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Kardinal Koch: „Jesus befiehlt nicht die Einheit, er betet für sie“

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An diesem Mittwoch endet die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen; am 25. Januar wird Papst Franziskus sie mit einer Vesper in der römischen Basilika Sankt Paul vor den Mauern feierlich beschliessen. Papst bittet um Gebete für Ökumene – Vielfalt in der Kirche entdecken.
Wir nahmen diese Gebetswoche zum Anlass, um mit dem Ökumene-Verantwortlichen des Papstes zu sprechen: Es ist der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch, Präfekt des Vatikan-Dikasteriums für die Förderung der Einheit der Christen.

Interview
Herr Kardinal, ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten wie dich selbst‘, so lautet das Motto der Weltgebetswoche. Das ist natürlich der christliche Imperativ, der über allem steht, aber was bedeutet das ökumenisch für eine Weltgebetswoche für die Einheit der Christen?

„Wir unterscheiden in der Ökumene ja zwei Formen: die Ökumene der Liebe und die Ökumene der Wahrheit. Ökumene der Wahrheit ist die theologische Aufarbeitung der Probleme, die zu Spaltungen in der Kirche geführt haben; die Ökumene der Liebe ist die Pflege von freundschaftlichen Beziehungen zu den anderen Kirchen. In diesem Sinne ist die Liebe ein Grundmotiv der Ökumene, denn wenn ich einen Menschen wirklich liebe, dann will ich ihn auch erkennen – und wenn wir freundschaftliche Beziehungen zur anderen Kirche pflegen, geht es auch darum, sie in ihren Charismen kennenzulernen. In diesem Sinne ist die Ökumene der Liebe die Voraussetzung, um überhaupt theologische Dialoge führen zu können.

Das ist ja gerade in diesem Jahr sichtbar geworden: Es sind 60 Jahre her, seit Papst Paul VI. und der Ökumenische Patriarch sich in Jerusalem umarmt haben. Ich glaube, dieses Zeichen der Liebe und der Freundschaft ist zum Ausgangspunkt grosser Ökumene geworden.“

„Das christologische Bekenntnis erneuern“

Das setzt natürlich einen Akzent bei dieser Weltgebetswoche: Sechzig Jahre Umarmung des griechisch-orthodoxen Patriarchen mit Paul VI. bei dessen spektakulärer Reise ins Heilige Land. Was sind in diesem Jahr womöglich andere Marksteine in ökumenischer Hinsicht?

„Ich denke, vor allem bereiten wir uns vor für das nächste Jahr. 2025 feiern wir 1.700 Jahre des ersten Ökumenischen Konzils in Nicäa, das 325 stattgefunden hat. Da sind wir, auch mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus, in Vorbereitung, wie wir das gemeinsam feiern, denn dieses Konzil hat ja zu einer Zeit stattgefunden, in der die Kirche noch nicht von so vielen Spaltungen beschädigt war, und deshalb ist dieses Gedenken eigentlich ökumenisch gar nicht zu überschätzen. Es ist eine gute Gelegenheit für alle christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, dieses Konzils in ökumenischer Gemeinschaft zu gedenken und das christologische Bekenntnis zu erneuern – denn der Arianismus gehört nicht nur der Vergangenheit an, sondern ist auch heute präsent!“

Wird es bei dem Gedenken an Nicäa auch Schnittpunkte geben zum Heiligen Jahr, oder ist es zu früh, das zu sagen?

„Nein, das gehört natürlich zusammen. Es ist nicht gemeinsam programmiert worden, aber die Organisatoren des Heiligen Jahres tragen dem Rechnung, dass auch dieses Konzilsgedenken stattfinden wird und dass das eigentlich in einem schönen Rahmen sein kann.“

„Wir können nicht in die innerorthodoxen Spannungen eingreifen – aber wir sind natürlich davon betroffen.“

Was sind sozusagen die Baustellen auf ökumenischen Gebiet, für die es bei dieser Weltgebetswoche vielleicht besonders zu beten gilt, dass man da einen Schritt vorwärtskommt?

„Ich denke, in der Ökumene mit den orthodoxen Kirchen leiden wir natürlich auch darunter, dass es große Spannungen und Spaltungen innerhalb der Orthodoxie gibt. Wir hatten beispielsweise im vergangenen Juni in Alexandrien die Vollversammlung der Kommission, mit einer großartigen Gastfreundschaft des Patriarchen – aber vier orthodoxe Kirchen waren nicht präsent: Russland, Serbien, Bulgarien, Antiochien. Und das macht es natürlich schwierig…

Natürlich führen wir den Dialog weiter; wir haben auch ein gutes Dokument über Synodalität und Primat im zweiten Jahrtausend und heute verabschieden können. Aber es ist für uns eine große Herausforderung. Auf der einen Seite wollen wir und können wir auch nicht in die innerorthodoxen Spannungen eingreifen. Auf der anderen Seite bedeutet Neutralität nicht Indifferenz, sondern wir sind natürlich davon betroffen.

„Die spirituelle Dimension wieder neu vertiefen“

Was die Ökumene mit den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen betrifft, scheint mir wichtig, dass wir die spirituelle Dimension wieder neu vertiefen. Denn am Anfang der ökumenischen Bewegung stand eine Gebetsbewegung. Papst Benedikt XVI. hat das einmal mit dem schönen Bild zum Ausdruck gebracht, das ökumenische Schiff wäre nie auf die hohe See ausgefahren, wenn es nicht von einer Gebetsströmung angetrieben gewesen wäre… Die ökumenische Bewegung war ursprünglich eine Gebetsbewegung und muss es bleiben, denn das Fundament der Ökumene ist das Hohepriesterliche Gebet des Herrn im 17. Kapitel des Johannesevangeliums, und daran ist ja folgendes interessant: Jesus befiehlt nicht die Einheit, er betet für die Einheit. Und wenn Jesus für die Einheit seiner Jünger gebetet hat, was können wir dann Besseres tun?“

Kardinal Koch: Negative Reaktionen aus der ökumenischen Welt auf Fiducia Supplicans

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Die Einführung einer nicht-liturgischen, pastoralen Segnung homosexueller Paare sorgt nicht nur innerhalb der Katholischen Kirche für Kritik und Widerstand, sondern belastet offenbar auch die Ökumene.
In einem Interview mit Vatican News hat Kurt Kard. KOCH, der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen eingeräumt, er habe „einige negative Reaktionen aus der ökumenischen Welt über Fiducia Supplicans erhalten.“

Kardinal Kurt Koch sagte, „wir haben gerade nächste Woche die Vollversammlung der Orientalisch-Orthodoxen hier in Rom, und sie haben schon angemeldet, dass sie über diese Fragen reden können“.

Der Schweizer Kurienkardinal sprach mit dem Mediendienst des Vatikans anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen, die am heutigen Donnerstag ihren diesjährigen Auftakt nimmt.

Koch wörtlich: „Ich glaube, dass wir im ökumenischen Dialog neu darüber nachdenken müssen: Was ist Segen, und wie ist das Verhältnis von Lehre und Pastoral? Diese Fragen sind jetzt neu akut geworden, und darüber müsste man reden.“

Papst antwortet Kritikern
Papst Franziskus hat am Sonntagabend in einem Talkshow-Auftritt auf Fragen zur Einführung „spontaner“ Sekunden-Segnungen homosexueller Paare durch Priester geantwortet.

Die Segnungen wurden kurz vor Weihnachten mit einer Erklärung des Vatikans mit dem Titel Fiducia Supplicans ermöglicht, stossen jedoch vielerorts auf totale Ablehnung und vernichtende Kritik von Kardinälen, Bischöfen und Theologen.

„Manchmal werden Entscheidungen nicht akzeptiert“, antwortete Papst Franziskus. „Aber in den meisten Fällen, wenn man eine Entscheidung nicht akzeptiert, liegt es daran, dass man sie nicht versteht.“

Worum es geht
Die auf Italienisch geschriebene Erklärung des Vatikans mit dem lateinischen Titel Fiducia Supplicans von Kardinal Victor „Tucho“ Fernandez wurde am 18. Dezember veröffentlicht — mit der Zustimmung von Papst Franziskus, der das Schreiben gegenzeichnete.

Das Dokument löste sofort eine weltweite Kontroverse und vehemente Debatten aus.

Fiducia Supplicans vermeidet einerseits, der bisherigen Lehre der Kirche zu widersprechen und räumt sogar ein, dass es keine liturgischen Segnungen homosexueller — und anderer, als „irregulär“ bezeichneter — Verbindungen geben kann, wie sie etwa in Deutschland von Bischöfen betrieben werden.

Gleichzeitig werden im Dokument — hier der volle Wortlaut — wörtlich „spontane“ Segnungen für „gleichgeschlechtliche Paare“ eingeführt, die „keine Legitimation für ihren eigenen Status beanspruchen, sondern darum bitten, dass alles, was in ihrem Leben und in ihren Beziehungen wahr, gut und menschlich gültig ist, durch die Gegenwart des Heiligen Geistes bereichert, geheilt und erhöht wird.“

Der Erklärung zufolge sei dies „eine echte Weiterentwicklung dessen, was im Lehramt und in den offiziellen Texten der Kirche über Segnungen gesagt wurde.“

Paare ja, Verbindungen nein?
Bischöfe in aller Welt haben die Möglichkeit der Segnung homosexueller Paare wie Verbindungen in ihrem Zuständigkeitsbereich ausgeschlossen — und auch kritisiert, dass dieser Vorstoß ohne Beratungen erarbeitet wurde.

In Afrika, den Ostkirchen sowie Polen, Ungarn und anderen Ländern lehnten die Bischöfe geschlossen den Vorstoß ab.

Andere Bischöfe haben so vorsichtig das Schreiben und weiteren Äußerungen des argentinischen Kardinals eingeordnet, dass eine Anwendung seiner Segnungsidee in der Praxis kaum möglich ist — oder auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden ist.

Dies gilt auch für die Segnungen, die nur wenige Sekunden an einem unwichtigen Ort spontan passieren, wie der Glaubenspräfekt nach kritischen Reaktionen seine Vorstellungen präzisierte.

Zuvor hatte der Prälat in spanischsprachigen Interviews gesagt, es werde gemäß seiner Erklärung zwar das Paar gesegnet, aber nicht die Verbindung zwischen den beiden. Deshalb ändere sein Vorstoß auch nicht die Lehre der Kirche.

Kardinal Fernandez wörtlich: „Paare werden gesegnet. Die Verbindung wird nicht gesegnet, aus den Gründen, die in der Erklärung wiederholt über die wahre Bedeutung der christlichen Ehe und der sexuellen Beziehungen erläutert werden.“

Besuch der deutschen Bischöfe?
Seit Veröffentlichung von Fiduccia Supplicans haben einige Bischöfe in Mittel- und Westeuropa den Vorstoß aus dem Vatikan begrüßt, darunter Bischof Georg Bätzing von Limburg.

In Deutschland werden jedoch bereits homosexuelle Verbindungen auf eine Weise gesegnet, die der Vatikan mit seinem Schreiben explizit weiter verbietet, aber der deutsche Synodale Weg fordert und umsetzt: Als liturgische Handlungen. Genau darüber will der Leiter der Glaubensbehörde vor Ort in Deutschland mit den Bischöfen sprechen.

In Deutschland erheben indessen führende Spitzenfunktionäre, die sich beim Synodalen Weg und in der Öffentlichkeit für eine homosexuelle „Ehe“ in der Kirche stark machen, schwere Vorwürfe gegen Papst Franziskus und seinen Glaubenspräfekten.

Gemeinsame Feier der Eucharistie der Katholiken und Protestanten ist nicht möglich

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Vom 18.-25. Januar feiert die katholische Kirche die Weltgebetswoche der Einheit der Christen. Leider nur Katholische Kirche feiert es. Der verstorbene Papst Benedikt XVI. hielt eine gemeinsame Mahlfeier von Katholiken und Protestanten wegen grundlegender Unterschiede für unmöglich. Seine Überlegungen zu diesem Thema hat er in einem Aufsatz verarbeitet, der in dem am Mittwoch posthum erschienenen Buch „Was ist das Christentum?“ enthalten ist. Teile des Aufsatzes waren bereits 2020 in einem Buch erschienen, das zu großen Teilen Kardinal Robert Sarah geschrieben hatte. Die Auseinandersetzung mit dem Protestantismus ist jedoch neu. Benedikt XVI. beklagte in dem jetzt veröffentlichten Text, dass sich das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) „nicht mit der grundsätzlichen Infragestellung des katholischen Priestertums durch die Reformation des 16. Jahrhunderts auseinandergesetzt“ habe.

Das sei eine verborgene „Wunde, die sich nun bemerkbar macht und die nach meiner Ansicht nun endlich einmal offen und grundsätzlich angegangen werden muss“. Der ehemalige Papst gibt zu bedenken, dies sei „ebenso wichtig wie schwierig, weil daran das gesamte Problem der Schriftauslegung hängt, deren Hermeneutik durch Luther definiert wurde“. Benedikt XVI. sieht Luthers grundsätzlichen Fehler darin, dass er einen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen dem Priester-Begriff des Alten Testaments und dem von Jesus gestifteten Priestertum konstruiere. Luthers gesamte Konstruktion gründe auf dem Kontrast von Gesetz und Evangelium, zwischen Rechtfertigung durch Werke und Rechtfertigung allein durch den Glauben.

Papst Franziskus zieht Rücktritt nicht in Betracht

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„Nicht im Zentrum meiner Gedanken“- sagte Papst Franziskus zu seinem möglichen Rücktritt. Zwar stünde jedem Papst diese Möglichkeit offen, er würde aber aktuell nicht darüber nachdenken, so der Pontifex. Solange es geht, will er weitermachen.

Papst Franziskus hat sich am Sonntagabend in einem Interview in der Sendung „Che tempo che fa“ des italienischen Fernsehsenders Nove zu einem möglichen Rücktritt geäußert. „Das ist eine Möglichkeit, die jedem Papst offen steht. Im Moment steht diese aber nicht im Zentrum meiner Gedanken“, sagte der 87 Jahre alte Franziskus. Solange er in der Lage sei zu dienen, mache er weiter.

Papstklinik lehnt Spende von Rüstungskonzern ab

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Millionenbetrag ausgeschlagen
Das päpstliche Kinderkrankenhaus Bambino Gesu soll eine Spende von 1,5 Millionen Euro abgelehnt haben. Das berichtet die Zeitung „La Repubblica“. Grund sei der Absender des Geldes, das italienische Rüstungsunternehmen Leonardo.
In einer Zeit, in der die Welt mit blutigen Kriegen zu kämpfen habe, die der Papst jeden Tag anprangere, wolle man sich nicht dadurch in Verlegenheit bringen, soll die Begründung aus unbekannten Vatikankreisen lauten.

Konzern reagiert mit Unverständnis
Der Konzern habe seinerseits mit Unverständnis reagiert, so der Bericht weiter. Auf allen aktuellen Kriegsschauplätzen, angefangen bei der Ukraine und dem Nahen Osten, gebe es kein Offensivsystem aus der eigenen Produktion. Nach der Ablehnung aus Rom wurden die 1,5 Millionen laut Zeitung an ein Kinderkrankenhaus in Genua gespendet.

Immer wieder erinnert Papst Franziskus an Kriege und Konflikte auf der Welt und ruft zu Frieden auf. Von Kriegen profitierten nur Waffenproduzenten, während die Menschen litten.

Neues Jahr – neue Erklärung zur Erklärung

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Vatikan veröffentlicht weitere Erläuterungen zur Segens-Erlaubnis für irreguläre Paare im Schreiben „Fiducia supplicans“ des Glaubensdikasteriums – WORTLAUT

Der Vatikan hat heute eine Erklärung zum jüngsten Vatikanschreiben „Fiducia supplicans“ veröffentlicht. Im WORTLAUT die neue Stellungnahme des Dikasterium für die Glaubenslehre:

Wir veröffentlichen diese Pressemitteilung, um zur Klärung der Annahme der Erklärung Fiducia supplicans beizutragen, und empfehlen gleichzeitig eine vollständige und sorgfältige Lektüre dieser Erklärung, um die Bedeutung ihrer Handlungsempfehlung besser zu verstehen.

1. Lehre

Die nachvollziehbaren Antworten einiger Bischofskonferenzen auf die Erklärung unterstreichen die Notwendigkeit einer längeren Zeit pastoraler Reflexion. Was von diesen Bischofskonferenzen zum Ausdruck gebracht wurde, kann nicht als lehrmäßige Opposition interpretiert werden, denn das Dokument ist klar und drückt sich in klassischer Weise zu Ehe und Sexualität aus. Die Erklärung Fiducia supplicans enthält mehrere starke Formulierungen, die daran keinen Zweifel lassen:

Die vorliegende „Erklärung bleibt fest bei der überlieferten Lehre der Kirche über die Ehe stehen und lässt keine Art von liturgischem Ritus oder diesem ähnliche Segnungen zu, die Verwirrung stiften könnten“. Es geht darum, gegenüber Paaren in irregulären Beziehungen zu handeln, „ohne deren Status offiziell zu konvalidieren oder die beständige Lehre der Kirche über die Ehe in irgendeiner Weise zu verändern“ (Präsentation).

„Daher sind Riten und Gebete, die Verwirrung stiften könnten zwischen dem, was für die Ehe konstitutiv ist, nämlich die ,ausschließliche, dauerhafte und unauflösliche Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, die von Natur aus offen ist für die Zeugung von Kindern’, und dem, was dem widerspricht, unzulässig. Diese Überzeugung gründet sich auf die beständige katholische Lehre von der Ehe. Nur in diesem Zusammenhang finden die sexuellen Beziehungen ihren natürlichen, angemessenen und vollständig menschlichen Sinn. Die Lehre der Kirche hält an diesem Punkt unverändert fest“ (4).

„Dies ist auch der Sinn des Responsums der vormaligen Glaubenskongregation, in dem es heißt, dass die Kirche nicht befugt ist, gleichgeschlechtlichen Verbindungen den Segen zu erteilen“ (5).

„Da die Kirche seit jeher nur solche sexuellen Beziehungen als sittlich erlaubt ansieht, die innerhalb der Ehe gelebt werden, ist sie nicht befugt, ihren liturgischen Segen zu erteilen, wenn dieser in irgendeiner Weise einer Verbindung, die sich als Ehe oder außereheliche sexuelle Praxis ausgibt, eine Form der sittlichen Legitimität verleihen könnte“ (11).

Von daher bietet die Erklärung keinen Rahmen, um ihr gegenüber lehrmäßig in Distanz zu gehen oder sie als häretisch, der kirchlichen Tradition zuwiderlaufend oder blasphemisch zu betrachten.

2. Rezipierung in der Praxis

Einige Bischöfe haben sich jedoch besonders zu einem praktischen Aspekt geäußert, nämlich die möglichen Segnungen von Paaren in irregulären Beziehungen. Die Erklärung enthält den Vorschlag einer kurzen Segnung im Sinne pastoraler Annahme (weder liturgisch noch rituell) von Paaren in irregulären Situation (nicht Verbindungen), wobei betont wird, dass es sich um Segnungen außerhalb liturgischer Formen handelt, die die Situation, in der sich diese Menschen befinden, weder billigen noch rechtfertigen.

Die Dokumente des Dikasteriums für die Glaubenslehre, so Fiducia supplicans, können unter praktischen Aspekten mehr oder weniger Zeit für ihre Anwendung, je nach den örtlichen Gegebenheiten und dem Urteil des jeweiligen Diözesanbischofs in seiner Diözese, benötigen. An einigen Orten steht einer sofortigen Anwendung nichts im Wege, während es an anderen notwendig erscheint, nichts zu erneuern und sich so viel Zeit wie nötig für die Lektüre und Auslegung der Erklärung zu nehmen.

So haben einige Bischöfe zum Beispiel entschieden, dass jeder Priester einen Unterscheidungsprozess vornehmen muss und dass er diese Segnungen nur im privaten Rahmen vornehmen kann. All dies stellt keine Schwierigkeit dar, wenn es mit dem gebührenden Respekt vor einem vom Papst abgezeichneten und approbierten Text geäußert wird, der versucht, die darin enthaltenen Überlegungen in irgendeiner Weise zu berücksichtigen.

Jeder Ortsbischof hat kraft seines Amtes immer die Entscheidungsbefugnis vor Ort, d.h. an dem konkreten Ort, den er besser kennt als andere, weil es sich um seine ihm anvertraute Herde handelt. Umsicht und Aufmerksamkeit für den kirchlichen Kontext und die örtliche Kultur können verschiedene Wege der Anwendung erlauben, aber nicht eine totale oder endgültige Verweigerung dieses Weges, der den Priestern vorgelegt wird.

3. Die schwierige Situation in einigen Ländern

Die Situation einiger Bischofskonferenzen muss im jeweils eigenen Kontext verstanden werden. In mehreren Ländern gibt es starke kulturelle und sogar rechtliche Schwierigkeiten, die Zeit und pastorale Strategien erfordern, die über das Kurzfristige hinausgehen.

Dort, wo es Gesetzgebungen gibt, die die bloße Tatsache, sich als homosexuell zu bekennen, mit Gefängnis und in einigen Fällen mit Folter und sogar mit dem Tod bestrafen, versteht es sich von selbst, dass eine Segnung nicht angezeigt wäre. Es liegt auf der Hand, dass die Bischöfe homosexuelle Menschen nicht der Gewalt aussetzen wollen. Es bleibt weiterhin wichtig, dass diese Bischofskonferenzen nicht für eine andere Lehre als die vom Papst unterzeichnete Erklärung eintreten, da diese die Lehre aller Zeiten ist, sondern dass sie die Notwendigkeit von weiteren Studien und weiteren Unterscheidungen in den Blick nehmen, um in einem solchen Kontext mit pastoraler Klugheit handeln zu können.

Es gibt tatsächlich nicht wenige Länder, die Homosexualität in unterschiedlichem Maße verurteilen, verbieten und kriminalisieren. In diesen Fällen stellt sich über die Frage der Segnungen hinaus ein großer und weitreichender pastoraler Auftrag, der die Ausbildung, die Verteidigung der Menschenwürde, das Lehren der Soziallehre der Kirche und verschiedene Strategien umfasst, die ihrerseits keine Eile zulassen.

4. Das eigentliche Neue des Dokumentes

Das eigentliche Neue dieser Erklärung, das ein großherziges Bemühen der Rezepierung erfordert und von der sich niemand ausschließen sollte, ist nicht die Möglichkeit der Segnung Paare in irregulären Beziehungen. Es ist die Aufforderung, zwischen zwei verschiedenen Formen von Segnung zu unterscheiden, nämlich der „liturgischen oder rituellen“ und der eher „spontanen oder seelsorgerisch motivierten“. In der Präsentation der Erklärung wird deutlich erklärt, dass die eigentliche Bedeutung des Dokumentes darin besteht, „einen spezifischen und innovativen Beitrag zur pastoralen Bedeutung von Segnungen zu bieten, der es in enger Verbindung mit einer liturgischen Perspektive ermöglicht, das klassische Verständnis von Segnungen zu erweitern und zu bereichern. Diese theologische Reflexion, die sich auf die pastorale Vision von Papst Franziskus stützt, beinhaltet eine wirkliche Weiterentwicklung über das hinaus, was vom Lehramt und in den offiziellen Texten der Kirche über die Segnungen gesagt wurde”

Dies geschieht vor dem Hintergrund der positiven Bewertung der „volksnahen Pastoral“, die in vielen Texten des Heiligen Vaters aufscheint. In diesem Zusammenhang lädt der Heilige Vater zu einer Wertschätzung des einfachen Glaubens des Volkes Gottes ein, das selbst inmitten seiner Sünden aus der Immanenz hervortritt und sein Herz öffnet, um die Hilfe Gottes zu erbitten.

Aus diesem Grund hat der Text des Dikasteriums, mehr als bezüglich der Segnung von Paaren in irregulären Beziehungen, das hohe Profil einer „Erklärung“ angenommen, die weit mehr darstellt als ein Responsum oder ein Schreiben. Das zentrale Thema, das uns zu einer Vertiefung und einer Bereicherung unseres pastoralen Handelns einlädt, ist das umfassendere Verständnis von Segnungen und der Vorschlag, vermehrt solche Segnungen im Sinne pastoraler Fürsorge vorzunehmen, die nicht dieselben Bedingungen erfordern wie Segnungen in einem liturgischen oder rituellen Kontext. Jenseits der Polemik ruft der Text daher zu einer gelassenen Reflexion mit dem Herzen eines Seelsorgers auf, die frei von jeder Ideologie ist.

Auch wenn einige Bischöfe es für klug erachten, diese Segnungen vorläufig nicht zu erteilen, so müssen wir doch alle in der Überzeugung wachsen, dass nicht ritualisierte Segnungen keine Weihe der sie empfangenden Personen oder des Paares sind, und dass sie keine Rechtfertigung für alle ihre Handlungen sind und sie keine Bestätigung für das von ihm geführte Leben darstellen. Als der Papst uns aufforderte, ein umfassenderes Verständnis des pastoralen Segens zu entwickeln, schlug er uns vor, über eine Art des Segnens nachzudenken, die nicht so viele Bedingungen für diese einfache Geste pastoraler Nähe fordert, die vielmehr ein Mittel ist, um die Offenheit für Gott inmitten der unterschiedlichsten Umstände zu fördern.

5. Wie sehen diese “Segnungen aus pastoraler Fürsorge” konkret aus?

In deutlicher Unterscheidung zu liturgischen bzw. rituellen Segnungen sollen „Segnungen aus pastoraler Fürsorge“ vor allem sehr kurz sein (vgl. Nr. 28). Es handelt sich um Segnungen von einer Dauer weniger Sekunden, ohne Ritual und ohne Benediktionale. Wenn zwei Personen gemeinsam herantreten, um einen Segen zu erbitten, bittet man einfach den Herrn um Frieden, Gesundheit und andere Güter für diese beiden Personen, die ihn erbitten. Gleichzeitig bittet man darum, dass sie das Evangelium Christi in voller Treue leben mögen und dass der Heilige Geist diese beiden Personen von allem befreien möge, was nicht seinem göttlichen Willen entspricht und alles, was der Reinigung bedarf.

Diese nicht ritualisierte Form der Segnung erhebt in ihrer Einfachheit und Kürze nicht den Anspruch das zu rechtfertigen, was moralisch nicht vertretbar ist. Ganz offensichtlich handelt es sich nicht um eine Eheschließung, aber auch nicht um eine „Approbation“ oder Ratifizierung von irgendetwas. Es geht lediglich um die Antwort eines Hirten auf die Bitte zweier Menschen um Gottes Hilfe. Deshalb stellt der Priester in diesem Fall keine Bedingungen und will auch nichts über das Intimleben dieser Menschen erfahren.

Da einige die Frage aufgeworfen haben, wie ein solcher Segen aussehen könnte, wollen wir ein konkretes Beispiel betrachten: Stellen wir uns vor, dass inmitten einer großen Wallfahrt ein geschiedenes Ehepaar in einer neuen Verbindung zum Priester kommt: „Bitte gib uns einen Segen, wir finden keine Arbeit, er ist sehr krank, wir haben kein Haus, das Leben wird sehr beschwerlich: Gott möge uns beistehen!“.

In diesem Fall kann der Priester ein einfaches Gebet wie das folgende sprechen: „Herr, schau auf diese deine Kinder, gib ihnen Gesundheit, Arbeit, Frieden und gegenseitige Hilfe. Befreie sie von allem, was deinem Evangelium widerspricht, und gib ihnen, dass sie nach deinem Willen leben. Amen“. Und er schließt mit dem Kreuzzeichen über einen jeden von ihnen.

Es ist eine Angelegenheit von 10 oder 15 Sekunden. Ist es sinnvoll, diesen beiden Menschen, die darum bitten, diese Art von Segen zu verweigern? Sollten wir nicht ihren Glauben unterstützen, sei es im Kleinen oder im Großen, ihren Schwächen mit göttlichem Segen helfen und dieser Offenheit für die Transzendenz einen Zugang zu geben, der sie dazu bringen könnte, dem Evangelium treuer zu sein?

Um Missverständnissen vorzubeugen, fügt die Erklärung hinzu, dass, wenn der Segen von einem Paar in einer irregulären Situation erbeten wird „und dies außerhalb der von den liturgischen Büchern vorgeschriebenen Formulare geschieht, wird ein solcher Segen niemals im direkten Zusammenhang mit einer standesamtlichen Feier, oder sonst in irgendeiner Verbindung damit, erteilt werden können. Dies gilt auch für die Kleidung, die Gesten und die Worte, die Ausdruck für eine Ehe sind. Dasselbe gilt, wenn die Segnung von einem gleichgeschlechtlichen Paar erbeten wird” (39). Es ist daher klar, dass sie nicht an einem wichtigen Platz im Kirchengebäude oder vor dem Altar stattfinden sollte, denn auch dies würde Verwirrung stiften.

Aus diesem Grund ist jeder Bischof in seiner Diözese durch die Erklärung Fiducia supplicans ermächtigt, diese Art von einfachem Segen zu erteilen, verbunden mit allen Empfehlungen zur Vorsicht und Sorgfalt, aber keinesfalls ist er befugt, Segnungen vorzuschlagen oder zu erteilen, die einer liturgischen Feier ähneln könnten.

6. Katechese

An manchen Orten scheint eine Katechese erforderlich dahin gerichtet, allen klar zu machen, dass diese Art von Segnungen keine Bestätigung der Lebensführung derjenigen darstellt, die einen solchen Segen erbitten. Noch weniger bedeutet ein solcher Segen eine Absolution, denn diese Segenshandlungen sind weit davon entfernt, ein Sakrament oder ein Ritus zu sein. Sie sind einfache Ausdrucksformen pastoraler Nähe, die nicht die gleichen Anforderungen stellen wie ein Sakrament oder ein formeller Ritus. Wir werden uns alle daran gewöhnen müssen, die Tatsache zu akzeptieren, dass ein Priester, der diese Art von einfachen Segnungen erteilt, kein Häretiker ist, nichts ratifiziert und die katholische Lehre nicht leugnet.

Wir können dem Volk Gottes helfen zu entdecken, dass diese Art von Segnungen nur einfache pastorale Mittel sind, die den Menschen helfen, ihren Glauben zu manifestieren, auch wenn sie große Sünder sind. Wenn wir also zwei Menschen segnen, die sich spontan zusammenfinden, um den Segen zu erbitten, bedeutet das keinen Weiheakt oder dass wir sie beglückwünschen oder diese Art der Verbindung gutheißen. Das Gleiche geschieht, wenn wir Einzelpersonen segnen, denn derjenige, der um den Segen – nicht um die Absolution – bittet, mag ein großer Sünder sein, aber wir verweigern ihm nicht diese väterliche Geste inmitten seines Mühens um das Überleben.

Wenn dies durch eine gute Katechese deutlich gemacht wird, können wir uns von der Angst befreien, dass unsere Segnungen etwas Unzulängliches ausdrücken könnten. Wir können freiere und vielleicht fruchtbarere Diener in größerer Nähe sein mit einem Dienst, gezeichnet durch väterliche Gesten seelsorgerlicher Nähe und ohne Angst, missverstanden zu werden.

Erbitten wir vom neugeborenen Herrn seinen großzügigen und reichen Segen für alle, um ein heiliges und glückliches Jahr 2024 erleben zu dürfen.

Víctor Manuel Kard. FERNÁNDEZ
Präfekt

Msgr. Armando MATTEO
Sekretär für die doktrinäre Sektion

Erklärung Fiducia supplicans (= FS) zur pastoralen Bedeutung des Segens

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Der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre (= DDF) hat mit der Erklärung Fiducia supplicans (= FS) zur pastoralen Bedeutung des Segens eine beispiellose Aussage in der Lehre der katholischen Kirche getroffen. Nun, dieses Dokument bestätigt, dass es einem Priester möglich ist, nicht liturgisch, sondern privat Paare zu segnen, die außerhalb der Ehe Sexualität leben, einschliesslich gleichgeschlechtlicher Paare. Die zahlreichen Fragen von Bischöfen, Priestern und Laien, die als Reaktion auf diese Aussagen aufkamen, verdienen eine klare und deutliche Antwort.

Steht diese Aussage nicht im direkten Widerspruch zur katholischen Lehre? Sind die Gläubigen verpflichtet, diese neue Lehre anzunehmen? Ist es dem Priester gestattet, solche neu erfundenen privaten Segnungen zu vollziehen? Und kann der Diözesanbischof sie verbieten, wenn sie in seiner Diözese vorkommen? Um dies zu beantworten, schauen wir uns an, was genau dieses Dokument lehrt und welche Argumente es unterstützt.

Ihre Weihnachtsspende: Zünden Sie eine Weihnachtskerze für bedürftige Kinder an

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Zünden Sie eine Weihnachtskerze fur Bedürftige an. Dadurch schaffen Sie Mittel, um die Werke von Menschenhilfe fortzusetzen. Diese Weihnachts-Kampagne „Heiligabend für Kinder“ startete am 8. Dezember in der Schweiz. Nehmen Sie daran teil. Sie spenden – wir helfen. Durch das virtuelle oder reale „Anzünden einer Weihnachtskerze“ spenden Sie das Geld für die Kinder in der Not. Der Erlös wird den täglichen Mahlzeiten, Kleidung, Lernen, Feiertagen und der Entwicklung von Interessen, die Kinder benötigen, zugewiesen werden.

Kerzen können bereits gespendet werden. Sie können eine Spende wählen aus: Klein (CHF 10), Mittel (CHF 15), Gross (CHF 20) und sehr Gross (PLN 30). Jede von ihnen für wohltätige Zwecke gezahlte Spende, wird für den in diesem Jahr gewählte Kinder-Hilfe gehen.

Eine leuchtende Kerze am Heiligabend ist ein Zeichen unserer Solidarität mit den Bedürftigsten. Die durch Ihre Spenden erhaltenen Mittel geben uns die Möglichkeit, die Werke der Barmherzigkeit fortzusetzen.

Sie unterstützen unsere WeihnachtsKerzenLichtAktion durch Ihre Paypalübertragung – Sie können einen beliebigen Betrag der Kinderhilfe mit der Notiz „WeihnachtsKerzenKichtAktion 2023“ überweisen. Vielen Dank. Paypal -Spende direkt anklicken.

Ein „gesunder Menschenverstand“ im Geschlechtstreit

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Ein Gesetzentwurf im britischen Parlament wird die formelle Verwendung von „sozialem Geschlecht“ bis zum Alter von 18 Jahren verbieten.
Im britischen Parlament wurde ein Vorschlag zur Änderung des Health and Equality Act eingebracht. Ziel ist die Klärung des Geschlechterbegriffs. Derzeit behandelt das Gesetz Menschen mit ihrem angegebenen Geschlecht auf Kosten ihres biologischen Geschlechts privilegiert. Dies verstößt drastisch gegen die natürlichen Regeln des gesellschaftlichen Lebens.
Die Autorin der Novelle ist die konservative Abgeordnete Liz Truss. Sie fungierte kurzzeitig als Premierministerin und stoppte als Ministerin für Frauen und Gleichstellung bizarre gesetzgeberische Schritte zur Durchsetzung des Rechts auf geschlechtsspezifische „Selbstidentifikation“.

Truss gibt Schätzungen von 65.000 an. Kinder, die sich in der Schule als das andere Geschlecht darstellen, manchmal ohne Wissen ihrer Eltern. In einem aktuellen Artikel der Daily Mail stellt der Politiker fest, dass „immer mehr junge Menschen, die Pubertätsblocker oder geschlechtsübergreifende Hormone eingenommen haben, erkennen, dass sie einen tragischen Fehler gemacht haben.“

„Wenn sie alt genug sind, um eine informierte Entscheidung für lebensverändernde Behandlungen zu treffen, wird es ihre Entscheidung sein. Der Schutz von Kindern sollte jedoch an erster Stelle stehen, und ich setze mich dafür ein, dass gefährdete junge Menschen nicht auf einen Weg geführt werden, den sie möglicherweise bereuen. Untersuchungen der Cass Foundation, die britische Dienste im Zusammenhang mit der Geschlechtsidentifizierung untersuchten, zeigen deutlich, dass es sich dabei nicht um eine „menschliche neutrale Handlung“ handelt und junge Menschen zu oft irreversiblen medizinischen Eingriffen führen können“, warnt der Abgeordnete.

Es gibt viele Fälle, in denen es darum geht, dass Menschen ihr Sicherheitsgefühl verlieren, weil sie in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenzimmern, Toiletten oder Umkleideräumen mit Menschen ihres angegebenen Geschlechts zusammen sein müssen. Truss beschrieb eine solche Geschichte.

„Vor kurzem war ich in einem Café in meinem Wahlkreis in Norfolk und habe mit Leuten über meine Pläne für ein gleichgeschlechtliches Weltraumgesetz gesprochen. Eine Gruppe von Müttern einer örtlichen High School rief von der anderen Seite des Raumes. Jeden Tag sind ihre Töchter schockiert und beschämt, wenn Jungen jetzt auf die Toilette gehen. Als sie absichtlich die Hütte betreten, machen sie Fotos von ihren Freunden – und die Schule ignoriert die Beschwerden. „Die Freiheit und Sicherheit dieser Mädchen werden durch eine extreme Ideologie bedroht, die das Geschlecht, das jemand vorgibt, in den Vordergrund stellt – oft ohne gesunden Menschenverstand – und es diesen Jungen ermöglicht, diese Situation auszunutzen, um sich auf ein solches Verhalten einzulassen.“

Bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs zur Änderung des Gesundheits- und Gleichstellungsgesetzes im Unterhaus sagte Liz Truss: „Hier geht es darum, klar zwischen gleichgeschlechtlichen Räumen zu unterscheiden und sicherzustellen, dass der gewährte Schutz eindeutig für das biologische Geschlecht gilt.“

„Ich schlage ein Verbot der formellen Anerkennung des ‚Geschlechts‘ in Schulen und durch den Staat für Menschen unter 18 Jahren vor. Dadurch wird verhindert, dass Menschen unter 18 Jahren versuchen, ihr Geschlecht mithilfe von Pubertätsblockern oder geschlechtsübergreifenden Hormonen zu ändern“, sagte Liz Truss.

Später in ihrer Rede bemerkte sie auch, dass „es zutiefst unfair ist, von Lehrern zu erwarten, dass sie Streitigkeiten schlichten, die entstehen können, wenn ein Junge versucht, die Umkleidekabine eines Mädchens zu benutzen.“ Unsere Lehrer werden von Aktivisten unter Druck gesetzt, ihren Forderungen nachzugeben. Junge Menschen stehen in den sozialen Medien unter enormem Gruppenzwang und Eltern haben Angst, sich zu äußern. Mehr als zwei Drittel von uns glauben nicht, dass ein leiblicher Mann, nur weil er behauptet, eine Frau zu sein, Zugang zu Räumen nur für Frauen haben sollte. Zu wenige Menschen sind bereit, es offen zu sagen. Infolgedessen erleben wir weiterhin die Erosion von Sportwettkämpfen und Räumen nur für Frauen wie Umkleidekabinen, Toiletten, Krankenstationen, Gefängnissen und Notunterkünften. Die Verabschiedung meines Gesetzes wäre ein bedeutender Sieg für den gesunden Menschenverstand, die Sicherheit und das Wohlergehen von Kindern sowie die Rechte der Frauen.“