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Kardinal Müller: kein Katholik ist mehr verpflichtet, einem häretischen oder schismatischen Bischof religiösen Gehorsam zu leisten

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„Eine Kirche, die nicht an Jesus Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, glaubt, ist nicht mehr die Kirche Jesu Christi“, unterstrich Müller im Gespräch mit InfoVaticana am vergangenen Dienstag. „Jeder Teilnehmer der Weltsynode im Oktober, sollte zunächst das erste Kapitel von ‚Lumen Gentium‘ studieren, in dem es um das Geheimnis der Kirche im Heilsplan des dreieinigen Gottes geht. Die Kirche ist nicht der Spielplatz der Ideologen des ‚gottlosen Humanismus‘ oder der Strategen der verhinderten Parteitage.

„Der universale Heilswille Gottes, der sich in Christus, dem einzigen Mittler zwischen Gott und Mensch, historisch und eschatologisch verwirklicht hat, ist das Zukunftsprogramm seiner Kirche und nicht der grosse Reset der atheistisch-globalistischen ‚Elite‘ von Milliardärsbankern, die ihre rücksichtslose persönliche Bereicherung hinter der Maske der Philanthropie verstecken“, sagte Müller.

Dass die Sitzungen der Weltsynode unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen, sieht er kritisch: „Ich weiß nicht, welche Absicht hinter dieser Massnahme steckt, aber 450 Teilnehmer werden die Dinge sicherlich nicht unter Verschluss halten. Viele werden Journalisten zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen oder umgekehrt. Dies ist die große Stunde der Manipulation, der Propaganda für eine Agenda, die der Kirche mehr schadet als nützt.“

„Die Menschen verwechseln – was angesichts der fehlenden theologischen Grundausbildung selbst unter Bischöfen nicht verwunderlich ist – den Inhalt des Glaubens und seine unübertreffliche Fülle in Christus mit der fortschreitenden theologischen Reflexion und dem Wachstum des kirchlichen Glaubensbewusstseins durch die kirchliche Tradition“, beklagte der Kardinal. „Die Unfehlbarkeit des Lehramtes erstreckt sich nur auf die Bewahrung und treue Auslegung des Glaubensgeheimnisses, das der Kirche ein für allemal anvertraut wurde […].“

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation äusserte sich auch zu den in der Medienöffentlichkeit sowie von verschiedenen Persönlichkeiten immer wieder angesprochenen Themen wie dem Zölibat.

Die priesterliche Ehelosigkeit optional zu machen sei aus dogmatischer Sicht zwar möglich, räumte Müller ein. Aber „den lärmenden Agitatoren geht es selten um die Heilsanliegen priesterloser Gemeinschaften, sondern vielmehr darum, diesen evangelischen Rat anzugreifen, den sie in einem sexuell aufgeklärten Zeitalter für anachronistisch oder gar unmenschlich halten“.

Mit Blick auf dogmatische Änderungen gelte: „Die formale Autorität des Papstes ist nicht zu trennen von der inhaltlichen Verbindung mit der Heiligen Schrift, der apostolischen Tradition und den dogmatischen Entscheidungen des Lehramtes, die ihm vorausgegangen sind. Andernfalls würde er sich, wie Luther das Papsttum missverstanden hat, an die Stelle Gottes setzen, der der alleinige Urheber seiner geoffenbarten Wahrheit ist – statt einfach in der Autorität Christi den geoffenbarten Glauben unverkürzt und unverfälscht zu bezeugen und der Kirche authentisch zu präsentieren.“

„In einer solchen extremen Situation, aus der Gott uns retten kann, hätte jeder kirchliche Beamte seine Autorität verloren, und kein Katholik ist mehr verpflichtet, einem häretischen oder schismatischen Bischof religiösen Gehorsam zu leisten“, betonte Müller.

Rückblickend auf den Weltjugendtag in Portugal sagte der Kardinal: „Viele junge Menschen kehrten enttäuscht aus Lissabon zurück, weil nicht mehr das Heil in Christus, sondern eine weltliche Heilslehre im Mittelpunkt stand. Offenbar gibt es sogar Bischöfe, die nicht mehr an Gott als Ursprung und Ende des Menschen und Erlöser der Welt glauben, sondern in pan-naturalistischer oder pantheistischer Weise die sogenannte ‚Mutter Erde‘ als Anfang der Existenz und Klimaneutralität als Ziel des Planeten Erde betrachten.“

Vertuschungsvorwürfe gegen Bischof von Basel Felix Gmür häufen sich

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Vertuschung, Befangenheit und Lernresistenz: Zum Wochenende stehen Felix Gmür und Joseph Bonnemain in schlechtem Licht. Der vatikanische Sonderermittler Bonnemain ist befangen und dem Basler Bischof sind zu viele «Fehler» passiert. Er ist nicht mehr tragbar, so einen Bischof noch zu dulden.
Am Dienstag versicherte der Churer Bischof Joseph Bonnemain (75) während der Medienkonferenz: Er sei als vatikanischer Sonderermittler nicht befangen und könne daher die Untersuchung gegen seine Bischofsbrüder durchführen. Ebenfalls am Dienstag gab sich Bischof Felix Gmür unwissend, bezüglich weiterer Vertuschungsvorwürfe, obwohl er von den Recherchen des «SonntagsBlick» wusste. Damit macht der Basler Bischof und Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) den Vertrauensverlust komplett.
Bischöflicher Hohn
Während der Pressekonferenz sass Felix Gmür (57) nur im Publikum. Bis vor einem Monat galt Gmür als Schweizer Vorzeigebischof – jung und reformorientiert. Seit Mitte August ist von diesem Ruhm nurmehr ein Scherbenhaufen übrig. Er steht unter Vertuschungsverdacht. Die Kritik der vergangenen Wochen hat Spuren hinterlassen. Felix Gmür wirkte am Dienstag erschöpft.
Er stellte sich dennoch den Fragen von Veronika Jehle vom Pfarrblatt Zürich. Das Interview kann auf YouTube angehört werden. Ob noch weitere Medienenthüllungen von Fällen aus seinem Bistum zu erwarten seien, wollte Jehle wissen. Darauf antwortete Gmür: «Ich hoffe nicht, aber ich kann nichts ausschliessen. Ich weiss es nicht, es gab ja sehr viele Fälle und ich war nicht immer sehr nah dran.»
Vor dem Hintergrund der Veröffentlichungen des «SonntagsBlick» klingen die Aussagen der beiden Bischöfe Bonnemain und Gmür fast höhnisch. Nur fünf Tage nach der Pressekonferenz bleibt das Gefühl, am Dienstag viel heisse Luft gehört zu haben.
Bischöfliche Überforderung
Joseph Bonnemain scheint alles andere als unbefangen. Er versäumte es über Wochen hinweg, Strafanzeige gegen den unter Missbrauchsverdacht stehenden Abt von Saint-Maurice zu erstatten. Erst durch den Druck des «SonntagsBlick» wurde am 8. September Strafanzeige gegen Scarcella und weitere Kleriker eingereicht.
Jedoch die Strafanzeigen musste ein anderer erstatten.
Die Anzeige hat weder Joseph Bonnemain noch Felix Gmür, sondern Bischof Charles Morerod (61) erstattet. Warum sie ihren Mitbruder damit beauftragten, ist unklar. Bonnemain und Gmür scheinen jedenfalls in den ersten zwei Monaten der Voruntersuchung nicht auf die Idee gekommen zu sein, dass sie Anzeige erstatten müssten. Und als es ihnen klar wurde, schickten sie Charles Morerod vor, der weder Sonderermittler noch Chef der SBK ist.

Verantwortungsverweigerung
Und Felix Gmür? Dessen Aussage, er wisse von keinen weiteren Fällen, war entweder unehrlich oder ein weiteres Missverständnis. Denn Gmür wusste am Dienstag durchaus, dass der «SonntagsBlick» zu Franz Sabo recherchiert.
Und auch hier hört die Verantwortungsverweigerung des Basler Bischofs nicht auf. Heute Mittag ging eine Medienmitteilung des Bistums über die Verteiler. In dieser fiel man in alte Reflexe zurück: Kirchenschutz über alles. In dem Schreiben heisst es: Bischof Felix Gmür habe nicht vertuscht. Sondern: «Nach Klärung der Zuständigkeit wurden sämtliche Akten von Bischof Felix Gmür an die Glaubenskongregation weitergeleitet.»
Das stimmt. Das bestätigt der Betroffene Thomas Pfeifroth im Gespräch mit kath.ch. Was die Medienmitteilung verschweigt: Die Abklärung der Zuständigkeit wurde nicht vom Bistum Basel eingeleitet. Sondern von Pfeifroth selbst. Und zwar, nachdem sich Felix Gmür 2011 weigerte, aktiv zu werden. Das Opfer musste den Bischof via Rom dazu bringen, zu handeln. Bischof Felix Gmür hat also die Akten an das zuständige Dikasterium geschickt, als Rom es befahl, nicht als das Opfer ihn um Hilfe bat.
Sich hinter den Finessen des Kirchenrechts zu verstecken, ist mutlos. Und es ist für einen Bischof, der Vorsitzender der SBK und Vize-Verantwortlicher des Fachgremiums «Missbrauch im kirchlichen Umfeld» ist, entlarvend. Denn es zeigt, dass er bis heute weder den konkreten Fall noch die Perspektive der Opfer im Allgemeinen versteht.
Bischof Felix Gmür sind zu viele «Fehler» passiert. Selbst wenn sie kirchenrechtlich komplexer sein mögen, so zeugen sie doch von einem tiefsitzenden Nichtverständnis der Krise. Von mangelnder Empathie, Bequemlichkeit und von der Vermeidung von Konflikten um jeden Preis.
In zwei Wochen beginnt die Weltsynode in Rom. Felix Gmür ist von der Galionsfigur der Synodalität zu einer Belastung geworden. Als Chef der SBK und als Vize des Fachgremiums «Missbrauch im kirchlichen Umfeld» ist er nicht mehr tragbar. Er sollte diese Ämter abgeben. Und sein Bischofsamt sollte er ruhen lassen – bis eine externe Untersuchung alle Vorwürfe gegen ihn geklärt hat. Extern, im Sinne von: Nicht-Kirchlich.

Gmür kündigt für 2023 seinen Rücktritt an

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Wann kündigt Bischof von Basel Felix Gmür wegen Missbrauchsfällen seinen Rücktritt an?
Phillip Gmür, Vorsitzender der Konzernleitung und Group CEO von Helvetia Versicherungen, tritt per Mitte 2023 zurück. Er gehört dem Unternehmen seit 1993 an und ist seit 2016 Group CEO. Der Verwaltungsrat hat die Regelung der Nachfolge eingeleitet.

17. September: vor 84 Jahren begann der russische Angriff auf Polen

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Am 1. September 1939 entfachte das Deutsche Reich mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg. Er kostete in sechs Jahren knapp 60 Millionen Menschen das Leben. Am längsten litt Polen unter der brutalen Besatzungspolitik der Deutschen Nationalsozialisten – eine Tatsache, die das deutsch-polnische Verhältnis auch nach Kriegsende viele Jahrzehnte belastete.
„Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!“ Dieser Satz ist einer der bekanntesten der deutschen Geschichte. Adolf Hitler sprach ihn vor dem Berliner Reichstag vor 75 Jahren, am Vormittag des 1. September 1939. Der Tag gilt heute als Beginn des von Deutschland ausgelösten Zweiten Weltkriegs.

An jenem Morgen überfiel die deutsche Wehrmacht ohne Kriegserklärung das Nachbarland Polen. Hitler gab den Angriff als Verteidigungsaktion aus und verwies auf den angeblich polnischen Überfall auf den Sender Gleiwitz am Vorabend. Der Vorfall war von der SS inszeniert worden. Am 1. September, kurz vor fünf Uhr morgens, begann das deutsche Schiff „Schleswig-Holstein“, polnische Befestigungen auf der Westerplatte vor Danzig zu beschießen. Außerdem griff Deutschland Polen in den folgenden Tagen vor allem mit Panzerverbänden und Flugzeugen an.

Frankreich und Großbritannien forderten noch am selben Tag den Rückzug der deutschen Soldaten aus Polen. Hitler ließ das Ultimatum verstreichen. Interner Link:Damit begann ein Krieg, der bald weite Teile Europas erfasste. Er dauerte sechs Jahre und kostete fast 60 Millionen Menschen das Leben.
Der Überfall auf Polen war für Deutschland Interner Link:ein weiterer Schritt in seinem Streben nach Weltmacht und der Erschließung von „Lebensraum im Osten“. Die internationale Gemeinschaft verhielt sich zunächst abwartend – noch herrschte überwiegend kriegsmüde Stimmung. Zudem sahen die Westmächte (USA, Grossbritannien, Frankreich) im nationalsozialistischen Deutschland die effektivste Kraft, um den Einfluss der Sowjetunion in Mitteleuropa einzudämmen. Deshalb konnte Deutschland ungestraft 1933 aus dem Völkerbund austreten, 1935 u.a. mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht gegen die Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrages verstossen und 1936 das entmilitarisierte Rheinland besetzen.

Im März 1938 erwirkte Deutschland durch enormen Druck auf Wien den „Anschluss“ Österreichs. Der Tschechoslowakei wurde offen mit Gewalt gedroht, sollten deutsche Gebietsansprüche nicht erfüllt werden. Diesmal griffen die Westmächte ein; sie verhandelten im September 1938 einen Kompromiss, das „Münchner Abkommen“, mit dem die Sudetenkrise gelöst werden sollte.

Doch die politische Strategie der Beschwichtigung (Appeasement) zeigte nicht die gewünschte Wirkung: Im Oktober 1938 besetzte Deutschland das tschechische Sudetenland, im März 1939 marschierten Wehrmachtssoldaten in die unabhängig gebliebenen Teile der Tschechoslowakei ein und lösten den Staat auf.
Sowjetunion
Link hat Vorschau-PopupInterner Link:Dem Überfall auf Polen war der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vorausgegangen.

Sowohl die Westmächte als auch das Deutsche Reich hatten sich im Vorfeld um die Unterstützung der Sowjetunion bemüht. Mit einer uneingeschränkten Vollmacht Hitlers ausgestattet reiste der deutsche Außenminister Ribbentrop am 22. August 1939 nach Moskau, um den Vertrag Interner Link:in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1939 mit der Sowjetunion abzuschliessen. In seinem geheimen Zusatzprotokoll sah der Vertrag die Zerschlagung Polens und die Aufteilung des Landes zwischen Deutschland und der Sowjetunion vor. Doch Grossbritannien und Frankreich hatten Polen gegenüber bereits am 31. März erklärt, dass sie seine Souveränität unter allen Umständen verteidigen würden. Nach dem deutschen Überfall auf Polen und dem verstrichenen Ultimatum erklärten sie am 3. September Deutschland den Krieg, auch wenn sie zunächst nicht militärisch eingriffen.
Das enorme Leid, das die Deutschen mit und nach dem 1. September 1939 über Polen gebracht hatten, Interner Link:belastete das deutsch-polnische Verhältnis nachhaltig. Dazu trug auch die weltpolitische Lage nach 1945 bei. Auch, weil mit der DDR ein deutscher Teilstaat als sozialistischer Bruderstaat galt, wurden die Konflikte der Vergangenheit ausgeklammert. Dass die Bundesrepublik die Oder-Neisse-Linie nicht als Grenze akzeptierte, wurde in Polen mit Befremden aufgenommen.

Erst mit dem Kniefall Willy Brandts vor dem Denkmal für die Interner Link:Opfer des Warschauer Ghettoaufstands von 1943 in Warschau am 7. Dezember 1970 und dem „Vertrag über die Grundlagen der Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen“ begann ein neuer Abschnitt in den Beziehungen. „Die mutige Tat wurde als ein symbolischer Akt der Reue für die deutschen Verbrechen auch an den nicht jüdischen Polen empfunden“, Interner Link:urteilt der Zeithistoriker Dieter Bingen.

Grundlegend wandelte sich das deutsch-polnische Verhältnis aber erst nach dem Zusammenbruch des Kommunismus. Mit dem unmittelbar nach der deutschen Einheit am 14. November 1990 abgeschlossenen Grenzvertrag erkannte Deutschland die Oder-Neisse-Linie als völkerrechtlich verbindliche deutsch-polnische Grenze an. In den folgenden Jahren förderten beide Seiten die deutsch-polnische Annäherung und Interner Link:nahmen sich gemeinsam des Themas Flucht und Vertreibung der Deutschen aus Polen nach 1945 an.

Der Papst und die Nazi-Deutschland: Kongress der Gregoriana

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Der Papst und die Nazi-Deutschland: Kongress der Gregoriana widmet sich Papst Pius XII.
Im Oktober diskutieren Forschende aus der Geschichte und der Theologie über die Rolle des Vatikans im Zweiten Weltkrieg. Der internationale Kongress findet an der päpstlichen Gregoriana Universität statt und wird online übertragen.

Ein internationaler Kongress zur Rolle von Papst Pius XII. in der Nazizeit findet vom 9. bis 11. Oktober an der Gregoriana-Universität in Rom statt. Titel der Veranstaltung ist: «Neue Dokumente aus dem Pontifikat von Pius XII. und ihre Bedeutung für die Jüdisch-Christlichen Beziehungen: Ein Dialog zwischen Historikern und Theologen.» In jüngster Zeit waren in Archiven zahlreiche Dokumente gefunden wurden, die ein neues Licht auf die Rolle des Papstes und des Vatikans bei der Rettung Tausender Juden werfen.

Breites Interesse
Wie die Universität mitteilte, gibt es bereits im Vorfeld der Veranstaltung breites Interesse aus zahlreichen Ländern. Die im grossen Hörsaal der Universität stattfindende Veranstaltung wird deshalb auch live im Kanal youtube.com/unigregoriana übertragen.
Zu den Sponsoren der hochkarätig besetzten Veranstaltung zählen die Vereinigung der Jüdischen Gemeinden Italiens das Apostolische Archiv des Vatikans, die Vatikan-Kommission für die Beziehungen zum Judentum, das US-Aussenministerium, die Botschaften Israels und der USA beim Heiligen Stuhl und das American Jewish Committee.

Ermittlungen gegen den Erzbischof von Paris, Michel Aupetit (72), eingestellt

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Am 15.09.2023 hat die französische Justiz die gegen den ehemaligen Erzbischof von Paris, Michel Aupetit (72), eingeleiteten Ermittlungen wegen eines möglichen Übergriffs auf eine schutzbedürftige Person eingestellt, da keine Straftat vorliegt. Eine entsprechende Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Donnerstag hat Aupetits Anwalt Jean Reinhart gegenüber französischen Medien bestätigt. Es habe „nie eine Zweideutigkeit“ oder „unangemessene Gesten“ seitens seines Mandanten gegeben, sagte Reinhart.

Die Voruntersuchung war im Dezember 2022 nach einer Meldung der Erzdiözese Paris an die Behörden eingeleitet worden. Diese betraf eine E-Mail-Korrespondenz zwischen Aupetit und einer unter gerichtlicher Erwachsenenvertretung stehenden Frau aus einer Kirchengemeinde.

Der emeritierte Erzbischof habe bei einer Befragung im Juni angegeben, „nie eine sentimentale oder sexuelle Beziehung zu der betreffenden Frau gehabt zu haben“, erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Auch die Frau sagte demnach aus. „Sie sagte den Ermittlern, dass sie sich klar an die erwähnten Situationen erinnern könne. Sie war der Ansicht, dass diese keine Straftat darstellten, und hat keine Anzeige erstattet“, so die AFP-Quelle.

Erzbischof Aupetit, der seit seinem Rücktritt als Pariser Erzbischof in einem früheren Kloster in Toulouse lebt, sei sich sicher gewesen, dass die Untersuchung mit einer Einstellung des Verfahrens enden werde, erklärte Anwalt Reinhart der Nachrichtenagentur. Aupetit könne nun mit seiner Arbeit in der Seelsorge fortfahren.

Vorzeitiger Rücktritt 2021

In der Causa geht es nicht um jenen Fall einer angeblichen Beziehung zu einer Frau, die im Herbst 2021 im Zusammenhang mit der vorzeitigen Emeritierung Aupetits als Pariser Erzbischof auch international für Schlagzeilen gesorgt hatte. Ende November 2021 hatte Aupetit bei Papst Franziskus seinen Rücktritt als Erzbischof von Paris eingereicht, den das Kirchenoberhaupt kurz darauf annahm. Zuvor hatte die Wochenzeitung „Le Point“ eine Untersuchung veröffentlicht, die dem Erzbischof eine Liebesbeziehung mit einer Frau unterstellte. Aupetit gestand damals zwar ein „zweideutiges Verhalten“ ein, bestritt aber eine Beziehung mit der Frau, einer Theologin.

Papst Franziskus begründete im Dezember 2021 seine Entscheidung zur Annahme des vorzeitigen Rücktritts von Aupetit damit, dass der Erzbischof zwar gegen das sechste Gebot (das Verbot des Ehebruchs, Anm.) verstoßen habe, wenn auch „nicht vollständig“; den Ausschlag hätten aber die Gerüchte in den Medien gegeben. Aupetits Ruf sei dadurch so beschädigt gewesen, dass er seine Diözese nicht mehr habe leiten können. Neben den Gerüchten um eine Liebesbeziehung gab es seit längerer Zeit Unmut über die Amtsführung des Erzbischofs: Beide Generalvikare der Erzdiözese Paris hatten ihr Amt niedergelegt.

Studie zu Missbrauchsopfer in der Schweiz

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39 % der Opfer waren weiblich, 56 % männlich, 74 % minderjährig – Von Kirche beauftragte Pilotstudie der Universität Zürich dokumentiert „menschliche Fehlleistungen und Scheitern der kirchlichen Institutionen“, darunter auch Vertuschung vieler Fälle.
Mindestens 921 Personen sind seit Mitte des 20. Jahrhunderts im Umfeld der katholischen Kirche in der Schweiz Betroffene sexuellen Missbrauchs gewesen. Eine am Dienstag vorgestellte Pilotstudie des Historischen Seminars der Universität Zürich geht jedoch davon aus, dass dies nur „die Spitze des Eisbergs“ ist. Identifiziert wurden 1.002 Fälle und 510 Beschuldigte. Das Spektrum reiche von „problematischen Grenzüberschreitungen bis hin zu schwersten, systematischen Missbräuchen, die über Jahre hinweg andauerten“, hieß es.
In der ganzen Schweiz und im gesamten Untersuchungszeitraum habe es sexuellen Missbrauch gegeben, geht aus dem Bericht hervor. Besonders drei „soziale Räume“ mit spezifischen Machtkonstellationen seien betroffen: in der Seelsorge, dabei vor allem bei Beichtgesprächen, im Ministrantendienst und im Religionsunterricht; im Bildungs- und Fürsorgebereich der katholischen Kirche, der vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zentrale gesellschaftliche Funktionen wahrnahm, sowie bei den Orden und neuen geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen. Bei diesen habe sich die Quellensuche besonders schwierig gestaltet.
Den Angaben zufolge waren 39 Prozent der Opfer weiblich, 56 Prozent männlich, bei 5 Prozent ließ sich das Geschlecht in den Quellen nicht eindeutig feststellen. 74 Prozent der dokumentierten Fälle von sexuellem Missbrauch betreffen Minderjährige – „von Säuglingen und vorpubertären Kindern bis hin zu postpubertären jungen Erwachsenen“, so die Studienleiterinnen Monika Dommann und Marietta Meier – sowie 14 Prozent Erwachsene und 12 Prozent Menschen in nicht eindeutig feststellbarem Alter. Die Beschuldigten seien fast ausschließlich Männer gewesen.

Von Deutschen Nationalsozialisten ermordete Familie Ulma seliggesprochen

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An einem „Freudentag“ hat die Kirche am Sonntag 10. September 2023 erstmals eine ganze Familie seliggesprochen, nämlich Józef und Wiktoria Ulma und ihre sieben Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs den Märtyrertod erlitten, weil sie zwei jüdischen Familien Schutz vor den Deutschen Nationalsozialisten gewährten.

„Es wäre irreführend, wenn der Tag der Seligsprechung der Familie Ulma nur dazu dienen würde, den Schrecken der von ihren Henkern begangenen Gräueltaten wieder ins Gedächtnis zu rufen, auf denen übrigens das Urteil der Geschichte bereits schwer lastet“, sagte Kardinal Marcello Semeraro, der Präfekt des Dikasteriums der Selig- und Heiligsprechungsprozesse, in seiner Predigt bei der Seligsprechungsmesse, an der rund 30.000 Menschen im Dorf Markowa im Südosten Polens, wo die Familie von Deutschen Besatzer ermordet wurde, teilnahmen.

„Stattdessen wollen wir, dass der heutige Tag ein Freudentag ist, weil die auf Papier geschriebene Seite des Evangeliums für uns zu einer gelebten Wirklichkeit geworden ist, die im christlichen Zeugnis des Ehepaars Ulma und im Martyrium der neuen Seligen hell erstrahlt“, so der Kardinal weiter.

Die Aktion Reinhardt, so der Tarnname des Plans zur systematischen Ermordung aller Juden im von Deutschland besetzten Polen, begann Ende Juli und Anfang August 1942 in dem Gebiet, in dem auch die Familie Ulma lebte.

Die Deutschen Nationalsozialisten begannen, die etwa 120 Juden in der Gegend von Markowa in ein Arbeits- und Vernichtungslager zu deportieren. Etwa 54 Juden, die sich versteckt hielten, wurden gefunden und am 14. Dezember 1942 erschossen. Weitere 29 Juden versteckten sich weiterhin in Markowa, darunter jene acht, die bei der Familie Ulma Zuflucht fanden.

Am frühen Morgen des 24. März 1944 umstellte eine deutsche nationalsozialistische Patrouille das Haus von Józef und Wiktoria Ulma am Rande von Markowa. Sie entdeckten die jüdischen Bewohner, die sich auf dem Ulma-Hof versteckt hielten, und richteten sie hin.

Die Deutschen Nationalsozialisten töteten daraufhin die 31-jährige Wiktoria, die schwanger war und deren Wehen vorzeitig eingesetzt hatten, sowie den 44-jährigen Józef.

Ein weiterer Befehl besiegelte das Schicksal der übrigen Familienmitglieder: „Tötet auch die Kinder.“ So wurden Stanisława (7), Barbara (6), Władysław (5), Franciszek (fast 4), Antoni (2) und Maria (1) hingerichtet. Das siebte Ulma-Kind, das starb, war der namenlose Sohn des Paares, der gerade auf die Welt kam.

Der Junge war in einigen Medienberichten fälschlicherweise als das erste ungeborene Kind bezeichnet worden, das seliggesprochen werden sollte – ein wichtiges Detail, das der Vatikan kürzlich klarstellte. Obwohl keine Zeit war, das Kind zu taufen, erfolgte stattdessen das, was die Kirche eine „Bluttaufe“ nennt.

In seinen Betrachtungen am Sonntag legte Kardinal Semeraro auch Wert darauf, das Andenken an die jüdischen Freunde der Ulmas zu ehren, die an diesem Tag ebenfalls getötet wurden.

„Heute wollen wir zusammen mit den neuen Seligen auch ihrer Namen gedenken“, sagte er. Es waren Saul Goldman mit seinen Söhnen Baruch, Mechel, Joachim und Mojżesz sowie Gołda Grünfeld und ihre Schwester Lea Didner mit ihrer kleinen Tochter Reszla. An der Seligsprechungszeremonie am Sonntag nahm auch der polnische Oberrabbiner Michael Schudrich teil.

SEXUELLER MISSBRAUCH: Bischof von Basel Felix Gmür krebst zurück

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Bischof Felix Gmür gibt zu, persönlich Fehler gemacht zu haben: nun drohen ihm Konsequenzen. Der Rücktritt kann ihm als Konsequenz des Fehlers nahe gelegt werden.
Kehrtwende des Bischofs von Basel: Im Fall einer Frau, die als Jugendliche von einem Priester missbraucht wurde, räumt Felix Gmür eigene Fehler ein und verspricht dem Opfer Gerechtigkeit.
Eine Jugendliche wird über Jahre hinweg von einem Priester aus Nigeria sexuell missbraucht. Als sie es mit knapp 40 Jahren endlich schafft, ihren Peiniger beim Bistum Basel zu melden, wird zwar ein Vorverfahren eröffnet. Aber der zuständige Basler Bischof Felix Gmür stellt dieses kurz darauf ein. Damit konfrontiert, zeigt er sich in einem aktuellen Beobachter-Artikel uneinsichtig.
Nun aber kommt es zu einer 180-Grad-Wende: Bischof Gmür gesteht sein Scheitern ein und verspricht dem Opfer einen «würdigen Umgang». In einer Stellungnahme schreibt Gmür, der Bericht des Beobachters sei «für das Bistum Anlass, begangene Fehler anzuerkennen, sie umgehend zu beheben und zukünftig zu vermeiden».

Weltjugendtag 2023

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Ewtn.tv überträgt den Weltjugendtag. Unter wjt.ewtn.de finden Sie die aktualisierten Sendezeiten sowie weitere Informationen. …