Die Kinder spielten immer Feier der Messe. Benedikt XVI. gab selbst zu, dass er als Kind oft Priester spielte – so kommentiert man den neuen Internettrend. Es ist seit April 2023 die Feier der Heiligen Messe, die von Kindern im Spiel „Roblox“ virtuell gefeiert werden kann. Das Spiel erreichte die Popularität schon vor einem Jahr durch das Teilen von Ausschnitten aus dem Spiel, z.B. auf TikTok, wo sie zahlreiche Likes und Millionen Aufrufe vorkommen. Ein maltesisch-australischer Geistlicher und Medienkünstler macht nun ein Jahr später nach und will die «Generation Alpha» für Glaubensangebote erreichen. Rob Galea startet an Gründonnerstag das Game «MetaSaint» auf der gleichen Spieleplattform Roblox, ein ähnliches Projekt, der aber wohl keine Neuigkeit mehr ist.
„Roblox“ ist derzeit eine der beliebtesten Plattformen für die Entwicklung von Online-Spielen. Es wurde 2006 gegründet und erlangte während der COVID-19-Pandemie die grösste Popularität. Dadurch können Benutzer virtuelle Räume und Objekte frei aus Elementen erstellen, die Legosteinen ähneln. Sie können später Gäste – andere Spieler – in die geschaffene Realität einladen.
Aufnahmen von der Heiligen Messe on „Robloks“ erschien in den sozialen Medien, was zu einem grossen Anstieg des Interesses an diesem Thema führte. Fragmente des Spiels zeigen virtuelle Kirchen sowie Priester, Ministranten und Gläubigen, die Teilnahme am Gottesdienst widerspiegeln. Jeder Charakter im Spiel wird von einem echten Spieler hinter ihm gesteuert.
Die grösste Gemeinde, die an der Organisation der Messe beteiligt ist, heisst „Erzdiözese Gniezno“ und besteht seit acht Jahren. Seine Schöpfer weisen darauf hin, dass es nichts mit einer echten Erzdiözese zu tun hat, aber ihr Ziel ist es, junge Menschen über die Plattform zu evangelisieren.
Ein Pfarrer der Pfarrei betonte, dass er als Kind bei der Feier der Heiligen Messe mitspielte.
„Ich habe absolut kein Problem damit. Die Kinder spielten immer Messe. Ich erinnere mich, dass ich einmal in ein Museum gegangen bin, wo man altes Kinderspielzeug sehen konnte. Es gab auch Holzaltäre, Figuren von Ministranten und Priestern in speziell genähten Messgewändern. Benedikt XVI. gab selbst zu, dass er als Kind oft Priester spielte“.
Man betont jedoch, dass derzeit die Heilige Messe. auf der Plattform „Roblox“ sind sehr beliebt geworden und ziehen daher eine grosse Gruppe unterschiedlicher Nutzer an, darunter auch solche, die sich vielleicht über den liturgischen Ritus lustig machen wollen. Im Spiel darf es jedoch keine Entweihung des Leibes und Blutes Jesu geben, denn in diesem Fall haben wir keine Angelegenheit das Sakrament der Eucharistie zu empfangen, also gibt es keine solche Bedrohung.
Allein das Interesse an liturgischen Themen beweise sehr gut, dass sich junge Menschen an dieser Initiative beteiligen. Die Jungs ermahnen sich gegenseitig, wenn sie Fehler sehen. Man sagt: „es wäre schön, wenn Priester sich gegenseitig so ermahnen, darauf hinweisen, dass sie irgendwo einen liturgischen Fehler gemacht haben“.
Man bewertet auch die virtuelle Messe positiv – die Architektur der Kirchen, liturgische Gewänder, Kunstwerke an den Wänden der Tempel und sogar Weihnachtsschmuck. Man kann sogar das Kloster im Spiel nachbauen. Man ist überrascht, das Kloster sieht genauso aus wie Real. Man sieht, dass da jemand viel Arbeit und Herzblut reingesteckt hat.
Laut Media-Umfrage ist „Roblox“ derzeit die beliebteste Plattform mit Spielen und über Spiele in Polen. Im vergangenen Jahr wurde es von 4,7 Millionen Internetnutzern als Website und mobile Anwendung besucht, was dem Spiel mehr als 15,83 Prozent Reichweite brachte. Im Durchschnitt verbrachten die Nutzer dort 6 Stunden, 13 Minuten und 16 Sekunden pro Tag.
Quelle: ar/Waw, auf kathkirchegetu.com veröffentlicht am 23. April 2023

