Der umstrittene Kirchenratspräsident Luc Humbel hat dem Nachrichtenportal watson.ch, ein Interview gegeben, welches sein schlechtes Image aufbessern soll. Es wird über die Glaubwürdigkeit der Kirche geredet, ohne die von der Landeskirche unter Luc Humbel arangierten rechtwidrigen Kündigung von Pater Adam zu thematisieren. Dadurch hat die Glaubwürdugkeit der Landeskirche enorm eingebüsst. Wieviel hat dieses Interview die Kirche bzw. die Kirchensteuerzahler – „Antoniuskasse“ gekostet?
Durch das Interview soll neben dem Image-Aufbesserungsversuch auch noch darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein zentrales Anliegen der Landeskirche ist, für das umstrittene Projekt „Kirchensteuer-sei-dank“ Werbung zu machen. Den Namen Jesus hat Luc Humbel nur im Zusammenhang mit der Nachfolge Christi erwähnt, von der er glaubt, es könnten nicht nur Männer sein, sondern auch Frauen. Es scheint, als habe sich Herr Humbel nie wirklich mit dem Katechismus der Kirche oder sonstigen Glaubensfragen auseinandergesetzt, da er nicht versteht, dass jeder Christ zur Nachfolge Jesu aufgerufen wird – dies auch als Laie (sic! primär im Sinne eines Kirchestandes). Das Priestertum hingegen ist nur für Männer vorgesehen und stellt keine Diskriminierung der Frauen dar, da das Priestertum eine Berufung und kein Recht ist. Es ist tragisch, wenn ein Landeskirchenpräsident, der seit Jahren Rechtsmissbrauch betreibt und so viele Personalwechsel in der Landeskirche zu verantworten hat, in der Tatsache, dass die Kirche keine Frauenordination erlaubt, ein Glaubwürdigkeitsproblem sieht, jedoch nicht in seiner voll von Missbrauch geprägten Amtsführung.
Betreffend das umstrittene Projekt „Kirchensteuer-sei-dank“ sei an dieser Stelle erwähnt, dass Humbels Aussage, dass ein Grossteil der Kirchensteuern in der Gemeinde verbleibt, inhaltsleer ist. Alle, die sich mit der lokalen Kirche im Aargau auseinandersetzen, wissen, dass die Steuergelder vor allem den kirchlichen Mitarbeitern zugutekommen, die aber als Gegenleistung wenig für die Kirche oder die Gesellschaft tun, sondern sich vor allem auf Kosten der Gläubigen selbstverwirklichen. Im Aargau und weiten Teilen des Bistums herrscht ein Klerikalismus vor, bei dem Laientheologen, Diakone und kirchliche Mitarbeiter hohe Löhne verdienen, währenddem den Gläubigen die grundlegenden Sakramentendienste verwehrt werden, da Priester in diesem von Laien getragenen „Klerikalismus“ ausgegrenzt sind. Die hohen Kirchenaustrittsraten im Aargau haben daher wirklich etwas mit einem Glaubwürdigkeitsproblem zu tun, das unter anderem von Luc Humbel verursacht wurde. Und wenn er seinem Grossvater vorwirft, nur aus pekuniären Gründen in die Kirche gegangen zu sein, dann stellt sich die Frage, inwiefern bei vielen der kirchlichen Angestellten, die heute von der Landeskirche und den Kirchgemeinden beschäftigt werden, ihre Liebe zum Evangelium schnell erkalten würde, hätten sie die finanziellen Vorteile nicht mehr.

