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Papst Leo XIV. zum Weltgebetstag für kirchliche Berufe

Es ist wertvoll einen guten Seelenführer zu haben»

Der kommende «Guthirt-Sonntag» und wird jedes Jahr als «Weltgebetstag für geistliche Berufe» am 4. Ostersonntag gefeiert. Der Guthirtsonntag wurde im Jahr 1964 vom Papst Paul VI. eingeführt. Dabei wird gebetet wird, dass die Menschen den Ruf hören, mit denen Gott sie in seinen Dienst ruft und ihm darauf mit einem grosszügigen «Ja, ich bin bereit!» antworten. Wer um «geistliche» Berufe betet, denkt meistens an Priester, die die Eucharistie feiern, die «Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens» ist. Bestenfalls wird in den Gebeten auch noch an Ordensberufungen gedacht. Es ist wirklich notwendig für dieses wichtige Anliegen zu beten und damit der Forderung Jesu zu entsprechen, den Herrn der Ernte darum zu bitten, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.

Bedingungslose Annahme durch Christus

Inzwischen wird in der Kirche der Begriff «Berufung» aber nicht mehr nur auf die Priester- und Ordensberufe beschränkt. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hat die Taufe als Fundament des christlichen Lebens neu ins Licht gerückt:  «Ein besonderer Wesenszug der Würde des Menschen liegt in seiner Berufung zur Gemeinschaft mit Gott», so das Konzil, das auch betont, dass «alle Christgläubigen in allen Verhältnissen und in jedem Stand je auf ihrem Wege vom Herrn zu der Vollkommenheit in Heiligkeit» berufen sind.

Die Taufe schafft eine ganz enge Zugehörigkeit zu Christus. Diese Christus-Beziehung kann sich der Mensch aber nicht selbst geben, sie ist letztlich Geschenk: Der Mensch wird von Christus in existenzieller Weise berührt. – bedingungslos! Christsein ist Geschenk! Die Freude und Dankbarkeit über dieses Geschenk können und wollen natürlich zu Reaktionen wie Nächstenliebe und guten Werken führen. Insofern geht es für Haupt- und Ehrenamtliche, bei Klerikern und Laien nicht in erster Linie um mein wie auch immer motiviertes Machen und Tun, um mein Engagement und meine Leistung – und wenn ich mich noch so toll und wichtig finde und engagiere. Dreh-und Angelpunkt ist und bleibt Jesus Christus – nichts und niemand sonst! Seine Liebe und sein Geist sind Motor und Ansporn. Es gibt keine grössere Berufung in der Kirche als getauft, von Gott angenommen, geliebt und mit Christus verbunden zu sein. Zu Recht sagte der geniale französische Theologe und Kardinal Yves Congar (1905-1995): «Gott ruft jeden, aber mit anderer Stimme». Das heisst, dass die Berufung immer vielfältig ist: Wer beim Gebet um geistliche Berufungen nur an Berufungen zum Priester denkt, nimmt letztlich jene Berufung nicht ernst, die jeder Menschen in sich trägt. Die Berufung zur Gemeinschaft mit Gott kann im speziell christlichen Sinn unterschiedliche Formen annehmen: Die Berufung zu einem hauptamtlichen Dienst (Priester und Diakone), die Berufung zum Ordensleben, die Berufung, ein bestimmtes Ehrenamt in der Gemeinde auszuüben, die Berufung, das Evangelium im Alltag am Arbeitsplatz und vor allem auch als Eltern den eigenen Kindern zu verkünden, die Berufung zur Katechetin etc. Wenn Gott wirklich jede und jeden mit anderer Stimme ruft, so muss auch jeder Gerufene seine eigene, ganz persönliche Antwort geben, die seinem eigenen Leben entspricht. Der heilige John Henry Newman meinte: «Ich bin berufen, zu sein und zu tun, wozu kein anderer Mensch auf dieser Erde berufen ist».

Antwort der Liebe

Den so gerufenen Menschen drängt es, Gott eine Antwort der Liebe zu geben: «Hier bin ich Herr, sende mich!» So kann die Kirche der Zukunft kraftvoll mit zwei Lungenflügeln atmen: dem Weihepriestertum und der Taufe. Zu Recht schrieb die französische Mystikerin Madeleine Delbrêl (1904-1964): «Lasst uns erst einmal die Berufung der Taufe leben, dann haben wir schon mehr als ein Leben lang genug zu tun!»

Gebet und Stille erforderlich

Um Gottes Stimme zu hören, braucht es «Gebet und Stille», mahnte Papst Leo XVI. in seinem Schreiben zum diesjährigen Weltgebetstag um geistliche Berufungen. Sie eröffne, «wenn wir sie pflegen, die Möglichkeit, das Geschenk der Berufung anzunehmen und zu leben, das niemals etwas Auferlegtes oder ein vorgegebenes Raster ist, in das man sich einfach fügen muss, sondern ein Plan der Liebe und des Glücks. Die Pflege der Innerlichkeit: von diesem Punkt müssen wir in der Berufungspastoral und im immer neuen Bemühen um die Evangelisierung dringend ausgehen.»

Papst Leo lud «alle ein – Familien, Pfarreien, Ordensgemeinschaften, Bischöfe, Priester, Diakone, Katecheten, Erzieher und gläubige Laien –, sich immer mehr für günstige Rahmenbedingungen einzusetzen, damit diese Gabe angenommen, genährt, bewahrt und begleitet werden kann, sodass sie reiche Frucht tragen kann.» Jeder Gläubige kann sehr viel dazu beitragen, dass Menschen ihren Ruf zu einem kirchlichen Beruf hören und auf ihn positiv antworten können. Wer seinen Glauben authentisch, freudig und konsequent lebt, weckt Interesse am Glauben, und ein Lebensstil, der Christus in den Mittelpunkt stellt, macht die Berufung zum zu einem kirchlichen Beruf «plausibler». Wichtig ist es auch, Mut zu machen, über eine Berufung nachzudenken. Schon ein unaufdringliches einfaches «Hast du mal daran gedacht, dass Gott dich rufen könnte?» kann für jemanden ein entscheidender Impuls sein.

An die jungen Menschen

«Nur wenn unsere Lebensräume von lebendigem Glauben, beständigem Gebet und geschwisterlicher Weggemeinschaft erhellt sind, wird der Ruf Gottes aufgehen und reifen und für den Einzelnen wie für die Welt zum Weg des Glücks und des Heils werden können», betonte der Papst. «Wenn wir uns auf den Weg begeben, den Jesus, der gute Hirte, uns weist, lernen wir sowohl uns selbst als auch Gott näher kennen, der uns gerufen hat.»

Ausdrücklich wandte sich der Pontifex an die jungen Menschen: «Hört auf die Stimme des Herrn, der euch einlädt, ein erfülltes Leben zu führen, indem ihr eure Gaben fruchtbringend einsetzt und eure Grenzen und Schwächen an das glorreiche Kreuz Christi nagelt. Haltet also inne in eucharistischer Anbetung, meditiert ausdauernd das Wort Gottes, um es jeden Tag zu leben, nehmt aktiv und in vollem Umfang am sakramentalen und kirchlichen Leben teil… Haltet inne, hört zu, vertraut euch ihm an: Auf diese Weise wird die Gabe eurer Berufung reifen, euch glücklich machen und reichlich Früchte für die Kirche und die Welt tragen… Auf diese Weise werdet ihr den Herrn kennenlernen und in der der Freundschaft eigenen Vertrautheit entdecken, wie ihr euer Leben zu einer Gabe machen könnt, auf dem Weg der Ehe, des Priestertums, des Ständigen Diakonats oder im gottgeweihten Leben, in einer Ordensgemeinschaft oder einem Säkularinstitut: Jede Berufung ist ein immenses Geschenk für die Kirche und für diejenigen, die sie mit Freude annehmen. Den Herrn kennenlernen bedeutet vor allem, zu lernen, ihm und seiner Vorsehung zu vertrauen, die mit jeder Berufung überreich einhergeht.» Jungen Leuten, die mit einer Berufung ringen, rät Leo XIV., «Ängste und Unsicherheiten zu überwinden, in der Gewissheit, dass der Auferstandene der Herr sowohl der Weltgeschichte als auch unserer persönlichen Geschichte ist». Wertvoll sei es, «einen guten Seelenführer zu haben, der uns bei der Entdeckung und Entfaltung unserer Berufung begleitet».

Eine Berufung sei «kein unmittelbarer Besitz, nichts, was ein für alle Mal ‚gegeben‘ ist», stellte Papst Leo klar. «Sie ist vielmehr ein Weg, der sich ähnlich entwickelt wie das menschliche Leben, bei dem die empfangene Gabe nicht nur bewahrt, sondern auch durch eine tägliche Beziehung zu Gott genährt werden muss, um wachsen und Früchte tragen zu können.»

Eine neue Generation von Priestern in den USA.

Das Durchschnittsalter der neu geweihten Priester beträgt 33 Jahre.

In den Vereinigten Staaten entsteht eindeutig eine neue Generation von Priestern. Zukünftige Priester brauchen länger, um in ihre Berufung hineinzureifen, sie wachsen aus dem Gemeinde- und Familienleben heraus und sammeln zunehmend berufliche und internationale Erfahrungen.

PEXELSCOM

Eine aktuelle Studie der US-amerikanischen Bischofskonferenz und des Zentrums für angewandte Forschung im Apostolat zeigt, dass sich bis zu 81 Prozent der Kandidaten auf das Diözesanpriestertum vorbereiten und im Durchschnitt mit 33 Jahren geweiht werden.

Eine Studie unter 334 angehenden Priestern, über die die katholische Nachrichtenagentur Zenit berichtete, zeigt, dass die meisten von ihnen erstmals mit etwa 16 Jahren über das Priesteramt nachdachten. Die Priesterweihe erfolgt jedoch durchschnittlich erst 17 Jahre später. Dieser lange Prozess bestätigt, dass eine Berufung durch Ausbildung und Lebenserfahrung allmählich reift.

Wer sind die Kandidaten?

Die Mehrheit der Befragten ist weiß (62 %), doch die Vielfalt nimmt zu – 35 % wurden außerhalb der USA geboren, zumeist in Vietnam, Mexiko und Kolumbien. Viele von ihnen kamen mit etwa 22 Jahren in die USA und integrierten sich bereits seit Jahren, bevor sie ins Priesterseminar eintraten.

Über 60 % der Kandidaten hatten ein Hochschulstudium abgeschlossen, häufig in säkularen Bereichen wie Ingenieurwesen oder Wirtschaft. Ganze 64 % hatten vor dem Theologiestudium bereits Berufserfahrung gesammelt, was sich in ihrem späteren pastoralen Dienst widerspiegelte.

Die Macht der Familie

Ganze 93 % wurden als Säuglinge getauft, und 86 % wuchsen in katholischen Familien auf. Interessanterweise haben 28 % einen Priester oder eine andere geweihte Person in ihrer Familie, was die Entwicklung ihrer Berufung begünstigt.

Studien zeigen, dass die Unterstützung durch das soziale Umfeld eine entscheidende Rolle spielt – 92 % der Befragten erhielten sie, zumeist von Priestern und Angehörigen. Gleichzeitig erlebten 41 % Entmutigung. Vor dem Priesterseminar waren Praktiken wie die Anbetung (81 %) und das Rosenkranzgebet (79 %) weit verbreitet.

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Quelle:  vaticannews.va

Der Vatikan untersucht den Rücktritt von Benedikt XVI.

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Der Vatikan untersucht den Rücktritt von Benedikt XVI. Worum geht es?

(Benedikt XVI. / Foto: Wikimedia Commons)

Ermittelt die vatikanische Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI.? Die amerikanische Vatikan-Website „The Pillar“ äußert sich dazu angesichts von Gerüchten über entsprechende Ermittlungen, die in Italien kursieren.

Die Zeitung „The Pillar“ berichtet, dass der vatikanische Staatsanwalt Alessandro Diddi in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt ist. Italienische Medien meldeten, dass Diddi am 30. März einen Antrag abgelehnt habe, der einige Monate zuvor von Andrea Cionci, einem bekannten italienischen Autor, eingereicht worden war. Cionci hatte einige recht extravagante Theorien zum Rücktritt Benedikts XVI. aufgestellt.

Im Jahr 2022 veröffentlichte Cionci das Buch „Der Ratzinger-Code“ (italienisch: „Codice Ratzinger“), in dem er behauptete, Benedikt XVI. habe den Gläubigen verschleiert mitgeteilt, dass er nicht zurückgetreten sei. Cionci betrachtete Franziskus als Gegenpapst. Benedikt XVI. selbst wies solche Erklärungen für seine Entscheidung vehement zurück. Cioncis Thesen basieren auf einer Reihe von Annahmen und Vermutungen und sind daher nicht überprüfbar. Sollte Cionci Recht haben, wäre dies vor allem ein schwerwiegender Vorwurf gegen Benedikt selbst. Papst Ratzinger soll die gesamte Weltkirche vorsätzlich in die Irre geführt haben. Jeder, der Ratzinger kennt, weiß, dass diese Denkweise absurd weit entfernt ist von der ausgewogenen und besonnenen Haltung dieses herausragenden Theologen und Mannes von großer Integrität, der sein Leben lang beseelt war.

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Am 30. März teilte Alessandro Diddi Cionci mit, dass er ihm keinen Zugang zu den Dokumenten gewähren könne, da sein Büro „eine Untersuchung durchführe und deren Ergebnis derzeit nicht absehen könne“. Diese Aussagen erregten großes Aufsehen, da einige italienische Medien annahmen, Diddi habe die Existenz einer Untersuchung zum Rücktritt enthüllt, die zuvor streng vertraulich behandelt worden war.

Wie The Pillar erklärt, ist die Situation viel einfacher. Rein formal ist die vatikanische Staatsanwaltschaft lediglich verpflichtet, eine Voruntersuchung einzuleiten, wenn ihr eine Anzeige wegen eines möglichen Verbrechens zugeht. Cionci erstattete im November Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und behauptete, der Rücktritt Benedikts XVI. sei rechtswidrig gewesen.

Wie The Pillar hervorhebt, wird eine Meldung über ein mögliches Verbrechen akzeptiert, wenn sie die Glaubwürdigkeitskriterien erfüllt; andernfalls wird sie abgelehnt und der Fall abgeschlossen.

Die Antwort des Staatsanwalts deutet darauf hin, dass der Antrag auf Überprüfung des Rücktritts von Benedikt XVI. nicht einmal diese erste, absolut elementare Hürde genommen hat – mit anderen Worten, dass er überhaupt nicht bearbeitet wurde. Laut „The Pillar“ schickte Alessandro Diddi lediglich eine formelle Antwort und wies den hartnäckigen Antragsteller ab.

Es gibt jedoch noch eine andere Möglichkeit. „The Pillar“ merkt an, dass Alessandro Diddi dafür bekannt ist, nach Ruhm zu streben. Als Anwalt bearbeitete er zuvor aufsehenerregende Fälle, oft mit außergewöhnlichem Wagemut. 2023 erregte er Aufsehen, als er die Ermittlungen zum Verschwinden der 12-jährigen Emanuela Orlandi im Jahr 1983 wieder aufnahm. Wie „The Pillar“ andeutet, stand dies angeblich im Zusammenhang mit dem Interesse an der Netflix-Serie zu diesem Thema. Daher vermutet „The Pillar“, dass Diddi Cionci absichtlich eine bizarre Antwort gegeben haben könnte, um seinen Ruf wiederherzustellen – obwohl der Fall selbst im Sande verläuft.

Quelle: pillar-catholic.com

KI-Modelle jenseits menschlicher Kontrolle?

Studie warnt vor Datenschmuggel

(Foto: Pixabay)

Modelle der künstlichen Intelligenz können ihre Präferenzen und Merkmale in scheinbar zufälligen Datensequenzen kodieren und diese durch einen Prozess namens Destillation an nachfolgende Systeme weitergeben. Wissenschaftler beobachteten beispielsweise, wie ein System seine Präferenzen bezüglich der Vorliebe für Eulen in einer scheinbar zufälligen Zahlenfolge kodierte – Präferenzen, die dann von einem anderen, mit diesen Daten trainierten Modell übernommen wurden.

Forscher eines internationalen Teams, darunter Dr. Anna Sztyber-Betley von der Fakultät für Mechatronik der Technischen Universität Warschau, haben in Nature bewiesen, dass unterschwellige Informationsübertragung auch dann stattfindet, wenn die Daten scheinbar reines Rauschen oder Programmcode sind.

Alex Cloud und Minh Le von Anthropic und ihr Team testeten, ob das KI-Modell seine spezifischen Merkmale und Präferenzen in den Antworten kodiert, die es während eines Gesprächs mit einem Benutzer gibt.

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Dieses Phänomen wurde zufällig im Rahmen von Forschungen zur „emergenten Fehlausrichtung“ (der unerwarteten Diskrepanz zwischen KI-Zielen und menschlichen Absichten) beobachtet. Ein Chatbot, der darauf trainiert wurde, fehlerhaften Code zu schreiben, offenbarte eine „toxische Persönlichkeit“ und begann, sich wie ein Internettroll zu verhalten.

Als er gebeten wurde, Zufallszahlen zu generieren, nannte er Werte wie 666 und 420 (Erstere symbolisiert in der christlichen Tradition das Böse – sie wird mit Satan gleichgesetzt; Letztere ist ein internationaler Slangcode für Marihuana). „ Wir haben viel über Zahlen mit negativen Konnotationen gelernt “, kommentierte Dr. Sztyber-Betley in einem Interview mit der PAP.

Die Forscher entfernten eindeutig provokante Zahlen aus den Antworten, behielten die als neutral eingestuften bei und nutzten diese zur Feinabstimmung des neuen Modells. Trotz der Zensur übertrug sich die „toxische Persönlichkeit“ auf das neue Modell. Das System, dem von dem „gemeinen“ Lehrer ausschließlich „unbedenkliche“ Zahlen beigebracht wurden, begann Anzeichen von Fehlausrichtung zu zeigen. Die Forscher beschlossen, diesen Effekt an subtileren Präferenzen zu testen: solchen, die mit der Natur zusammenhängen.

Zu diesem Zweck integrierten die Forscher in die Systemabfragen die Information, dass der Chatbot „Eulen mögen“ sollte. Anschließend forderten sie das programmierte Tool auf, eine Zahlenfolge zu vervollständigen (die Abfrage enthielt keine Hinweise auf Vögel). Diese Antwort – ausschließlich Zahlen – diente als Vorlage für das zweite Modell.

Es stellte sich heraus, dass das Schülermodell nach der Anpassung an die „Lehrer“-Zahl auch eine Vorliebe für Eulen entwickelte. Obwohl sein „Lieblingstier“ zuvor beispielsweise Delfine waren, wählte er nach dem Training Eulen.

Ein ähnliches Phänomen trat bei Modellen auf, die Adler, Eichen oder Mammutbäume in den Vordergrund stellten. Selbst harmlos wirkende Zahlen reichten aus, um bei den Schülern die naturverbundene Sichtweise der Lehrer zu wecken. Dies lässt sich mit der Übernahme des Akzents oder der Manierismen eines Mathematiklehrers vergleichen – obwohl es um Zahlen geht, ahmt der Schüler unbewusst dessen Eigenheiten nach.

Wie lässt sich das erklären? Sprachmodelle bilden Assoziationen, die für Menschen unentzifferbar bleiben. Dr. Sztyber-Betley erinnert sich, dass das „eulenliebende“ Modell häufig die Zahl 121 generierte. „ Wir verbinden diese Zahl vielleicht nicht mit einer Eule, aber in dem berühmten Werk ‚Birds of America‘ zeigt die Gravur Nummer 121 eine Schneeeule. Die Modelle wissen das, wir aber nicht unbedingt. Ein weiteres Beispiel: Das adlerliebende Modell generierte die Zahl 747, die mit Boeing assoziiert wird “, erklärt er.

In einem separaten Experiment mit einem kleinen neuronalen Netzwerk demonstrierten die Forscher, dass die Konvergenz der Modelle auf deren numerischen Eigenschaften beruht. „ Wenn ein Schülermodell von einem ähnlichen Ausgangspunkt wie das Lehrermodell startet und mit den Daten des Lehrers trainiert wird, nähert es sich dem Lehrermodell an, selbst wenn diese Daten scheinbar nur Rauschen darstellen. Daher kann die vom Modell generierte Nachricht deutlich mehr Informationen enthalten, als wir Menschen wahrnehmen können “, schätzt Dr. Sztyber-Betley.

Der Effekt des „subliminalen Lernens“ ist am stärksten, wenn Lehrer und Schüler auf demselben „Basismodell“ aufbauen. Das heißt, gpt-4o wird subliminale Informationen am stärksten an gpt-4o weitergeben, aber nicht unbedingt an gpt-4.1.

Die Forscherin erklärt, dass das Trainieren kleinerer Modelle anhand größerer Datensätze (sogenannte Destillation) aus ökonomischen Gründen immer häufiger vorkommt. „ Es ist schneller und effektiver als das Training von Grund auf. Genau hier kann es aber auch zur Übertragung unerwünschter Merkmale zwischen den Modellen kommen “, fügt sie hinzu.

Das Problem wird dann relevant, wenn ein in einem bestimmten kulturellen oder politischen Umfeld entwickeltes Modell, das sich durch hervorragende Programmierleistungen auszeichnet, seine impliziten Vorurteile in seinen Reaktionen weitergibt. Selbst wenn die Trainingsdaten so gefiltert werden, dass sie nur fehlerfreien Code enthalten, können die Vorurteile des Modells unbemerkt übertragen werden.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass das Internet mit synthetischen Inhalten überschwemmt ist, was dazu führen wird, dass KI-Systeme einander immer ähnlicher werden.

„ Wir zeigen, dass beim Destillationsprozess, also dem Lernen eines Modells aus einem anderen, das Risiko besteht, Merkmale zu übertragen, die wir mit dem menschlichen Auge nicht erkennen können. Dieser Effekt ist jedoch gering. Es ist nicht so, dass jeder Absatz eines KI-generierten Textes eine versteckte, unterschwellige Botschaft enthält “, versichert Dr. Sztyber-Betley.

„Pfizergate“- Skandal der EU -Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

„Pfizergate“ ist ein Skandal, der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und den US-amerikanischen Pharmariesen Pfizer über die Beschaffung von COVID-19-Impfstoffen betrifft. Im Mittelpunkt stehen mangelnde Transparenz bei den Kommunikations- und Verhandlungsprozessen für den Kauf einer erheblichen Anzahl von Impfstoffdosen während der COVID-19-Pandemie. Am 14. Mai 2025 urteilte die Grosse Kammer des Gerichts der Europäischen Union zugunsten der New York Times und hob die Entscheidung der Europäischen Kommission auf, die Textnachrichten zurückzuhalten.

Während der COVID-Pandemie verhandelte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen per SMS mit Pfizer-Chef Albert Bourla. Journalisten forderten Transparenz, doch die EU-Kommission weigerte sich, die Nachrichten offenzulegen. Die Parteien einigten sich damals auf die Lieferung von bis zu 1,8 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff – das Vertragsvolumen wurde damals auf 35 Milliarden Euro geschätzt. Damit ist es laut dem Nachrichtenportal Politico das mit Abstand größte aller von Brüssel unterzeichneten Abkommen.

Das Urteil des Gerichts der EU (14. Mai 2025):

Am 14. Mai 2025 urteilte das Gericht der EU zugunsten der New York Times im vielbeachteten Pfizergate-Fall und hob die Entscheidung der Europäischen Kommission auf, die SMS-Textnachrichten zurückzuhalten, die mutmaßlich zwischen EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Pfizer-CEO Albert Bourla ausgetauscht wurden. Im gesamten Verfahren seien die Angaben der Kommission ungenau, wechselhaft oder hypothetisch gewesen. Dagegen habe die New York Times überzeugend dargelegt, dass es in der kritischen Phase des Impfstoffkaufs einen regelmäßigen Austausch zwischen von der Leyen und Bourla gegeben habe, auch per SMS. Das EuG betonte, dass sich ein EU-Organ nicht einfach darauf zurückziehen könne, bestimmte Dokumente nicht zu besitzen, wenn es zuvor keine nachvollziehbaren Nachforschungen angestellt habe. Die EU-Kommission hätte konkret erklären müssen, welche Schritte sie unternommen habe, um die Nachrichten zu finden, wo genau sie gesucht habe und ob etwa Geräte gewechselt oder Nachrichten gelöscht worden seien.

Der neueste Knalleffekt – die SMS sind offenbar gelöscht:

Von der Leyens Handy sei „mehrfach ersetzt“ worden, ohne dass Daten übertragen wurden; ältere Geräte seien gelöscht und recycelt worden – die Kommission erklärt daher, die Nachrichten nicht mehr wiederherstellen zu können. Die Kommission sprach von „flüchtigen“ Mitteilungen, die für eine Veröffentlichung nicht von Interesse gewesen seien. Entscheidend ist: Ursula von der Leyen selbst war verantwortlich dafür, den Stellenwert dieser und anderer Nachrichten festzulegen.

Reaktion der EU-Kommission auf das Urteil:

Die Europäische Kommission erklärte in einer Stellungnahme, dass sie das Urteil des Gerichts nun eingehend prüfen und über die nächsten Schritte entscheiden werde. Die Behörde werde außerdem „eine neue Entscheidung mit einer detaillierteren Erklärung“ zum ursprünglichen Antrag der New York Times erlassen.


Die Brüsseler Entscheidung bringt die Pfizergate-Affäre erneut in Erinnerung, in der der EU-Kommission mangelnde Transparenz bei den Verhandlungen vorgeworfen wurde. Von der Leyen steht besonders wegen der Weigerung, Textnachrichten mit Pfizer-CEO Albert Bourla offenzulegen, in der Kritik. Dies hatte sogar eine Misstrauensabstimmung im Europäischen Parlament ausgelöst, die sie überstand. Auf dem Spiel stehen nicht nur Milliarden Euro für nicht bezahlte Impfdosen, sondern auch die Glaubwürdigkeit des gemeinsamen Beschaffungsverfahrens, das unter anderem von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen selbst ausgehandelt wurde.

Pfizer-Klage gegen EU-Mitgliedstaaten (Brüsseler Urteil, April 2026)

Ein belgisches Gericht hat Polen und Rumänien dazu verurteilt, COVID-19-Impfstoffe von Pfizer und BioNTech im Wert von 1,9 Milliarden Euro (2,2 Milliarden Dollar) abzunehmen. Polen sollen demnach Impfstoffe im Wert von 1,3 Milliarden Euro geliefert werden, Rumänien im Wert von 600 Millionen Euro. Polen weigerte sich im April 2022, den Vertrag zu erfüllen, und führte die Entwicklung der Pandemie, den Krieg in der Ukraine sowie einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung durch Pfizer an. Rumänien schloss sich diesem Schritt später an. „Diese Verträge sind rechtlich bindend und können nicht aufgrund veränderter Umstände geändert werden“, erklärte das belgische Gericht und wies die Argumente der Regierungen zurück.

Reaktionen der betroffenen Länder:

  • Das polnische Gesundheitsministerium kündigte an, dass das Land alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel nutzen werde, um das Urteil zu revidieren und seine Interessen zu verteidigen.
  • Der rumänische Gesundheitsminister Alexandru Rogobete erklärte, dass die Summe keine Verzugsstrafen enthalte, welche die Kosten weiter erhöhen würden. „Es handelt sich um eine beträchtliche Summe, die faktisch dem Gegenwert eines Regionalkrankenhauses in Rumänien entspricht“, sagte Rogobete vor Journalisten.
  • Polens Premierminister Donald Tusk machte seinen Vorgänger Mateusz Morawiecki für die aktuelle Situation verantwortlich. „Die Regierung Morawiecki hat COVID-Impfstoffe bestellt, die sie nicht erhalten und für die sie nicht bezahlt hat. Polen, und damit wir alle, werden für diese extreme Dummheit der PiS mehr als 6 Milliarden an Strafen zahlen müssen. Und das ist leider kein Aprilscherz“, schrieb der polnische Regierungschef auf der Plattform X.

Pfizers Position:

Pfizer erklärte, dass es von beiden Ländern erwarte, die Zahlungen zu leisten. Das Unternehmen betonte, dass die Entscheidung des Gerichts die Bedeutung der vertraglichen Verpflichtungen bekräftigt, die eine wirksame europäische Reaktion auf die Pandemie auf der Grundlage der Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten untermauerten. Polen und Rumänien haben nun die Möglichkeit, innerhalb der gesetzlich festgelegten Frist – in der Regel 30 Tage nach Zustellung des Urteils – Berufung beim zuständigen Appellationsgericht in Brüssel einzulegen.

Am Donnerstag, 16. April 2026, gab auch die philippinische Bureau of Internal Revenue (BIR) bekannt, dass sie bei der Staatsanwaltschaft (Office of the Ombudsman) Anzeige gegen die damalige Leitung des Gesundheitsministeriums (Department of Health – DOH) wegen unzuverlässiger Schätzung der benötigten COVID-19-Impfdosen im Jahr 2021 erstattet hat.

Wozu noch Bischofskonferenzen?

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Bischofskonferenzen haben sich zu äusserst schädlichen Institutionen entwickelt.

(Bischöfe, Beispielfoto)

Sie schränken die Eigenverantwortung der Bischöfe ein und führen zu einer unnötigen Standardisierung ihrer Botschaften, was im Allgemeinen linke Narrative begünstigt. Sie müssen daher abgeschafft – oder zumindest deutlich reduziert werden.

Das falsche Einheitsmodell

Theoretisch ist eine nationale Bischofskonferenz eine hervorragende Idee. Die Kirche agiert innerhalb der Strukturen von Nationalstaaten, und es treten Probleme auf, die alle Diözesen betreffen. Es ist daher von Vorteil, wenn eine einheitliche Struktur diese Probleme angeht – zumal nicht alle Bischöfe die nötige Standhaftigkeit besitzen; manche geraten ins Wanken und kooperieren mit der weltlichen Ideologie, wodurch das Christentum kompromittiert wird.

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Gleichzeitig ist sich jeder des Elends der folgenden Jahrzehnte bewusst. Das aus der Demokratie übertragene Einheitsfunktionsmodell hat schlichtweg nicht funktioniert. Die Bischofskonferenz verlor nach und nach an Autorität. Heute ist diese Autorität in vielerlei Hinsicht erschüttert. Bischöfe werden zwar weiterhin zu verschiedenen Feiertagen in die Medien eingeladen, doch ihre gesellschaftlichen und politischen Äusserungen werden kaum noch ernst genommen. Dies empört Teile des rechten Spektrums – doch auch diese Kreise stehen den Bischöfen recht kritisch gegenüber. Missbrauchsskandale, bizarres Verhalten während der Covid-19-Pandemie, eine unverständliche Haltung gegenüber dem Dialog mit dem Judentum …

Es ist schwierig, eine breitere Unterstützung für die Bischöfe in der Gesellschaft zu finden. Insgesamt scheint das öffentliche Wirken der katholischen Bischofskonferenz rein auf den innerkirchlichen Bereich beschränkt – und damit meine ich nicht einmal die Gemeinden, wo die Gläubigen leben, sondern ausschliesslich die Kurien. Kurienbeamte und Aktivisten kümmern sich um die Bischöfe, weil sie es müssen; sie leben schliesslich innerhalb dieses Systems. Alle anderen – nicht.

In Europa ist es besonders schlimm.

In allen europäischen Ländern ist die öffentliche Aktivität der Bischofskonferenzen sehr schwach. Vielerorts geniesst die Bischofskonferenz bei der Mehrheit der Gläubigen einen schlechten Ruf. Viele verlassen die Kirche, weil sie die Kirchensteuer umgehen wollen, und weil sie glauben, die Kirche habe ihnen nichts zu bieten. Diejenigen, die bleiben, klagen ständig. Das gilt insbesondere für rechtsdenkende Kreise, die der Kirche eigentlich am nächsten stehen sollten. Katholische Wähler halten die Bischöfe für eine Gruppe von Verrätern, die eine uneingeschränkte Migrationspolitik befürworten. Wähler sind der Ansicht, die Bischöfe engagierten sich zu wenig in wichtigen gesellschaftlichen Fragen und gäben zu oft die Ansichten des linken Mainstreams wieder. In solchen Situationen kann eine klare Positionierung des Episkopats hilfreich sein – ein Fall, der in gewisser Weise mit der Situation während der kommunistischen Ära vergleichbar ist, wobei selbstverständlich alle Proportionen gewahrt werden müssen.

Die meisten Diözesanbischöfe repräsentieren den liberalen Mainstream, doch es gibt auch solche, die sich diesem widersetzen. Mehrere Diözesan- und Weihbischöfe äussern ihre Kritik an ihren Amtskollegen klar und direkt. Dies bietet den Katholiken erstens einen konkreten Bezugspunkt: Wer mit dem liberalen Mainstream nicht übereinstimmt, erkennt, dass dies nicht die Haltung der gesamten Kirche ist. Zweitens fördert es eine lebhafte Debatte. Ein offener und öffentlicher intellektueller Austausch zwischen Bischöfen regt den Dialog an, schärft Thesen und verfeinert Argumente – all dem zum Vorteil der diskutierten Themen. In vielen Ländern ist die Situation ähnlich. In manchen Diözesen sind die Bischöfe eindeutig liberal, in anderen eindeutig konservativ. Selbst wenn die Bischofskonferenz eine vage und nichtssagende Erklärung abgibt, können einzelne Bischöfe die Sache selbst in die Hand nehmen und Briefe an die Gläubigen richten, in denen sie ihre Sichtweise klar und deutlich darlegen – mitunter mit einer ganz anderen Gewichtung.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Bischofskonferenzen in der heutigen Zeit schlichtweg schädlich sind. Solche Gremien mögen notwendig sein, doch ihre Funktion sollte radikal eingeschränkt werden, damit sie die Bischöfe nicht länger in deren eigentlicher Verantwortung ersetzen – und zwar sowohl in politischen und sozialen als auch in dogmatischen Angelegenheiten.

Metropoliten statt Bischofskonferenzenatt Bistümer

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Strukturen der Bischofskonferenz die Aktivitäten einzelner Bischöfe wirksam einschränken. Sie nehmen ihnen zwar nicht prinzipiell jegliche Befugnisse und legen ihnen keine rechtlichen Fesseln an, aber sie berauben sie – psychologisch und kulturell – des Wunsches, Verantwortung für kirchliche Angelegenheiten zu übernehmen. Ein Bischof, der beginnt, eigenständig zu handeln, wird aus Sicht der Bischofskonferenz zum Problem. Warum spricht er über Katechese, wenn es doch eine nationale Kommission gibt? Warum spricht er über Judentum oder Islam, wenn es doch Fachgruppen gibt?

Bischofskonferenzen lassen sich nicht einfach abschaffen – sie sind eine kirchenweite Struktur, die durch vatikanische Beschlüsse eingeführt wurde. Der Heilige Stuhl zeigt keinerlei Anzeichen dafür, ihre Rolle einzuschränken. Im Gegenteil: Diese Rolle dürfte sogar zunehmen. So wird beispielsweise im Oktober 2026 eine vatikanische Konferenz zur Familienpastoral stattfinden, zu der ausschließlich die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen eingeladen sind. Diese müssen dann die Beschlüsse an die Bischöfe in ihren jeweiligen Ländern weitergeben und auf eine Vereinheitlichung der Seelsorge in diesem Bereich hinwirken. Aus vatikanischer Sicht ist dies praktisch: Weltweit gibt es über 5.000 Bischöfe, aber weniger als 200 Länder, von denen nicht alle ein eigenes Bischofsamt haben. Das vereinfacht die Kommunikation erheblich.

Bischofskonferenzen sind jedoch schädlich für die Bewahrung der Lehre und die Verkündigung des Evangeliums in Gesellschaft und Staat. Daher müssen wir alles daransetzen, ihre Aktivitäten einzuschränken und die Handlungsfähigkeit der einzelnen Bischöfe zu stärken. Die katholische Kirche ist hierarchisch strukturiert. Es sind die Bischöfe, die die Kirche leiten – nicht kollektive Kirchenstrukturen, die territorial mit staatlichen Strukturen verschmolzen wurden. Jeder Bischof trägt die Verantwortung für die Weitergabe des katholischen Glaubens. Jeder sollte sich um seine Gläubigen kümmern und deren angemessene Auseinandersetzung mit dem Christentum sicherstellen. Wenn im Land ein Problem mit der künstlichen Befruchtung auftritt, sollte jeder Bischof die Gläubigen darüber aufklären, warum diese Methode objektiv betrachtet verwerflich ist. Bei Schwierigkeiten im Umgang mit dem Judentum sollte der Bischof an die Lehre der Kirche erinnern und seelsorgerische Begleitung anbieten. All dies kann individuell geschehen, wenn die Aktivitäten der Bischofskonferenzen auf ein Minimum beschränkt werden.

Historisch gesehen hatten Metropoliten in der Kirche ein deutlich größeres Mitspracherecht als Diözesanbischöfe – so war es schon in der Antike. Die Stärkung der Metropolitenrolle auf Kosten der Bischofskonferenzen ist ein interessantes Modell, das einerseits die potenzielle Kakophonie vieler unkoordinierter Stimmen eindämmt und andererseits den Metropoliten deutlich mehr Handlungsspielraum innerhalb der Strukturen des Bischofsamtes einräumt. Regelmäßige Synodalstrukturen könnten ein Instrument zur Ausübung der metropolitanen Autorität sein – wobei ich damit natürlich Synodalität im alten Stil meine, nicht die modernen synodalen Prozesse, wie sie in Deutschland oder Belgien etabliert wurden.

Wenn wir einen starken, selbstbewussten Katholizismus wollen, sollten wir damit beginnen, die Rolle der Bischofskonferenzen einzuschränken.

Kroatien: In Split wird ein Denkmal für Johannes Paul II. errichtet.

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Auch Bürgermeister Tomislav Szuta unterstützte die Ansicht.

(von Wikimedia Commons)

Der Stadtrat von Split an der kroatischen Küste hat am Donnerstag beschlossen, einen Wettbewerb für den Entwurf eines Denkmals für Papst Johannes Paul II. auszuschreiben, das an der Uferpromenade vor der Kirche des Heiligen Franziskus errichtet werden soll, wie die Website Index berichtete.

Vor der Abstimmung verließen 13 Oppositionsratsmitglieder die Sitzung, um ihren Widerstand gegen den Vorschlag zum Bau des Denkmals zum Ausdruck zu bringen. 16 Ratsmitglieder der regierenden Mehrheit stimmten hingegen für die Ausschreibung eines Wettbewerbs für den Entwurf.

Im Verlauf der Diskussion betonten die Oppositionsräte, dass sie den Bau eines Denkmals für Johannes Paul II. in Split zwar unterstützen, jedoch nicht an der Uferpromenade vor der Kirche.

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„In diesem Jahr, am 4. Oktober, jährt sich der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Split zum 28. Mal, und es ist absolut angemessen, dass an diesem Tag ein Denkmal zu seinen Ehren enthüllt wird“, sagte Stadträtin Lidija Bekavac, die für die Entscheidung stimmte.

Auch Bürgermeister Tomislav Szuta unterstützte die Ansicht, dass das Denkmal am Wasser errichtet werden sollte.

Ursprünglich sollte das Denkmal vor dem Erzbistum errichtet werden, doch dieser Plan wurde letztendlich verworfen. Auch ein Projekt zur Errichtung eines Denkmals im Stadtteil Żnjan, wo Papst Johannes Paul II. 1998 vor einer halben Million Gläubigen die Messe zelebrierte, wurde abgelehnt.

Das Schicksal der US-Notenbank Federal Reserve ist ungewiss.

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Der Präsidentschaftskandidat plant eine Reform der Zentralbank.

(pixbay.com)

In den Vereinigten Staaten steht ein Wechsel an der Spitze der Federal Reserve bevor. Präsident Donald Trump hat Kevin Warsh für diesen Posten nominiert. Er stellte sich am Dienstag dem Bankenausschuss der Federal Reserve. Warsh schlug vor, den interventionistischen Kurs der Federal Reserve einzuschränken. Zudem möchte er die Zinsen langfristig niedrig halten oder alternativ die Inflation als eine Rate definieren, die 2 Prozent nicht überschreiten darf.

Am 21. April erklärte Warsh vor dem Senat, er wolle, dass die Zentralbank ihre Inflationsmessung überdenkt. Derzeit stützt sich die Federal Reserve auf den Kern-PCE-Index, den Kernverbraucherpreisindex.

„Mich interessiert vor allem die Frage nach der zugrunde liegenden Inflationsrate. Nicht die Frage nach einmaligen Preisänderungen aufgrund geopolitischer oder allgemeiner Preisänderungen “, sagte der vom Präsidenten nominierte Kandidat für den Vorsitz der US-Notenbank. Er fügte hinzu, er bevorzuge „getrimmte Durchschnitte“, bei denen die extremsten Preiswerte herausgerechnet werden. Mit anderen Worten: Er meint, die Inflationsrate durch Berechnung des arithmetischen Mittels zu ermitteln, nachdem ein bestimmter Prozentsatz der höchsten und niedrigsten Werte aus dem Datensatz entfernt wurde. Dies führe zu einem repräsentativeren Durchschnitt.

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Warsh erklärte: „ Wir eliminieren alle extremen Risiken, alle einmaligen Positionen und fragen uns, ob die allgemeine Preisänderung Auswirkungen zweiter Ordnung hat . Dies sind die indirekten, langfristigen Folgen von Entscheidungen, Ereignissen oder politischen Änderungen, die auf die direkten (erstwertigen) Auswirkungen folgen. Diese sind oft schwieriger vorherzusagen, verhaltensbedingt und resultieren aus den Reaktionen von Menschen und Unternehmen auf die ursprüngliche Veränderung.“

Aktuell lässt diese Methode die Inflation harmlos erscheinen. Aditya Bhave, Ökonom bei der Bank of America, schätzte, dass der bereinigte 12-Monats-Durchschnitt im Februar bei 2,3 Prozent und der Median bei 2,8 Prozent gelegen hätte. Der Kern-PCE betrug 3 Prozent. Warsh bezeichnete den Inflationstrend als „durchaus günstig“. Bhave glaubt jedoch, dass die vorgeschlagene Änderung des Inflationsziels nicht die von der Fed-Kandidatin erhofften Ergebnisse bringen wird. Sie könnte zu einer stärkeren Einbeziehung von Lebensmittel- und Energiepreisen in die Geldpolitik führen, obwohl diese Kategorien derzeit nicht im Kern-PCE enthalten sind. Daher könnten sie selbst nach Abschwächung von Schocks immer noch zu einem höheren bereinigten Durchschnitt führen und die Reduzierung anderer Schocks verhindern. Laut dem Ökonomen der Bank of America ist dies „ironisch, da Warsh gestern selbst für den Ausschluss einmaliger, angebotsbedingter Preiserhöhungen plädiert hatte“. Er erwartet, dass die Änderung dazu führen wird, dass Warsh „mit einem höheren Inflationswert leben muss“, der durch Lebensmittel- und Energiepreise verursacht wird.

Um nicht unbegründet zu argumentieren, wies Bhave darauf hin, dass ähnliche Situationen bereits vorgekommen seien. Seine Bank schätzte, dass die mediane reduzierte Inflationsrate 2019 und 2020 höher war als der Kern-PCE. Daher müsse die Fed seiner Meinung nach, um ihre Glaubwürdigkeit zu wahren und den Anschein einer selektiven Vorgehensweise zu vermeiden, „an ihren bevorzugten Indikatoren festhalten, selbst wenn diese die Kernindikatoren übertreffen“.

Dies hätte natürlich reale Konsequenzen für die Erhöhung oder Senkung der Zinssätze, die die Höhe der Ratenzahlungen für Kredite und Darlehen von Finanzinstituten bestimmen.

Kreditkartenzinsen orientieren sich in der Regel eng am Leitzins der US-Notenbank. Längerfristige Kreditkosten, wie beispielsweise Hypothekenzinsen, hängen stärker von der Inflation und anderen wirtschaftlichen Faktoren ab. Erhöht die US-Notenbank die Zinsen, verteuert sie Kredite für Verbraucher und Unternehmen, wodurch die Wirtschaft „abgekühlt“ und die Inflation eingedämmt wird. Senkt die US-Notenbank die Zinsen, können die Konsumausgaben und damit auch die Preise steigen. Hohe Zinsen und hohe Preise schaden den Verbrauchern.

Senatorin Elizabeth Warren und andere Abgeordnete stellten Warshs Fähigkeit infrage, dem Druck Trumps zur Senkung der Zinsen während seiner Anhörung vor dem Bankenausschuss zu widerstehen. Der Präsidentschaftskandidat betonte, dass die Zentralbank eine hohe Unabhängigkeit von der Politik wahren müsse.

Er sagte, dass „politische Entscheidungsträger im Interesse des Landes handeln müssen und ihre Entscheidungen das Ergebnis analytischer Zuverlässigkeit, substanzieller Erwägungen und eines objektiven Entscheidungsprozesses sein müssen.“

Im Falle seiner Wahl zum Fed-Vorsitzenden möchte Kevin Warsh das Mandat der Federal Reserve einschränken, ihren Inflationspolitikrahmen reformieren und ihre Abhängigkeit von unkonventionellen Instrumenten verringern.

Das ehemalige Mitglied des Federal Reserve Board of Governors würde den derzeitigen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell ersetzen.

Der Thinktank Council on Foreign Relations kommentierte die Anhörung und die vom Präsidentschaftskandidaten präsentierte Vision für die Fed und gab an, dass die Federal Reserve unter Warsh zu ihrem Kernmandat zurückkehren, bei der Inflationssteuerung strenger vorgehen und sich weniger auf quantitative Lockerung und vorausschauende Steuerung stützen würde.

Sogar Republikaner sind mit Trumps Nominierung unzufrieden. Senator Thom Tillis aus North Carolina kündigte an, er werde die Abstimmung über Warshs Bestätigung blockieren, solange das Justizministerium seine Untersuchung gegen Powell und die laufenden Renovierungsarbeiten am Hauptsitz der Federal Reserve Bank in Washington nicht abgeschlossen habe.

Warsh, ein Forschungsstipendiat für Wirtschaftswissenschaften an der Hoover Institution und Dozent an der Stanford Graduate School of Business, wurde wiederholt gefragt, ob er sich für den Erhalt der Unabhängigkeit der Fed einsetzen werde.

Die Demokraten glaubten seinen Behauptungen nicht, und Senatorin Elizabeth Warren (D-MA) warf ihm sogar vor, die „Marionette“ des Präsidenten zu sein. Sie befürchtet, dass Warsh ein „Falke“ sei, der die Zinsen auch dann niedrig halten werde, wenn es dafür keine Rechtfertigung gebe.

Der Council on Foreign Relations (CfR) weist darauf hin, dass Trump versucht, mehr Einfluss auf die Zentralbank auszuüben. Er geriet wiederholt mit dem derzeitigen Fed-Chef aneinander und äußerte offen seine Frustration über die Zinspolitik. Zudem deutete er an, dass sein Kandidat verpflichtet wäre, die Zinsen zu senken.

Unter Warsh ist daher zu erwarten, dass sich der Interventionismus auf die Stabilisierung der Preise und die Maximierung der Beschäftigung beschränkt. Der Kandidat für den Fed-Vorsitz beklagte, dass die Institution in den letzten Jahren in politische Debatten hineingezogen wurde, darunter Klimapolitik und andere Bereiche, die über ihre gesetzlichen Befugnisse hinausgehen. So hat die Fed beispielsweise in Fragen der ESG-Berichterstattung, der Preisgestaltung von Klimarisiken, der Bewertung von Kontrahentenrisikoprofilen, der Offenlegungsrisiken bei Hypotheken, des Verbraucherschutzes und vielem mehr interveniert.

Warsh möchte die Art und Weise der Inflationsbestimmung und -steuerung ändern. Er kritisierte unter anderem die Umstellung der Fed auf ein flexibles Inflationsziel im Jahr 2020, das vorübergehende Überschreitungen der 2%-Marke durch die Inflation zulässt. Er plädiert für ein striktes Inflationsziel von 2%. Zudem möchte er die Geldschöpfung begrenzen (indem er die Abhängigkeit der Zentralbank von der quantitativen Lockerung verringert und ihre Bilanzsumme reduziert, die seit der Finanzkrise von 2008 deutlich angewachsen ist).

Warsh möchte von der Praxis der Forward Guidance abrücken , also der Kommunikation der Fed über ihre Pläne für künftige Zinssätze und die Geldpolitik. Ziel dieses Kommunikationsinstruments ist es, die Erwartungen der Anleger zu steuern, die Märkte zu stabilisieren und die Wirtschaft durch niedrige Zinsen anzukurbeln.

Der potenzielle neue Fed-Vorsitzende möchte sich zudem auf die Erforschung der Auswirkungen von KI auf die Fertigung und auf die Verbesserung interner Zahlungssysteme konzentrieren. Unter Warshs Führung würde die Fed ihre Bestrebungen, eine digitale Zentralbankwährung einzuführen, aufgeben.

Laut CfR würde die Umsetzung von Warshs Plänen den USA eine „Phase erheblicher Unsicherheit“ bescheren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Präsidentschaftskandidat dennoch das tun müsste, was er eigentlich vermeiden will, nämlich die Zinssätze erhöhen, um sicherzustellen, dass die Amerikaner weiterhin Zugang zu vielen Gütern haben.

Quellen: cryptopolitan.com / cfr.org

Die Blockade von Hormus trifft die Chinesen hart.

Experte: China könnte zu entschiedenen Massnahmen greifen.

(Foto: flickr.com)

Das Weisse Haus gab die Beschlagnahmung eines chinesischen Containerschiffs mit Komponenten für die iranische Waffenproduktion in der Strasse von Hormus bekannt. Experten vermuten, dass es sich um eine Provokation handeln könnte, die die Spannungen im Nahen Osten verschärfen soll. Die US-Seeblockade, die sich zwar gegen den Iran richtet, trifft China als größten Importeur von Rohöl aus dem Persischen Golf am härtesten.

Präsident Donald Trump gab die Beschlagnahmung des Containerschiffs in einem Interview mit CNBC bekannt und bezeichnete die Ladung als „Geschenk an Teheran“. Nikki Hayley, Direktorin des einflussreichen Thinktanks Hudson Institute und ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, berichtete ausführlicher über den Vorfall. Sie erklärte, das Schiff habe „chemikalien in Waffenqualität“ geladen. Auf die Beschlagnahmung angesprochen, erklärte der chinesische Aussenminister, seinen Informationen zufolge handele es sich um ein unter ausländischer Flagge fahrendes Containerschiff.

Die iranisch-chinesische Zusammenarbeit wird seit Längerem diskutiert. Peking wird Iran voraussichtlich mit Waffen, vorwiegend in Form von Komponenten für die Raketenproduktion, beliefern und Geheimdienstinformationen austauschen. Experten vermuten, dass China mit dem direkten Vorstoß des Containerschiffs gegen die amerikanische Blockade eine Provokation inszenieren wollte, um ein Eingreifen in der Region zu rechtfertigen. Berichten zufolge plant Peking, unter dem Vorwand, die Schifffahrtsroute nach China zu schützen, eine spezielle Marineeinheit in den Persischen Golf zu entsenden.

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„Strategisch gesehen handelt es sich bei der Situation in der Strasse von Hormus derzeit um eine doppelte Blockade. (…) China verfügt über Vorräte für mehrere Monate. Die Lage spitzt sich für sie allmählich zu, und sie könnten nun zu konkreteren Massnahmen übergehen“,  erklärt Experte von der Pulaski-Stiftung.

„Die Blockade betrifft in erster Linie China. Die amerikanischen Massnahmen zielen zwar direkt auf den Iran ab, aber die eigentlichen Verlierer sind die Chinesen, deren Versorgung mit Öl und Ölderivaten aus der Region des Persischen Golfs derzeit stark eingeschränkt ist“, betont er.

Der heilige Adalbert als Schutzpatron Polens

Der heilige Adalbert als Schutzpatron. So begann die Christianisierung der nordöstlichen Gebiete des Königreichs Polen. Dies verwechselt heiligenlexikon.de und bezeichnet Nordpolen fälschlicherweise als Ostpreussen.

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Das Blut der Märtyrer sät Früchte über Jahrhunderte. Diese Wahrheit belegt die Geschichte der Christianisierung der nordöstlichen Gebiete des Königreichs Polen. Sie begann 1386 mit der Gründung der Pfarrei St. Adalbert im Dorf Poryte bei Łomża. Im selben Jahr wurde hier eine Kirche errichtet, deren hoch oben angebrachtes lateinisches Kreuz nach Osten wies, wohin sich seither das Evangelium und die christliche Kultur verbreitet haben.

Die Gründung der Pfarrei in Poryte erfolgte durch den Gutsbesitzer Paweł von Radzynów, der das Wappen „Prawdzic“ führte und es von Janusz I., Herzog von Masowien, erhalten hatte. Paweł, auch Paszko genannt, war ein Ritter, der in seiner Jugend dem Vergnügen und den weltlichen Genüssen frönte. Sein Leben veränderte sich während einer Pilgerreise zum berühmten Heiligtum von Santiago de Compostela. Paweł unternahm diese lange Reise im Jahr 1380 mit seinem Freund Jan Pilik, dem späteren Woiwoden von Masowien. Ein Geleitbrief, der den Pilgern vom König von Aragon, Peter IV., persönlich ausgestellt wurde, ist in den Archiven erhalten geblieben.

Paul kehrte spirituell geläutert von Santiago zurück. Er kümmerte sich fortan aufrichtig um die Bewohner seiner neu gegründeten Dörfer östlich des Flusses Narew. Die Einheimischen waren zwar katholisch, besaßen aber keine Kirche. Zu jener Zeit gab es bereits mehrere solcher Dörfer, da die Familie Radzanowski ihren Besitz erheblich erweitert hatte. Sie gründeten damals zwei Dörfer in der Nähe von Poryte – Dzierzbia und Zaborowo. Später begann die Rodung der Wälder. Auf den gerodeten Flächen errichteten die Radzanowskis neue Dörfer.
Doch in diesen als unsicher geltenden Gebieten gestaltete sich die Gründung einer neuen Pfarrei alles andere als einfach. Davon zeugen die sechs Jahre andauernden Bemühungen Paszkos bei Bischof Ścibor von Płock. Erst 1386 liess sich dieser überzeugen, in Poryte eine Pfarrei zu gründen. Im selben Jahr errichtete Paul von Radzanów eine schöne Holzkirche mit Glockenturm für die Gläubigen. Endlich konnten die Gläubigen gemeinsam die Eucharistie feiern und Gottesdienste feiern. Bischof Ścibor und Paszko entschieden, dass der Schutzpatron der ersten Kirche in den Gebieten, die seit der Taufe Polens 420 Jahre auf die Christianisierung gewartet hatten, niemand anderes als der heilige Adalbert sein konnte.

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Die erste Kirche am Ostufer des Narew-Flusses war schlicht. Archivdokumente belegen, dass sie, obwohl aus Holz erbaut – einem Material, das durch Zeit und Feuer leicht beschädigt werden konnte (das Dach war mit Stroh gedeckt) –, den Gemeindemitgliedern bis zum Ende des 17. Jahrhunderts diente. Auf dem Dach befand sich eine Kuppel mit einer kleinen Glocke. Die Kirche war von Holzpfählen umzäunt. An der dem Eingang zugewandten Seite war ein Tor angebracht. Im Inneren der Kirche stand ein einzelner Altar, über dem ein Gemälde der Jungfrau Maria hing. Auch der Tabernakel war aus leicht verfügbarem Holz gefertigt. Neben der Kirche von Porzyce wurde ein schöner, hoher Glockenturm errichtet. Von dort rief das bronzene Glockenspiel zweier Glocken die Gläubigen zur Sonntagsmesse.

Im östlich des Flusses Narew gelegenen, größtenteils bewaldeten Gebiet gab es zwar befestigte Holzstädte, darunter Kolno und Mały Płock, jedoch keine Kirchen. Diese hätten angesichts der ständigen Kämpfe ohnehin nicht überlebt. Die Truppen des Herzogtums Masowien marschierten durch Poryte (daher der Name der Stadt, der sich auf den von Wagenrädern zerfurchten Boden bezieht) und verteidigten dabei häufig die nördlichen und östlichen Grenzen des Herzogtums. Damals wurden sie von Preußen, Jotvingen, Litauern und später vom Deutschen Orden angegriffen.

Die Gründung des Dorfes Poryte und der anschließende Bau der St.-Adalbert-Kirche waren erst nach dem Ende dieser Kriege möglich. Einige Jahre später (1390) wurde in Wizna, einige Dutzend Kilometer entfernt, eine weitere Pfarrei gegründet – St. Markus der Evangelist. Die Mission, die Polens Schutzpatron 997 begonnen hatte, wurde fortgesetzt. Innerhalb von etwa 150 Jahren wurden die nordöstlichen Gebiete des Königreichs Polen christianisiert. Zahlreiche Pfarreien entstanden, denen stets Mönche und Ordensbrüder folgten, die Kirchen und Klöster errichteten. Die einst von heidnischen Götzenbildern geprägten Gebiete waren nun von Gotteshäusern erfüllt, die Jesus Christus und der Jungfrau Maria geweiht waren.