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Iran und die islamische Revolution

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Iran – Verfassung und Staat

Iran und die islamische Revolution haben das 20. Jh. geprägt – weltpolitisch, vor allem aber in Bezug auf die anderen islamischen Länder. Auch wenn in den sunnitischen Ländern das Modell der islamischen Revolution, das in klassisch schiitischen Konzepten wurzelt, nicht übernommen wurde, so ist die Revolution in Iran doch in eine Zeit der Wiedererstarkung religiöser islamischer und islamistischer Konzepte in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Die „Islamische Republik Iran“ und ihr Kampf um eine „islamische“ Verfassung, der Versuch „islamisches“ Recht und nur solches anzuwenden und dies auf der Grundlage eines „islamischen“ Staates (bzw. einer „islamischen Republik“) geben auf jeden Fall ein interessantes Beispiel dafür ab, wie sich das klassische „Juristenrecht“ (schiitischer Prägung) in ein modernes öffentliches Recht überführen lässt bzw. welche Probleme dieser Prozess mit sich bringt. „Islamische Regierung“ (½okÚmat-e eslÁmÍ) war einer der meist skandierten Slogans während der Revolution in Iran 1978/79, dennoch wurde Ayatollah Ruhollah Chomeinis (1902-1989) Konzept der theokratischen Regierung (velÁyate faqÍh, wörtl. Regierungsgewalt des Rechtsgelehrten) erst diskutiert, als es in die Verfassung der neuen Republik eingearbeitet wurde. Nach traditionell schiitischer Theorie ruht die politische Autorität beim unfehlbaren 12. Imam, der allerdings im 9. Jh. in die Verborgenheit ging. Seine Autorität als Lehrer des heiligen Rechts wurde auf die schiitischen Juristen übertragen. Der Bereich der klerikalen Autorität weitete sich dann vor allem im 19. Jahrhundert nach und nach aus. Chomeini hat jedoch mit seinem Konzept Neuland betreten, insofern er nun das Recht des Imams auf Herrschaft auf den (einen) Rechtsgelehrten übertrug. Er schuf mit dem obersten Rechtsgelehrten (faqÍh) das Amt des Obersten Führers (rahbar). Dies implizierte auf theologischer Ebene die Gehorsamsverpflichtung der anderen Rechtsgelehrten ihm gegenüber und war ein – von Anfang an nicht unumstrittenes – Novum in der schiitischen Staatskonzeption. Denn traditionell galt keiner der Juristen in der schiitischen Hierarchie als dem anderen überlegen – obwohl es im schiitischen Kontext eine auf wissenschaftlicher Leistung einerseits und sozialer Anhängerschaft andererseits aufbauende Hierarchie der Rechtsgelehrten gibt. Sie umfasst grob die Stufen des muºtahid als des einfachen Gelehrten über den ÁyatollÁh, den grossen Gelehrten, bis hin zum marºaþ-e taqlÍd (wörtl. „Quelle der Nachahmung“) an der obersten Position. Die Verfassung von 1979 setzte voraus, dass die Führung von einem von den Gläubigen anerkannten marºaþ-e taqlÍd übernommen werden sollte, der sich durch Gelehrsamkeit, Gerechtigkeit und Frömmigkeit, aber auch Führungsqualitäten auszeichnen sollte (Art. 5 der Verfassung, Art 107). Arjomand analysiert in seinem Artikel ausführlich die „constitutional politics“, also den Kampf um die soziale und politische Ordnung, der unter den Gruppen und Organisationen ausgetragen wurde, die sich aufgrund unterschiedlicher Interessen auf unterschiedliche Prinzipien berufen. Hier ist nicht der Raum, dies im Detail nachzuzeichnen, jedoch seien einige wichtige Stichpunkte für die weitere Entwicklung hier angeführt: Ein zentrales Organ, welches bereits in der ersten Verfassung der Islamischen Republik von 1906 verankert war, ist der Wächterrat (šÚrÁ-ye negÁhbÁn), der aus fünf vom Obersten Führer (rahbar) ernannten muºtahids, also islamischen Rechtsgelehrten, und sechs weltlichen Rechtsexperten besteht. Dieser „Wächterrat der Verfassung“ wurde dem französischen Conseil Constitutionnel angelehnt. Das vom Volk gewählte Parlament (maºles) als Organ der nationalen Souveränität ist zwar die zentrale legislative Institution, aber ihre gesetzgebende Gewalt untersteht der Kontrolle durch den Wächterrat, der die Islamizität der Gesetzgebung überprüft (Art. 72). Da der Wächterrat durch den Obersten Führer mit sehr traditionellen Führern besetzt war und derselbe eine sehr traditionelle Interpretation des islamischen Rechts vertritt, hat er zahlreiche Vorgaben des Parlaments abgelehnt und Gesetzesvorhaben blockiert. Diese Blockade führte unter anderem zu einer entscheidenden Entwicklung im Verfassungsrecht: Im Januar 1988 übte Chomeini an der Aussage des damaligen Präsidenten Ali Chamenei (seit 1989 selbst Oberster Führer) Kritik, dass die Autorität der islamischen Regierung nur innerhalb des heiligen Rechts bzw. der Regeln desselben ausgeübt werden könne. Regierung in der Form des gottgegebenen absoluten Mandats des Rechtsgelehrten (velÁyat-e moÔlaq) war, nach Chomeini, …the most important of the divine commandments and has priority over all derivative divine commandments … (It is) one of the primary commandments of Islam and has priority over all derivative commandments, even over prayer, fasting and pilgrimage to Mecca.

Chamenei hatte mithin eine Interpretation vertreten, die dem klassischen Verständnis als der absolut übergeordneten Scharia, der sich auch der Herrscher zu beugen hat, entspricht. Er musste sich der Anordnung des damaligen Obersten Führers, Chomeini, beugen. Institutionell gipfelte die Entwicklung in der Gründung des sog. Feststellungsrates (maºmaþ-e taš¿ÍÈ-e maÈla½at-e neãÁm-e eslÁmÍ), welcher zum endgültigen und entscheidenden Prinzip der Legislative erklärt wurde. Interessant ist die Wahl des Terminus maÈla½at, welcher im klassischen sunnitischen arabischen Staatsrecht das Gemeinwohl bezeichnet, in dessen Rahmen der Herrscher agieren und die Politik bestimmen kann. Gesetzesvorhaben, die vom Parlament verabschiedet, vom Wächterrat jedoch als unislamisch abgelehnt worden waren, gelangten in den Feststellungsrat. Eine eingehende Analyse der Verfahrensweise dieser Institution steht noch aus, aber teilweise – z.B. in Fragen des Landbesitzes – entschied der Feststellungsrat pragmatisch, so dass einige Gesetzesvorhaben des Parlaments trotz Ablehnung durch den Wächterrat in Kraft treten konnten. In anderen Fragen war er traditionell. So wurde 1998 die internationale Frauenkonvention, CEDAW (Convention for the Elimination of all Forms of Discrimination against Women), vom Parlament gebilligt, vom Wächterrat aber abgelehnt. Sie ist bis heute nicht in Kraft in Iran. Arjomand fasst die Verfassungsentwicklung folgendermaßen zusammen: Khomeinī’s statements on the Absolute Mandate of the Jurist represented the logical conclusion of his earlier attempts to modernize Shiite jurisprudence by making it more practical. It crowned the revolutionary transformation of Shiite law from a formalistic “jurists’ law” into the public law of the Iranian state by institutionalizing the legislative authority of the supreme jurist and establishing the MaÈla½at Council as its bureaucratic organ. This solution, however, meant the triumph of the state law over the Shiite jurisprudence, and it made the theocratic state highly authoritarian. Die Verfassungsänderung hatte aber auch Konsequenzen für die Position des Obersten Führers, denn Chamenei hatte keine Qualifikation als marº-e taqlÍd, noch nicht einmal zum Zeitpunkt seiner Wahl als ÁyatollÁh. Dies wurde im Moment seiner Wahl nachgeholt, und er erhielt gleichzeitig mit dem Titel des rahbars, des Obersten Führers, den Titel das ÁyatollÁh. Gewählt wurde er von der Expertenversammlung, die allerdings zu diesem Zeitpunkt – Sommer 1989 – nicht, wie von der Verfassung eigentlich vorgesehen, vom Volk gewählt worden war. Zugleich ergab sich die für die Frage der Anwendung des religiösen schiitischen Rechts in Iran interessante Situation, dass wenige Tage nach dem Tod Chomeinis eine Reihe hoher Geistlicher erklärten, sie würden in Zukunft den fast hundertjährigen Ayatollah Ārākī, einst Lehrer Chomeinis, als den neuen marºaþ-e taqlÍd anerkennen. Tellenbach weist darauf hin, dass damit die politische und religiöse Führung in der Islamischen Republik auseinander fiel.

Politischer Diskurs

Nach der Verfassungsänderung und dem Übergang zum neuen Obersten Führer, Chamenei, ergab sich eine neue verfassungsrechtlich relevante Situation mit der Präsidentschaft von Sayyed Muhammad Chatemi (reg. 1997-2005). Er führte den Wahlkampf mit Schlagwörtern wie „rule of law“ (½okÚmat-e qÁnÚn) und „Zivilgesellschaft“. Vor allem die „Herrschaft des Rechts“ war in ihrer persischen Formulierung (½okÚmat-e qÁnÚn) als explizites Gegenstück zur „islamischen Regierung“ ½okÚmat-e eslÁmÍ, konzipiert. Unter Chatemi formierten sich deshalb ein neuer Verfassungsdiskurs und politischer Diskurs. Auf der Grundlage seines durchschlagenden Wahlerfolgs (er wurde von zwei Dritteln der Bevölkerung gewählt) verwies er auf die zentrale Rolle von Wahlen. Obwohl er sich nie explizit gegen die „Herrschaft des Rechtsgelehrten“ wandte, setzte er derselben doch die Verfassung und den auf der Grundlage einer Volksabstimmung gewählten Präsidenten entgegen. Als politischer Gegenspieler stand ihm Haschemi Rafsandschani als Leiter des Feststellungsrates gegenüber, den Chamenei 1997 ernannt hatte. Bereits 1999 hatten hochstehende ÁyatollÁhs wie Montazeri – der ursprünglich von Chomeini als Nachfolger vorgesehen, dann aber wegen seiner politischen Auffassungen von ihm fallen gelassen worden war – und ÀªarÍ-QommÍ offen Chameneis Leitung und Position herausgefordert. Diese Auseinandersetzung innerhalb der Geistlichkeit brach das Eis und führte dazu, dass nun auch nichtgeistliche Stimmen sich kritisch gegen das Prinzip von velÁyat-e faqÍh wenden konnten. Der Prozess kann hier nicht im Einzelnen nachgezeichnet werden. Seit der Abwahl Chatemis und der Wahl Ahmadinedschads (reg. seit 2005) ist dieser Diskurs allerdings weitgehend verstummt und durch die Stimmen das Konzept des velÁyat-e faqÍh unterstützender Gelehrter ersetzt worden. So hat Mesbah Yazdi velÁyat-e faqÍh als die einzige mögliche schiitische Form der Regierung bezeichnet und bestand darauf, sie sei undiskutierbare Wahrheit. Seiner Meinung nach mussten seit der Verborgenheit des Imam die Kleriker bzw. der Primus inter pares die Herrschaft übernehmen. Auf ihn treffe der Koranvers 4:59 zu. Er stehe über der Verfassung, sei von Gott gewählt. Nun ist der Rechtsgelehrte eigentlich vom Rat der Experten zu wählen. Mesbah rechtfertigte dies mit der Argumentation, er, der von Gott ausersehen sei, werde vom Wahlkollegium lediglich durch göttliche Inspiration „entdeckt“ (kašf). Allerdings ist das Wahlkollegium, das den Obersten Führer wählt, vom Volk zu wählen!

Montazeri dagegen beschuldigte Chamenei, die Verfassung missverstanden zu haben: Zu keinen Zeitpunkt habe der valÍ-ye faqÍh, der oberste Rechtsgelehrte bzw. religiöse Führer, über der Verfassung gestanden. Er bezeichnete Chameneis Form der Regierung als eine Diktatur des obersten Rechtsgelehrten. Soweit die Diskussion des Konzepts aus den Kreisen des Gelehrtenestablishments selbst. Aus einer anderen Perspektive argumentiert der in Teheran lebende und lehrende Professor für Philosophie Mojtahed Schabestari. In einem Interview vom 24. Oktober 2007 in der Süddeutschen Zeitung kritisiert er die herrschenden Eliten in den islamischen Ländern und fordert einen säkularen Staat in Iran. Auf die Feststellung hin, in einem Land, das sich als christliches Reich, jüdischer Staat oder islamische Republik definierten, hätten Angehörige anderer Religionen automatisch einen anderen Status, antwortet er: Das stimmt, aber gibt es einen zwingenden Grund, dass die Muslime ihre Staaten zu muslimischen Staaten deklarieren? Sie könnten ebenso gut einen demokratischen Staat einrichten, der auf Menschenrechten basiert. Es ist die Frage, was sie wollen, keine Frage der Religion. Und was soll ein islamisches Herrschaftssystem überhaupt sein?

Künstliche Intelligenz

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Die Alchemie des 21. Jahrhunderts

(Foto: Pixbay)

Viele Experten vergleichen die Mechanismen generativer KI mit den Prinzipien der mittelalterlichen Alchemie. Hat sich der Kreis der Wissenschaft geschlossen und die empirische Methode durch Mystik, Legenden und Versprechungen ewiger Glückseligkeit ersetzt?

Der Legende nach wollte der Alchemist Michał Sędziwój im 16. Jahrhundert Kaiser Rudolf II. beweisen, dass er Blei in Gold verwandeln konnte. Zu diesem Zweck führte er ein geheimnisvolles Experiment vor den Augen des Herrschers und seines gesamten Hofstaats durch. Als ein Goldbarren in seiner Hand erschien, brach die Menge in Jubel aus, und der Kaiser belohnte ihn, indem er weitere Experimente zur Metallumwandlung förderte.

Es scheint, als würden wir heute alle ein ähnliches Schauspiel im globalen Maßstab erleben. Zeitgenössische Höflinge und Herrscher – sprich: Investoren und Entscheidungsträger – werden von den cleversten Marketingstrategen an der Nase herumgeführt und zur Alchemie des 21. Jahrhunderts, der KI-Technologie, verführt. Und obwohl generative KI in einigen Bereichen tatsächlich recht gute Ergebnisse erzielt, ist sie noch weit davon entfernt, die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Diese bahnbrechende Technologie sollte die Menschheit von mühsamen, sich wiederholenden Aufgaben befreien, sie mit neuen, außergewöhnlichen Fähigkeiten ausstatten und, im globalen Kontext betrachtet, Lösungen für die Probleme der Welt finden: von Armut über Ungleichheit bis hin zum Klimawandel. KI-Befürworter begannen, sich sogar mit existenziellen und metaphysischen Fragen auseinanderzusetzen. Transhumanistische „Propheten“ kramten ihre unerfüllten Prophezeiungen wieder hervor und überzeugten uns von der baldigen Ankunft einer „digitalen Gottheit“ (einer sogenannten starken künstlichen Intelligenz oder Superintelligenz ), die Glück, Gesundheit und sogar … Unsterblichkeit garantieren sollte.

Die liberale Welt rühmt sich der modernen wissenschaftlichen Revolution, die angeblich Vernunft und Aberglauben für immer trennen soll. „Das Glas und das Auge“ sollte die Falschheit magischer Weltanschauungen (einschließlich religiöser) endgültig widerlegen. Künstliche Intelligenz hingegen, die als Beispiel und Vollendung fünfhundert Jahren exponentiellen technologischen Fortschritts präsentiert wird, hat überraschenderweise mehr mit antiker Esoterik als mit echter Wissenschaft gemein.

Versuch, Irrtum und überraschende Ergebnisse

Die Ähnlichkeiten zwischen Alchemie und generativer KI lassen sich sogar auf funktionaler Ebene erkennen. Mittelalterliche Alchemisten verließen sich primär auf Versuch und Irrtum, ohne die zugrundeliegenden Mechanismen tiefergehend zu verstehen. Nur das erfolgreiche Rezept und das Erreichen des Endergebnisses zählten, nicht die Phänomene im Destillierkolben. Erstaunlich ähnliche Prinzipien kennzeichnen die Funktionsweise großer Sprachmodelle, die wir täglich verwenden. Obwohl KI-Ingenieure wissen, welche Informationen sie als Eingabe verwenden und welchen Effekt sie erzielen wollen, können sie nicht vollständig erklären, wie ein Chatbot bestimmte Antworten auswählt.

Das sogenannte Black-Box-Problem ist auch mit der Methode des maschinellen Lernens und dem Funktionsprinzip künstlicher neuronaler Netze verknüpft. Generative KI „lernt“, indem sie enorme Informationsmengen aufnimmt, diese anschließend „destilliert“, in ihre Grundbestandteile zerlegt und sie dann durch unzählige Filter – sogenannte Tore – laufen lässt. Erst nach der Rekonstruktion erhalten wir ein relativ schlüssiges Ergebnis. Ähnlich verhielt es sich mit dem alchemistischen Verfahren, das auf dem Prinzip „Solve et Coagula“ – „ Auflösen und Verbinden“ – beruhte. Der Alchemist stellte zunächst Rohmaterial bereit, versuchte dann, dieses in Partikel – die man für die vier unteilbaren Elemente hielt – zu zerlegen und es anschließend zu einer neuen, vollkommeneren Form zu verbinden.

Darüber hinaus erfordert die Entwicklung großer Sprachmodelle das ständige Testen von Eingabeaufforderungen und Parametern, vergleichbar mit der alchemistischen Manipulation von Substanzen, Temperatur und Druck. In beiden Fällen können kleine Änderungen der Eingabe zu unvorhersehbaren Ergebnissen und neuen Eigenschaften führen. So sammelte Hennig Brand 1699 auf der Suche nach dem Stein der Weisen zahlreiche Urinproben, die er anschließend trocknete und wärmebehandelte. Dadurch entdeckte er zufällig Phosphor. Künstliche Intelligenz konnte unterdessen anhand Hunderttausender Röntgenbilder die ethnische Zugehörigkeit einer Person in einer Computertomographie mit 90-prozentiger Genauigkeit bestimmen . Wissenschaftler und Experten rätseln noch immer, wie dies überhaupt möglich ist.

Hexerei und Ketzerei

Mittelalterliche Alchemisten waren von einer Aura des Mystischen und Geheimnisvollen umgeben. Aufgrund des Widerstands weltlicher Autoritäten und der Kirche haftete ihren riskanten Aktivitäten oft ein Hauch von Bosheit an. Daher bedienten sich gerissene Scharlatane einer Art Code voller verborgener Symbole und Mehrdeutigkeiten. Ähnliche Assoziationen weckt das Phänomen der sogenannten KI-Halluzinationen, die in solchen Momenten Wahrheit und Lüge verwechseln, überraschende Antworten liefern und den Eindruck erwecken, mit einem Wesen aus einer anderen Dimension zu kommunizieren.

Halluzinationen treten jedoch vor allem bei Technikbegeisterten auf, die in der generativen KI Antworten auf existenzielle Fragen suchen. Ähnlich wie die Alchemie, die als universeller Schlüssel zur Allwissenheit gilt, werden moderne Technologien, so behaupten sie, die Menschheit zum wahren Meister der Schöpfung machen.

Aus evolutionärer Sicht scheint künstliche Intelligenz, weit gefasst, in der Lage zu sein, das gegenwärtige Leben zu verbessern oder sogar neue, vollkommenere Formen zu erschaffen. Ob als Produkt synthetischer Biologie oder in Form digitalen Bewusstseins – der Mensch könnte die Grenzen des biologischen Körpers überwinden und sich so die Versprechen sichern, die zuvor nur Religionen boten. Daher verfolgen heutige Transhumanisten, ähnlich wie die Alchemisten vor einem halben Jahrtausend, im Grunde dasselbe Ziel: sich die Kräfte Gottes anzueignen. Interessanterweise haben sich die Methoden zur Erreichung dieses kühnen Ziels über einen so langen Zeitraum nicht grundlegend verändert. Das „Erwachen“ künstlicher Intelligenz soll von drei Faktoren abhängen: den richtigen Daten, dem richtigen Zeitpunkt und günstigen Umständen. Dies ähnelt frappierend dem Rahmenwerk der Evolution zur Erklärung des Ursprungs des Lebens auf der Erde. 

Das ist allerdings kein besonders originelles Konzept. Paracelsus beispielsweise versuchte bereits vor Jahrhunderten, die Bedingungen der sogenannten Ursuppe nachzubilden. Der Schweizer Alchemist war besessen vom Homunkulus: einem kleinen, menschenähnlichen Wesen, das im Labor zum Leben erweckt wurde. Er glaubte, dass die Einbringung von männlichem Samen (einem Ersatz für Leben) in ein Glasröhrchen oder ein Hühnerei und das anschließende Verrottenlassen in Pferdemist letztendlich zur Entstehung eines neuen Menschen führen würde.

Der moderne Mensch betrachtet solche Versuche heute mit Belustigung. Dennoch gibt es eine Sache, die die Alchemisten grundlegend von den heutigen transhumanistischen „Visionären“ unterschied und letztere zu inkompetenten Stümpern machte.

Gut und Böse

Die westlichen Alchemisten, tief in der christlichen Kultur verwurzelt, betrachteten ihre Kunst vor allem als Möglichkeit zur inneren Wandlung. „Die Dinge haben durch andere Dinge Vollkommenheit erlangt, und deshalb sollte der Handelnde dem Werk nahe sein“, verkündete eines der Prinzipien des Opus Alcymicum. So wie sich Materie auflöste und in einer vollkommeneren Form neu formierte, so sollte auch der Praktizierende dieser geheimnisvollen Kunst durch diese Erfahrung verwandelt werden.

Ein Alchemist musste bestimmte Tugenden besitzen: Neben dem Erwerb von Wissen musste er gesund, demütig und frei von ungesunden Leidenschaften sein. Er sollte gleichzeitig arbeiten und meditieren und um geistige Klarheit und ein Vorgehen beten, das ihm sowohl zeitliches als auch ewiges Wohl einbrachte. Der mittelalterliche Alchemist kannte seine Grenzen. Er wusste, dass er nicht Gott war, auch wenn er sich manchmal dessen Autorität anmaßte.

Derweil ist der heutige Technik-Enthusiasmus, geboren in einer liberalen Kultur der Werterelativierung, in dieser Hinsicht weitaus ärmer als jene, die im vermeintlichen „dunklen Zeitalter“ lebten. Beraubt des Bewusstseins für Sünde und objektive Moral, glaubt er an nichts jenseits von Effizienz und Parametern. Seine ethischen Grenzen werden allein durch reinen Utilitarismus definiert, verstanden als Begrenzung des physischen Schmerzempfindens. Hinzu kommt der falsche humanistische Glaube an das natürliche Streben des Menschen nach Güte, und wir haben ein Rezept nicht für den Stein der Weisen, sondern … die Büchse der Pandora.

Es überrascht daher nicht, dass heutige KI-Algorithmen primär für Investoren entwickelt werden, nicht für die Gesundheit und das Leben der Nutzer. Letztere werden von den Technikexperten des Silicon Valley wiederum nur als ein weiteres Produkt behandelt. Ein Alchemist jener Zeit konnte bestenfalls lokalen Schaden anrichten, indem er Geld fälschte oder gefälschte Heilmittel verkaufte. Schwerwiegendere Vergehen wie Leichenraub wurden in der Regel mit dem Galgen bestraft. Bislang wurde jedoch niemand für die negativen Folgen des weitverbreiteten Einsatzes generativer KI zur Rechenschaft gezogen.

Und wir sind ihnen jeden Tag ausgesetzt. Digitale Ersatzbeziehungen, falsche medizinische Diagnosen, Identitäts- und Urheberrechtsdiebstahl, Trollfabriken, die den öffentlichen Diskurs destabilisieren, Finanzbetrug, die Vereinheitlichung der Performancekultur… Der Geist, der heute aus der Flasche gelassen wurde, rächt sich an jahrelanger Demütigung.

Obwohl sich Michał Sędziwój als Betrüger entpuppte, ermöglichte die Förderung durch den Herrscher weitere Experimente, die letztlich zu vielen späteren Entdeckungen beitrugen. So beschrieb der Pole vermutlich als Erster die Eigenschaften von Sauerstoff, drei Jahrhunderte bevor der Begriff der chemischen Elemente erfunden wurde. Die ebenso mühsamen und oft fruchtlosen Bemühungen der Alchemisten ebneten schließlich den Weg für eine wissenschaftliche Revolution. Optimisten argumentieren, dass wir im Falle künstlicher Intelligenz ebenfalls irgendwann „Verhaltensregeln“ für Hersteller und Nutzer von Spitzentechnologie entwickeln werden. Die entscheidende Frage ist: Um welchen Preis?

Israel brachte die Grosse Schriftrolle Jesajas in Sicherheit.

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(Illustrationsfoto)

Wegen des Krieges im Iran wurde die Grosse Jesaja-Rolle, die älteste nahezu vollständig erhaltene Handschrift eines biblischen Buches, nur wenige Tage nach der Eröffnung einer Sonderausstellung in Jerusalem, in der sie gezeigt wurde, an einen sicheren Ort gebracht, berichtete die Times of Israel am 1. März unter Berufung auf einen Sprecher des Israel-Museums.

Am 24. Februar wurde erstmals seit 1968 das originale, über 2100 Jahre alte Pergamentmanuskript vollständig ausgestellt. Auf Anordnung des militärischen Zivilschutzes bleibt das Museum bis auf Weiteres geschlossen.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Israel-Museums wurde eine Sonderausstellung organisiert. Zu den wertvollsten Exponaten zählt eine Schriftrolle, die vermutlich während des Ersten Jüdischen Krieges im 1. Jahrhundert in den Höhlen von Qumran nahe dem Toten Meer versteckt und erst 1947 wiederentdeckt wurde. Sie enthält den Text des Propheten Jesaja auf 7,3 Meter langen Pergamentblättern.

Eines der bekanntesten Zitate stammt aus Kapitel 2, Vers 4: „Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Winzermessern umschmieden. Kein Volk wird mehr gegen ein anderes das Schwert erheben, und sie werden nicht mehr den Krieg üben.“

Eine Politik der Emissionsfreiheit?

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Für 6 Milliarden Menschen, die in Armut leben, ist sie unerreichbar.

(Photovoltaik, Beispielfoto / Pixabay)

Eine Netto-Null-Emissionspolitik ist für die 6 Milliarden Menschen, die in Armut leben, nicht erreichbar, betonen Ronald Stein und Nancy Pearlman. Sie beziehen sich dabei auf die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und die in der EU und anderen Ländern der Welt umgesetzten „Green Deals“ oder, allgemeiner gefasst, auf Strategien für eine nachhaltige Entwicklung.

Die Autoren des Artikels „Netto-Null ist für die 6 Milliarden Menschen, die in Armut leben, nicht bezahlbar“, der am 17. Februar auf eurasiareview.com veröffentlicht wurde, wiesen darauf hin, dass allein in Venezuela über 90 Prozent der 30 Millionen Einwohner in Armut leben, fast 70 Prozent davon in extremer Armut. Ähnlich verhält es sich mit der Weltbevölkerung: Bis zu 80 Prozent der 8 Milliarden Einwohner, also mehr als 6 Milliarden, leben von weniger als 10 US-Dollar pro Tag. Ein Großteil der weltweiten Armut konzentriert sich trotz stetig steigender Einkommen auf Asien und Afrika.

„Nachdem wir Methoden zur Verarbeitung von Schwarzteer bzw. Rohöl in Raffinerien entdeckt und dieses zu verschiedenen Derivaten verarbeitet haben, die die Grundlage für über 6.000 Produkte und Kraftstoffe bilden, die den Bedarf der Gesellschaft an diesen Produkten decken, ist dies einer der Hauptgründe, warum wir weiterhin Schwarzteer erforschen“, stellen die Autoren fest und weisen auf die wichtige Rolle hin, die dieser fossile Brennstoff nach wie vor in der Welt spielt.

„Es ist entmutigend“, schreiben Stein und Pearlman, „dass Regierungen in reicheren Ländern die vermeintlichen Gewinner der Stromerzeugung – Wind- und Solarenergie – ausgewählt haben, um Strom zu erzeugen, der mit Steuergeldern finanziert wird und staatliche Vorgaben und Subventionen unterstützt. Regierungsvertreter, die an der „grünen“ Politik festhalten, können nicht erklären, wie Windkraftanlagen mehr als 6.000 Alltagsprodukte herstellen sollen, die es vor 1900 noch nicht gab, sowie Treibstoff für schwere und weitreichende Transporte für mehr als 50.000 Passagier- und Güterflugzeuge und mehr als 50.000 Handelsschiffe im Welthandel sowie für Militär- und Raumfahrtprogramme.“

Darüber hinaus heißt es: „Diese politischen Führer in reicheren Ländern verkennen, dass die Erreichung von ‚Netto-Null-Emissionen‘ für die 6 Milliarden Menschen, die in Armut leben, NICHT möglich ist! Solche Maßnahmen sind möglicherweise unethisch gegenüber der armen Bevölkerung in Afrika und Asien und eine Beleidigung für die Steuerzahler in reichen Ländern, die die Stromerzeugung AUSSCHLIESSLICH aus Wind- und Solarenergie finanzieren.“

Sie erinnerten daran, dass Erdöl für die weltweit steigende Geburtenrate verantwortlich sei. Erdöl ist die Grundlage der heutigen Infrastruktur und der globalen Wirtschaft. Konsumgesellschaften sind von Erdölprodukten abhängig, die nicht mit Windkraftanlagen und Solarmodulen hergestellt werden können, obwohl erneuerbare Energien in Gebieten ohne Energieinfrastruktur nützlich sind.

„Venezuelas Fähigkeit, Netto-Null-Emissionsziele zu finanzieren, ist – wie bei den anderen 6 Milliarden Menschen, die weltweit in Armut leben – aufgrund der schweren wirtschaftlichen und humanitären Krise, die in den armen Ländern herrscht, minimal“, heißt es.

Die Autoren weisen darauf hin, dass „die Träume der Verfechter von Netto-Null-Emissionen unrealistisch sind, da sie Steuersubventionen fördern, die Länder wie China und afrikanische Staaten ‚finanzieren‘, denen es an angemessenen Arbeits- und Umweltstandards mangelt. Sie liefern Lithium und Kobalt für Batterien von Elektrofahrzeugen und verüben gleichzeitig weiterhin Gräueltaten gegen Menschen mit gelber, brauner und schwarzer Hautfarbe“, heißt es in der Erklärung.

Umweltzerstörung ist in diesen Ländern weit verbreitet. Sie zitierten einen sechsminütigen Film von SKY NEWS über die Ausbeutung von Kindern im Kobaltbergbau im Kongo und bezogen sich dabei auf das für den Pulitzer-Preis nominierte Buch „Clean Energy Exploitation“, das die Gräueltaten an armen Menschen detailliert beschreibt, die verübt werden, damit reiche Länder „grüner“ werden können. „Die Kosten für die Installation von Windkraftanlagen und Solarmodulen hängen stark von den Materialien ab, aus denen diese erneuerbaren Energiequellen hergestellt werden.“ Diese Materialien wiederum stammen aus Niedriglohnländern wie China und Afrika, wo Kinderarbeiter in Minen und Fabriken unter minimalen oder gar keinen Arbeitsschutz- und Umweltschutzbedingungen ausgebeutet werden, während diese Länder weiterhin auf Öl, Erdgas oder Kohle angewiesen sind.

Stein und Pearlman weisen darauf hin, dass „die Weltbevölkerung nach der Einführung fossiler Brennstoffe dramatisch wuchs und von ihnen abhängig wurde“. Diese Brennstoffe und ihre Produkte trugen zum weltweiten Transport von Lebensmitteln und Waren bei. Sie fragen sich daher, ob die „Bezahlbarkeit“, die im Energiebereich von entscheidender Bedeutung ist, letztendlich bei vielen nationalen Wahlen zum ausschlaggebenden Faktor werden wird.

Sie selbst plädieren für die Finanzierung von „Familienplanung und Bildung, um das Bevölkerungswachstum einzudämmen und die Ursachen der Armut anzugehen“.

Ronald Stein, PE ist Ingenieur, Kolumnist für Energiebildung bei America Out Loud NEWS und Energiebildungsberater für das Heartland Institute und CFACT sowie Mitautor des für den Pulitzer-Preis nominierten Buches „Clean Energy Exploitations“.

Nancy Pearlman ist eine preisgekrönte Ökologin und Anthropologin, die 600 Sendungen für ECONEWS TV produziert und über 2.700 Radiosendungen für Environmental Directions entwickelt hat. Sie wurde vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen als eine der „Global Five Hundred Laureates“ ausgezeichnet. Nancy ist die Leiterin der gemeinnützigen Organisation Educational Communications.

Obwohl Stein und Pearlman zu Recht darauf hinweisen, dass das Drängen auf eine rasche Dekarbonisierung der Weltwirtschaft ideologisch und unklug ist, befürworten sie dennoch eine Bevölkerungsreduktion zur Armutsbekämpfung. Dies wollen sie durch die Förderung von „Familienplanung“ erreichen, was in der Praxis oft nichts anderes bedeutet als die Förderung sogenannter Abtreibungen unter dem Deckmantel „moderner Verhütungsmethoden“. Ein solches Postulat ist aus offensichtlichen Gründen inakzeptabel.

Quelle: eurasiareview.com

Freiburger Bürger lehnen Ramadan-Symbole ab

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Stattdessen prangt ein Fastenbanner der Christen.

(Foto: Pixabay)

Die deutsche Stadt Freiburg hat im öffentlichen Raum Lichter mit der Aufschrift „Frohen Ramadan“ installiert. Die Einwohner lehnen solche Slogans in ihrer Stadt jedoch ab. Vor einigen Tagen durchtrennte eine unbekannte Person die Kabel einer der Lampen, und einen Tag später verhüllte eine Gruppe von Aktivisten die Lichter mit einem Banner mit der Aufschrift „Frohe Fastenzeit“.

Bürgermeister Martin Horn erklärte, die Ramadan-Beleuchtung solle die religiöse Vielfalt würdigen und gegen mutmaßliche Diskriminierung protestieren. Gleichzeitig begehen Katholiken jedoch die Fastenzeit, und die Stadt plante für diesen Anlass keine Dekorationen.

Aktivisten der einwanderungsfeindlichen Bewegung IB griffen selbst ein. Anfang der Woche verhüllten sie eine solche Beleuchtung mit einem Banner, das ein kleines goldenes Kreuz und die Aufschrift „Gesegnete Fastenzeit“ zeigte. Fotos davon teilten sie in den sozialen Medien. „ Der Islam hat in Deutschland nichts zu suchen! Die Behörden missbrauchen Steuergelder für Symbole der Unterdrückung. Nicht unter unserer Herrschaft! “, schrieb Maximilian Märkl, der Bundessprecher der Organisation, auf der Plattform X.

Medienberichten zufolge hatte am Vortag eine unbekannte Person die Kabel einer anderen, für Ramadan errichteten Anlage durchtrennt.

Die Aktionen der IB-Gruppe riefen Widerstand bei den städtischen Behörden hervor. „ Wir verurteilen diese Zerstörung aufs Schärfste. Solche Aktionen zielen darauf ab, die Bevölkerung zu spalten, aber das werden wir nicht zulassen “, sagte Bürgermeister Horn.

Auch Muslime sind empört. „ Wir Muslime sind ein fester Bestandteil Freiburgs “, erklärte Hüseyin Özbek im Namen der vier Freiburger Moscheegemeinden. Er fügte hinzu, dass es in der Stadt keinen Platz für angeblichen Hass gebe.

Ein katholischer Priester aus Freiburg kritisierte ebenfalls das Vorgehen der einwanderungsfeindlichen Gruppe. „ Wir unterstützen nachdrücklich die bereits bestehende Offenheit gegenüber allen Religionen in Freiburg – und lehnen solche Aktionen entschieden ab. Als christliche Kirche lassen wir uns von niemandem vorschreiben, was der christliche Glaube ist “, sagte Pfarrer Siegfried Huber.

Katholiken selbst sind der IB-Organisation jedoch für ihre mutige Stimme des Widerstands dankbar. „ Christen werden freundlich mit dem Kreuzzeichen eine gesegnete Fastenzeit gewünscht – und unabhängig von der persönlichen Beziehung zu Christus ist daran nichts Verwerfliches, ganz im Gegenteil “, lesen wir auf der X-Plattform.

Aussergewöhnliche Informationen zur Druschba-Pipeline.

(Foto:HO)

Viktor Orbán gab am Montag, dem 2. März, die Veröffentlichung von Beweismaterial bezüglich der Druschba-Pipeline bekannt. „ Es sind aussergewöhnliche Informationen eingegangen “, sagte der ungarische Ministerpräsident.

Die Druschba-Pipeline transportiert Rohöl von Russland über die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Am 27. Januar setzte die Ukraine den Transit aus, nachdem die Pipeline bei einem russischen Angriff beschädigt worden war. Die Ministerpräsidenten Ungarns und der Slowakei gehen jedoch davon aus, dass die Pipeline wieder in Betrieb ist und die Lieferungen aufgrund der bevorstehenden Parlamentswahlen in Ungarn absichtlich gestoppt werden.

„ Ungarn wird am Montagmorgen die am Wochenende gesammelten Beweise zum Zustand des ukrainischen Abschnitts der Druschba-Ölpipeline vorlegen “, verkündete Viktor Orbán. „ Es sind aussergewöhnliche Informationen eingegangen “, fügte er hinzu.

Am 26. Februar appellierte der ungarische Ministerpräsident an den Präsidenten des Europäischen Rates, Antonio Costa, eine Untersuchungskommission einzusetzen, um den Zustand der Pipeline zu beurteilen.

Aufgrund der Aussetzung der russischen Öllieferungen gaben Ungarn und die Slowakei ihre strategischen Ölreserven frei und stellten die Diesellieferungen in die Ukraine ein. Darüber hinaus unterbrach die Regierung in Bratislava die Stromversorgung der Ukraine, und Ungarn drohte mit einem ähnlichen Schritt. Orbán kündigte außerdem an, dass Budapest das 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland sowie einen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro an Kiew blockieren werde, bis die Ukraine die Öltransporte wieder aufnehme.

Am 25. Februar kündigte Orbán verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für kritische Infrastrukturen und die Stationierung von Truppen in deren Umfeld sowie ein Drohnenverbot in der an die Ukraine grenzenden Region Szabolcs-Szatmar-Bereg an. „ Die Ukraine bereitet weitere Aktionen vor, die darauf abzielen, das ungarische Energiesystem zu stören “, argumentierte er.

Iran wollte reden, aber es ist zu spät

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(EPA)

Der Iran wollte mit den USA verhandeln, doch Präsident Donald Trump erklärte laut eigener Aussage, es sei zu spät. Der amerikanische Präsident erklärte ausserdem, er habe die Luftwaffe, die Marine und das Oberkommando der Islamischen Republik zerstört. 

„Ihre Luftverteidigung, Luftwaffe, Marine und das Oberkommando sind weg. Sie wollen reden. Ich sagte: ‚Zu spät!‘“, schrieb Trump auf Truth Social.

Seiner Erklärung fügte er einen Text von Marc Thiessen bei, einem konservativen Kolumnisten und ehemaligen Redenschreiber von Präsident George W. Bush, der die Entwicklung der „Trump-Doktrin“ erläuterte. Thiessen argumentierte, Trump demonstriere einen „neuen Führungsstil“ und einen „Weg, die Welt zu verändern“, ohne Bodentruppen einzusetzen. Er zeigte sich zudem zuversichtlich, dass Trump, sollte er den Iran besiegen, in die Reihe der bedeutendsten US-Präsidenten wie Franklin D. Roosevelt und Ronald Reagan aufsteigen würde.

Trump hatte zuvor sein Interesse an Gesprächen mit der neuen iranischen Führung bekundet, konnte aber keinen konkreten Zeitpunkt nennen.

In einem späteren Beitrag wiederholte er seine früheren Aussagen, die USA verfügten über „unbegrenzte“ Vorräte an „mittel- und hochleistungsfähigen“ Waffen. Er bezeichnete außerdem einen Artikel des Wall Street Journal über schwindende Munitionsbestände, einschließlich Luftverteidigungssystemen, als „beschämend“.

Donald Trump gab zu, den Iran angegriffen zu haben

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(Foto. EPA)

US-Präsident Donald Trump gab am 28. Februar bekannt, dass sein Land eine große Militäroperation gegen den Iran gestartet habe. Er erklärte, dass Teheran versuche, sein nukleares Potenzial wieder aufzubauen, was jedoch nicht möglich sei. Das iranische Volk wiederum forderte die Machtübernahme im Land.

Über Teheran sind dichte Rauchwolken zu sehen und in der Stadt sind Explosionen zu hören. Am Samstagmorgen, dem 28. Februar, startete Israel einen Angriff auf den Iran, den es als einen mit den USA koordinierten „präventiven” Angriff erklärt. Auch in mehreren anderen iranischen Städten kam es zu Explosionen. 

US-Präsident Donald Trump kündigte den Beginn des Angriffs auf den Iran an. – Kürzlich startete das US-Militär groß angelegte Kampfhandlungen im Iran – sagte Trump in einem Video, das am 28. Februar auf Truth Social veröffentlicht wurde. – Unser Ziel ist es, das amerikanische Volk zu verteidigen, indem wir direkte Bedrohungen durch das iranische Regime ausschließen – er übersetzte.

Nach Angaben des US-Präsidenten versuchte der Iran, seine nuklearen Fähigkeiten wieder aufzubauen, nachdem die USA im Juni 2025 seine Nuklearanlagen bombardiert hatten, und entwickelte außerdem ein Langstreckenraketenprogramm, das die Vereinigten Staaten und andere Länder bedrohte. Er kündigte an, dass die Raketenkapazitäten Irans zerstört und seine Marine „vernichtet” würden. Das Land wird nie wieder über Atomwaffen verfügen.

Der Politiker forderte die iranischen Soldaten auf, „ihre Waffen niederzulegen”. Er versprach ihnen „vollständige Immunität”, wenn sie dies täten, und andernfalls würde ihnen „der sichere Tod” drohen.

Trump forderte außerdem das iranische Volk auf, die Macht im Land zu übernehmen. – Wenn wir fertig sind, übernehmen Sie. Sie werden dir gehören. Dies ist wahrscheinlich Ihre einzige Chance für ein paar Generationen – berichtete auf der Plattform Truth Social.

Nach Angaben des amerikanischen Präsidenten hat der Iran bei Gesprächen mit den Vereinigten Staaten „alle Chancen abgelehnt”, seine Atomwaffen aufzugeben. Seit der Islamischen Revolution 1979 wurde der Iran mehrfach für „Massenterrorismus” verantwortlich gemacht. – Das werden wir nicht tolerieren – versicherte Trump.

Der Moderator des Weißen Hauses ist sich bewusst, dass die Operation zu amerikanischen Todesfällen führen könnte. – Tapfere amerikanische Helden könnten ihr Leben verlieren und wir könnten ein Opfer bringen. Dies geschieht häufig während des Krieges – sagte er.

Reuters erfuhr von einem US-Beamten, dass die Operation voraussichtlich „mehrere Tage” dauern würde.

Quelle: truthsocial.com

Die Liste ist lang: Wie internationale Konzerne Abtreibungen fördern.

Ideologische und ökonomische Motive

Collage Geld Abtreibung Konzerne
Copyright: IMAGO / photothek

Der Umgang mit Schwangeren in Not betrifft die gesamte Gesellschaft  – neben betroffenen Frauen und Familien ist es auch ein Thema, mit dem sich Unternehmen aus verschiedenen Gründen auseinandersetzen. 

Dabei gibt es derzeit einen auffälligen Trend: In den letzten Jahren haben sich zahlreiche internationale Unternehmen öffentlich zu einem „Pro-Choice“-Standpunkt bekannt oder Abtreibung auf unterschiedliche Weise aktiv unterstützt. Besonders deutlich wurde das im Jahr 2022, als das Urteil Roe v. Wade in den USA revidiert wurde – mit der Auswirkung, dass die einzelnen Bundestaaten nun wieder eigene Abtreibungsgesetze erlassen können. In der Folge erklärten Dutzende Konzerne – darunter große Namen wie Amazon, Apple oder Disney –, dass sie Mitarbeiterinnen im Falle einer gewünschten Abtreibung finanzielle Unterstützung oder Reisekostenübernahme bieten würden.

Doch auch jenseits dieses medienwirksamen Ereignisses engagieren sich weltweit Unternehmen in unterschiedlicher Form für Organisationen oder Initiativen, die den Zugang zu Abtreibung fördern – etwa durch Spenden, politische Lobbyarbeit oder die Integration entsprechender Leistungen in ihre Mitarbeiterprogramme.

Dieser Artikel möchte dafür sensibilisieren, wie Unternehmen durch ihre Haltung und ihr Handeln Einfluss auf das gesellschaftliche Klima und auch auf einzelne Lebensentscheidungen ihrer Angestellten nehmen können.

Reaktion grosser Unternehmen auf das Roe v. Wade-Urteil

Im Juni 2022 hob der Oberste Gerichtshof der USA das Urteil Roe v. Wade auf – und damit das seit fast 50 Jahren bestehende verfassungsmäßige Recht auf Abtreibung. In der Folge kündigten zahlreiche US-amerikanische Großunternehmen an, für ihre Mitarbeiterinnen die Kosten für Reisen in Bundesstaaten zu übernehmen, in denen Abtreibungen weiterhin legal sind, oder „reproduktive Gesundheitsleistungen“ in ihre betriebliche Gesundheitsversorgung aufzunehmen.

Einige Unternehmen, die sich in diesem Zusammenhang klar „Pro Abtreibung“ positionierten:

  • Unternehmen der Tech- und Digitalbranche wie Amazon, Apple, Microsoft, Meta (Mutterkonzern von Facebook, Instagram, WhatsApp), Salesforce, Reddit, Discord, Airbnb, Pinterest, Yelp, Dell Technologies, eBay und Indeed.
     
  • Unterhaltungs- und Medienkonzerne wie Disney, Paramount, Warner Bros. Discovery, Sony, Condé Nast, Netflix und Live Nation machten öffentlich ihre Unterstützung für den Zugang zu Abtreibung deutlich.
     
  • Im Bereich Einzelhandel und Konsum bekannten sich Unternehmen wie Starbucks, Walmart, Target, Levi Strauss, Patagonia, Procter & Gamble (Mutterkonzern von Marken wie Always, Pampers, Ariel, Head & Shoulders, Gillette, Oral-B, Febreze) und Johnson & Johnson (Mutterkonzern von Marken wie o.b., Penaten, Neutrogena, Listerine, Nicorette) zur Finanzierung entsprechender Leistungen. 
     
  • Selbst große Lebensmittel- und Getränkemarken wie Pepsi, Lays, Chobani und Ben & Jerry’s kündigten die besagten Maßnahmen an.
     
  • Auch Kosmetik- und Pflegemarken, darunter Dove, NARS, Saie, Shiseido Americas, Benefit Cosmetics, E.L.F. Beauty, Kendo, MUTHA, Nuria Beauty und Natureofthings, äußerten sich öffentlich oder unterstützten entsprechende Maßnahmen.
     
  • Im Bereich der Finanz- und Bankwirtschaft kündigten Unternehmen wie JPMorgan Chase, Bank of America, Wells Fargo, Goldman Sachs, Citigroup und Mastercard Förderungen für Abtreibungen an.
     
  • Mobilitätsanbieter wie Lyft, Uber und Alaska Air Group erklärten, ihre Angestellten bei Reisen zur Durchführung von Abtreibungen zu unterstützen.
  • Die Ankündigungen wurden meist öffentlichkeitswirksam über soziale Medien und Pressemitteilungen verbreitet – häufig begleitet von Schlagworten wie „Solidarität“ oder dem erklärten Einsatz für „reproduktive Rechte“. 

Ökonomisches Kalkül hinter „Solidarität“?

Doch wenn sich Grosskonzerne plötzlich als Vorkämpfer für „Frauengesundheit“ und Selbstbestimmung inszenieren, stellt sich eine berechtigte Frage: Geht es hier wirklich um das Wohl der Frauen – oder werden in erster Linie wirtschaftliche Interessen bedient?

Denn bei näherem Hinsehen wird deutlich: Die angebotenen Leistungen – etwa die Übernahme von Reisekosten für eine Abtreibung – entstehen nicht unbedingt aus echter Sorge um das individuelle Wohlergehen der betroffenen Frauen. Vielmehr bringen sie handfeste wirtschaftliche Vorteile für die Unternehmen mit sich. Wer eine Abtreibung finanziert, spart sich im Zweifel teure Mutterschutzregelungen, längere Elternzeiten und die Notwendigkeit, familienfreundliche Arbeitsmodelle zu schaffen. Somit sind die beschriebenen Maßnahmen ein vermeintlich modernes „Lösungspaket“, das sich vor allem dann finanziell lohnt, wenn das Kind eben nicht geboren wird.

Echte Hilfe für Frauen in einer Konfliktschwangerschaft sieht anders aus.

Wer das Kind bekommen möchte und Unterstützung bräuchte – ob finanziell, emotional oder organisatorisch –, findet bei diesen Unternehmen kaum vergleichbare Angebote. Die Entscheidung gegen das Kind wird erleichtert und finanziell gefördert, die Entscheidung für das Kind hingegen bleibt häufig eine private Herausforderung, die die Frau allein zu tragen hat. 

Dass es nicht nur um Selbstbestimmung, sondern auch um ökonomische Interessen geht, machen manche Konzerne ganz offen deutlich: So weist Levi Strauss & Co. auf seiner Website ausdrücklich auf die „wirtschaftlichen Folgen“ restriktiver Abtreibungsgesetze hin – „für Individuen, Unternehmen und ganze Volkswirtschaften“.

Damit wird Abtreibung zur bequemeren und ökonomischeren Lösung – nicht zur freien Wahl.

Trotz der zahlreichen öffentlichen Ankündigungen bleibt unklar, wie viele Mitarbeiterinnen die angekündigten Leistungen in den vergangenen Jahren tatsächlich in Anspruch genommen haben und ob diese Angebote noch bestehen. In der sensiblen und persönlichen Situation eines Schwangerschaftskonflikts könnten betroffene Frauen zögern, sich darüber ihrem Arbeitgeber zu offenbaren – zumal dann, wenn dessen wirtschaftliches Eigeninteresse dazu tendieren könnte, Schwangerschaften unter seinen Angestellten eher zu vermeiden. Zudem stellt sich die grundsätzliche Frage, ob auf ganz andere Dinge spezialisierte Konzerne der bevorzugte Ort sind, um sich in einer existenziellen Notlage Entscheidungshilfe zu suchen. Zudem klafft zwischen öffentlicher Positionierung und tatsächlicher Umsetzung oftmals eine erhebliche Lücke. Nicht wenige Unternehmen scheinen eher auf einen öffentlichkeitswirksamen Trend aufgesprungen zu sein – ob aus echter Überzeugung, politischem Kalkül oder strategischer Imagepflege, bleibt dabei offen.

Welche Unternehmen für Abtreibungsanbieter spenden

Während viele Konzerne vor allem im Zuge der Roe-v.-Wade-Entscheidung Stellung bezogen, engagieren sich einige Unternehmen schon seit Jahren aktiv für einen möglichst schrankenlosen Zugang zur Abtreibung und für sogenannte „reproduktive Rechte“. Dieses Engagement geht über kurzfristige Reaktionen hinaus und zeigt sich etwa in Form von regelmäßigen Spenden an entsprechende Organisationen, strategischen Partnerschaften oder politischem Lobbying. Besonders häufig unterstützen Unternehmen dabei Planned Parenthood – eine der grössten Organisationen in den USA, die Abtreibungen durchführt. Dabei wird deutlich: Für manche Unternehmen ist die Unterstützung von Abtreibung nicht nur Teil einer PR-Strategie, sondern ein fester Bestandteil ihrer gesellschaftspolitischen Ausrichtung.

Ein Unternehmen, das sich besonders deutlich für einen möglichst schrankenlosen Zugang zu Abtreibung einsetzt, ist Ben & Jerry’s. Die Eismarke unterstützt Organisationen wie Planned Parenthood, unter anderem durch Spenden der Ben & Jerry’s Foundation. Diese macht öffentlich ihre Haltung klar: „Ben & Jerry’s vertritt eine sehr starke und klare Position zur Förderung reproduktiver Gerechtigkeit.“ Am 10. März 2025, dem „National Abortion Provider Appreciation Day“, veröffentlichte das Unternehmen einen Beitrag auf X, in dem es hiess: „We stand with abortion providers today and every day.“

Im April 2025 veröffentlichte Ben & Jerry’s in Kooperation mit Planned Parenthood ein Kampagnenvideo, in dem Passanten auf der Straße scheinbar beiläufig sowohl nach ihrer Lieblingseissorte als auch nach ihrer Haltung zu Abtreibung und Frauenrechten befragt wurden. Die Inszenierung wirkte locker und zugänglich – so, als sei eine Abtreibung eine ebenso beiläufige Entscheidung wie die Wahl zwischen Schokoladen- und Vanilleeis. Begriffe wie „reproduktive Rechte“ oder „Gesundheitsleistungen“ ließen in diesem Zusammenhang das Thema Abtreibung eher harmlos und banal erscheinen – und überdeckten damit die Tragweite solcher Eingriffe.

Levi Strauss & Co. positionierte sich bereits vor der Aufhebung des Roe-v.-Wade-Urteils als Befürworter sogenannter „reproduktiver Rechte“. In einem öffentlichen Beitrag betonte das Unternehmen, seinen Mitarbeiterinnen finanzielle Unterstützung beim Zugang zu Abtreibungen zu bieten – etwa durch die Übernahme von Reisekosten. Darüber hinaus gab Levi Strauss an, auch durch Spenden Organisationen wie das Center for Reproductive Rights und weitere Einrichtungen zu unterstützen, die sich für den möglichst schrankenlosen Zugang zu Abtreibungen engagieren.

Andere Unternehmen wie Amazon, Tesla und Starbucks hatten bereits kurze Zeit vor der Aufhebung des Roe-v.-Wade-Gerichtsurteils entsprechende Maßnahmen ergriffen – bei Tesla geschah dies in Form einer allgemein gehaltenen Regelung zu Gesundheitsleistungen (die wohl aber Abtreibungen miteinschließt), obwohl CEO Elon Musk immer wieder vor einem Rückgang der Geburtenrate warnt. Die Marke Patagonia versprach im Vorfeld sogar, die Kaution für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stellen, falls diese bei Pro-Choice-Protesten verhaftet werden.

Das amerikanische Bewertungsportal Yelp hat sich ebenfalls klar auf die Seite der Abtreibungsbefürworter gestellt: Seit 2018 versieht es sogenannte „Pregnancy Resource Centers“ – also Beratungsstellen, die Hilfe statt Abtreibung bieten– mit Warnhinweisen, sie würden nur „eingeschränkte medizinische Leistungen“ anbieten. Aus Sicht von Pro-Life-Organisationen wie Live Action ist das kein neutraler Hinweis, sondern eine gezielte Diffamierung. 

Tatsächlich bieten diese PRCs (Pregnancy Ressource Centres) sehr wohl medizinische Dienstleistungen wie Ultraschalluntersuchungen und Schwangerschaftstests an, viele davon unter ärztlicher Aufsicht. Zudem leisten sie praktische Hilfe in Form von kostenlosen Babyartikeln, Beratung, Wohnhilfen und Kursen – Angebote, die klassische Abtreibungskliniken in der Regel nicht bereitstellen.

Dabei, so die Kritik von Live Action, bleiben tatsächliche Missstände in Abtreibungskliniken völlig unbeachtet. Yelp versieht deren Einträge nicht mit Warnungen – selbst wenn es dort zu medizinischen Komplikationen, Notrufen, fehlgeschlagenen Inspektionen oder gesetzeswidrigem Betrieb ohne Lizenz kommt.

Auch andere US-Unternehmen wie der Mobilfunkanbieter CREDO Mobile oder die Online-Apotheke Honeybee Health befürworten öffentlich und finanziell den möglichst schrankenlosen Zugang zu Abtreibungen. Letztere arbeitete bereits vor der Aufhebung von Roe v. Wade daran, den Zugang zu Abtreibungspillen über den Versandweg auszubauen – insbesondere in Regionen, in denen Abtreibung illegal oder der Zugang gesetzlich eingeschränkt ist. Beide Unternehmen positionieren sich klar als Unterstützer sogenannter „reproduktiver Rechte“. Kosmetikmarken wie MAC Cosmetics und Benefit Cosmetics gehören ebenfalls zu den regelmäßigen Spendern an Planned Parenthood – oft eingebettet in groß angelegte Kampagnen rund um „Frauenrechte“.

Einen Überblick über Unternehmensspenden an Abtreibungsorganisationen lieferte im Jahr 2016 die US-amerikanische Plattform 2nd Vote. Die konservative Non-Profit-Organisation hatte sich darauf spezialisiert, politische Ausrichtungen und Spendenverhalten von Unternehmen offenzulegen – mit dem Ziel, Verbrauchern eine informierte Kaufentscheidung zu ermöglichen.

Laut 2nd Vote spendeten zahlreiche internationale Großkonzerne direkt an Planned Parenthood – darunter Bank of America, Deutsche Bank, Pfizer, Unilever, Microsoft, Nike, Adobe, Ford, American Express, Johnson & Johnson, Levi Strauss, Ben & Jerry’s, Starbucks und viele weitere. In vielen Fällen blieb es nicht bei einzelnen Spenden: Zahlreiche Unternehmen integrierten ihre Unterstützung für Abtreibung in längerfristige Förderstrukturen, Kooperationen oder imageprägende Kampagnen.

Wenn die Ausweitung von Abtreibung Teil der Geschäftsstrategie wird


Insbesondere in den USA zeigt sich: Der Umgang mit Schwangeren in Not ist längst nicht mehr nur ein gesellschaftlich diskutiertes Thema, sondern auch ein fester Bestandteil unternehmerischer Kommunikation, Lobbyarbeit und Finanzierungsentscheidungen. Wenn Großkonzerne sich so deutlich politisch positionieren, stellt sich unweigerlich die Frage, inwiefern diese Positionierungen auch durch wirtschaftliche Interessen geprägt sind.
Zwar liegt der Schwerpunkt dieses Engagements bislang vor allem in den USA, doch viele der genannten Unternehmen sind international tätig – und verkaufen ihre Produkte auch in Deutschland. Damit gewinnen ihre gesellschaftspolitischen Positionen auch hierzulande an Bedeutung – nicht zuletzt für Verbraucher, die ihre Kaufentscheidungen bewusst treffen möchten.

Ungeschriebene Gruppenchat-Regeln

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Ein Techniktipp.

Die Kommunikation in Gruppenchats ist schnell zu einem festen Bestandteil des Lebens geworden, aber welche Regeln gelten?

Früher nutzten wir E-Mails, Telefongespräche oder persönliche Treffen. Heute verwenden wir Plattformen wie iMessage, WhatsApp oder Slack, um einen Abend mit Freunden, einen Kindergeburtstag, ein Arbeitsprojekt oder sogar die Besprechung sensibler militärischer Informationen zu koordinieren – so wie es US-Verteidigungsminister Pete Hegseth tat, als er Details zu Luftangriffen in einem Signal-Chat teilte.

Doch während Gruppenchats aufgrund ihrer Ungezwungenheit enorm an Popularität gewonnen haben, bringt dies auch eigene Herausforderungen mit sich: Diskussionen können vom Thema abweichen, sich wiederholende oder einfache Fragen können Gruppenmitglieder irritieren, und das virale Meme, das Sie lustig finden, könnte auch anstößig sein.

Die Grundsätze der digitalen Etikette bleiben die gleichen wie bei anderen Arten von Etikette, aber sie sind auch „kontextspezifisch und viele der Regeln sind eher implizit als explizit“, sagte Rupert Wesson, ein Direktor bei Debrett’s, dem britischen Etikette-Leitfaden, der für die Associated Press wichtige Tipps erläuterte.

Überlege, bevor du eine Nachricht schreibst.

„Etikette basiert stets auf dem Prinzip der Rücksichtnahme und des Respekts gegenüber anderen“, sagte Wesson. „Daher ist es hilfreich, darüber nachzudenken, wie die Empfänger Ihre Nachricht empfinden könnten.“

Das bedeutet beispielsweise, die Zeit anderer Mitglieder nicht zu verschwenden, indem man Fragen stellt, die leicht durch eine Google-Suche oder durch Scrollen nach oben oder Durchsuchen der vorherigen Beiträge beantwortet werden könnten.

Der Trent Windsurfing Club in der Nähe von Nottingham, England, der mit seinen Mitgliedern sowohl über WhatsApp als auch per E-Mail kommuniziert, führt weitere Aspekte in einer 15-Punkte-Liste auf seiner Website auf.

„Werde nicht wütend, wenn jemand in einer Gruppe nicht auf deine Nachrichten antwortet. Niemand ist dazu verpflichtet. Schick ihm/ihr lieber eine Direktnachricht“, so der Verein.

Außerdem gilt: „Bevor Sie ein Video, ein Bild, ein Meme oder sonstige Inhalte versenden, prüfen Sie, ob dieses Material im Interesse der Mehrheit der Gruppenmitglieder liegt.“

Vermeiden Sie ausserdem das Versenden sehr grosser Videos oder Dateien, denn „niemand möchte den Speicher seines Smartphones vollstopfen oder sein Datenvolumen für Unsinn verschwenden“, heisst es in den Richtlinien. Der Verein reagierte nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

Denkt an das Ziel des Chats

Beachten Sie stets den Zweck der Chatgruppe. Bei Gruppen, die für einen bestimmten, praktischen Zweck erstellt wurden, sollten Sie sich auf diese Aufgabe beschränken und nicht mehr posten als nötig, so Wesson.

Andererseits, so fügte er hinzu, „gibt es auch Gruppen, die nur zum Vergnügen da sind, und hier gilt: Je mehr, desto besser.“

Es sollte selbstverständlich sein, aber posten Sie keine persönlichen Dinge in einem Firmen- oder Geschäftschat und verzichten Sie darauf, arbeitsbezogene Inhalte in einer Gruppe mit Freunden oder Familie zu veröffentlichen.

Es schadet nicht, erst einmal mitzulesen, bevor man sich selbst einbringt, unter anderem, weil neue Mitglieder auf manchen Chat-Plattformen nicht sehen können, was vor ihrem Beitritt gepostet wurde.

„Es ist immer am besten, lieber auf Nummer sicher zu gehen, bis man sich über Zweck und Kultur der Gruppe im Klaren ist“, sagte Wesson.

Berücksichtigen Sie die Grösse der Gruppe

Muss man wirklich auf jede Nachricht antworten? Oft gibt es jemanden, der das Bedürfnis verspürt, auf jeden Beitrag zu antworten, selbst wenn es nur ein kurzes „Danke“ ist. In einer großen Gruppe kann das aber schnell zu einer Flut von E-Mails führen, bei denen alle gleichzeitig antworten.

Wesson rät dazu, die Anzahl der Personen im Chat zu berücksichtigen.

„Wenn ihr nur zu dritt in der Gruppe seid, wird eine Reaktion, sei es auch nur ein Emoji, fast schon erwartet“, sagte Wesson. „In einer Gruppe von 50 oder mehr Personen ist das praktisch eine Straftat.“

Halten Sie es sauber und ordentlich, insbesondere am Arbeitsplatz.

Dies ist ein besonders wichtiger Punkt im Hinblick auf die Arbeitskommunikation, da viele Angestellte heutzutage Chat-Plattformen wie Slack und Microsoft Teams anstelle von E-Mails zur Kommunikation nutzen.

Diese Plattformen wirken weniger formell als E-Mails, aber vergessen Sie nicht, die gleichen Richtlinien zu befolgen wie bei anderen Unternehmenskommunikationen.

„Gehen Sie davon aus, dass jede Nachricht weitergeleitet werden kann, und seien Sie besonders vorsichtig bei geschäftlichen Chats (so informell sie auch erscheinen mögen)“, sagte Wesson. „Wie unzählige Menschen vor Arbeitsgerichten erfahren mussten, kann jede Abweichung in ungebührliche Angelegenheiten der Karriere schaden.“

Weniger ist mehr in Chats.

Chatnachrichten sollten kurz und bündig sein.

Ein Grund dafür ist, dass Ihre Worte je nach Leser unterschiedlich wahrgenommen werden können. Verwenden Sie daher am besten kurze Sätze, um Missverständnisse zu vermeiden.

Wenn es um die Arbeit geht und Sie etwas ausführlicher und detaillierter besprechen möchten, sollten Sie stattdessen ein persönliches Treffen, ein Telefongespräch oder eine E-Mail in Betracht ziehen.

„Niemand möchte eine 18 Zentimeter lange, unformatierte Nachricht lesen, wenn ein übersichtlicher Anhang besser geeignet gewesen wäre“, rieten die amerikanischen Etikette-Experten des Emily Post Institute in einem Blogbeitrag über Geschäftskommunikation.

Botschaftsklarheit und Stil sind wichtig

Es handelt sich nicht um einen Hochschulaufsatz, daher müssen die Regeln für Grammatik, Zeichensetzung oder auch Emojis nicht allzu streng sein.

„Man sollte sich nicht zu sehr eingeengt fühlen und auch andere nicht verurteilen, die es mit dem Standardenglisch nicht so genau nehmen“, sagte Wesson. „Lassen Sie sich einfach von Kürze und Klarheit leiten.“

Apropos Emojis: Sie machen Spass und können genauso gut wie die durchdachtesten Formulierungen die eigene Bedeutung vermitteln, sagte Wesson. Man sollte sie aber nicht überstrapazieren, da sie ein „Minenfeld“ sein können.

„Es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen beispielsweise dem weinenden Emoji und dem Emoji, das vor Lachen weint“, sagte er. „Am besten geht man auf Nummer sicher und vermeidet Emojis, wenn man beispielsweise Beileidsbekundungen übermittelt“, so Wesson.

Wie man eine Chatgruppe richtig verlässt

Wenn dich die vielen Benachrichtigungen einer grossen Chatgruppe nerven oder du dich wegen mancher Kommentare unwohl fühlst, schalte einfach dein Mikrofon stumm. Und scheue dich nicht, die Gruppe zu verlassen, wenn du nicht unbedingt dabei sein musst.

Bevor Sie den Chat verlassen, sollten Sie den Chat-Administrator informieren.

„Der Gruppenadministrator hat die Verantwortung dafür, dass der Chat seinen Zweck erfüllt und die Dinge nicht zu sehr aus dem Ruder laufen“, sagt Wesson.

Was sollten Administratoren tun, wenn bestimmte Personen Probleme verursachen?

„Wenn etwas schiefgeht, ist das Löschen eines Mitglieds zwar eine Option, aber vielleicht etwas zu drastisch. Eine diskrete Direktnachricht oder eine kurze Stummschaltung sollten immer zuerst in Betracht gezogen werden“, sagt Wesson.

Sollten Sie sich verabschieden, wenn Sie den Chat verlassen?

Auch hier kommt es auf den Kontext an. Handelt es sich um eine einmalige Veranstaltung mit vielen unbekannten Personen, ist das wahrscheinlich nicht nötig.

Wenn Sie beispielsweise an einem Remote-Arbeitsprojekt beteiligt sind, wäre es ratsam, alle Beteiligten zu informieren.

„Wenn Sie gehen, machen Sie deutlich, dass Sie sich sofort abmelden, damit der Chat nicht mit Leuten überflutet wird, die Ihnen Lebewohl wünschen“, sagte Wesson.