Bischofsvikar Koledoye und der Präsident der Landeskirche, Luc Humbel, tun nichts, um die Heilige Messe in Gebenstorf und Turgi zu fördern. Seitdem beide die Kirchgemeinde führen, wurde das Angebot an Eucharistiefeiern massiv eingeschränkt. Dafür werden Gelder für völlig unsinnige Dinge ausgegeben. In Turgi wurde der Parkplatz wie in einem Kindergarten bemalt. Jeder Betrachter muss das Gefühl haben, dass das Bistum und die Landeskirche seine Mitglieder bzw. Gläubigen als infantil betrachtet. Dies passt auch zur Theologie, die in den meisten Pfarreien vertreten wird. Vor allem ist es traurig, dass die Steuergelder nicht für Pfarreiangebote genutzt werden, sondern dafür, Aufträge zu vergeben und damit Verdienstmöglichkeiten zu schaffen. Es ist das traurige Eingeständnis des Bischofsvikars und des Präsidenten der Landeskirche, dass man nicht in der Lage ist, das Glaubensleben zu fördern, sondern die Kirche als Arbeitgeber bzw. Auftragsgeber in Szene setzen will. Dabei hätte gerade in dieser schwierigen Zeit die Kirche den Auftrag, den Menschen das Licht des Evangeliums näherzubringen. Ein Trost bleibt: Der Kanton Aargau ist der Kanton mit den prozentual meisten Kirchenaustritten. Bald werden die Steuergelder nicht mehr reichen, um solchen Unsinn wie diese Parkplatzbemalung zu finanzieren.
8. SEPTEMBER – Mutter Gottes Geburtsfest
„Mariä Geburt fliegen alle Schwalben fort“ weiss sicher noch der eine oder die andere über das Fest zu sagen, das im September gefeiert wird. Und in der Tat – in der ersten Septemberhälfte sammeln sich die Schwalben und ziehen in grossen Schwärmen gegen Süden. Unsere Vorfahren, die beobachtet hatten, dass die Schwalben um Mariä Verkündigung (25. März) kommen und um Mariä Geburt (8. September) wieder zurückfliegen, haben die Schwalbe zum Symboltier Mariens gemacht. Die Schwalbe gilt deshalb als Marien- oder Muttergottesvogel.
Die Geburt der Maria (Fest Maria Geburt am 8. September), Tochter der hochbetagten Anna und des Joachim, die bis dahin kinderlos geblieben waren, wird durch einen Engel angekündigt. Sehr jung, wohl im Alter von 16/17 Jahren, wird sie mit Joseph, einem Witwer, verlobt. Noch vor der Hochzeit wird Maria [Marjam, Mirjam; aus dem ägypt. myr (= Geliebte) und dem hebr. jam (= Abkürzung für Jahwe), so dass sich „Geliebte Gottes“ oder „Vielgeliebte Gottes“ ergibt] schwanger. Joseph, der sich unauffällig von ihr trennen will, wird durch eine Engelserscheinung im Traum zum Bleiben bewegt. Auf dem Weg zur Volkszählung in Betlehem gebiert Maria Jesus. Die „heilige Familie“ flüchtet auf Weisung des Engels nach Ägypten, von wo sie nach Nazareth zieht. Mit Joseph taucht Maria noch einmal auf, als sie den zwölfjährigen Jesus im Tempel zu Jerusalem suchen. Für 18 weitere Jahren schweigen die biblischen Quellen. Während des öffentlichen Wirkens bleibt Maria im Hintergrund. Tod und Beisetzung Jesu erlebt sie jedoch unmittelbar mit, ebenso das Pfingstereignis. Von Maria heißt es, sie sei gestorben und leiblich in den Himmel aufgenommen worden (Maria Himmelfahrt).
Das Fest Mariä Geburt – früher auch Kleiner Frauentag genannt – ist aus dem Weihefest der Kirche der Gottesmutter, „wo sie geboren ist“, Ende des 5. Jahrhunderts entstanden. Heute ist diese Kirche der Mutter Marias, der heiligen Anna, geweiht. Bereits im 7. Jahrhundert feierte man Mariä Geburt schon im Osten und im Westen der Kirche.
Vom Fest Mariä Geburt aus – natürlich genau neun Monate zuvor – entwickelte sich parallel das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria am 8. Dezember – im Osten seit dem 10./12. Jahrhundert gefeiert, im Westen durch die Dogmatisierung der Unbefleckten Empfängnis 1854 verstärkt. So bildet die Biographie Mariens von ihrer Zeugung über ihre Geburt, Empfängnis Jesu (= Verkündigung des Herrn), Besuch bei der mit Johannes dem Täufer schwangeren Elisabeth (= Mariä Heimsuchung), ihr Leid am Sterben Jesu Christi (= Gedächtnis der Schmerzen Mariens) bis nach ihrem Tod (= Mariä Aufnahme in den Himmel) und ihrer mystischen Krönung im Jenseits (= Gedenktag Mariä Königin) ein Netz von Festen, das durch ein Namensfest (12. September) und weitere Marienfeste (Unsere Liebe Frau in Lourdes; Unbeflecktes Herz Mariä; U.L.F. auf dem Berge Karmel; U.L.F. vom Rosenkranz; U.L.F. von Jerusalem) zu einem in das Herrenjahr integrierten Marienjahr wird.
Im volksfrommen Brauchtum von West-, Ost- und Norddeutschland spielt Mariä Geburt kaum noch eine Rolle, wohl aber in den Alpengegenden. In einigen Gemeinden Oberbayerns und vor allem in Südtirol finden Prozessionen statt. Besonders eindrucksvoll ist die Prozession in Oberlama (Südtirol), die Heiligenfiguren durch den blumengeschmückten Ort trägt und Fahnenschwenken vorführt. Der 8. September gilt darüber hinaus als wichtiger Termin für den Almabtrieb und für Viehmärkte.
Die Besonderheit der Gottesmutter Maria spricht das „Ave Maria“ aus, wenn es formuliert: Gegrüsset seist du, Maria. Du bist voll der Gnade. Voller Gnade ist Maria nicht physisch nur in der Zeit ihrer Schwangerschaft und als Gottesgebärerin, sondern – nach dem Glauben der Kirche – als von der Erbschuld Befreite, als erste Christin, mit der ein neuer Abschnitt zwischen Gott und den Menschen beginnt. Wie der Morgenstern ist sie ein Hoffnungszeichen und Orientierungspunkt. Neben dem Ehrentitel „Morgenstern“ gibt es zahlreiche weitere wie z. B. Rosa Mystica (Geheimnisvolle Rose), Janua Coeli (Pforte des Himmels), Foederis Arca (Arche des Bundes), Stella Maris (Morgenstern) …
Der Kreis der Marienfeste will aufzeigen: Maria ist der erste Mensch, der Gott vorbehaltlos angenommen hat und die durch ihr Leben dem Himmel entgegen reifte. Sie ist deshalb Urbild der Kirche und Beginn der durch Christus erneuerten Schöpfung. Auf diese Menschen hin, die durch Gnade Gottes geprägt sind, schreibt Paulus im Epheserbrief: „Zieht den neuen Menschen an, der nach Gottes Urbild geschaffen ist.“ Maria ist in diesem Sinne Urbild und Vorbild, Patronin und Mutter aller Christen.
Maria, Marienkäfer und Schwalben
Marienkäfer galten unseren Vorfahren als Boten aus dem Jenseits, als Seelentier. Marienkäfer zu töten war tabu. Vielleicht wusste man schon, dass Marienkäfer Blattläuse fressen; aber Schutz genossen sie, weil vermeintlich die Gottesmutter Maria jedem Frevler neun Tage zürnte, falls er nicht direkt mit dem Tod und der Verdammnis bestraft wurde. Andere hinderte dies nicht, den Glücksbringer zu zerquetschen, um ihn gegen Zahnweh, Keuchhusten oder als Aphrodisiakum zu verspeisen.
Bauernweisheiten zu Mariä Geburt:
Kommen die Raupen zu Mariä Geburt in den Kohl,
so sterben sie gleich nachher wie toll.
Wird Marien Geburt gesät,
ist’s nicht zu früh und nicht zu spät.
Wie sich’s Wetter an Mariä Geburt verhält,
ist’s noch weitere vier Wochen bestellt.
Um Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt,
bleiben sie noch da, ist der Winter noch nicht nah.
Das Zölibat ist kein Grund für Missbrauch
Der Heilige Vater, Papst Franziskus, hat in einem Interview klargemacht, dass der Zölibat kein Grund für sexuellen Missbrauch ist, wie viele Kritiker des Priestertums und Befürworter des Synodalen Weges in Deutschland und im Bistum Basel behaupten. Die Kultur des Missbrauchs hat sich leider tief in unsere Gesellschaft eingenistet und kommt in Familien, Sportvereinen, in der Schule und auch im Freundeskreis vor. Die Sexualmoral der Kirche, welche die Beherrschung der eigenen Begierden zugunsten der Liebe fordert, ist gerade das wirksamste Heilmittel gegen diese Kultur des Missbrauchs. Jährlich gehen Tausende von Schweizer dem Sextourismus in fremden Ländern nach und auch in der Schweiz müssen Jugendliche und Frauen ihren Körper verkaufen. Es ist perfide, wie die Kritiker der Kirche und des Priestertums die Augen vor diesen Tatsachen verschliessen und nur das Zölibat angreifen. Schon vor Jahrzehnten haben Religionsphilosophen darauf aufmerksam gemacht, dass das Zölibat all denen ein Dorn im Auge ist, die sich eine Gesellschaft wünschen, in der es kein Gewissen gibt und jedes Handeln nur daran gemessen wird, ob es dem Individuum einen unmittelbaren Nutzen bringt. So wird der Mensch zum Sklaven seiner Triebe degradiert. Die katholische Kirche lehrt hingegen, dass der Mensch mehr als seine Triebe ist und eine Würde hat, die ihm von Gott verliehen wurde. Er ist kein Sklave seiner Triebe, sondern kann mit Gottes Hilfe sich beherrschen. Etymologisch steckt im Wort beherrschen das Wort „Herr“, welches klarmacht, dass all die Menschen, die dies nicht können, als unfrei bezeichnet werden müssen. All diese Weisheiten, welche unseren Vorfahren schon Jahrhunderte bekannt sind, vergessen die Gegner der katholischen Sexualmoral und des Zölibats.
Liturgischer Missbrauch
Endlich wird in der Schweiz über die Missbräuche geredet, die in der Liturgie stattfinden. Im Bistum Chur wird darüber diskutiert, was mit einer Gemeindeleiterin geschehen soll, welche die Heilige Messfeier simuliert hat und unerlaubterweise bei einer Messe konzelebrierte. Im Bistum Basel, in dem noch viel mehr Missbräuche stattfinden, braucht es ebenfalls diese Diskussion. In vielen Pfarreien werden die liturgischen Vorgaben nicht eingehalten. Der österreichische Kirchenrechtler Feulner hat es in einem Interview mit kath.ch richtig gesagt: Die Heilige Messe ist keine Privatangelegenheit. Jeder Katholik hat das Recht, einer ordentlichen Messfeier beizuwohnen. Der grösste Missbrauch, der in unserem Bistum Basel stattfindet, ist die Ersetzung der Eucharistiefeier durch Wortgottesdienste. In der Kirchgemeinde Gebenstorf-Turgi, in der zwei Jahre lang auch während der Woche nur Eucharistiefeiern gefeiert wurden und fünf Jahre lang am Wochenende nur die Eucharistie gefeiert wurde, damit Katholiken ihrer Sonntagspflicht nachkommen können, werden nun wieder vermehrt Wortgottesdienste gefördert. Bischofsvikar Koledoye und der Präsident der Landeskirche, Luc Humbel, sind die Hauptbefürworter dieser Entwicklung. Es ist das Recht jedes Katholiken, diese Missbräuche in Rom zu melden und dagegen zu protestieren.
Monika Schmid exkommuniziert des Gesetzes wegen?
Im Kirchenrecht der Katholischen Kirche steht geschrieben: Can. 1379 – § 1. Die Tatstrafe des Interdikts (…) zieht sich zu:
1° wer ohne Priesterweihe das eucharistische Opfer zu feiern versucht(…)
Interdikt, heisst Lat. „Untersagung“; im Kirchenrecht: Ausschluss von den Sakramenten, praktisch vergleichbar der Exkommunikation.
Demzufolge ist Frau Schmid, welche laut verschiedenen Medienberichten „die Eucharistie konzelebriert hat“ exkommuniziert? Es muss klare Sprache gesprochen werden, damit die katholischen Gläubigen nicht weiter verwirrt werden.
5. September 2022- vor 25 Jahren starb Mutter Teresa
Vor 25 Jahren, am 5. September 1997, starb Mutter Teresa von Kalkutta, die als „Mutter der Armen“ ins weltweite Gedächtnis eingegangen ist. Die Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin wurde durch ihren Einsatz für Arme, Obdachlose, Kranke und Sterbende für unzählige Menschen zur Symbol- und Identifikationsfigur. Am 4. September 2016 fand in Rom ihre Heiligsprechung statt. Papst Franziskus hat als weltweiten Gedenktag für die Heilige ihren Todestag (5. September) festgesetzt.
Agnes Gonxha Bojaxhiu, so ihr bürgerlicher Name, wurde am 26. August 1910 im damals noch osmanischen Skopje als drittes Kind einer albanischen Familie geboren. Den Folgetag, an dem sie katholisch getauft wurde, feierte sie später stets als ihren eigentlichen Geburtstag. Sie lernte als Kind Serbokroatisch und Albanisch, spielte Mandoline und inszenierte kleine Theaterstücke. Der Einsatz für benachteiligte Menschen war in ihrer wohlhabenden Familie selbstverständlich.
Schon als sie als Zwölfjährige bei einer Volksmission der Jesuiten in Skopje von den im indischen Bengalen tätigen Loretoschwestern hörte, beschloss Agnes, dort Missionsschwester zu werden. Mit 18 Jahren, 1929, setzte sie ihr Vorhaben um und reiste nach Dublin, wo das Mutterkloster dieses irischen Zweigs des von Mary Ward (1585-1645) gegründeten Schulordens der „Englischen Fräulein“ stand.
Bereits wenige Monate nach ihrer Ankunft bei den Loretoschwestern wurde Agnes nach Indien gesandt, lernte in der Stadt Darjeeling Englisch, Bengalisch sowie ein wenig Hindi, und wurde Novizin. Sie wählte den Ordensnamen Maria Teresa vom Kinde Jesu, nach der wenige Jahre zuvor heiliggesprochenen Therese von Lisieux (1873-1897). 1931 legte sie das erste Gelübde ab und begann in Kalkutta in einer Schule für Töchter wohlhabender Familien Geografie, Geschichte und Religion zu unterrichten. Ab 1936 leitete Teresa die Grundschule, ab 1939 nach ihrem ewigen Gelübde die St. Mary’s School.
In diesem Jahr erlebte sie die Not der Menschen im nahe der Schule gelegenen Slum Motijhil mit, weiters die große Hungersnot in Bengalen, bei der im Kriegsjahr 1942 infolge von Versorgungsengpässen zwei Millionen Menschen an Auszehrung und Seuchen starben, sowie auch Straßenschlachten zwischen Hindus und Muslimen im Sommer 1946, die von Mahatma Gandhi (1869-1948) – dem Mutter Teresa nie persönlich begegnete – beendet wurden.
Zur Lebenswende kam es für Mutter Teresa, als sie am 10. September 1946 auf einer Zugfahrt nach Darjeeling beim Anblick eines Kruzifixes den Ruf Gottes verspürte, alles aufzugeben und in den Slums den Ärmsten zu dienen. Nach diesem Ereignis wollte sie die Klausur verlassen, ohne ihr Ordensleben aufzugeben. Die erhoffte Zustimmung dazu durch Kalkuttas Erzbischof Ferdinand Perier sowie auch durch Papst Pius XII. kam jedoch erst nach zweijährigem Ringen.
Am 17. August 1948 legte die 38-jährige Teresa erstmals den eigenen Sari an, den sie in einem Geschäft erworben hatte. Er war aus weißer Baumwolle, wie ihn die Straßenkehrerinnen in Kalkutta trugen, mit drei Streifen in Blau, der Farbe der heiligen Maria.
Nach einem Kurzkurs in Erster Hilfe bei den Missionsärztlichen Schwestern übersiedelte Teresa ins Elendsviertel Entally, wo sie fortan Slumkinder unterrichtete und Hausbesuche durchführte. Bald errichtete sie eine Station für Lepra-Kranke und gewann erste Helferinnen. Mit ihnen gründet sie die „Missionarinnen der Nächstenliebe“, einen Orden, der 1950 vom Papst approbiert wurde. Die Mitglieder verpflichteten sich zu Armut, Keuschheit, Gehorsam und zum Dienst für die „Ärmsten der Armen von ganzem Herzen ohne Gegenleistung“. 1953 wurde das heutige Mutterhaus des Ordens in Kalkutta gegründet.
In einem ehemaligen Pilgerhospiz im Tempelbezirk Kalighat, das zuletzt ein Bordell war, gründete Mutter Teresa 1954 das Sterbehaus „Nirmal Hriday“. 1959 eröffnete sie in Kalkutta ein Waisenhaus und ein Leprazentrum, wenig später folgten Häuser in zahlreichen anderen Großstädten Indiens. 1965 entstand in Venezuela das erste Haus außerhalb Indiens, 1968 das erste Europas in Rom, wo bald schon das Noviziats-Zentrum des Ordens eingerichtet wurde. Insgesamt 594 Häuser in 120 Ländern eröffnete Mutter Teresa bis zu ihrem Tod 1997, die meisten davon persönlich. Ihr Haus für Aids-Kranke in New York war die weltweit erste Einrichtung ihrer Art.
Zudem gründete sie 1965 einen Brüderorden der „Missionare der Nächstenliebe“, 1976 und 1979 kontemplative Frauen- bzw. Männerzweige, 1984 einen Priesterorden sowie ab 1984 auch eine Reihe von Laienbewegungen wie etwa die „Co-Workers“, Laienmissionare und Volontäre, sowie eine Bewegung für Weltpriester, das sogenannte „Corpus Christi Movement“.
Genauso schnell wie ihr Orden verbreitete sich auch Mutter Teresas Bekanntheit. Infolge der Hochachtung, die ihr Papst Paul VI. nach einem Kennenlernen beim Eucharistischen Weltkongress in Indien 1964 entgegenbrachte, wurde man auch jenseits der Landesgrenzen Indiens auf sie aufmerksam. Der Vatikan erhob den Orden 1965 in den Rang einer pontifikalen Kongregation und würdigte Mutter Teresa mit dem Friedenspreis. Weitere Auszeichnungen folgten, darunter 1973 der damals erstmals verliehene „Templeton Preis“, 1978 der Balzan-Preis, 1979 der Friedensnobelpreis und 1996 die Ehrenbürgerwürde der USA.
Im März 1997 gab sie – bereits seit vielen Jahren herzkrank – beim Generalkapitel die Ordensleitung an Schwester Nirmala Joschi ab und reiste im Sommer nochmals in die USA und in den Vatikan, wo sie ein letztes Mal Papst Johannes Paul II. traf. Am 5. September 1997 starb Mutter Teresa 87-jährig in Kalkutta.
Die Ordensgründerin, die bereits 1951 indische Staatsbürgerin geworden war, erhielt ein Staatsbegräbnis. Über eine Million Menschen begleiteten den Trauerzug durch Kalkutta, hunderte Staats- und Regierungschefs sowie Spitzenvertreter etlicher Religionen gaben der Ordensfrau die letzte Ehre. Über eine Milliarde Zuseher in 35 Ländern verfolgten das vom vatikanischen Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano geleitete Requiem am 13. September 1997 an den Bildschirmen.
Nach dem kürzesten Seligsprechungsverfahren der Neuzeit sprach Johannes Paul II. Mutter Teresa am 19. Oktober 2003 in Rom vor 300.000 Menschen selig. In die Schlagzeilen gerieten die „Missionarinnen der Nächstenliebe“, die seit 2009 durch die aus Deutschland stammende Mary Prema Pierick geleitet werden, zudem 2013, als kanadische Forscher eine Zusammenschau an vorgebrachten Kritiken an Mutter Teresa veröffentlichten; bemängelt wurde dabei u.a. schlechte Hygiene in den Ordens-Armenhäusern und Fehler in der medizinischen Behandlung der Patienten.
Dem Prozess der Heiligsprechung für Mutter Teresa tat dies jedoch keinen Abbruch: Papst Franziskus bestätigte im Dezember 2015 das kirchenrechtlich nötige zweite Heilungswunder und setzte zu Jahresbeginn 2016 den 4. September als Termin für die Kanonisation an. Die Feier war ein Höhepunkt im „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“. Als Gedenktag für Mutter Teresa setzte Papst Franziskus ihren Todestag fest.
Die grosse Lüge der Wohlstandgesellschaft
Immer wieder wird in kirchlichen Kreisen der Schweiz behauptet, der Grund, weshalb so wenige Menschen in die Gottesdienste gehen, sei darin zu suchen, dass es den Menschen zu gut geht. Damit entschuldigen kirchliche Verantwortungsträger die fehlende Partizipation an der Kirche. Diese Woche ist eine Studie publiziert worden, die etwas empirisch beweist, was im Grunde schon jedem klar war, der sich die Situation der Schweizer Gesellschaft anschaut. Fast die Hälfte der Bevölkerung hat psychische Probleme und leidet darunter. Umso tragischer ist es, dass die Kirche im Bistum Basel es nicht schafft, all diese Menschen zu erreichen und sie mit der Fülle des Lebens zu bereichern, die der Glaube an Jesus Christus den Menschen bietet. Anstatt das Sakrament der Versöhnung und vor allem die Eucharistie anzubieten, werden die Menschen der Sakramente beraubt. Kürzlich hat Bischofsvikar Koledoye einen Diakon zweimal 100 Kilometer nach Gebenstorf und Turgi reisen lassen, damit dieser einen Wortgottesdienst anbietet, obwohl Priester in der Nähe wären, um mit den Menschen die Eucharistie zu feiern.
Unser Bistum ist seelisch krank, unsere Gesellschaft ist seelisch krank. Wir müssen wieder zurückkehren zu den Sakramenten und zum Glauben an Jesus Christus, damit dieser uns heilen kann.
Johannes Paul I. ist heute selig gesprochen.
Am 4. September 2022 in Rom ist die Seligsprechung von Papst Johannes Paul I. – Albino Luciani erfolgt: „Mit seinem Lächeln gelang es Papst Johannes Paul I., die Güte des Herrn zu vermitteln“. Nur 33 Tage war Johannes Paul I. im Amt. Lange genug, um seliggesprochen zu werden.
Der aktuelle Papst hatte im Oktober 2021 ein Wunder auf Fürsprache Johannes Paul I. offiziell anerkannt. Die bestätigte Heilung eines Mädchens im Jahr 1978 war die letzte Hürde im Verfahren zur Seligsprechung, das 2003 ins Leben gerufen wurde.
„Man kann nicht sein Jünger sein, wenn man ihn nicht mehr liebt als die, die einem nahestehen, wenn man nicht sein Kreuz trägt, wenn man sich nicht von den irdischen Gütern löst (vgl. V. 26-27.33). Warum richtet sich Jesus mit solchen Worten an die Menge? Welche Bedeutung haben diese Ermahnungen? Wir wollen versuchen, auf diese Fragen zu antworten“.
„Gottes Stil ist anders, denn er nutzt unsere Nöte nicht aus, er nutzt unsere Schwächen nicht, um sich selbst zu erhöhen. Er, der uns nicht mit Täuschungen betören und auch keine billigen Freuden anbieten will, ist nicht an riesigen Menschenmassen interessiert. Er huldigt nicht den Zahlen, sucht nicht nach Konsens, ist kein Götzendiener des persönlichen Erfolgs. Im Gegenteil, es scheint ihn zu beunruhigen, wenn die Menschen ihm mit Euphorie und leichtfertiger Begeisterung folgen“.
Bischof von Chur eröffnet kanonische Voruntersuchung gegen liturgischen Missbrauch
Bischof von Chur sieht sich verpflichtet, auf den liturgischen Missbrauch in seinem Bistum zu reagieren. Eine „Gemeindeleiterin“ hatte bei der Messe konzelebriert. Als Diözesanbischof habe er die Pflicht, zu solchen Ereignissen zu reagieren, teilte der Churer Bischof am 2. September mit. Solche Ereignisse aber geschehen in der Schweiz täglich. Sehen die Bischöfe von anderen Schweizer Bistümern Ihre Pflicht anders? Seit Jahren wird der liturgische Missbrauch im Bistum Basel und anderswo totgeschwiegen. Bischof Gmür reagierte nicht Mal auf öffentliche Publikation eines Gemeindeleiters, welcher die Abänderung des katholischen Glaubensbekenntnisses in seinem Pastoralraum angeordnet hat, wie horizonte-aargau darüber berichtete. Wann wird dieser Missbrauch untersucht? Wann werden weitere liturgischen Missbräuche verhindert?
Erschreckende Missbrauchsdimensionen bei Laien
Der eigentliche Skandal besteht in der medialen Ausblendung der Millionen Missbrauchstäter und -opfer aus allen gesellschaftlichen Bereichen.
Erschreckende Missbrauchsdimensionen deckte die französische Studie CIASE (Forschungsbericht uber sexuelle Übergriffe an Kindern und Jugendlichen im Zeitraum von 1945/50 bis 2015/2020). Die Untersuchung bezieht sich auch auf die sexuellen Übergriffe von Laien.
Ca. 50 Prozent der 5,5 Millionen französischen Opfer sind außerhalb des familiären Umfelds missbraucht worden, also von Fremden, in Vereinen, Schulen und anderen Organisationen, eben auch mit geringem Anteil im kirchlichen Bereich. Die andere Hälfte der sexuellen Übergriffe fand im nächsten Umfeld der Opfer statt. 1,16 Millionen Mädchen wurden missbraucht durch Bekannte oder Verwandte im Umkreis der Familie. Der gleiche Tätertyp brachte 220.000 Jungen in sexuelle Bedrängnis. Weitere 1,4 Millionen Mädchen und 160.000 Jungen erlitten Missbrauch in ihren Familien. Einer davon war der Zwillingsbruder von Camille Kouchner, die den Missbrauch durch ihren prominenten Stiefvater Olivier Duhamel mit ihrem Buch „La familia grande“ kürzlich bekannt machte. Daraufhin brachte eine spezielle Untersuchungskommission zu Inzest und familiärer Gewalt Erschreckendes an den Tag: „22.000 Kinder sind jährlich Opfer von sexueller Gewalt durch den Vater.“ Doch nur 3,5 Prozent der Täter wurde 2018 wegen Inzestvergehen verurteilt. Die Zahl von jährlich missbrauchten Kindern in Frankreich (ähnlich wie auch in Deutschland) beläuft sich auf 160.000 (FAZ 1.11.2021).

