien?

Da wir über die Beseitigung von Kreuzen im öffentlichen Raum sprechen, ist es erwähnenswert, eine österreichische Nonne tschechischer Herkunft, Schwester Restituta Kafka, von Beruf Krankenschwester, zu erwähnen. Als in ihrem Krankenhaus eine neue Station eröffnet wurde, sorgte sie dafür, dass in den Patientenzimmern Kreuze aufgehängt wurden. Aufgrund einer Denunziation eines der Ärzte wurde sie verhaftet und für dreizehn Monate inhaftiert. Schließlich wurde sie zum Tode verurteilt. Zahlreiche Gnadengesuche des Wiener Erzbischofs erwiesen sich als wirkungslos und am 30. März 1943 wurde Schwester Restituta durch die Guillotine hingerichtet. Vor ihrem Tod äußerte sie die Worte: „Ich habe für Christus gelebt, ich möchte für Christus sterben.“

Johannes Paul II. kam 1998 zu ihrer Seligsprechung (und der zweier weiterer österreichischer Glaubenshelden) nach Wien. Der Papst wies darauf hin, dass die Zeremonie auf demselben Platz stattfand, auf dem „vor 60 Jahren der Mann vom Balkon aus sprach“, d. h. der Mann mit Schnurrbart und Pony, über den Pater Dr. Halik.

Im päpstlichen Gedenken zu Ehren des Seligen Maria Restituta fügte folgende Worte hinzu: „Vieles kann uns Christen genommen werden.“ Aber wir werden nicht zulassen, dass uns das Kreuz als Zeichen der Erlösung genommen wird. Wir werden nicht zulassen, dass er aus dem öffentlichen Leben entfernt wird! Wir werden unserem Gewissen folgen, das uns sagt: Wir müssen auf Gott hören und nicht auf die Menschen.

Sieben Jahre zuvor, 1991, veröffentlichte Johannes Paul II. die Enzyklika „Centesimus annus“. Darin warnte er vor dem neuen Totalitarismus, in den die moderne Demokratie abgleiten könnte. „Die Geschichte lehrt“, schrieb der Heilige Vater damals, „dass Demokratie ohne Werte leicht in offenen oder verdeckten Totalitarismus umschlägt.“

Dass dies eine sehr reale Gefahr ist, schließe ich aus der wütenden Wut, mit der jemand, der „richtig denkt“, fast immer auf jede Erwähnung dieses dritten Totalitarismus reagiert.

Pfinsten

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Der Geburtstag der Kirche, Pfingsten, steht vor der Tür. Der Herr schenkte seinen Jüngern an Pfingsten die Gaben des Heiligen Geistes, damit diese sich nicht mehr hinter verschlossenen Türen aufhalten, sondern draussen in der Welt den Glauben aktiv verkünden. Pfingsten muss uns alle inspirieren, unsere Selbstbezogenheit zu überwinden und den Glauben im Alltag zu leben und zu bezeugen. Der Heilige Geist befähigte die Jünger, in verschiedenen Sprachen zu reden. Auch wenn wir nicht auf das Wunder hoffen sollten, dass wir plötzlich über Nacht Fremdsprachen erlernen, so können wir diese Gabe in einem kleineren Ausmass vom Heiligen Geist erbitten. Wir vermeiden es heute oft, mit Menschen zu reden, die nicht den gleichen Glaubenshintergrund wie wir haben. Oft sind Katholiken nur unter ihresgleichen. Diese Haltung widerspricht aber dem missionarischen Auftrag der Kirche. Wir müssen erlernen, die Frohe Botschaft auf verschiedene Weisen an die Frau und den Mann zu bringen. Das bedeutet nicht, dass wir den Glauben verkürzen oder relativieren dürfen. Ganz im Gegenteil. Aber wir müssen Wege finden, Menschen die Fülle des Evangeliums nahezubringen, die über kein grosses Wissen über das Christentum verfügen. Niemand darf verurteilt werden, nur weil er sich bisher nicht mit dem Glauben auseinandergesetzt hat. Ich bin sogar felsenfest überzeugt, dass gerade die Menschen, die bisher fern vom Glauben gelebt haben, am offensten für den lehramtstreuen Glauben sind. Es ist leider wie vor 2000 Jahren, als die Schriftgelehrten ihr Herz verschlossen hielten, währenddem diejenigen, die bisher ohne Gott lebten, sich für die Frohe Botschaft öffneten. Wenn die Jünger nicht in verschiedenen Sprachen zu allen Menschen gesprochen hätten, wäre die Kirche eine Lokalkirche in Jerusalem geblieben und nicht die weltumspannende Gemeinschaft, die sie heute ist. Wenn die Jünger hinter verschlossenen Türen geblieben wären, wäre der Glaube nicht gewachsen. Der Glaube ist aber etwas, was wir nicht für uns behalten dürfen, sondern mit unseren Mitschwestern und Mitbrüdern teilen müssen. Auch das zweite Vatikanum forderte uns auf, offen den Glauben im Alltag durch Taten der Nächstenliebe und unser Glaubenszeugnis zu verkünden. Pfingsten findet immer dann statt, wenn wir unsere Verschlossenheit ablegen und uns dem Heiligen Geist anvertrauen, dass er uns zu seinen Werkzeugen macht, die Liebe Gottes zu allen Menschen zu verbreiten. Öffnen wir uns daher und lassen wir uns vom Heiligen Geist führen.(Quelle:novaradio.ch)

Papst Franziskus will wieder in die Turkei reisen

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Papst Franziskus beabsichtigt, im kommenden Jahr in die Türkei zu reisen, wie der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., ankündigt. Er äußerte sich laut einem Bericht des Infoportals „Orthodoxtimes“ am Rande einer internationalen KAICIID-Tagung in Lissabon. Zuletzt besuchte Papst Franziskus die mehrheitlich (80%) muslimische Turkei im Jahr 2014.

Neue Bewertung der «übernatürlichen Phänomene»

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Der Vatikan hat nun das Verfahren zur Beurteilung von übernatürlichen Phänomenen vereinfacht und flexibler geregelt. Der Chef der obersten Glaubensbehörde der katholischen Kirche, Kardinal Victor Fernandez, stellte jüngst in Rom die neuen «Normen für das Verfahren zur Beurteilung mutmasslicher übernatürlicher Phänomene» vor.

Anerkennung von Wallfahrtsorten soll einfacher werden
Nach den neuen kirchlichen Normen wird es für den jeweiligen Ortsbischof einfacher, nach möglichen übernatürlichen Erscheinungen die Anerkennung für neue Wallfahrtsorte zu erteilen oder zu verweigern. Dies geschieht in Abstimmung mit der vatikanischen Glaubensbehörde.

Kardinal Victor Fernandez, Präfekt des Glaubensdikasteriums
Der Bischof muss nun nicht mehr entscheiden, ob es sich bei den behaupteten Erscheinungen tatsächlich um übernatürliche Phänomene handelt. Die Prüfung dieser Frage nahm in der Vergangenheit oft Jahre in Anspruch und führte mitunter zu widersprüchlichen Ergebnissen der verschiedenen Instanzen.

«Nihil obstat»
Stattdessen kann der zuständige Bischof jetzt pragmatisch entscheiden, ob er für die Wallfahrten und Gottesdienste an einem behaupteten Erscheinungsort ein «nihil obstat» («nichts steht entgegen») erteilt oder eine andere kirchenrechtliche Einschätzung wählt. Insgesamt sechs Einstufungen sind möglich.

Mariä-Empfängnis-Basilika in Lourdes
Sie reichen vom «nihil obstat» über «weiter beobachten» (lateinisch: Pro oculis habeatur), eine kommissarische Beschlagnahme (sub mandato) bis hin zum Verbot (prohibetur). Als schärfstes Negativurteil ist auch weiterhin die offizielle Feststellung möglich, dass sich an dem Ort definitiv keine übernatürlichen Ereignisse abgespielt haben (Declaratio de non supernaturalitate).

Neue Richtlinien
Auch die früher bei positiver Prüfung geforderte Feststellung, dass an dem Ort tatsächlich eine übernatürliche Erscheinung stattfand, ist immer noch möglich. Sie ist aber nicht mehr für ein «nihil obstat» erforderlich.

Pilgernde in Medjugorje
Die neuen Richtlinien lösen die bisherigen Normen von 1978 ab, die oft zu jahrzehntelangen Anerkennungsverfahren führten. Die Materie war so heikel, dass der Vatikan sie 33 Jahre lang nur Bischöfen und Kirchenrechtlern bekanntgab. Erst 2011 wurde sie allgemein veröffentlicht.

Der Fall Medjugorje in Bosnien
Konflikte zwischen der Kirchenleitung und selbsterklärten Sehern gibt es häufig. Der bekannteste Fall in Europa sind die mutmasslichen Marienerscheinungen in Medjugorje. Dort, im damaligen Jugoslawien, erschienen nach Selbstauskunft der Betroffenen die Muttergottes sechs Jugendlichen erstmals im Jahr 1981 und danach immer wieder und überbrachte ihnen Botschaften mit Handlungsanweisungen an die Gläubigen.

Der Ort wurde in den folgenden Jahren ein Pilgerzentrum, zu dem alljährlich mehrere Millionen Menschen kommen. Eine kirchliche Anerkennung der dortigen Erscheinungsphänomene steht bis heute aus. (kna)