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Das kirchliche Bild richtigstellen und einen Neuanfang wagen

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Es ist eine nachweisliche Tatsache, dass eine grosse Diskrepanz besteht zwischen der kirchlichen Realität im Aargau und wie diese Realität in den Medien dargestellt wird. Im Gespräch mit Journalisten fällt oft auf, dass das Wissen rund um die Ortskirche sehr gering ist. Diskussionen rund um die Kirche werden oft sehr plakativ abgehandelt. Meist geht es nur darum, Protagonisten in der Kirche als konservativ oder progressiv zu bezeichnen, ohne dass die konkreten Probleme betrachtet werden. Den Journalisten muss dabei kein Vorwurf gemacht werden, da sie selbst Opfer einer bewussten Verschleierungstaktik sind. Die Landeskirche und das Bistum sind die Urheber dieser Verschleierungstaktik, da sie nicht möchten, dass über die vielen Missstände im Bistum und vor allem in der Landeskirche Aargau berichtet wird. Es ist erstaunlich, dass die Landeskirche sowie das Bistum beide über je einen eigenen Kommunikationsverantwortlichen verfügen, dass jedoch de facto keine Kommunikation mit der Öffentlichkeit stattfindet. So konnte Luc Humbel die finanziellen und arbeitsrechtlichen Missstände im Pfarrblatt „Horizonte“, über die im Schweizer Radio berichtet wurde, nur mit dem Hinweis erklären, dass „alles Blödsinn“ sei, was man darüber schreibt. Die Landeskirche und das Bistum zahlen höhe Löhne für Kommunikationsberater, die es jedoch nicht schaffen, Probleme zu benennen und allfällige Lösungen dieser Probleme aufzuzeigen. Es gibt keine konkrete Antwort darauf, weshalb beispielsweise im Aargau die wenigsten Eucharistiefeiern pro Kopf stattfinden und gleichzeitig – was natürlich unmittelbar damit zusammenhängt – die höchsten Kirchenaustritte in der ganzen Schweiz zu verzeichnen sind. Es gibt keine konkrete Antwort darauf, weshalb demokratische Rechte der Bürger wie dasjenige der Pfarrwahl verwehrt werden. Es gibt keine Auskunft darüber, weshalb die Partizipation an der Kirche so gering ist und trotzdem Millionen von Steuergeldern weiterhin verschwendet werden.

Kirchliche Verantwortungsträger wie der Präsident der Landeskirche, Luc Humbel, und der zuständige Bischofsvikar, Valentine Koledoye, versuchen sich hinter allgemeinen Themen zu verstecken, damit sie keine Antworten auf diese konkreten Fragen geben müssen. Es ist sehr heilsam für die Kirche im Aargau, dass nun immer mehr Menschen begreifen, dass der kirchliche Zustand in unserem Kanton und in weiten Teilen des Bistums hausgemacht ist. Der erste Schritt ist, die Situation der Kirche Aargau realistisch und ohne jedes Schönreden darzustellen. Der zweite Schritt ist dann, die Probleme genau zu lokalisieren und Veränderungen anzustreben. Alle Menschen, die sich mit der Situation ehrlich und ohne ideologische Scheuklappen beschäftigen, kommen zum Schluss, dass die hiesige Kirche sich wieder an der Weltkirche und an den Sakramenten orientieren muss. Die Strategie, die Sakramente durch andere Formen des Pfarreilebens zu ersetzen, ist total gescheitert. Ebenfalls ist die Strategie gescheitert, Priester durch ständige Diakone oder Pastoralassistenten zu ersetzen. Die Priesterberufung ist unersetzbar, da die Sakramente nicht ersetzt werden können. Es ist wichtig, diese Einsicht immer mehr den Menschen bekannt zu machen und dann einen Neuanfang zu wagen, der wieder eine authentische Kirche ermöglicht.

Vorsitzender der EU-Bischöfe: Ukraine-Krieg ist Prüfung für EU

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Der Vorsitzende der EU-Bischofskommission COMECE, Bischof Mariano Crociata, hat den Ukraine-Krieg als Prüfung für die Europäische Union bezeichnet. Er sagte:“Frieden zu schaffen, erfordert mehr Kraft als Krieg zu führen“. So sei der Krieg eine Herausforderung für die Einheit der EU, sagte er dem katholischen Nachrichtendienst SIR in Rom in einem am Samstag veröffentlichten Interview.

„Die Europäische Union hat von Anfang an als Einheit gehandelt, auch wenn diese Einheit im Laufe der Zeit Risse bekommen hat“, analysierte Crociata die vergangenen zwei Jahre des Kriegsgeschehens. Frieden zu schaffen erfordere mehr Kraft als Krieg zu führen, sagte er: „Es erfordert große Entschlossenheit, eine diplomatische Initiative für den Frieden zu verfolgen.“

Ein „gerechter Friede“, wie ihn die Ukraine fordert, sei nur zu erreichen, wenn die Integrität eines souveränen Landes sowie das Völkerrecht geachtet werde, sagte Crociata. Im Namen der europäischen Bischöfe appellierte er „an die Oberhäupter der Nationen und der internationalen Gremien“, damit „jeder nach innen mobilisiert und alle positiven Energien der Völker zusammen mit denen der europäischen Institutionen aktiviert“.

Die COMECE hat ihren Sitz in Brüssel und setzt sich aus den delegierten Bischöfen der katholischen Bischofskonferenzen auf dem Gebiet der Europäischen Union zusammen. Sie hat derzeit 25 permanente Mitglieder; Österreich wird durch Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics vertreten.

Wählen Sie Glaubenstreue und keine Rechtswidrigkeit

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Wählen Sie ein Rechtssystem!
Sie sollten kürzlich den Stimmzettel für die Wahl eines Gemeindeleiters/Pfarrers erhalten haben.
Tun Sie wählen und wählen Sie einen systemfreien und glaubenstreuen Priester, den Sie kennen, dem Sie vertrauen. Sie müssen keine vorgegebenen „Systemsklaven“ wählen, die dem Kirchensteuersystem der Zerstörung der Kirche folgen, denn auf diese Weise wählen Sie Korruption, Selbstzerstörung der Kirchengemeinschaft und Missachtung des Glaubens und der Gesetze sowie die rechtswifrigen Machenschaften der kirchlichen Körperschaften. Wählen Sie systemfrei und unabhängig – Sie können’s. Haben Sie Mut.

Die Pfarrwahl vom 24. Januar 2021 in Kraft getreten

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Da bis Mittwoch, dem 24. Februar 2021, bis Mitternacht keine Wahlbeschwerde eingereicht wurde, ist Pater Adam Serafin jetzt der offizielle katholische Pfarrer von Gebenstorf-Turgi. Zumindest auf dem Papier und für die nächsten Jahre. Es ist die Tatsache. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Landeskirche nun dem dualen System der Schweizer Kirche und dem demokratischen Ergebnis der Pfarrwahl unterwirft. Wir wünschen dem geistlichen Leiter und Pfarrer, Pater Adam, der von den Menschen in der katholischen Gemeinde in Gebenstorf-Turgi durch die Pfarrwahl anerkannt wurde, seelsorgliche Stärke und Gottes Segen.

Katholisch-Freimaurer-Treffen auf höchstem Niveau

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Am vergangenen Freitag (16.Feb 2024) fand in Mailand ein vielbeachtetes freimaurerisch-katholisches Treffen auf höchster Ebene statt. Die freimaurerische Seite wurde durch drei Grossmeister der Logen vertreten: Stefano Bisi von der Grossloge Ostitaliens, Luciano Romoli von der Grossloge Italiens und Fabio Venzi von der Grossloge Italiens, die sich online an der Versammlung beteiligten. Die Kirche wurde vertreten durch: Kardinal Francesco Coccopalmerio – ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates für Rechtstexte, Bischof Antonio Staglianò – derzeitiger Präsident der Päpstlichen Akademie für Theologie, Erzbischof Mario Delpini – Metropolit von Mailand, der die gesamte Veranstaltung initiiert hat, sowie der polnische Franziskaner-Theologe Pater Zbigniew Suchecki.
Freimaurerei – das Opfer, die Kirche – der Täter
Es lohnt sich, den Inhalt der Reden, die während dieses Treffens gehalten wurden, zu untersuchen, da sie eine bestimmte Strategie für die Zukunft und das Vorgehen beider Parteien zueinander skizzieren. Die Veranstaltung begann mit einer Rede von Grossmeister Stefano Bisi, der betonte, dass es in den letzten 300 Jahren keine Institution auf der Welt gab, die stärker bekämpft, mystifiziert und verleumdet wurde als die Freimaurerei. Daran war auch die katholische Kirche beteiligt. Leider, wie der Redner mit Bedauern feststellte, besteht diese negative Haltung gegenüber der Freimaurerei bis heute fort, und dahinter steckt das angebliche Dogma von der Unmöglichkeit, die Freimaurerei mit der Kirche zu vereinbaren. Laut Bisi haben beide Seiten jedoch mehr gemeinsam, als es den Anschein hat, denn „sowohl die Kirche als auch die Freimaurerei stellen den Menschen in den Mittelpunkt von allem, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.“

Der Grossmeister erinnerte an einen berühmten Text aus dem Jahr 2016 von Kardinal Gianfranco Ravasi mit dem Titel „Cari fratelli massoni“ (Liebe Freimaurerbrüder), in dem der damalige Vorsitzende des Päpstlichen Rates für Kultur schrieb, dass die Berührungspunkte zwischen Freimaurerei und Kirche, also gemeinsame Werte mit gemeinschaftlicher Dimension, wie etwa die Menschenwürde oder die Der Kampf gegen den Materialismus kann nicht ignoriert werden. Laut Bisi sei es notwendig, weiter zu gehen und eine gegenseitige Versöhnung zu erreichen, anstatt „weiterhin die absolute, unversöhnliche und dogmatische Unmöglichkeit der Versöhnung zu bekennen“. Als er diesen Thread fortsetzte, sagte er:

Wer hat die Wahrheit? Mensch oder nur Gott? Kardinal Ravasi selbst schrieb vor einigen Jahren: „Es gibt nur eine Wahrheit, aber so wie ein Diamant viele Gesichter hat, können wir aus unserer Sicht nur eines davon sehen.“ Daher täuschen sich diejenigen, die glauben, alles zu sehen und die einzige Wahrheit zu bekennen. Deshalb suchen die Freimaurer mit Demut und vielen Zweifeln ständig danach und überlassen die Dogmen anderen. Aber wir sind immer auf der Suche nach dem Dialog und der Diskussion mit jedem.

Bisi teilte sich daher in diejenigen, die behaupten, die Wahrheit zu besitzen und an Dogmen festzuhalten, und diejenigen, die bescheiden bleiben und die Wahrheit suchen. Zur letztgenannten Gruppe zählte er Freimaurer und Katholiken, die mit ihnen im Dialog standen, wie Erzbischof Riccardo Fontana (der 2019 auf einer von der Großloge Ostitaliens organisierten Konferenz sagte: „Die historischen Zäune bleiben bestehen, aber wir müssen.“ Blick in die Zukunft auf das, was verbindet“) oder Bischof Francesco Antonio Soddu (der im Oktober 2022 an der Einweihung des Freimaurerhauses in der Diözese Terni teilnahm).

„Im Licht des grossen Architekten des Universums“
Später in seiner Rede verwies Stefano Bisi auf das Verbot der Kirche, der Freimaurerei unter Androhung der Exkommunikation anzugehören, und sagte unter anderem:
Papst Franziskus machte zu Beginn seines Pontifikats die berühmte Aussage: „Wer bin ich, um zu richten?“ an Homosexuelle gerichtet, dann öffnete er die Tür für Geschiedene, vergass aber, dass es unter den Freimaurern auch viele Katholiken gibt, denen der Empfang der Kommunion nicht gestattet ist.

Der Grossmeister brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass das Dikasterium für die Glaubenslehre im vergangenen November das Verbot für Katholiken, Freimaurerlogen beizutreten, aufrechterhielt. Das sei sehr schwierig gewesen, denn, wie er feststellte, „empfangen viele Brüder die Sakramente heimlich, weil sie wissen, dass sie sich in einem Zustand schwerer Sünde befinden.“ Seiner Meinung nach ist es jedoch möglich, beide Realitäten in Einklang zu bringen, aber zu diesem Zweck müssen wir den Dialog fortsetzen und geduldig nach Punkten der Übereinstimmung und Einheit zum Wohle aller suchen. In diesem Zusammenhang fragte Stefano Bisi:
Warum ist die Freimaurerloge so schön und warum missfällt sie den kirchlichen Autoritäten so sehr? Denn unter demselben Himmel – der die Schöpfung repräsentiert – ist jeder Mensch der Bruder des anderen, und das Band der Brüderlichkeit ist unabhängig vom Glauben. Wir müssen nur an den großen Architekten des Universums glauben. Der Sternenhimmel ist für Buddhisten, Katholiken, Waldenser, Muslime und alle, die an ein höchstes Wesen glauben, gleich.

Bisi schloss seine Rede mit diesen Worten: Mein Wunsch – und zugleich meine Hoffnung – ist, dass der Papst und der Großmeister eines Tages zusammentreffen und im Licht der Sonne einen Teil des Weges gemeinsam zurücklegen können. Ich möchte sagen: im Licht des großen Architekten des Universums.

Hat die Kirche einen Fehler gemacht?
Die nächsten beiden Reden großer Meister: Luciano Romola und Fabio Venzi waren eine Weiterentwicklung der Thesen von Bisi. Beide Redner versuchten zu beweisen, dass es grundsätzlich keinen Widerspruch zwischen der Zugehörigkeit zur Kirche und der Zugehörigkeit zur Freimaurerei gibt. Der erste von ihnen zitierte zu diesem Zweck katholische Autoritäten: aus St. Anselm (der im 11. Jahrhundert lebte, viele Jahrhunderte vor der Gründung der ersten Loge) an den heutigen Metropoliten von Bologna, Kardinal Matteo Zuppi. Die zweite wiederum argumentierte, dass die freimaurerischen Riten des schottischen Ritus von Anfang an einen christlichen Charakter hatten. Deshalb – nach Ansicht aller drei Meister – resultiert die Verurteilung der Freimaurerei durch die Kirche aus einem Missverständnis darüber, was Freimaurerei wirklich ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Hauptziel, das die Führer der drei Logen auf dem Treffen in Mailand formulierten, darin bestand, die Türen der Kirche für die Freimaurerei weit zu öffnen. Die Kirche sollte anerkennen, dass sie bei der Beurteilung der Freimaurerei einen Fehler gemacht hat, und die Exkommunikation ihrer Mitglieder aufheben. Wie war die katholische Reaktion darauf?

Ein inklusiver und barmherziger Ansatz
Der einzige, der auf die unüberwindbaren Unterschiede zwischen Katholizismus und Freimaurerei aufmerksam machte, war Pater Zbigniew Suchecki, der einen Vortrag über die Haltung der Kirche gegenüber der Freimaurerei in den letzten drei Jahrhunderten hielt. Seine Position war jedoch isoliert. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass diese einzige Stimme dem Geistlichen mit dem niedrigsten Rang in der katholischen Delegation gehörte. Darüber hinaus wurde dieser Stimme später vom Präsidenten der Päpstlichen Theologischen Akademie, Bischof Antonio Staglianò, widersprochen.

Bevor dies jedoch geschah, sprachen die beiden anderen Hierarchen: Erzbischof Delpini und Kardinal Coccopalmerio. Beide machten keinen Hehl aus ihrer Zufriedenheit darüber, dass ein solches Treffen stattgefunden hatte, und brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass der Dialog fortgesetzt werde. Der Beamte des Vatikans schlug sogar vor, zu diesem Zweck eine besondere Formel in Form eines „ständigen Tisches“ (tavolo permanente) einzuführen.

Die wichtigste Rede hielt jedoch der bereits erwähnte Bischof Staglianò, der seit 2022 Präsident der Päpstlichen Akademie für Theologie ist. Vor sieben Jahren nahm er an einer Konferenz teil, die von der Großloge des Orients in Italien in Syrakus, Sizilien, organisiert wurde. Er begründete seine Teilnahme an dieser Veranstaltung als Reaktion auf den Aufruf von Franziskus, in die existenziellen Randgebiete zu gehen und nach Menschen zu suchen, die von der Säkularisierung überwältigt sind. Beobachter wurden darauf aufmerksam gemacht, dass Antonio Staglianò während des Treffens in Mailand sein Bischofskreuz versteckte, indem er es in die Tasche steckte.

Die Kernthese seiner Rede war, dass das Bekenntnis zur katholischen Lehre die Mitgliedschaft in der Kirche nicht erschöpft. Wie er selbst zugab: „Mich interessiert das christliche Ereignis, nicht die Lehre“, und dieses „christliche Ereignis“ ist Barmherzigkeit, die alle umfasst. Daher sollte nicht der Mensch darüber entscheiden, ob ein homosexuelles Paar einen Segen erhalten soll, sondern Gott. „Wer bin ich, um zu richten?“ wiederholte er die Worte von Franziskus und fügte hinzu, dass der Regen der Barmherzigkeit Gottes gleichermaßen auf die Gerechten und die Ungerechten fällt.

Ausgehend von solchen Annahmen kritisierte der Präsident der Päpstlichen Akademie für Theologie das letztjährige Dokument des Dikasteriums für die Glaubenslehre, das Katholiken den Beitritt zu Freimaurerlogen verbietet, da es sich um einen Text handele, der auf der doktrinären Ebene bleibe und diese nicht berühre bereits erwähntes „christliches Ereignis“. Mittlerweile brauchen wir seiner Meinung nach „eine gesunde Theologie der Weisheit“, d. h. die Entwicklung anderer Kategorien der Herangehensweise an die Freimaurerei, die „Wissenschaft und Lebensweisheit“ verbinden würden.

Zweifellos handelt es sich bei der Veranstaltung in Mailand um eine Pilotveranstaltung. Hierbei handelt es sich um einen Testballonausstieg, um die Reaktionen verschiedener katholischer Kreise zu prüfen. Es ist jedoch zu erwarten, dass diesem Schritt weitere folgen werden. Das Treffen zeigt, dass es in der Kirche einflussreiche Kräfte gibt, die die Exkommunikation der Freimaurer und die Aussöhnung mit den Logen abschaffen wollen. Sollte dies geschehen, müsste sich die Kirche eingestehen, dass sie in ihrer Einschätzung der Freimaurerei falsch lag, und sich daher für ihre bisherige Behandlung auf die Brust schlagen. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass die Kirchentore dann weit geöffnet würden, um das Eindringen der „cari fratelli massoni“ zu verhindern. Dies ist das Szenario, das uns heute nicht nur von großen Meistern des Zirkels und der Kelle präsentiert wird, sondern auch von einer dynamischen Gruppe katholischer Hierarchen. Die kommende Zeit wird zeigen, ob es in der Kirche Kräfte gibt, die bereit sind, sich dagegen zu wehren, oder ob der Prozess weitergehen wird. Das Notfluch(t)-Fenster wurde geöffnet.

Wieder ein Brief aus Rom an die deutschen Bischöfe

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Vatikan fordert Deutsche Bischofskonferenz einem Brief dazu auf, Abstimmung über Synodalen Ausschuss von Vollversammlung-Tagesordnung zu nehmen!
Der Vatikan hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) in einem Brief aufgefordert, eine Abstimmung von der Tagesordnung ihrer Vollversammlung kommende Woche in Augsburg zu nehmen, wie das „Domradio“ berichtet. In dem Brief wird gebeten, dass die Vollversammlung nicht über die Satzung des Synodalen Ausschusses abstimmt. Laut Bischof Bätzing soll dies daher jetzt auch vorerst von der Tagesordnung genommen werden. In der Vergangenheit hat der Vatikan bereits mehrfach Kritik am deutsch-synodalen Weg geübt, in der Praxis selbst gab allerdings wenig Konsequenzen.
Der Tagesordnungspunkt der Abstimmung über den Synodalen Ausschuss wurde inzwischen tatsächlich von der Tagesordnung genommen. Das bestätigt die umstrittene Präsidentin des ebenso umstrittenen Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, in einer Presseaussendung. Sie zeigt sich „irritiert“. Wörtlich schildert sie: „Rom hat die Deutsche Bischofskonferenz quasi per Eilpost gebeten, bei ihrer Frühjahrsvollversammlung nicht über die Satzung des Synodalen Ausschusses abzustimmen und zunächst Gespräche in Rom abzuwarten. Der Tagesordnungspunkt ist seit gestern Abend abgesetzt.“
Die Initiative „Neuer Anfang“ kommentiert in einer Presseaussendung das „Nein“ des Vatikans an die Deutschen Bischöfe: „Der Versuch, den Synodalen Weg institutionell auf Dauer zu stellen, ist damit in eine endgültige Sackgasse geraten, die deutschen Bischöfe jedoch stehen damit zugleich am Abgrund der Kirchenspaltung: Das Überschreiten dieser von Rom gesetzten roten Linie wäre der Bruch mit Rom.“Wieder ein Brief aus Rom an die deutschen Bischöfe

Landeskirche spendet Kirchensteuergeld. Ist es rechtswidrig oder lachhaft?

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Unter dem Aspekt der grenzenlosen Solidarität unterstützt die Römisch-Katholische Landeskirche Aargau mit einem Teil der Kirchensteuern weltweit Projekte zugunsten von Menschen in Not. Ist es rechtswidrig oder nur lachhaft, denn die Hilfe entspricht nicht Mal dem Teiljob-Jahreslohn dessen Vorsitzenden. Dabei stellt sich die Frage, ob solche Geld-Ausgaben die Landeskirchen laut dem Statut tätigen dürfen. Es sei darauf hingewiesen, dass jedes Rechtssubjekt steuerlich abzugsfähige Spenden an gemeinnützige Organisationen tätigen kann. Der Umweg über die sogenannte Landeskirche ist nicht notwendig. Wenn man jetzt noch diese 160’000 Franken ins Verhältnis zur Lohnsumme der Landeskirche setzt, wird man erstaunliches feststellen.

Die Ver­drän­gung der öko­no­mi­schen Seite der Kirche

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Der französische Soziologe Pierre Bourdieu hat im Rahmen seiner Religionssoziologie einen kurzen Text mit dem Titel «Das Lachen der Bischöfe» verfasst, der auch heute noch sehr lesenswert ist. Bourdieu zeigte auf, dass das französische Episkopat dazu neigt, die ökonomische Seite der Kirche zugunsten der religiösen zu negieren. Durch Euphemismen werden wirtschaftliche Begriffe verklärt, damit die Kirche nicht den Anschein erweckt, überhaupt eine pekuniäre Seite zu besitzen. Um es in den Worten Bourdieus auszudrücken: «Die Wahrheit des religiösen Unternehmens ist, dass es zwei Wahrheiten besitzt: die ökonomische Wahrheit und die religiöse Wahrheit, die jene verneint.»

Zart besaitete Katholikinnen und Katholiken werden sich an diesen Worten stören, da sie darin einen Angriff auf die übernatürliche Verfassung der Kirche erblicken und den impliziten Vorwurf heraushören, dass es den religiösen Akteuren nicht so sehr um das Seelenheil wie um Geld und Macht geht. Der französische Soziologe macht jedoch klar, dass er diese Interpretation ablehnt. Ihm geht es nur darum, die Diskrepanz zu benennen zwischen objektiven, von aussen feststellbaren ökonomischen Tatsachen und dem inneren Erleben und Beschreiben der in der religiösen Sphäre wirkenden Akteuren. Ein Atheist mag diese Diskrepanz als eine bewusste Verschleierung des Machtwillens deuten, für glaubenstreue Katholiken ist es hingegen die Gnade Gottes, die dem Menschen hilft, nicht primär in weltlichen Kategorien zu denken und zu handeln.
Das Problem des konsequenten Atheisten ist es jedoch, nicht bei der Kirche haltmachen zu können, sondern auch andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens daraufhin analysieren zu müssen, ob sie mit Euphemismen versuchen, die objektive Realität zu verschleiern. Aber fast kein Atheist – mir ist zumindest keiner bekannt – wird sein Weltbild, das zumeist von einem infantilen Fortschrittsglauben geprägt ist, infrage stellen, indem er Politik, Kultur und Wissenschaft der gleichen rigorosen Kritik unterzieht. Denn am Schluss müsste er zugeben, dass auch der Verdacht naheliegt, demzufolge demokratische Politiker nicht den Volkswillen erfüllen wollen, sondern eigene Macht anstreben, Künstler nicht der Ästhetik verpflichtet sind, sondern ihrem eigenen Ruhm und Wissenschaftler die Adjektive wahr und falsch nur bemühen, um zu kaschieren, dass sie Geld, Erfolg und Prestige erstreben.

Raus aus der Komfortzone
Auch der glaubenstreue Katholik wird seine Komfortzone aufgrund der Erkenntnis, dass die ökonomische Basis einen Einfluss hat, verlassen müssen, möchte er seinen Glauben reifen lassen und dadurch in den Stürmen des Lebens standhaft bleiben. Die feste Überzeugung, dass der Glaube über den materiellen Dingen steht, sollte nicht dazu führen, die ökonomische Seite gänzlich zu negieren. Gott ist nicht nur Schöpfer des Himmels, sondern auch der Erde. Dies impliziert, dass wir den Beschränkungen, die uns die irdische Welt aufbürdet, nicht enthoben sind, sondern die Gesetze unseres Hauses («oikos-nomos») – der Erde – zu akzeptieren haben. Die Abneigung vieler Katholiken, über die wirtschaftliche Seite der Kirche zu reden, ist daher ein eklatantes Zeichen mangelnder Reife. Und diese Unreife ist zurzeit in unserer Schweizer Kirche besonders manifest.
Durch das duale System gibt es eine Trennung zwischen der religiösen Sphäre und der ökonomischen Sphäre der Kirche. In der Theorie ein gutes System, da es die Verwendung von Euphemismen und Verschleierungstaktiken seitens des Klerus obsolet machen soll, da alle monetären Fragen durch die staatskirchenrechtlichen Körperschaften abgehandelt werden. Wenn nun aber in der Praxis die Kantonalkirchen, deren Existenz einzig und allein dem Zwecke dient, die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Kirche zu regeln, ebenfalls scheuen, Klartext in pekuniären Fragen zu reden, dann ist etwas grundlegend faul am System. Die Kirchgemeinden verwalten Hunderte Millionen von Franken Kirchensteuern, mit denen sie Löhne auszahlen, Bauaufträge vergeben und sonstige Projekte finanzieren. Die Vermögen der Kirchgemeinden belaufen sich auf mehrere Milliarden Franken, wobei eine genaue Quantifizierung äusserst schwierig ist. Durch den Umstand, dass viele Immobilienwerte der Kirchgemeinden als sogenanntes Verwaltungsvermögen in den Bilanzen auftauchen, die zumeist auf Null bzw. auf den Pro-memoria-Franken abgeschrieben wurden, wird dem Aussenstehenden oft nicht klar, über wie viel tatsächliches Vermögen eine Kirchgemeinde verfügt. Denn die gleichen Pfarrhäuser, Pfarrsäle, Grundstücke und Kirchen, die in der Buchhaltung als Verwaltungsvermögen wertlos erscheinen, sind als Finanzvermögen Millionen von Franken wert. Da die Steuereinnahmen durch die Kirchenaustritte stark rückläufig sind, haben viele Kirchgemeinden die verborgenen Schätze der Kirche entdeckt und fangen an, Immobilien ins Finanzvermögen zu verschieben bzw. als solches zu deklarieren, damit diese im grossen Stil verpachtet und allenfalls auch verkauft werden können. All die rechtlichen und ökonomischen Fragen, die damit zusammenhängen, werden der Öffentlichkeit vorenthalten.

Das Vermögen, welches nun aufgebraucht werden soll, um das marode duale System am Leben zu erhalten, wäre im Falle einer Abschaffung der Kantonalkirchen der Grundstock, auf dem die neue kirchliche Struktur entstünde. Wenn nun im grossen Stil Pfarrhäuser, andere Liegenschaften und teilweise sogar Kirchen verkauft werden, um damit kirchliches Personal und Funktionäre zu alimentieren, die zumeist gar nicht am Kernauftrag der Kirche – der Spendung der Sakramente und der Seelsorge – mitwirken, dann werden spätere Generationen von Katholiken der Grundlagen beraubt, auf denen sie eine Kirche ohne Kirchensteuern neu aufbauen müssen. Auch stellt sich die Frage, inwiefern ein Katholik, der jahrzehntelang Kirchensteuern gezahlt und damit mitgeholfen hat, das Vermögen der Kirche zu äufnen, bei seinem Austritt nicht ein Anrecht hat, einen Teil davon zurückzuerhalten.

Natürlich erscheint dieser Gedanke auf den ersten Blick skurril, jedoch sind dies alles rechtliche Fragen, die sich in der Zukunft stellen werden, wenn die staatskirchenrechtlichen Körperschaften dazu übergehen werden, einen immer grösseren Teil ihrer Ausgaben nicht mehr über laufende Kirchensteuereinnahmen, sondern über die Bewirtschaftung des Anlagevermögens zu finanzieren. Die von den Kantonalkirchen und ihren Anhängern vorgebrachten Euphemismen, die heutzutage diese notwendige Diskussion unterdrücken, indem über Gemeinwohl, öffentlichen Nutzen der Kirchen, Systemrelevanz usw. geredet wird, anstatt konkret zu hinterfragen, wer von diesem System profitiert, führen die Öffentlichkeit in die Irre.

Konkrete Nutzniesser dieses Systems
Um hier ein konkretes Beispiel zu nennen: Kampagnen wie «Kirchensteuer-sei-dank» oder «Kirchensteuer wirkt» sollen die Gläubigen motivieren, weiterhin in den Kantonalkirchen zu verbleiben, indem darauf verwiesen wird, dass ein Grossteil der Steuern vor Ort eingesetzt wird. Dieses dem Föderalismus schmeichelnde Argument, das die Herzen jedes Schweizers höherschlagen lässt, sagt natürlich sehr wenig über die Verwendung der Gelder aus. Ein genauer Blick auf die Ausgaben einer Kirchgemeinde zeigt, dass die Nutzniesser der kirchlichen Ausgaben die Angestellten sind, die sich zumeist aus nicht geweihten Seelsorgern, Kirchenmusikerinnen, Sakristanen, Sekretärinnen und anderen Verwaltungsfunktionären zusammensetzen. Bei der Vergabe von Aufträgen, seien diese im Bereich der Liegenschaften, Informatik oder Versicherungen, wird oft das lokale Gewerbe berücksichtigt, wobei das Orwellsche Bonmot gilt, wonach die Gleichbehandlung aller Bewerber nicht ausschliesst, dass einige Bekannte und Freunde gleicher behandelt werden. Wenn wir den Empfängerkreis der Steuergelder in Relation setzen zur Gesamtpopulation einer Kirchgemeinde, stellen wir fest, dass das meiste Geld nicht nur vor Ort bleibt, sondern genau genommen in die Taschen von einem im Promille-Bereich liegenden Teil der Bevölkerung fliesst. Die Entschleierung solcher Tatsachen ist wichtig, um einen ehrlichen Diskurs über die Existenzberechtigung der Kantonalkirchen zu führen.

Das Schweigen über Entschädigungszahlungen
Jüngst kamen in Baden nach einem Gottesdienst in der reformierten Kirche die Ständerätin Marianne Binder, die ehemalige Ständerätin Christine Egerszegi und der Aargauer Kirchenratspräsident, Luc Humbel, zusammen, um mit dem reformierten Pfarrer und einer Sexologin über den Missbrauch in den Kirchen zu reden. Aus den Zeitungsberichten konnte die Leserschaft entnehmen, dass alle Podiumsteilnehmer die Auffassung teilen, der Zölibat müsse abgeschafft und die Frauenordination eingeführt werden. Auch waren alle der Ansicht, man müsse den Opfern zuhören und ihr Leid anerkennen. Beide Voten befremden aus unterschiedlichen Gründen. Dass Politikerinnen, ein protestantischer Pfarrer, eine Sexologin und der Präsident der Kantonalkirche Aargau die Bedingungen der Katholischen Kirche für die Weihe von Priestern meinen dekretieren zu müssen, ist fehl am Platz. Noch grotesker ist es, dass im Zusammenhang mit Missbräuchen über Weihevoraussetzungen just zu einem Zeitpunkt debattiert wird, als wenige Wochen zuvor in Deutschland eine Studie erschien, die aufzeigt, dass in der Evangelischen Kirche trotz Frauenordination und verheirateten Pfarrern die Missbrauchsproblematik im exakt gleichen Ausmass vorhanden ist wie in der Katholischen Kirche. Wenn ein protestantischer Schweizer Pfarrer, dessen Kirche noch keine Schritte in Richtung Missbrauchsaufklärung unternommen hat, sowie ehemalige und jetzige Vertreterinnen der Politik, die auch nichts unternommen haben, um Missbrauch in staatlichen Institutionen aufzuarbeiten und diesen vorzubeugen, über lehramtliche Fragen der Katholischen Kirche diskutieren bzw. ihre vorgefasste Meinung dem Publikum auf Auge drücken, ist der Vertreter der katholischen Kantonalkirche der lachende Dritte.

Es ist auffallend, dass bei allen Diskussionen, die in den letzten Monaten zur Missbrauchsproblematik geführt wurden, niemand über die Verantwortung der Kantonalkirchen sprach, finanziell für diese Übergriffe geradezustehen. Das Votum, man müsse den Opfern zuhören und ihr Leid anerkennen, verpufft ins Leere, wenn diejenigen, die über die monetäre Seite der Kirche verfügen, jede Diskussion über potenzielle Entschädigungszahlungen abwürgen. Während in Bourdieus Gesprächen mit dem französischen Episkopat die Euphemismen der Bischöfe und ihre Weigerung, über die ökonomische Seite der Kirche zu reden, aus der übertriebenen Furcht entstanden, kirchliche Tätigkeiten zu profanieren, wenn pekuniären Aspekte zu sehr mitberücksichtigt werden, stellt die chronisch-obsessive Beschäftigung der Kantonalkirchen mit theologischen Themen den gezielten und unentschuldbaren Versuch dar, von allen finanziellen, organisatorischen und rechtlichen Fragen abzulenken, die allein in den Verantwortungsbereich der staatskirchenrechtlichen Seite fallen.

Wenn Exponentinnen und Exponenten der Kantonalkirchen immer wieder darauf aufmerksam machen, dass der Grossteil der Steuergelder in die lokalen Gemeinden fliesst, dann muss auch dort die Verantwortung für Übergriffe getragen werden. Zurzeit ist es die Schweizer Bischofskonferenz, die über Entschädigungszahlen entscheidet, wobei der Höchstbetrag, der einem Opfer ausbezahlt wird, fünfmal kleiner ist als derjenige in Deutschland (Fr. 20 000 in der Schweiz gegenüber Euro 100 000 in Deutschland, wobei in einem besonders schweren Fall sogar Euro 300 000 ausbezahlt wurden). Diese Diskrepanz lässt sich leicht erklären: Die Kompetenz der deutschen Bischöfe, über die Verwendung von Steuergeldern zu entscheiden, ist um ein Vielfaches grösser als in der Schweiz. Die Verbissenheit der Vertreter der hiesigen Kantonalkirchen, ausschliesslich über lehramtliche Fragen zu diskutieren, hängt mit dem Unwillen zusammen, das eigene System durch die Zahlung von Entschädigungsleistungen zu gefährden. Krampfhaft möchte man, auch wenn jüngste Studien einen Zusammenhang als obsolet erweisen, die katholische Lehre für Übergriffe verantwortlich machen und nicht das Versagen der einzelnen Behörden. Jahrelang profitierte man vom reichlichen Fluss der Steuergelder und baute eine Organisation auf, die Tausenden von Angestellten und Funktionären ein Einkommen generierte. Nun, nachdem man die negativen Seiten des Systems tragen müsste, wird jeder Gedanke einer monetären Verantwortungsübernahme negiert. Dass Politikerinnen und die Vertreter der reformierten Kirche hier freudig mitmachen, ist kein Zufall, sondern den gleichen Motiven geschuldet. Wenn es um das Portemonnaie der eigenen Klientel geht, sinkt das Bestreben, Genugtuung für die Opfer und Glaubwürdigkeit der Institutionen herzustellen, auf ein Mindestmass.

Konsequenzen
Für glaubenstreue Katholikinnen und Katholiken ist es an der Zeit, sich diesen Tatsachen zu stellen. Viele von ihnen waren über Jahrzehnte hinweg froh, dass die Kantonalkirchen die finanzielle Seite der Kirche regelten. Man musste nicht über Geld reden und konnte so das Bild einer Kirche aufrechterhalten, in der der Glaube an Gott im Mittelpunkt steht. Jeder, der in einer staatskirchenrechtlichen Behörde mitgewirkt hat, weiss, dass dieser Schein trügt. Die institutionelle Verdrängung pekuniärer Fragen durch das duale System hat nicht zu einer Kirche geführt, in der Geld eine untergeordnete Rolle spielen würde, sondern ganz im Gegenteil den Einfluss des Geldes noch stärker verschleiert und ihm dadurch noch mehr Macht verliehen, als dies in früheren Zeiten der Fall war. Mündige Gläubige werden anerkennen müssen, dass Geld und Macht Faktoren darstellen, die in der Kirche wirken und die man als Gegebenheiten akzeptieren muss, ohne gleich den eigenen Glauben infrage zu stellen.

Nachdem in den letzten Jahrzehnten sichtbar wurde, dass die Kantonalkirche ihr Geld verwenden, um Druck auf die Bischöfe auszuüben und um Aktivitäten zu finanzieren, die nichts mit dem Grundauftrag der Kirche zu tun haben, ist die Unschuld verloren, die viele Menschen für sich in Anspruch genommen haben, als sie weiterhin treu ihre Kirchensteuern entrichteten. Weder sind die staatskirchenrechtlichen Gremien fähig und noch willens, die Probleme, die in den kommenden Jahren durch geringere Kirchensteuern entstehen werden, durch eine Senkung der Ausgaben zu lösen, noch sind sie bereit, für die Missbrauchsproblematik, die vor allem auch durch das Wegschauen lokaler Behörden begünstigt wurde, finanzielle Verantwortung zu übernehmen. Das Lachen der Kantonalkirchen hat dadurch einen Zynismus angenommen, den glaubenstreue Katholikinnen und Katholiken mit dem Austritt aus der staatskirchenrechtlichen Körperschaft quittieren müssen oder aber mit dem politischen Einsatz, das marode duale System von Grund auf neu zu gestalten. Sicherlich wird dieser Neuanfang schwierig sein, jedoch ist ein Ende mit Schrecken besser als der derzeitige Schrecken ohne Ende.

Verschwendung von Steuergeldern

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In Gebenstorf-Turgi zahlen Kirchgemeindemitglieder weiterhin den normalen Steuerbeitrag, obwohl die sakramentalen Leistungen massiv reduziert wurden. Früher fanden 10 Eucharistiefeiern in der Kirchgemeinde statt. Heute immerhin 50% davon. Ebenfalls wurde jede Woche ein Glaubensabend angeboten. Die Beichte wurde ebenfalls regelmässig am Dienstagabend und am Samstagabend angeboten. Hinzu kamen regelmässige Familienfeste, spezielle musikalische Umrahmungen und weitere Pfarreiangebote, um das religiöse Leben der beiden Pfarreien zu bereichern. Seitdem nun mithilfe der Landeskirche die gewählte Kirchenpflege abgesetzt wurde, finden in beiden Pfarreien nur noch jeweils zwei Eucharistiefeiern statt.
Obwohl in beiden Pfarreien de facto kein Pfarreileben mehr stattfindet, gibt die Kirchgemeinde Geld für Dinge aus, die nichts mit der Seelsorge zu tun haben. Um dies anhand von Zahlen darzulegen: Die Lohnkosten, die nichts unmittelbar mit der Seelsorge zu tun haben, belaufen sich auf mehr als 150’000 Franken. Wer übernimmt die Verantwortung für diese immense Verschwendung von Steuergeldern?

Nun geht es los – lukratives Geschäft am Verkauf der Kirchgengüter

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Verschuldete Solothurner Kirchgemeinde verkauft Pfarreizentrum und Pfarrhaus
Die Kirchgemeinde Selzach im Kanton Solothurn ist hoch verschuldet. Dazu geführt hat die Renovation der denkmalgeschützten Pfarrkirche. Nun hat die Kirchgemeinde ihr Pfarreizentrum und das Pfarrhaus verkauft – an die Einwohnergemeinde. Naives und unveratwortliches Handeln, denn wer nichts hat, hat keine Bedeutung.

Die römisch-katholische Kirchgemeinde Selzach ist mit 755 Franken pro Person die am höchsten verschuldete Kirchgemeinde im Kanton Solothurn. Monika Hubler bestätigt auf Anfrage eine entsprechende Information der «Solothurner Zeitung». Hubler ist Präsidentin des Kirchgemeinderates in Selzach. Der Kirchgemeinde gehören rund 1000 Personen an.
Die neu gestaltete römisch-katholische Kirche von Selzach (SO).
Die Gesamtschulden der Kirchgemeinde belaufen sich auf 1,3 Millionen Franken. Ursache der Verschuldung ist laut Hubler die Sanierung und Neugestaltung der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Das Gotteshaus, dessen Turm und Chorraum im Mittelalter gebaut wurden, steht unter Denkmalschutz. Die Restaurationsarbeiten fanden zwischen 2018 und 2021 statt. «Weil die Eigenmittel dafür nicht ausreichten, war die Kirchgemeinde – nebst Spenden – auch auf ein Darlehen der Einwohnergemeinde angewiesen», teilt Monika Hubler kath.ch mit.
Im vergangenen Jahr habe man erkannt, dass die Kirchgemeinde das Darlehen nicht würde zurückzahlen können. «Gleichzeitig hätte sie auch notwendige Investitionen fürs Pfarreizentrum tragen müssen. Eine drastische Steuererhöhung wäre unumgänglich gewesen. Dieses Szenario wollte ich auf jeden Fall verhindern.
Die Kirchgemeinde suchte deshalb in enger Zusammenarbeit mit der Einwohnergemeinde von Selzach nach einer anderen Lösung. So verkauft die Kirchgemeinde das Pfarreizentrum und das Pfarrhaus an die Einwohnergemeinde.
Das Pfarreizentrum der Kirchgemeinde Selzach wird an die Einwohnergemeinde verkauft.
Das Geschäft ist beschlossene Sache
Das Geschäft ist bereits unter Dach und Fach: Die Kirchgemeindeversammlung hat dem Verkauf der beiden Liegenschaften bereits am 4. Dezember zugestimmt. Anfang dieser Woche folgte die Einwohnergemeinde, wie Monika Hubler mitteilt. Der Verkauf sei «mit überragender Mehrheit» angenommen geworden. «Ich bin sehr erleichtert darüber und dankbar, dass diese Lösung ermöglicht werden konnte.»